Europa

Rezension Entdecker-Biografie Florence und Samuel Baker: Mit dem Herzen einer Löwin, von Pat Shipman (2004; US-Titel To the Heart of the Nile, UK-Titel The Stolen Woman) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Die fiktionalisierte Biografie beschreibt das Leben der Afrika-Entdecker Florence und Samuel Baker ab 1859 – ihr Kennenlernen auf einem osteuropäischen Sklavenmarkt und ihre strapaziösen, oft lebensgefährlich dramatischen Reisen auf der Suche nach den Nilquellen. Dabei konzentriert sich Shipman besonders auf Florence Baker (1841 – 1916): Die Ungarin wurde als Kind in Revolutionswirren von ihren Eltern…

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Rezension Entdecker-Biografie: Die Liebenden auf dem Nil, engl. Lovers on the Nile, von Richard Hall (1980, über Samuel und Florence Baker) – 6 Sterne

Die Biografie schildert Samuel Bakers (1821 – 1893) strapaziöse Suche nach den Nilquellen ab 1861 und seine späteren wichtigen Aufenthalte in Ägypten und im Sudan. Bakers Unternehmung erinnert an die Nilsucher David Livingstone, Henry Morton Stanley und Richard Francis Burton etwa zur gleichen Zeit. Ungewöhnlich dabei, dass Florence Baker ihren Mann nach Zentralfrika begleitetete und…

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Rezension Abenteurer-Biografie: A Rage to Live – A Biography of Richard and Isabel Burton, von Mary S. Lovell (1998) – 7/10 – mit Presse-Links

Diese wohl umfangreichste neuere Burton-Biografie, von 1998, umfasst 804 Seiten Haupttext. Die erfahrene Autorin Lovell betont schon im Vorwort, dass sie in England wichtige neue Primärquellen entdeckte und dass sie unfundiertes Psychologisieren der Burton-Biografen Fawn Brodie und Frank McLynn ablehnt (Übersicht zu Burton-Biografien und -Links unten). Im Vergleich zu früheren Biografen schreibt Lovell zudem ausführlicher…

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Rezension Abenteurer-Biografie: Captain Sir Richard Francis Burton (1821 – 1890), The Secret Agent Who Made the Pilgrimage to Mecca, Discovered the Kama Sutra, and Brought the Arabian Knights to the West, von Edward Rice (1990) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Die Biografie umfasst etwa 620 Seiten Haupttext plus etwa 55 Seiten Anhänge, Fotos und Stichwortverzeichnis. Rice wahrt weitestgehend die Chronologie, reiht Episode an Episode. So wirkt der Text vielleicht etwas schematisch. Ihm wurde vor allem von der späteren Burton-Biografin Mary S. Lovell vorgeworfen, teils erfunden zu haben. Biograf Rice, der zahlreiche andere Sachbücher veröffentlichte, schreibt…

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Rezension Abenteurer-Biografie: The Devil Drives, A Life of Sir Richard Burton (1821 – 1890), von Fawn Brodie (1967) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die Biographie des englischen Abenteurers Burton umfasst etwa 322 eng bedruckte Seiten Haupttext, dazu Anmerkungen, Index und Bilder. Im Vergleich zu den Burton-Biografen Edwin Rice und Mary S. Lovell legt Brodie mehr Wert auf Psychologie: In den einführenden Kapiteln erwähnt Fawn Brodie Burtons bahnbrechende Reisen und Übersetzungen kaum, erklärt aber ausführlich die Beziehung zu Mutter,…

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Rezension Entdecker-Film: Land der schwarzen Sonne, engl. Mountains of the Moon, 1990, über Richard Burton und John Speke 1857 – 7 Sterne – mit Presse-Links & Hintergründen

Der 1990er Spielfilm zeigt die strapaziöse 1857er Expedition von Richard Francis Burton und John Speke ins Innere Afrikas, auf der Suche nach der Quelle des Nils. Er besticht durch grandiose und stimmungsvoll abgetönte Bilder aus Kenia, die auch beim zweiten Ansehen mitreißen, durch bombastische Herzschlagmusik und einiges Drama in Afrika wie auch in England –…

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Ya Allah! Die islamischsten Länder der Welt: Neuseeland, Luxemburg, Irland

„Christen sind die besseren Moslems“, das habe ich im Iran öfter gehört. Begründung: Christen seien höflicher und umweltbewusster als Moslems. Und jetzt sagt eine Studie, das islamischste Land der Welt sei: Neuseeland; gefolgt von:  Luxemburg und Irland. Urheber der Islamicity-Studie ist der Iran-stämmige Moslem Hossein Askari, der in Washington an der George-Washington-Universität lehrt, zusammen mit…

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Rezension Fahrschüler-Doku: You Drive me Crazy (2012) – 8 Sterne – mit Video

Die 84minütige, sehr unterhaltsame Dokumödie begleitet drei internationale Fahrschüler: eine oft angespannte deutsche Modedesignerin in Mumbai; eine scheinbar entspannte koreanische Musikstudentin in München; einen amerikanischen Nachwuchsdesigner und Aushilfsjobber in Tokio. Mitten im Verkehr: Alle ein oder zwei Minuten wechselt der Schauplatz zwischen Indien, Deutschland, Japan. Die Doku ist schön gefilmt und zeigt viele Momente aus…

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Rezension Unterhaltungsroman: Die Reisen mit meiner Tante, von Graham Greene (1969, engl. Travels with my Aunt) – 7 Sterne

Henry (Mitte 50, frühpensionierter Bankfilialleiter) und Tante Augusta (75) begegnen sich nach Jahrzehnten wieder. Sie reisen mit dem Zug von London über Paris nach Istanbul; später treffen sie sich in Paraguay erneut. Henry ist dezidiert dröge, die alte Dame flamboyant und etwas rätselhaft. Gepflegtes Parlando: Greene schrieb Die Reisen mit meiner Tante, engl. Travels with…

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Besprechung Journalisten-Roman: Die Unperfekten, von Tom Rachman (2011, engl. The Imperfectionists) – 8 Sterne

Der Erfolgsroman schildert einen Reigen amerikanischer Journalisten in Rom, mitunter in Paris, Genf oder Kairo. Überwiegend spielt das Buch von 2005 bis 2010. Jedes Kapitel stellt einen anderen Akteur in den Mittelpunkt; kurze Rückblenden schildern die Entwicklung der Zeitung von 1953 bis in die erzählte Gegenwart. Fazit: Geistreich, kurzweilig, humorvoll und voller Redaktionsalltag – Die…

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Roman-Kritik: Towards the End of the Morning – Gegen Ende des Morgens, 1967, von Michael Frayn – 7 Sterne

John Dyson ist unbedeutender Redakteur bei einer Londoner Tageszeitung, langweilt sich dort oft, fühlt sich aber zu Größerem berufen – da wird er zu einer Talkrunde im Fernsehen eingeladen. Sein Ego schwillt, sein Redefluss auch. Autor Michael Frayn karikiert die Eitelkeiten und Banalitäten im Redaktions- und Büroalltag, die Kleinkämpfe und Rangeleien bei der Arbeit und…

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Roman-Kritik: Verteidigung der Missionarsstellung, 2012, von Wolf Haas – 7 Sterne

Der Roman schildert einzelne Episoden aus dem Leben Benjamin Lee Baumgartners – wie er 23jährig seine Frau in London kennenlernt, wie er 43jährig einen Ausflug in Peking mit einer netten Übersetzerin macht, was später in Arizona passiert, ein paar Szenen aus Wien. Nebenbei fängt sich die Hauptfigur Rinderseuche, Vogelgrippe und Schweinegrippe ein. Witzig mit (zu?)…

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Rezension Untreue-Drama: Was will ich mehr (2010, mit Alba Rohrwacher) – mit Trailer – 7 Sterne

Anna beginnt eine heiße Affäre mit dem verheirateten Domenico. Ihr Freund und Domenicos Familie bleiben lange ahnungslos. Der Film zeigt das Versteckspiel und das Ringen um Perspektiven. Mängel gleich zu Beginn: Zwischen den Hauptdarstellern Alba Rohrwacher und Pierfrancesco Favino gibt es kaum Chemie, Domenico bietet Anna wenig Anziehendes, außerdem verhalten sie sich unrealistisch unvernünftig mit…

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In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Buch: Last Days of the Bus Club, von Chris Stewart (2014, 4. Teil der Reihe „Driving over Lemons“) – 7 Sterne

Chris Stewart erzählt weitere Geschichten seines Auswanderer-Lebens: Der Engländer wohnt seit 20 Jahren mit Frau und Kind auf einer entlegenen Farm in den andalusischen Alpujarras. Mit Driving over Lemons und zwei Nachfolgebänden landete er große Erfolge. Und hier im vierten Teil (erschienen im Juni 2014) geht es in gewohnter Manier weiter: Chris Stewart spottet über…

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Buchrezension: Der Weg nach Surabaya, von Christoph Ransmayr (Reportagen & Dankreden, 1997) – 7 Sterne

Auf rund 230 Seiten bringt Christoph Ransmayr 16 Reportagen und Kurztexte über nahe und ferne Gebiete, entstanden zwischen 1979 und 1996. Das Titelstück berichtet zwar aus Indonesien; doch die Mehrzahl der Artikel handelt von Europa: jeweils mehrfach Deutschland und Österreich, dann auch Italien und Polen; oft geht es um alte Menschen in Dörfern. Gut geschrieben:…

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In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Reise-Kultur-Buch Spanien: Between Hopes and Memories. A Spanish Journey, von Michael Jacobs (1994) – 8 Sterne

Jacobs schreibt auf 410 eng bedruckten Seiten ausführlich über seine lange Spanienreise 1991, berichtet aber auch von ausgedehnten früheren Spanien-Besuchen, zitiert aus der Geschichte und aus sehr vielen oft sehr alten Büchern. Speziell die Literatur und literarische Figuren haben es Jacobs angetan, ebenso Maler; aber wir lernen auch Busfahrer, Pfarrer und viele Freunde des Autors…

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Deutscher Fernsehpreis 2014, Deutscher Radiopreis 2014, 2015

Selten war ich so geschockt von öffentlichem Benehmen wie bei diesen Preisverleihungen, die ich als Aufzeichnung gesehen habe: Frauen zwängen sich in Hochhackige und Abendkleid, palavern dann selbstsüchtig von Oberweiten, Hinterweiten, Figur und unbequemen Schuhen, sagen „geil, geil, geil“ und trinken Dosenbier auf der Bühne Männer reißen selbstgefällige Witzchen und lachen meckernd beifallheischend den eigenen…

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Rezension norwegisches Ehe-Drama: Happy Happy (2010) – mit Video – 7 Sterne

Zwei Ehepaare leben Haus an Haus auf einem norwegischen Einödhof. Die Beziehungen innerhalb der Paare sind nicht spannungsfrei, und bald werden auch die nachbarschaftlichen Beziehungen brisant. Später kommen noch Rassismus, Homosexualität und Barrack Obama ins Spiel. Dem sehr europäischen, unglamourösen Psycho-Kammerspiel bin ich interessiert gefolgt – auch wenn Joachim Rafaelsen zu penetrant schroff verletzend und…

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Rezension Doku deutsch-koreanische Ehen: Endstation der Sehnsüchte – Ein deutsches Dorf in Südkorea (2009) – mit Video – 5 Sterne

Drei Koreanerinnen arbeiteten jahrzehntelang als Krankenschwestern in Deutschland. Mit deutschen Ehemännern verbringen sie nun das Rentenalter im südkoreanischen Dogil Maeul am Meer. Dieses spezielle Rückkehrer-Dorf ist als German Village bekannt und wird wegen seiner adretten Einfamilienhäuser am Wochenende von Ausflüglern überlaufen. Langsame Bilder, knappe Information: Der Film wirkt langatmig. Viele Szenen sind zu gedehnt –…

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Rezension Ruhrpott-Spielfilm: Die Abfahrer (1978, Regie Adolf Winkelmann, mit Detlef Quandt; mit Szenen) – 9 Sterne

Der Film hat eine ganz seltene Frische und Unmittelbarkeit. Unterstrichen durch dezidiert unglamouröse Darsteller und Kulissen, ungehobelten Ruhrpottslang, hautnahe Kamera und die erdige, rockig-bluesige Musik der „Schmetterlinge“. Die Laiendarsteller bringen’s: Zahlreiche Mitspieler sind echte Laien, so die Charaktere in der Kneipe, die Brummikapitäne auf dem Rastplatz oder die Frauen im Eckladen, unter ihnen die Mutter…

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In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Bericht: Almond Blossom Appreciation Society, von Chris Stewart (2006, Teil 3 von „Driving over Lemons“) – 8 Sterne

Wie in den vorhergehenden zwei Büchern der Serie, die mit Driving over Lemons begann, schreibt Chris Stewart warmherzig, mit einer gewissen Selbsterniedrigung und äußerst lustig – ich habe öfter laut gelacht. Am Ende gibt es noch ein langes, lesenswertes und relativ offenes Interview. Stewart bleibt auf jeden Fall ein Unikat, weniger gelackt als andere Autoren….

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Rezension Deutschland-Spielfilm: Soul Kitchen (2010, Regie Fatih Akin; mit Trailer) – 8 Sterne

Der Film hat Tempo, der Film hat lauter coole Figuren mit ganz viel roher Energie und keine einzige Fehlbesetzung, der Film hat heiße Musik am laufenden Meter (etwas weniger wäre mehr gewesen), der Film hat einen vergnüglichen Skype-Dialog, der Film hat überhaupt eine gut gebaute, wenn auch gelegentlich märchenhafte Handlung. Soul Kitchen hat aber auch…

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Rezension England-Roman: Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen – The Irresistible Inheritance of Wilberforce, von Paul Torday (2008) – 8 Sterne

Ein sehr überzeugender Roman mit stets durchgehaltenem, gutem Momentum, wenn man bedenkt, dass es in großen Teilen nur um einen unsympathischen, blassen Alkoholiker und Computerfex geht und dass wenig passiert. Es fiel mir schwer, die Lektüre zu unterbrechen. Reizvoll, wie der Ich-Erzähler seine Weinsucht ummäntelt, negiert, mit immer neuen Erklärungen und Ausflüchten; ganz lässig –…

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Rezension Romantische Komödie: Vier Hochzeiten und ein Todesfall (1994, mit Hugh Grant; mit Trailer) – 7 Sterne

Gediegen produziert, und für eine Romkom nicht zu jugendschrill. Hugh Grant spielt unaufdringlich, das Ende nur etwas zu sülzig, ein vielseitiges Ensemble ohne zuviel Last auf nur zwei Schauspielern. Die Kamera zeigt reizvolle Szenarien voller Details in verschiedenen Bildebenen. Die Begräbnisrede dauert zu lang, ansonsten stimmt praktisch alles. Nagut, die Witze könnten schärfer sein.

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Rezension deutscher Roman: Schloß Gripsholm, von Kurt Tucholsky (1931; mit Trailer) – 8 Sterne

Das Buch bereitet Vergnügen: Da charmiert schon der pfiffige Einstieg, ein Briefwechsel des Autors mit dem Verleger über Romanprojekte und Honorare. Federleichter Einstieg: Ein einziger Satz bugsiert den Roman dann – plötzlich und doch ganz leicht – in die eigentliche Sommergeschichte, in eben das gewünschte Romanprojekt hinein, lässig und unbeschwert fließen Handlung und Sprache, herrlich…

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Rezension nostalgischer Sizilien-Spielfilm: Cinema Paradiso (1988) – mit Trailer – 8 Sterne

Ja, wirklich wundervoll. Der wahre Star ist Kameramann Blasco Giurato: wundervolle Bilder, Schwenks, Schärfeverlagerungen (focus pulls), Farbharmonien. Die Musik von Ennio Morricone ist überaus malerisch, klingt nicht nach Western, aber man kann sie gewiss auch kitschig finden. Liebenswert auch das Buch mit seinen unsentimental sentimentalen Sätzen. Obwohl abgehärtet von 100 Hindifilmen, den wahren Manipulateuren der…

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Rezension deutsche Iraner-Komödie: Salami aleikum (2009) – mit Trailer – 8 Sterne

Fantastische, kunterbunte Multikulturkomödie – warmherzig, charmant, politisch, satirisch, schnell, bizarr, stilistisch halsbrecherisch unberechenbar, voll verblüffender Einfälle, trockener Dialoge, schwungvoller Akteure, schmissigem Perserpop und mit einer raffiniert gestrickten Handlung, die unterschiedlichste Motive lässig zusammenführt: Zu den Themen zählen Exilpersertum, DDR-Doping, textiles Werken, Schafzucht, Ostalgie und chinesische Wirtschaftshegemonie. Wohltuend dabei: Salami (2009) ist keine „deutsche Comedy“ –…

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Rezension Frankreich-Spielfilm: LOL (2008, mit Sophie Marceau; mit Trailer) – 8 Sterne

Und wieder, die Franzosen: Dieser Film ist jung, modern, lässig, sexy, cool, beschwingt, chic, rhythmisch, unpeinlich, pfiffige Dialoge, schön gefilmt rund um ein schönes Mutter-Tochter-Team in Paris mit Sophie Marceau. Das Ganze unaufdringlich, unaufgeregt, unblöd. J’aime bien. Die amerikanische Neuverfilmung interessiert mich nicht, auch nicht von der selben Regisseurin. Im Jugendwerk La Boum war Marceau…

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Rezension Geistreicher London-Roman: The London Embassy, von Paul Theroux (1983) – 8 Sterne

Der Ich-Erzähler arbeitet Anfang der Achtziger in der US-Botschaft in London. Das Buch besteht aus 18 sehr lose bis gar nicht verwobenen Episoden. Die meisten Geschichten haben nicht viel mit der Botschaft zu tun: Der Ich-Erzähler lernt zum Beispiel jemanden bei einem Empfang kennen, fühlt sich zu einem Besuch vor Ort bemüßigt, der Rest spielt…

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David Nicholls

Rezension Lustiger Roman: Ewig zweiter (2005), von David Nicholls – 8 Sterne

Ein Schauspieler und Drehbuchschreiber, der einen Roman über einen Schauspieler mit Schreibambitionen schreibt – das klingt gefährlich. Man befürchtet distanzlose Insidergeschichten, Egotrips, selbstmitleidige Selbstbespiegelung, Ablästern über Kollegen, Werke und Alphafiguren. Es gibt ja nichts Schlimmeres als Schriftsteller, die Romane über, ausgerechnet, Schriftsteller, schreiben, womöglich noch in Berlin. Doch bei Nicholls (*1966) steigt nie das säuerliche…

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David Nicholls

Rezension lustiger Roman: Keine weiteren Fragen, von David Nicholls (2003) – 8 Sterne

Viele exzellente Dialoge und Abläufe, für ein lustiges Buch recht realistisch, wenn man auch die Zuneigung der beiden Hauptdarstellerinnen für den männlichen Helden etwas unglaubwürdig finden kann. Die Rolle des verstorbenen Vaters wird etwas überhöht. Ich habe das Buch verschlungen. In meiner Suche nach lustigen, aber nicht doofen Büchern hatte ich zuletzt Matthias Keidtels Ein…

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