5 Sterne

Rezension Goethe-Sachbuch: Das Inkognito, von Roberto Zapperi (1999) – 5 Sterne

Der italienische Goethe-Kenner Roberto Zapperi beschreibt auf 260 Hauptseiten (plus Anhang) hochdetailliert Goethes erste italienische Reise. Die vierte Auflage des Buchs von 2002 wurde gegenüber den Vorauflagen korrigiert und erweitert. Weitere Einzelheiten zu Goethes Italienzeit und Italien-Verbindungen liefert Zapperi im separaten (schwindsüchtigen) Aufsatzband Römische Spuren (2007). Die zehn Jahre vor dieser italienischen Reise verbrachte Goethe…

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Rezension Goethe-Sachbuch: Römische Spuren, von Roberto Zapperi (2007) – 5 Sterne

Der sehr dünne und luftigst bedruckte Band liefert einige Forschungsergebnisse zu Goethe in Italien, die im Vorgängerband des Autors, Das Inkognito von 1999, noch nicht enthalten waren. Wie im Inkognito zeigt Roberto Zapperi wieder in Schwarzweiß einige unterhaltsame Skizzen des Malers Tischbein, der Goethe in Italien einführte, und interpretiert sie sehr ausführlich und weitgehend. Die…

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Rezension Sachbuch: Once Upon a Quinceañera, von Julia Alvarez (2007) – 5 Sterne

Fazit: Julia Alvarez schreibt sehr flüssig und liefert interessante Einblicke in die US-Latino-Kultur. Sie schweift aber oft sehr undiszipliniert ab und erzählt viel zu viel Unpassendes von sich selbst. Auf Goodreads erhält das Buch nur magere 3,42 von 5 Sternen (899 Stimmen, Stand Mai 2019). Breites Spektrum: Julia Alvarez besucht Latino-Familien in ganz USA, deren…

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Rezension Roman: So wirst du stinkreich im boomenden Asien, von Mohsin Hamid (2013, engl. How to Get Filthy Rich in Rising Asia) – 5 Sterne

Das Erfolgsbuch des Erfolgsautors begeisterte auch die Profikritik. Es hat ein paar kurze, markante Dialoge und gelegentlich kleine, hübsche Szenen. Ansonsten passiert nicht besonders viel: ein armer pakistanischer Dorfjunge kommt in die Großstadt Lahore und wird allmählich reich; auf jeder neuen Stufe ringt er mit Dreck, Gewalt und Korruption, bis zum verklärten Ende Jahrzehnte später….

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Filmkritik: Der letzte schöne Herbsttag (2010, von Ralf Westhoff) – 5 Sterne – mit Video

Was für ein Quasselfilm. Die halbe Zeit reden Julia Koschitz und Felix Hellmann direkt in die Kamera. Ansonsten miteinander, und immer geht es um immergleiches Beziehungsgewuhre. Die im Film etwa 30jährigen gerieren sich wie leicht entflammbare 16jährige. Es ermüdet.(Wie viel besser Koschitz wirkt, wenn sie länger *nicht* redet, sieht man im passend betitelten Film Schweigeminute.)…

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Thailand

Rezension Indonesien-Roman: Das Zigarettenmädchen, von Ratih Kumala (2012) – 7 Sterne

Dass Autorin Ratih Kumala auch TV-Filme skriptet, glaube ich gern: sie liefert in diesem Roman viele Dialoge, mild schmalzige Momente und Cliffhanger, wenn es spannend wird; eine zentrale Frage entsteht auf den ersten Buchseiten und wird erst 250 Seiten später beantwortet; das Ende bringt sogar Lösungen zu Problemen, die man gar nicht gesehen hatte. Insgesamt…

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Thailand

Kritik Indonesien-Roman: In Fesseln, von Armijn Pane (1940) – 5 Sterne

Ein sehr provinzielles Batavia (Jakarta) in den 1930ern. Der Arzt Tono ist lieb- und kinderlos mit der mürrischen, herrischen und stolzen Tini verheiratet. Abends aber täuscht er Krankenbesuche vor und kehrt ein bei der gepflegten Ex-Prostituierten Yah. Die ist handzahm und immer lächelnd, da kann Tono entspannen. Viel historisch-indonesische Atmosphäre breitet der indonesische Autor Armijn…

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Filmkritik: Happy. Mein Vater, die Thaifrau und ich – 5 Sterne – mit Video

Deutscher Hobbybauer (60) heiratet Thaifrau (32). Das erzürnt die Hobbybauertochter (31, Regisseurin Carolin Genreith und dritte Hauptfigur in dieser ihrer Dokumentation). Die Tochter kennt Thailand nicht, sie kennt die Thailänderin nicht – doch in den ersten 40 Filmminuten überschüttet sie ihren Vater mit selbstgerechten Vorurteilen. Was sie sich nicht vorstellen kann, darf nicht sein –…

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Filmkritik: Sunset Boulevard (1950, von Billy Wilder, mit William Holden, Gloria Swanson, Erich von Stroheim) – 5/10

Gloria Swanson spielt eine 50jährige, verblühte, leicht irre ehemalige Hollywood-Diva, die in ihrem riesigen Haus am Sunset Boulevard vom großen Comeback fantasiert. Dabei zieht sie allerlei Grimassen, kommandiert ihren Butler (Erich von Stroheim) herum und heuert einen jungen, erfolglosen Drehbuchautor an (William Holden). Der interessiert sich aber viel mehr für die junge Bürokraft Nancy Olson….

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Sachbuch-Kritik: Fidel Castro, Ein privater Blick auf den Máximo Líder, von Jeanette Erazo Heufelder (2003) – 5 Sterne

Ethnologin Jeanette Erazo Heufelder schreibt im Präsens und überwiegend einigermaßen flüssig, wenn auch reizlos. Ihr Buch gewinnt nie Fahrt: Sie schreibt nicht-chronologisch und zerhackt das Thema in kleinste Teile: 20 Hauptkapitel mit *etwa* 160 Unterkapiteln auf nur 340 Seiten Haupttext (dazu kommen noch etwa 47 Seiten Inhaltsverzeichnis und Anhang in meiner fest gebundenen Eichborn-Ausgabe).Viele Unterkapitel…

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Kritik TV-Spielfilm: Ich schenk‘ Dir einen Seitensprung (2002) – 5 Sterne

Degeto sei Dank: Es gibt hübsches (geschmäcklerisches) Ambiente, hübsche Kamera und sogar „Degetos“-Zigaretten. Das Münchner Gschichterl um Seitensprünge und Paare mit Feuerwehrmännern, Floristinnen, Barfrauen und Gebrauchtmode-Boutique-Inhaberinnen legt ein paar völlig unrealistische Drehungen hin, aber so bleibt der TV-Spielfilm vage unterhaltsam. Darum sind alle auch ein bisschen doofi. Gegen Ende dachte ich vorübergehend an Vier Hochzeiten…

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Buchkritik: Frauen in Spanien, Erzählungen (1989) – 5 Sterne

Von den ca. 19 Texten habe ich ca. sieben oder acht gelesen. Davon hat mich keiner sonderlich angesprochen. Sie handelten überwiegend von jungen, modernen, städtischen Frauen – ohne jede mediterrane Romantik. Teils schienen mir die Kurzgeschichten nicht weiter frauenspezifisch, aber was weiß ich. In zwei Geschichten spielten nichtspanische Kunstwerke eine Rolle – die Mona Lisa…

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Spionagebuch-Kritik: Garbo, der Spion, von Arno Molfenter (2014) – 5 Sterne

Ja, Molfenter erzählt einen dramatischen Spionagefall: Ein spanischer Hühnerzüchter foppt 1941 die deutsche Nazi-Abwehr mit frei erfundenen Nachrichten aus England und lässt sich von den Engländern noch als Doppelspion anwerben; der Mann trug offenbar wesentlich zu den erfolgreichen alliierten Landungen in Nordafrika und der Normandie bei. Molfenter entdeckte viel interessantes Material in den Archiven, interviewte…

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Buchkritik: Naturlyrik, Anfängerkurs, von Frank Schulz (2008) – 5 Sterne

Das Postkarten-große Bändchen präsentiert auf 84 luftig bedruckten Seiten Gereimtes von Komikmeister Frank Schulz. Dessen Hagener Trilogie amüsierte streckenweise; im poetischen Fach klingt Frank Schulz wohl an Robert Gernhardts naive Verschmitztheit an, erreicht ihn aber nicht – es bleibt peplos. Naturlyrik enthält Schulz‘ schmächtiges trotz des Titels kaum. Wie vielleicht bei diesem Autor zu erwarten,…

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Buchkritik: Wendepunkt, von Klaus Mann (Autobiografie, 1949) – 5 Sterne

Klaus Mann – Sohn Thomas und Katia Manns, Bruder von Erika, Monika und Golo Mann, Neffe Heinrich Manns – schreibt streckenweise vollmundig süffisant mit gutem Zug. Mitunter klingt er salopp wie in privater Runde, zugleich mild spöttisch und pikant mokant. Mann mag seine Lieblingsstadt Paris (wegen oder) „trotz all ihrer frivolen Blasiertheit, ihrer zynischen Korruption“…

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Kritik TV-Spielfilm: Süßer September (2015, mit Caroline Peters) – 5 Sterne

Der TV-Spielfilm beginnt mit pfiffigen, lakonischen Dialogen, gleitet dann aber entschlossen ins Klischierte. Drehbuchroutinier Sathyan Ramesh schreibt gnadenlos wirklich alles rein: Einsamer an der Bar, Einsame an der Bar, Unglückliche auf der Hochzeit ihres Ex, eine gesund aussehende Todkranke, gleich danach Sterbeszene im Hospital, Beerdigung, fast noch ein Bitte-bleib-Drama am Flugi. Bollywood lässt grüßen, nur…

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Buchkritik: Vergangenes und Gegenwärtiges, von Monika Mann (Erinnerungen 1956) – 5 Sterne

Monika Mann klingt oft wirr und nebulös, die wenigen gelieferten Fakten sind nach Auskunft ihrer Geschwister, Mutter und der Mann-Biografen unzuverlässig. Doch Monika Mann – die Außenseiterin der sechs Thomas-Mann-Kinder – schreibt einen mitunter seltsam berührenden Stil, der mich manchmal gegen meinen Willen und bessere Einsicht hypnotisiert (S. 11 rororo-Ausgabe): …das Elementare der Kindheit und…

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Buchkritik: Katias Mutter, von Inge und Walter Jens (2005, über Hedwig Pringsheim, Schwiegermutter Thomas Manns) – 5 Sterne

Die Biografie über Hedwig Pringsheim (1855 – 1942, Mutter von Katia Mann, damit Schwiegermutter von Thomas Mann) stützt sich auf viele Briefe, Journaleinträge und Zeitungsglossen der Hauptfigur, außerdem auf den Schlüssel-Klatschroman der Mutter Hedwig Dohm, Sibilla Dalmar (klingt fast nach F. Scott Fitzgeralds ebenfalls mondäner Nancy Lamar); Dohm verwendet offenbar die Briefe der in höchste…

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Buchkritik: Frau Thomas Mann, von Inge und Walter Jens (2003, Biografie Katia Mann) – 5 Sterne

Ganz glücklich wurde ich nicht mit dieser Biografie von Thomas Manns Ehefrau Katia (1883 – 1980). Die Hauptgründe: gutteils allgemeine Familienbiografie der Manns wie aus anderen Büchern bekannt; teils zuviel Fachwissen voraussetzend; weniger Briefzitate von Katia Mann als etwa in Die Briefe der Manns (hgg. v. Tilmann Lahme u.a.); immer wieder irritierende kurze nicht-chronologische Vorgriffe;…

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Buchkritik: Das Jahrhundert der Manns, von Manfred Flügge (2015) – 5 Sterne – mit Links

Manfred Flügge redet sehr wie ein Eingeweihter mit knappen Anspielungen und vielen offen bleibenden Punkten; er outet meine Bildungslücken gnadenlos. Gelegentlich produziert er auch schlicht unklare Bezüge, vor allem in der zweiten Hälfte; man weiß nicht, wer mit „er“ gemeint ist o.ä. Flügge wechselt häufiger das Thema und bemüht sich nicht um Linearität – kommt…

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Buchkritik: Leichtes Licht, von Hans Pleschinski (2005) – 5 Sterne

Diesen Kanaren-Trip setzte Hans Pleschinski gnadenlos von der Steuer ab, bis hin zum Cappu am Flugsteig, Seite 12: „2 Euro 80.“… Zu D-Mark-Zeiten hatte der Kaffee hier auch schon 2,80 gekostet. Hans Pleschinski plaudert possierlich dahin, allerlei feuilletonistisch Verspieltes kommt seiner Protagonistin in den Sinn, neben zierlichen Gehässigkeiten über Prolls, Bordfraß und die „nicht durchwegs…

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Rezension Biografie: Graham Greene, Eine Biographie, von Michael Shelden, 1994, engl. The Man Within (UK), The Enemy Within (USA) – 5 Sterne

Michael Shelden hatte weit weniger Greene-Zugang und Greene-Abdruckrechte als Greenes offizieller Biograf Norman Sherry – einmal wiesen Greenes Anwälte Shelden brieflich in die Schranken, wie Shelden selbst schreibt. Vielleicht klingt Shelden (*1951) deshalb ab Seite 1 unermüdlich boshaft, wie verbissen wühlt er nach Anhaltspunkten für Greenes niederen Charakter: Shelden schildert Graham Greene als sexuell besessen,…

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Produktkritik: infactory Funkuhr Großes Display – 5 Sterne

Zehn Minuten nach Einlegen der Batterien zeigte die Uhr Zeit und Temperatur korrekt an. Batterien liegen nicht bei, das finde ich wohlgemerkt gut (weil ich lieber nur aufladbare im Haus habe). Aufgrund der schrägstehenden Uhr in der Abbildung und wegen der Werbezeile („für Wand oder Tisch“) hatte ich fälschlich einen ausklappbaren Stellfuß wie bei einem…

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Rezension: Gebrauchsanweisung für Südfrankreich, von Birgit Vanderbeke (2002, 2011) – 5 Sterne

Birgit Vanderbeke lebt in Südfrankreich, einige ihrer vergnüglichen Romane spielen dort und vermitteln gute Eindrücke vom Landleben. Ihre „Gebrauchsanweisung für Südfrankreich“ klingt jedoch wortreich, geschwätzig, betulich, bei gleichwohl leicht konsumierbarem Plauderton. Immer wieder konstruiert Birgit Vanderbeke hypothetische Reisesituationen mit einem männlichen Leser, der mit „Sie“ angeredet wird. Sie deutet ihre eigenen Südfrankreich-Erlebnisse mehrfach kurz an,…

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Thailand

Rezension: Frauen auf den Philippinen, Kurzgeschichtensammlung 1987 – 5 Sterne

Neben Kurzgeschichten enthält der schmale dtv-Band auch drei biografische Protokolle sowie Gedichte, die ich nicht gelesen habe, weil mir die Lyrik-Ader fehlt. Die Texte stammen ausschließlich von Frauen, u.a. von Ester Vallado DaRoy, Lina Espina Moore, Amelia Lapeña Bonifacio und Ines Taccad Camayo. (Zum Vergleich: Der Band Frauen in Thailand, 1989, bringt fast nur Kurzgeschichten,…

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Thailand

Rezension: Frauen in Thailand (Kurzgeschichten 1989) – 5 Sterne

Der 220-Seiten-Band enthält Kurzgeschichten und ein Gedicht über Frauen in Thailand, geschrieben von Männern und Frauen, u.a. Pira Sudham, Atsiri Dhammachoti, Krisna Asokesin, Lao Kamhom, Manop Thanomsi, Visanchani Nakorn, Sri Dao Rüang, Sirem-on Unehathup, Prabhassorn Sevikun, Mon. Methi, Wat Wanlayangkun, Rong Wongsawan, Kong Krailat, K. Surangkanang und Niramon Prudtatorn. Herausgeberin Hella Kothmann begründet die Aufnahme…

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Romankritik: Was aus uns wird, von David Gilbert (2013, engl. & Sons) – 5 Sterne – mit int. Presse-Links

Der einstige Creative-Writing-Student David Gilbert schreibt ein gelungenes Englisch mit starken Dialogen. Wie andere Creative-Writing-Absolventen (T.C. Boyle, John Irving, Jess Walter etc.) klingt er bisweilen zu cool und kalkuliert, manchmal auch schlicht belehrend altklug verallgemeinernd (Irving und Walter lobten den Roman; ich kenne nur das englische Original als Random-House-TB und kann die Eindeutschung nicht beurteilen)….

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Filmkritik: Chocolat – Ein Biss genügt (Frankreich/England 2000, mit Juliette Binoche) – 5 Sterne – mit Video

Der Film ist noch ölig-süßer als die Schokokreationen, die Juliette Binoche hier unentwegt auftischt. Handlung und Bilder direkt aus dem Märchen: Gut und Böse stehen klar gegenüber, und zum völlig vorhersehbaren Schluss gelingen ein paar Crossover-Läuterungen (mit Juliette Binoche, Alfred Molina, Carrie-Anne Moss, Lena Olin, Johnny Depp, Judi Dench, Leslie Caron). Perma-innige Frauensolidarität, perma-brühwarmes Binoche-Lächeln,…

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Filmkritik: Der Fotograf (Tschechien 2015) – 5 Sterne – mit Video

Das Biopic über den tschechischen Fotografen Jan Saudek (*1935) zeigt einen Egomanen und Erotomanen, der schwülstig-schöne XXX-Fotografien mit XXXL-Damen inszeniert, sich von einer schönen Assistentin ausrauben und ansonsten streng dem Ruf der Hormone folgt. Das ist edel gefilmt und ausgestattet, und die zwei Hauptfiguren haben einige schöne Szenen (Karel Roden, Marie Málková, Regie Irena Pavlásková)….

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Filmkritik: Snowman (Dokumentation USA, Kanada 2014) – 5 Sterne – mit Video

Die Doku über Lawinenschutzexperten und Free Skier in Alaska und Kanada hat fantastische Bilder – dramatische Sprünge auf zwei Brettern, Lawinen überrollen Kameras, ein Hubschrauberabsturz im Schnee und die Flucht aus dem explosionsgefährdeten Wrack (offenbar nachgespielt). All das mächtig kraftmeiernd mit zuviel pompöser oder harter Musik, mit Zeitraffern, Zeitlupen und schnellen Schnitten – genau darum…

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Romankritik: Providence und zurück, von Isabella Nadolny (1988) – 5 Sterne

Um den plötzlichen Tod ihres Mannes zu verwinden, besucht Isabella Nadolny 1968 eine Jugendfreundin an der US-Ostküste. Zuvor trifft sie in ihrem oberbayerischen Zuhause noch einmal ihre Schwiegermutter. Diese Schwiegermutter dient im weiteren Buch als Lichtgestalt, die Nadolny immer wieder (manchmal unausgesprochen) den Amerikanern gegenüber stellt – schlampig gekleideten jungen Müttern, Hippies, Freaks, überkandidelten Alten…

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