annehmbar

Rezension Goethe-Sachbuch: Römische Spuren, von Roberto Zapperi (2007) – 5 Sterne

Der sehr dünne und luftigst bedruckte Band liefert einige Forschungsergebnisse zu Goethe in Italien, die im Vorgängerband des Autors, Das Inkognito von 1999, noch nicht enthalten waren. Wie im Inkognito zeigt Roberto Zapperi wieder in Schwarzweiß einige unterhaltsame Skizzen des Malers Tischbein, der Goethe in Italien einführte, und interpretiert sie sehr ausführlich und weitgehend. Die…

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Filmkritik: Zwischen zwei Herzen (TV-Spielfilm 2019) – 6 Sterne – mit Video

Die Anziehung zwischen Katrin und Peter ist mit Händen zu greifen, und Anna Schudt sowie Mark Waschke zeigen das eindrucksvoll im Film. Beide sind aber in äußerlich glückliche Ehen eingebunden und wollen nichts riskieren – eigentlich. Doch es britzelt immer mehr. Der TV-Spielfilm fängt mit witzigen, mehrdeutigen Dialogen an – bedingt realistisch, unbedingt vergnüglich. Dann…

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Filmkritik: Tag und Nacht (2010) – 7 Sterne – mit Video

Zwei nette Studentinnen in Wien wollen sich mit Prostitution die Miete verdienen. Sie geraten aber meist an fiese Männer und zerbrechen halb daran. Der Film  (offiziell ab 16) zeigt ausgesprochen viel nackte  Haut und ist dabei weder romantisch noch erotisch oder sehr anklagend. Die Sexszenen enden meist mit widerwärtigem Verhalten der Männerkundschaft. Zwischendurch sieht man…

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Rezension Sachbuch: Once Upon a Quinceañera, von Julia Alvarez (2007) – 5 Sterne

Fazit: Julia Alvarez schreibt sehr flüssig und liefert interessante Einblicke in die US-Latino-Kultur. Sie schweift aber oft sehr undiszipliniert ab und erzählt viel zu viel Unpassendes von sich selbst. Auf Goodreads erhält das Buch nur magere 3,42 von 5 Sternen (899 Stimmen, Stand Mai 2019). Breites Spektrum: Julia Alvarez besucht Latino-Familien in ganz USA, deren…

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Rezension Roman: So wirst du stinkreich im boomenden Asien, von Mohsin Hamid (2013, engl. How to Get Filthy Rich in Rising Asia) – 5 Sterne

Das Erfolgsbuch des Erfolgsautors begeisterte auch die Profikritik. Es hat ein paar kurze, markante Dialoge und gelegentlich kleine, hübsche Szenen. Ansonsten passiert nicht besonders viel: ein armer pakistanischer Dorfjunge kommt in die Großstadt Lahore und wird allmählich reich; auf jeder neuen Stufe ringt er mit Dreck, Gewalt und Korruption, bis zum verklärten Ende Jahrzehnte später….

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Thailand

Romankritik: Crazy Rich Asians, von Steven Kwan (2013) – 6/10 – mit Video

Crazy Rich Asians (2013, dt. u. engl. Buchtitel) ist der erste Teil einer Trilogie, die Kevin Kwan 2016 mit Crazy Rich Girlfriend (engl. China Rich Girlfriend) und 2018 mit Crazy Rich Problems (engl. Rich People Problems) fortsetzte. Die Verfilmung von Crazy Rich Asians erschien 2018 (dt. Titel Crazy Rich). Die Teile 2 und 3 wurden…

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Filmkritik: Der letzte schöne Herbsttag (2010, von Ralf Westhoff) – 5 Sterne – mit Video

Was für ein Quasselfilm. Die halbe Zeit reden Julia Koschitz und Felix Hellmann direkt in die Kamera. Ansonsten miteinander, und immer geht es um immergleiches Beziehungsgewuhre. Die im Film etwa 30jährigen gerieren sich wie leicht entflammbare 16jährige. Es ermüdet.(Wie viel besser Koschitz wirkt, wenn sie länger *nicht* redet, sieht man im passend betitelten Film Schweigeminute.)…

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Thailand

Rezension Indonesien-Roman: Das Zigarettenmädchen, von Ratih Kumala (2012) – 7 Sterne

Dass Autorin Ratih Kumala auch TV-Filme skriptet, glaube ich gern: sie liefert in diesem Roman viele Dialoge, mild schmalzige Momente und Cliffhanger, wenn es spannend wird; eine zentrale Frage entsteht auf den ersten Buchseiten und wird erst 250 Seiten später beantwortet; das Ende bringt sogar Lösungen zu Problemen, die man gar nicht gesehen hatte. Insgesamt…

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Thailand

Kritik Indonesien-Roman: In Fesseln, von Armijn Pane (1940) – 5 Sterne

Ein sehr provinzielles Batavia (Jakarta) in den 1930ern. Der Arzt Tono ist lieb- und kinderlos mit der mürrischen, herrischen und stolzen Tini verheiratet. Abends aber täuscht er Krankenbesuche vor und kehrt ein bei der gepflegten Ex-Prostituierten Yah. Die ist handzahm und immer lächelnd, da kann Tono entspannen. Viel historisch-indonesische Atmosphäre breitet der indonesische Autor Armijn…

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Kritik Theaterstück: Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe, von Peter Hacks (1976) – 6/10

In diesem enorm erfolgreichen Eine-Frau-Monolog-Theaterstück zieht Charlotte von Stein über den heimlich aus Weimar abgereisten Johann Wolfgang von Goethe vom Leder. Auf Handlung wird verzichtet. Alles macht von Stein an Goethe – und an den Männern insgesamt – nieder; sie schildert den Dichterfürsten als weinerlichen Versager. Peter Hacks dichtet der Stein einen unterhaltsam unleidlich unwirschen,…

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Rezension Sachbuch: Sommerregen der Liebe, von Sigrid Damm (2015) – 6 Sterne

Das Buch beschreibt die mutmaßlich innige platonische Liebe zwischen dem alleinstehenden jungen Johann Wolfgang von Goethe und der etwas älteren Charlotte von Stein, verheiratet und mehrfache Mutter. Sigrid Damm (*1940) schrieb schon zuvor über Goethe und Zeitgenossen wie Schiller und Lenz mehrere Erfolgsbücher. Damm liefert ihren markanten Stummelsatz-Stil, durchschossen mit kursivierten Mikrozitaten in kurios historischer…

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Filmkritik: Shopgirl (2005) – 6 Sterne – mit Video

Die nette, einsame Verkäuferin (Claire Denis) steht plötzlich zwischen zwei Männern: einem superreichen silbernen Löwen und einem pubertären Fachmann für Gitarrenverstärker. Keiner ist jedoch so recht verbindlich. US-Multitalent Steve Martin schrieb die zugrunde liegende Novelle (die es auch auf Deutsch gibt), das Drehbuch und spielt auch noch den silbernen Löwen. Daraus entsteht eine interessante Geschichte…

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Filmkritik: Sunset Boulevard (1950, von Billy Wilder, mit William Holden, Gloria Swanson, Erich von Stroheim) – 5/10

Gloria Swanson spielt eine 50jährige, verblühte, leicht irre ehemalige Hollywood-Diva, die in ihrem riesigen Haus am Sunset Boulevard vom großen Comeback fantasiert. Dabei zieht sie allerlei Grimassen, kommandiert ihren Butler (Erich von Stroheim) herum und heuert einen jungen, erfolglosen Drehbuchautor an (William Holden). Der interessiert sich aber viel mehr für die junge Bürokraft Nancy Olson….

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Kritik TV-Krimikomödie: Tödliches Comeback (2019) – 6 Sterne

Ist das eine Tatort-Parodie? Es gibt ölige Zuhälterfiguren, eine billige Disco, Einfamilienhäuser, Polizeistation und Mord. Die Typen agieren alle völlig überzogen, für die Rampe, vor allem Martin Brambach als Tanzmusiker und halbkrimineller Vater eines strebsamen Jungbullen (Martin Brambach). Das amüsiert 15 Minuten, dann aber kennt man Brambachs Gesichtsverrenkungen und Menjou-Bärtchen gut genug. Jeanette Hain spielt…

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Buch-Rezension: Demokratie, von Michael Frayn (2003, engl. Democracy) – 6 Sterne

Das Theaterstück erzählt die Geschichte von Willy Brandts sozialliberaler Koalition ab 1972, vor allem seinen Sturz über die Guillaume-Spionageaffäre 1974. Zu den Figuren gehören Helmut Schmidt, Herbert Wehner, Genscher und Verfassungsschützer Nollau. Dabei schreibt Michael Frayn nicht strikt linear – stattdessen driftet das Stück alle paar Zeilen zu einer anderen Episode, und zwischendurch unterhalten sich…

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Biografie-Rezension: Willy Brandt, Ein Leben, Ein Jahrhundert, von Hans-Joachim Noack (2013) – 6 Sterne

Hans-Joachim Noack erzählt einigermaßen flüssig im Präsens, klingt aber oft etwas unpassend salopp bis nachlässig; so über den spanischen Bürgerkrieg: „Ein Gemetzel der besonderen Art“ (S. 76 der rowohlt-Berlin-Ausgabe); und später: „das ausufernde Gemetzel zwischen den Ethnien auf dem Balkan“ (S. 314); „der dröge Grübler aus Lübeck“ (S.9); „Heinrich Böll… bildet mit dem Kollegen Günter…

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Biografie-Rezension: Willy Brandt 1913 – 1992, von Peter Merseburger (2002) – 6/10

Merseburger wechselt die Tempi zu häufig – Grundzeit ist Präsens, aber mit vielen Schwüngen zu Präteritum, Perfekt und Futur. Der Biograf textet zeitweise zu elegisch, haucht Themen an und erwartet, dass der Leser die Fakten schon kennt – z.B. was sich mit „Brüning“, „die Disengagementpläne George F. Kennans und Adam Rapackis“, „Rapallo-Anklänge“, „gouvernemental“ oder „Hallstein-Bonn“…

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Sachbuch-Kritik: Fidel Castro, Ein privater Blick auf den Máximo Líder, von Jeanette Erazo Heufelder (2003) – 5 Sterne

Ethnologin Jeanette Erazo Heufelder schreibt im Präsens und überwiegend einigermaßen flüssig, wenn auch reizlos. Ihr Buch gewinnt nie Fahrt: Sie schreibt nicht-chronologisch und zerhackt das Thema in kleinste Teile: 20 Hauptkapitel mit *etwa* 160 Unterkapiteln auf nur 340 Seiten Haupttext (dazu kommen noch etwa 47 Seiten Inhaltsverzeichnis und Anhang in meiner fest gebundenen Eichborn-Ausgabe).Viele Unterkapitel…

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Kritik TV-Spielfilm: Ich schenk‘ Dir einen Seitensprung (2002) – 5 Sterne

Degeto sei Dank: Es gibt hübsches (geschmäcklerisches) Ambiente, hübsche Kamera und sogar „Degetos“-Zigaretten. Das Münchner Gschichterl um Seitensprünge und Paare mit Feuerwehrmännern, Floristinnen, Barfrauen und Gebrauchtmode-Boutique-Inhaberinnen legt ein paar völlig unrealistische Drehungen hin, aber so bleibt der TV-Spielfilm vage unterhaltsam. Darum sind alle auch ein bisschen doofi. Gegen Ende dachte ich vorübergehend an Vier Hochzeiten…

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Kritik Biografie: Fidel Castro, von Volker Skierka (2002) – 6 Sterne

Top-Journalist Volker Skierka recherchiert tief und zitiert ausführlich auch Quellen aus der einstigen DDR, so in Havanna stationierte DDR-Diplomaten und das DDR-Außenministerium. Skierka interessiert sich mehr für Zeitgeschichte und weniger für Persönliches. Skierka berichtet ausführlich auch über das Kennedy-Attentat in USA, über Che Guevara in Afrika, die Entwicklung kommunistischer Parteien in Kuba und COMECON-Beziehungen. Das…

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Buchkritik: Cuba Linda, von Hans Herbst (Kurzgeschichten 2002) – 7 Sterne

Die Kurzgeschichten erzählen geruhsam, melancholisch und hochatmosphärisch von Begegnungen auf Kuba offenbar in den 90er Jahren. Oft spürt man den Schmerz demütigender Armut, politischer Unterdrückung und brutaler Verfolgung – insgesamt ein bedrückendes Buch. Weiteres Hauptthema ist traditionelle Musik. In manchen Stücken tauchen gar keine Europäer auf, in anderen nur als Nebenrolle; typische Touristenthemen wie Hotels,…

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Rezension: Gebrauchsanweisung für Kuba, von Jürgen Schaefer (2016) – 6 Sterne

Das luftig-dünne Bändchen hat kein Stichwortregister und reserviert eine Viertelseite für eine Schwarzweiß-Landkarte. Keine Fotos. Es gibt zwei Kapitel unmittelbar zu Havanna, sonst keine regional ausgerichteten Kapitel, sondern Themen wie Oldtimer, Gesundheitssystem, Natur, Familienstruktur, Fidel Castro, Landwirtschaft, Aberglauben. Keine Kapitel jedoch zu Musik, Flüchtlingen und Rückkehrern, Rassenmix, Essen und Trinken (dass Schaefer lieber Bier als…

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Rezension: Kuba fürs Handgepäck (2015, Hg. Eva Karnofsky) – 5/10

16 kurze Kuba-Texte von ebenso vielen kubanischen oder überwiegend deutschen Autoren – also ein heterogenes Buch. Meine Ausgabe stammt von 2015, doch die einzelnen Texte haben teils zehn oder 30 Jahre auf dem Buckel – schlecht bei den vielen kubanischen Wandlungen gerade seit 2011. Ein historischer Text über die gewalttätigen Spanier ist grob 500 Jahre…

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Buchkritik: Dir gehört mein Leben, von Zoé Valdés (1997) – 4 Sterne

Zoé Valdés erzählt über Jahrzehnte die Geschichte einer einfachen Kubanerin, die ihr Leben lang einen kubanischen Schlawiner liebt, jedoch meist aus der Ferne – zeitweise flieht er ins US-Exil. Die Kubanerin hat einige biografische Merkmale von Valdés. Wir lernen einiges über Kubas Nöte und Versorgungsengpässe vor und nach der Revolution und in der Sonderperiode in…

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Buchkritik: Frauen in Spanien, Erzählungen (1989) – 5 Sterne

Von den ca. 19 Texten habe ich ca. sieben oder acht gelesen. Davon hat mich keiner sonderlich angesprochen. Sie handelten überwiegend von jungen, modernen, städtischen Frauen – ohne jede mediterrane Romantik. Teils schienen mir die Kurzgeschichten nicht weiter frauenspezifisch, aber was weiß ich. In zwei Geschichten spielten nichtspanische Kunstwerke eine Rolle – die Mona Lisa…

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Biografie-Kritik: Canaris, Patriot im Zwielicht, von Heinz Höhne (1976) – 6 Sterne

Biograf Heinz Höhne arbeitete von 1955 bis 1991 beim Nachrichtenmagazin Spiegel und schreibt in etwa Spiegel-Stil: Teils personalisiert, mit überflüssigen, aber plastischen Details, ziemlich unterhaltsam, aber auch mit Blick fürs soziale, wirtschaftliche und vor allem politische Großeganze und nie zu offenbar unseriös dramatisierend. Das plaudert heiter dahin, tatsächlich einerseits im Spiegel-„Jargon“ der 1970er und frühen…

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Biografie-Kritik: Canaris, Hitlers Abwehrchef, von Michael Mueller (2006) – 6 Sterne

Sieht man davon ab, dass Michael Mueller mit Canaris‘ Verhaftung und Hinrichtung beginnt und dann zurückblendet, verzichtet der Biograf gänzlich auf romanhaftes Dramatisieren und Auspolstern. Es gibt kein theatralisches Ausmalen einzelner Szenen, kein Psychologisieren, kein seriell rhetorisches Fragen. Das schließt Mueller im Vorwort auch kategorisch aus, verpflichtet sich zu „größtmöglicher Nüchternheit“ (S. 8 des List-Taschenbuchs…

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Spionagebuch-Kritik: Garbo, der Spion, von Arno Molfenter (2014) – 5 Sterne

Ja, Molfenter erzählt einen dramatischen Spionagefall: Ein spanischer Hühnerzüchter foppt 1941 die deutsche Nazi-Abwehr mit frei erfundenen Nachrichten aus England und lässt sich von den Engländern noch als Doppelspion anwerben; der Mann trug offenbar wesentlich zu den erfolgreichen alliierten Landungen in Nordafrika und der Normandie bei. Molfenter entdeckte viel interessantes Material in den Archiven, interviewte…

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Romankritik: Thomas Feigl will die Kunst des Liebens lernen, von Werner Schandor (2005) – 4 Sterne

Werner Schandor schreibt ein verkopftes Roman-Experiment über ein verkopftes Liebes-Experiment: Der verkopfte Doktorand Thomas Feigl will eine Freundin ohne Liebesqualen haben und sich irgendwie an Erich Fromm orientieren. Gedacht, getan, er lacht sich lockerleicht die junge, schlichte, aber super bekurvte Schuhverkäuferin Manuela an. Die Dinge entwickeln sich erst einmal vielversprechend, aber auf Dauer nicht so…

Romankritik: Thomas Feigl will die Kunst des Liebens lernen, von Werner Schandor (2005) – 4 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Der schwarze Grat, von Burkhard Spinnen (2003) – 4 Sterne

Das biografieartige Sachbuch hat zwei Hauptfiguren: den mittelständischen schwäbischen Unternehmer Walter Lindenmaier, dessen Leben wir etwas kennen lernen und den Autor Burkhard Burkhard Spinnen (*1956), von dem wir auch weitaus zu viel hören, u.a. diese Einlassungen: „Um es nicht zu vergessen, schreibe ich als erstes Wort ‚Vater‘ in den Notizblock und mache ein Fragezeichen dahinter“…

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Buchkritik: Naturlyrik, Anfängerkurs, von Frank Schulz (2008) – 5 Sterne

Das Postkarten-große Bändchen präsentiert auf 84 luftig bedruckten Seiten Gereimtes von Komikmeister Frank Schulz. Dessen Hagener Trilogie amüsierte streckenweise; im poetischen Fach klingt Frank Schulz wohl an Robert Gernhardts naive Verschmitztheit an, erreicht ihn aber nicht – es bleibt peplos. Naturlyrik enthält Schulz‘ schmächtiges trotz des Titels kaum. Wie vielleicht bei diesem Autor zu erwarten,…

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