Buch

Rezension historischer Bauernschwank: Die Chronik von Flechting, von Oskar Maria Graf (1925) – 7 Sterne

In einem Dorf am Starnberger See, so um 1850, gehen die Geschäfte gut, seit sich der König dort niedergelassen hat. Auch die Fargs, Außenseiter eigentlich, prosperieren mit Handwerk, harter Arbeit und Spekulation. Doch nichts bleibt, wie es ist. Einer belauert den anderen und will den eigenen Vorteil einfahren. Oskar Maria Graf schildert Schlaumeier, Ausg’schamte, Schaffer…

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Rezension historischer Bayern-Roman: Die Ehe des Herrn Bolwieser, von Oskar Maria Graf (1931; mit Video) – 7 Sterne

Graf schreibt ein deftiges, kauziges, unterhaltsames, aber auch sehr treffsicheres Deutsch, er greift mit  Musik in die Saiten. Auf die Schüppe nimmt er Eheglück und Eheleid und das vordigitale, ja vorelektronische social network einer Kleinstadt in Bayern. Zunächst wirken die Verhältnisse noch halbwegs realistisch und erkenntnisstiftend, doch die Handlung driftet zunehmend in Richtung Satire und…

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Lustiger England-Roman rezensiert: Das Intimleben des Adrian Mole, 13 3/4 Jahre alt, von Sue Townsend (1982) – 7 Sterne

Nett, lustig, leicht. Kann man einfach so runterlesen, und die Unterteilung in viele viele kleine Tagebuch-Häppchen macht es noch leichter. Mitunter sind die Witze vorhersehbar, das Konstruktionsprinzip von Sue Townsend ist gut, aber zum Schluss etwas abgehangen. Aber es wird nie selbstgefällig, wie bei deutschen Autoren, die heimlich doch nur über sich selbst schreiben. Die…

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Rezension deutscher Roman: Die Haushälterin, von Jens Petersen (2005) – 7 Sterne

Ein schüchtern pubertierender Junge und sein arbeitsloser, oft alkoholisierter Vater rivalisieren um die Haushälterin. Die kommt weniger als „Raumpflegerin“ daher, eher wie eine sehr lebendige, durchaus anziehende Studentin. Die wenigen Darsteller werden sehr genau beobachtet, die wachsende Spannung und Anspannung im Haus ist mit Händen zu greifen und machte mich fast nervös, sogar ärgerlich. Dabei…

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Rezension USA-Indien-Roman: Das Tiefland, von Jhumpa Lahiri (2013, engl. The Lowland) – 7 Sterne

Jhumpa Lahiri schreibt psychologisch dicht, einfühlsam, und wahrt dabei immer eine einfache, fast lakonische, unaufgeregte Sprache, die ich auch im englischen Original „The Lowland“ leicht lesen konnte. Wichtige Elemente der Geschichte sind plötzliche Beziehungsabbrüche, Einsamkeit und die Nachwirkungen politischer Gewalt. Interessant wirken kurze, unaufdringliche Ausflüge in die Geschichte und in die Wissensgebiete der Buchfiguren, so…

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Historischer Afrika-England-Roman rezensiert: Der Eiskrem-Krieg, von William Boyd (1982) – 7 Sterne

Gut erzählt mit vielen kleinen Details, die das räumlich und zeitlich ferne Szenario fast in Vergrößerung zeigen. Dabei präsentiert William Boyd seine präzisen Einblicke so en passant, dass er nie angeberisch faktenhubernd klingt. Ebenso knapp, aber sehr detailliert schildert Boyd auch männliche Sexualität und Kriegsgreuel, mmmhh. Boyd schreibt unterhaltsam, aber mit reichem Wortschatz und viel…

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Rezension Schweiz-Roman: Die toten Männer, von Lukas Bärfuss (2002) – 7 Sterne

Der Ich-Erzähler schwärmt von einer Welt ohne Liebe und bevorzugt behelfsweise „Liebe ohne Gefühle“ wie bei seiner alten Mutter, die er sich gut in Edelstahlausführung vorstellen kann. Mit leicht abstrusen, aber genau geschilderten und auch etwas faszinierenden Gedanken will der EQ-Autist sich von allen und jedem distanzieren, verstrickt sich aber nur immer mehr mit seiner…

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Rezension Berlin-Roman: Menschen im Hotel, von Vicki Baum (1929) – 7 Sterne

Über weite Strecken eine schwungvolle Satire (von 1929). Schön, wie Vicki Baum die Schicksale verknüpft und einen Reigen wechselnder Begegnungen und Beziehungen auf engem Raum herstellt. Flotte Handlung: Die Handlung schnurrt schwungvoll durch wie ein gut aufgezogener Spielautomat, mit immer neuen Wendungen um die immer selbe Achse herum – das Hotel (weit flüssiger als der…

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Rezension deutsche Erzählung: Schweigeminute, von Siegfried Lenz (2008) – 7 Sterne – mit Video

Siegfried Lenz erzählt hauchzart eine Sommerliebe an der Ostsee, nur ein Sommer, zwischen Schüler und junger Lehrerin, vor einigen Jahrzehnten schon. Das Ende erfährt man gleich zu Beginn und Siegfried Lenz wechselt immer wieder die Zeitebene. Lenz, bei der Niederschrift über 80, erzählt in seiner ersten Liebesgeschichte betont behutsam, achtsam, rücksichtsvoll. Mitunter wirkt er dabei…

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Rezension Theater-Farce: Noises off, von Michael Frayn (1982, dt. Der nackte Wahnsinn) – 7 Sterne

Theaterstücke gedruckt sind per se kein reines Lesevergnügen und dieses von 1982 vielleicht noch weniger als andere. Alle Figuren erscheinen mit zwei verschiedenen Namen im Text: So heißt eine Schauspielerin der Rahmenhandlung Belinda, doch im Stück im Stück spielt sie eine Flavia. Je nachdem, ob sich die Figur innerhalb oder außerhalb des Stücks im Stück…

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Roman-Kritik Chinesen in England: Sour Sweet, von Timothy Mo (1982) – 7 Sterne

Gefühlt 65 Prozent des Buchs von 1982 widmet Mo einer Hongkong-chinesischen Kleinfamilie, die sich mit einer Imbissbude eine Existenz im ärmeren Teil Londons aufbaut – unterhaltsam, einfühlsam und mit trockenem Humor, dazu verblüffende Einblicke und Begegnungen. Es klingt, als sei Mo selbst dabei gewesen und hätte doch die nötige Distanz, die Entwicklung allgemeinverständlich und Roman-tauglich…

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Rezension zynischer Kriegsroman: Catch-22, von Joseph Heller (1961) -7 Sterne

Zynischer Roman über eine US-Fliegerstation in Italien gegen Ende des zweiten Weltkriegs (dt. und engl. Titel Catch-22). Die Absurdität des Kriegs wird in vielen Facetten durchgespielt – meist nicht im Kampf, sondern im Fliegerhorst oder bei Ausflügen nach Rom. Der Ton ist trocken, nonchalant, sarkastisch, zynisch und unterhaltsam intellektuell. Brillanter Stil: Selten war ein Roman…

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Bücher, die auf Englisch erschienen, lese ich im Original.

Rezension Italien-Auswanderer: Picknick im Olivenhain: Ein italienisches Abenteuer, von Annie Hawes (2004; Teil 2 der Trilogie) – 7 Sterne

Unterhaltsame, leicht konsumierbare Geschichten vom Leben in einem ligurischen Dorf (engl. Originaltitel Ripe for the Picking). Es geht viel ums Kochen, aber auch um Wein- und Olivenanbau, Hühnerzucht, Renovierung – und ums Eintauchen ins dörfliche italienische Familienleben: Denn Ripe for the Picking (ich hatte die englische Ausgabe) ist eine Art „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ mit…

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Lustiger Roman rezensiert: Adrian Mole und die Achse des Bösen, von Sue Townsend (2006) – 7 Sterne

Und schwups hat man hundert Seiten gelesen, so leicht geht das runter, wenn auch anfänglich weniger lustig. Ab der zweiten Hälfte wird es bitterer, aber gleichzeitig auch humorvoller. Es ist ein Roman auf einer sehr geraden Zeitachse mit einem Kapitel pro Tag; es könnte auch ein normaler Roman sein: das Tagebuchschema spielt, anders als in…

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Rezension Miami-Roman: Back to Blood, von Tom Wolfe (2012) – 7 Sterne – mit allen wichtigen dt. & engl. Presse-Links, Hintergründen & Video

Seinen massiven Miami-Roman bevölkert Erfolgsromancier und -journalist Tom Wolfe mit einem ganzen Bestiarium bizarrer Figuren. In den Hauptrollen: ein junger Kuba-stämmiger Polizist, seine junge Latina-Ex, zwischenzeitlich mit einem ebenfalls wichtigen Psychiater für Porno-abhängige Milliardäre liiert, ein paar russische und amerikanische Milliardäre, schwarze Crackdealer, ein junger weißer Journalist mit Yale-Vergangenheit (wie einst Wolfe), der schwarze Polizeichef…

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Bücher, die auf Englisch erschienen, lese ich im Original.

Rezension Italien-Bericht: Der Himmel über Kalabrien. Ein italienisches Familientreffen, von Annie Hawes (2006, Teil 3 der Trilogie) – 7 Sterne

Ingesamt erinnert das Buch (engl. Journey to the South: A Calabrian Homecoming) deutlich an Annie Hawes‘ zwei vorhergehende Italienbände (s.u.); man liest sie am besten vorher, muss es aber nicht unbedingt. Vorzüge: Hawes versucht, Sitten, Speisen und Personen sehr genau zu beschreiben. Sie lernt alles gut kennen, weil sie offensichtlich gut Italienisch und teils auch…

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Spanien-Sachbuch: Gebrauchsanweisung für Spanien, von Paul Ingendaay (2007) – 6 Sterne

Ingendaay beschreibt die Spanier mit erkennbarer Sympathie und mild schmunzelnder Ironie. Er liefert interessante Beobachtungen und flicht öfter auch spanische Ausdrücke ein – doch fehlt beim Thema Duzen oder Siezen jegliches Beispiel in Spanisch. Die Kapitel scheinen vorderhand bestimmten Kategorien wie Bekanntschaften oder Essen und Trinken zu behandeln, doch Ingendaay wechselt gern in andere Bereiche…

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Kindheitserinnerung Sizilien: Das Kind unterm Salatblatt, von Luigi Brogna (2006) – 6 Sterne

Brogna liefert eine Kette liebenswerter Kinderanekdoten aus der Zeit, als er ungefähr fünf bis zehn war und in Messina, Sizilien, aufwuchs. Er erzählt mit einer naiven Kinderstimme, und das Ergebnis klingt wie das Buch eines Kindes über Kinder und geschrieben *für* Kinder. Ich habe ein paarmal gelacht und gelegentlich gelächelt; allerdings wirkt der Text zwar…

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Kritik lustiger England-Roman: Ohne mich, Jeeves!, von P.G. Wodehouse (1947) – 6/10

Wie gern würde man es von Loriot hören: Die gediegenen Herrschaften aus diesem Roman heißen Bertram Wooster, D’Arcy „Stilton“ Cheesewright, Boko Fittleworth, Catsmeat Potter-Pirbright oder Lord Percival Worplesdon. Sie domizilieren nonchalant in Steeple Bumbleigh. Vor strengen Tanten und heiratswütigen Schriftstellerinnen zittern diese Figuren. In schwierigen Lagen konsultieren sie Butler Jeeves, den mit der enormen Hutgröße….

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Roman Chinesin in England: Kleines Wörterbuch für Liebende, engl. A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers (2007) – 6 Sterne

Unschuldiges Chinamädel, 23, kommt nach London, um ihr Englisch zu aufzubessern. Zieht bald zu einem älteren Späthippie. Dann per Interrail durch Europa. Die Ich-Erzählerin liefert schöne Vergleiche zwischen westlicher und chinesischer Kultur (Beziehungen, Familie, Mann-Frau, Privatsphäre, Essen, Ausdrucksweisen, Geld). Ein Großteil ist in kaputtem, niedlichem Asien-Englisch geschrieben, erst gegen Ende wird es etwas besser (ich…

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Rezension Sachbuch Musikbranche: Hit Men. Power Brokers and Fast Money Inside the Music Business (dt. Hit Men. Makler der Macht und das schnelle Geld im Musikgeschäft), von Fredric Dannen (1990) – 6 Sterne – mit Kritikerübersicht

Der bekannte Journalist Fredric Dannen schildert bizarre und illegale Praktiken im Popgeschäft der USA von etwa 1955 bis 1990. Dabei lernen wir u.a. Payola kennen – Geld fließt, damit ein Song im Radio läuft. Vor allem geht es um viele schrille und unterhaltsame Geschäftsleute mit berstenden Egos und stahlharten Ellenbogen – Rabauken, Bonvivants und Ganoven,…

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Autobiografie: Little Wilson and Big God, von Anthony Burgess (1986) – 6 Sterne

Gleich auf den ersten Seiten bringt Burgess ein paar drastisch ordinäre Witze – ein Vierzeiler kombiniert Pädophilie, Nekrophilie und gleichgeschlechtlichen Sex. Auf den weiteren 440 Seiten kommen dann regelmäßig deftige Schocker, vorgetragen mit präpubertärem Stolz, wenn auch nicht mehr mit der Dichte des Einstiegs. Seitensprünge und Katholizismus: Seine augenzwinkernde Vulgarität kontert Anthony Burgess – der…

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Nigeria-Roman: A Squatter’s Tale, von Ike Oguine (2000) – 6 Sterne

Squatter’s Tale wirkt nicht so sehr wie ein bündiger Roman: Es zerfällt in mehrere längere Episoden: das schnelle protzige Bankerleben in Nigeria, der ärmliche Einstieg in USA, die Romanze. Vor allem wirkt Squatter’s Tale wie eine Ansammlung von Begegnungen, teilweise in Rückblenden erzählt. Anekdoten in der Rahmenhandlung: In eine Rahmenhandlung packt der Autor zahlreiche kleinere…

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Biografie: The Real Life of Anthony Burgess (2006), von Andrew Biswell – 6 Sterne

Ich habe das entspannt heruntergelesen. Man hat nicht das Gefühl, dass Biswell seinem Sujet sehr nahe kommt (zum Beispiel portraitiert Patrick French V.S. Naipaul schärfer und genauer, konnte allerdings auch noch selbst mit ihm sprechen). Immer wieder diskutiert Biswell philosophische und religiöse Skrupel des Anthony Burgess. Mehrere Burgess-Mythen, die Burgess mit widersprüchlichen Aussagen nährte, klärt…

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Roman: Drei Männer im Schnee, von Erich Kästner (1934) – 6 Sterne

Die Dialoge klingen Kästner-typisch pfiffig, mild frech und warmherzig. Das liest sich sehr komfortabel. Erich Kästner konstruiert hier jedoch eine sehr unrealistische Verwechslungskomödie und schiebt die Figuren nach Belieben in alle möglichen Konstellationen: So erscheint der Millionär plötzlich als Armer, der Diener als Reedereibesitzer, verschiedene Gesellschaftsschichten begegnen sich unter neuen Vorzeichen usw. usf. – ganz…

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Roman: Der kleine Grenzverkehr, von Erich Kästner (1938) – 6 Sterne

Mild liebenswertes Gschichterl mit viel Herz und wenig Tiefgang. Im ersten Teil verarbeitet Kästner etwas zu gedehnt touristische Eindrücke aus Salzburg. Dann rollt eine Verwechslungskömodie ab, die schmunzeln lässt, sofern man auf realistische Handlung keinen Wert legt. Erich Kästner bringt viele überaschende Sätze. Er ist ein guter Stilist, ohne dabei mit seinem Können aufzutrumpfen. Deutlich…

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Biografie: Die Karrieren der Vicki Baum, von Nicole Nottelmann (2007) – 6 Sterne

Ganz genau kann ich es nicht erklären, warum mich diese Biografie zu Vicki Baum nicht recht begeistert hat. Eine Rolle spielt sicher Nottelmanns lieblose Sprache, hier und da fehlerhaft; auch betont sie bestimmte Leitmotive im Leben der Vicki Baum zu oft. Eigentlich müsste das Buch hochinteressant werden, denn die Voraussetzungen für eine spannende Lebensgeschichte sind…

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Finnland-Roman: Die Rache des glücklichen Mannes, von Arto Paasilinna (1976) – 6 Sterne

Ja, ich konnte, wollte es in einem Rutsch durchlesen: Der Schreibstil ist denkbar anspruchslos, der Humor drastisch, aber mild-trocken im Vortrag. Der Aufstieg der Hauptperson ‚ mit dramatischen, aber stets schnell ausgeräumten Hindernissen ‚ erscheint amüsant und kurzweilig. Realistisch oder nachempfindbar ist er jedoch nicht: Im Buch ist Jaatinen erst angestellter Ingenieur, dann arbeitslos, er…

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Rezension lustiger Roman: Heartburn, von Norah Ephron (dt. Sodbrennen oder Quetschkartoffeln gegen Trübsinn, 1983) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

Ich-Erzählerin Rachel hat einen Mann, ein Kleinkind und ein Kind im Bauch. Da wird ihr Mann untreu. Rachel findet ihn doof und will ihn behalten. Den untreuen Mann im Roman formt Nora Ephron (1941 – 2012) nach ihrem Ex-Gatten, Star-Journalist und Watergate-Enthüller Carl Bernstein; dessen neue Partnerin im Buch war 1982 im richtigen Leben, unschwer…

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Roman: Fremdland, von James Meek (2008) – 6 Sterne

Das Buch hat interessante Situationen, unter anderem den Journalistenalltag im kämpfenden Afghanistan oder die Bestsellerkalküle eines Buchautors. Meek schreibt unterhaltsam scharfe, zynische Dialoge zwischen Verlagsmenschen in London und dann wieder in New York. Er kann schreiben (engl. Titel, We Are Now Beginning our Descent, dt. Fremdland). Aber manche Szenen wirken sehr konstruiert und absurd –…

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Deutscher Roman: Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte, von Kurt Tucholsky (1912) – 6 Sterne

Nette, leichte, klitzekurze Sommerkomödie, die jedoch durch suboptimale Sprachspiele nervt; da serviertTucholsky in Schloss Gripsholm. Eine Sommergeschichte weit bessere Sprachkaspereien. Die schwül erotischen Anspielungen erdrücken auf Dauer. Zur Reclam-Ausgabe: Die „editorische Notiz“ nennt gegenüber der Erstausgabe korrigierte Druckfehler. Man staunt, wie schlampig das Original erschien. (Angesichts des sprachverspielten und respektlosen Texts frage ich mich jedoch,…

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