Buch

Rezension US-Einwanderer-Roman: América, von T.C. Boyle (1995) – 9 Sterne

„América“ habe ich schon vor vielen Jahren gelesen, aber immer noch intensiv „vor Augen“. Kaum ein Autor führt sein Personal so hautnah vor, man sieht quasi jede Pore, jeden Schweißtropfen, riecht die Angst und Verwahrlosung, leidet mit beiden, gegensätzlichen Hauptfiguren. Man sieht den Canyon, die den Elementen abgetrotzte und eingezäunte Siedlung, plastisch vor Augen. Man…

Rezension US-Einwanderer-Roman: América, von T.C. Boyle (1995) – 9 Sterne Weiterlesen »

Rezension US-Indische Kurzgeschichten: Fremde Erde, von Jhumpa Lahiri (2008, engl. Unaccustomed Earth) – 9 Sterne

Die Geschichten aus Fremde Erde (engl. Unaccustomed Earth) handeln – wie auch andere Bücher dieser Autorin – meist von indischstämmigen US-Akademikern an der US-Ostküste, dazu ein paar wenige Szenen aus Kalkutta, London und Italien. Ungewöhnlich für Jhumpa Lahiri: Eine Geschichte spielt diesmal in Seattle, aber es musste nur irgendein Ort fern der Ostküste sein, und…

Rezension US-Indische Kurzgeschichten: Fremde Erde, von Jhumpa Lahiri (2008, engl. Unaccustomed Earth) – 9 Sterne Weiterlesen »

Rezension Frank-Lloyd-Wright-Roman: Kein Blick zurück, von Nancy Horan (2007) – 8 Sterne

Oak Park, Illinois, USA, Anfang des 20. Jahrhunderts. Mamah Borthwick verlässt Ehemann und Kinder, um mit einem anderen Mann zu leben. Mutig? Verwerflich? Jedenfalls damals ein Skandal. Nancy Horan schildert den imaginierten historischen Ablauf sehr einfühlsam, spannend, nachvollziehbar, detailliert ohne Übertreibungen (dt. Kein Blick zurück, engl. Titel Loving Frank). Man hat oft das Gefühl, danebenzustehen,…

Rezension Frank-Lloyd-Wright-Roman: Kein Blick zurück, von Nancy Horan (2007) – 8 Sterne Weiterlesen »

In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Bericht: Almond Blossom Appreciation Society, von Chris Stewart (2006, Teil 3 von „Driving over Lemons“) – 8 Sterne

Wie in den vorhergehenden zwei Büchern der Serie, die mit Driving over Lemons begann, schreibt Chris Stewart warmherzig, mit einer gewissen Selbsterniedrigung und äußerst lustig – ich habe öfter laut gelacht. Am Ende gibt es noch ein langes, lesenswertes und relativ offenes Interview. Stewart bleibt auf jeden Fall ein Unikat, weniger gelackt als andere Autoren….

Rezension Andalusien-Bericht: Almond Blossom Appreciation Society, von Chris Stewart (2006, Teil 3 von „Driving over Lemons“) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension England-Roman: Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen – The Irresistible Inheritance of Wilberforce, von Paul Torday (2008) – 8 Sterne

Ein sehr überzeugender Roman mit stets durchgehaltenem, gutem Momentum, wenn man bedenkt, dass es in großen Teilen nur um einen unsympathischen, blassen Alkoholiker und Computerfex geht und dass wenig passiert. Es fiel mir schwer, die Lektüre zu unterbrechen. Reizvoll, wie der Ich-Erzähler seine Weinsucht ummäntelt, negiert, mit immer neuen Erklärungen und Ausflüchten; ganz lässig –…

Rezension England-Roman: Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen – The Irresistible Inheritance of Wilberforce, von Paul Torday (2008) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension deutscher Roman: Schloß Gripsholm, von Kurt Tucholsky (1931; mit Trailer) – 8 Sterne

Das Buch bereitet Vergnügen: Da charmiert schon der pfiffige Einstieg, ein Briefwechsel des Autors mit dem Verleger über Romanprojekte und Honorare. Federleichter Einstieg: Ein einziger Satz bugsiert den Roman dann – plötzlich und doch ganz leicht – in die eigentliche Sommergeschichte, in eben das gewünschte Romanprojekt hinein, lässig und unbeschwert fließen Handlung und Sprache, herrlich…

Rezension deutscher Roman: Schloß Gripsholm, von Kurt Tucholsky (1931; mit Trailer) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension US-Indien-Roman: Der Namensvetter, von Jhumpa Lahiri (2003) – 8 Sterne

Lahiri macht fast alles richtig, da sitzt jedes Wort. Stimmungen und Szenen erscheinen glasklar, es gibt keinen Misston und kein pompöses Wortgeklingel aus dem Creative Writing-Kurs (ich hatte das englische Original, The Namesake). Souverän, wie die Autorin in ihrem Debutroman einzelne Szenen und Gefühle vertieft, dann Jahre überspringt, aber wiederholt auch zurückblendet – und alles…

Rezension US-Indien-Roman: Der Namensvetter, von Jhumpa Lahiri (2003) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension US-indische Kurzgeschichten: Interpreter of Maladies, von Jhumpa Lahiri (1999, dt. Titel Melancholie der Ankunft) – 8 Sterne

Die schreibt ruhig, lakonisch, einfühlsam, nüchtern, souverän, ohne Gimmicks. Jede Geschichte entwickelt einen Sog, so dass man die Lektüre kaum unterbrechen möchte. Ein paarmal war ich den Tränen nah, obwohl Jhumpa Lahiri nie betont rührselig wird. Wo die Geschichten spielen: Etwa drei Geschichten spielen komplett in Indien, unter einfachen Leuten in Bengalen. Die anderen Stücke…

Rezension US-indische Kurzgeschichten: Interpreter of Maladies, von Jhumpa Lahiri (1999, dt. Titel Melancholie der Ankunft) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension Geistreicher London-Roman: The London Embassy, von Paul Theroux (1983) – 8 Sterne

Der Ich-Erzähler arbeitet Anfang der Achtziger in der US-Botschaft in London. Das Buch besteht aus 18 sehr lose bis gar nicht verwobenen Episoden. Die meisten Geschichten haben nicht viel mit der Botschaft zu tun: Der Ich-Erzähler lernt zum Beispiel jemanden bei einem Empfang kennen, fühlt sich zu einem Besuch vor Ort bemüßigt, der Rest spielt…

Rezension Geistreicher London-Roman: The London Embassy, von Paul Theroux (1983) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension US-Roman: Zeiten des Aufruhrs, von Richard Yates (1961, engl. Revolutionary Road) – 8 Sterne

Vorort-Ehedrama in den 50ern in USA. Messerscharf beobachtet. Fesselnd, mit überraschenden, aber nicht unverständlichen Entwicklungen. Obwohl die Handlung letztlich nahezu alltäglich ist, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, war beteiligt fast wie bei einer scharfen Auseinandersetzung im Freundeskreis. Amazon-Werbelinks: Richard Yates | Ernest Hemingway | John Cheever | John Updike Sehr schön…

Rezension US-Roman: Zeiten des Aufruhrs, von Richard Yates (1961, engl. Revolutionary Road) – 8 Sterne Weiterlesen »

David Nicholls

Rezension Lustiger Roman: Ewig zweiter (2005), von David Nicholls – 8 Sterne

Ein Schauspieler und Drehbuchschreiber, der einen Roman über einen Schauspieler mit Schreibambitionen schreibt – das klingt gefährlich. Man befürchtet distanzlose Insidergeschichten, Egotrips, selbstmitleidige Selbstbespiegelung, Ablästern über Kollegen, Werke und Alphafiguren. Es gibt ja nichts Schlimmeres als Schriftsteller, die Romane über, ausgerechnet, Schriftsteller, schreiben, womöglich noch in Berlin. Doch bei Nicholls (*1966) steigt nie das säuerliche…

Rezension Lustiger Roman: Ewig zweiter (2005), von David Nicholls – 8 Sterne Weiterlesen »

David Nicholls

Rezension lustiger Roman: Keine weiteren Fragen, von David Nicholls (2003) – 8 Sterne

Viele exzellente Dialoge und Abläufe, für ein lustiges Buch recht realistisch, wenn man auch die Zuneigung der beiden Hauptdarstellerinnen für den männlichen Helden etwas unglaubwürdig finden kann. Die Rolle des verstorbenen Vaters wird etwas überhöht. Ich habe das Buch verschlungen. In meiner Suche nach lustigen, aber nicht doofen Büchern hatte ich zuletzt Matthias Keidtels Ein…

Rezension lustiger Roman: Keine weiteren Fragen, von David Nicholls (2003) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension US-Roman: Easter Parade, von Richard Yates (1976) – 8 Sterne

Der nur 222 (englische) Seiten lange Roman folgt zwei Schwestern in und um New York von früher Kindheit bis in späte Lebensjahre – von den 1930ern bis in die 70er Jahre. Yates (1926 – 1992) schildert schlichte Menschen der unteren Mittelschicht, die selten Anlass zu Freude haben und gern ins Glas schauen. Die Filmrechte sind…

Rezension US-Roman: Easter Parade, von Richard Yates (1976) – 8 Sterne Weiterlesen »

In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Bericht: Factory of Light, von Michael Jacobs (2004) – 8 Sterne – mit Videos

Jacobs schreibt warmherzig, liebevoll, und wir tauchen tief in die Dorfgesellschaft ein. Ein anderer Wahl-Andalusier, Chris Stewart, berichtet zwar auch sehr warmherzig – Stewart lebt jedoch isoliert am Berg und das mit Ehefrau, Kind und vielen Tieren, bekommt also weniger vom üblichen Dorfleben mit. Jacobs dagegen wohnt ohne Anhang mitten im Dorf Frailes (in einer…

Rezension Andalusien-Bericht: Factory of Light, von Michael Jacobs (2004) – 8 Sterne – mit Videos Weiterlesen »

Rezension US-Iran-Memoiren: To See and See Again: A Life in Iran and America, von Tara Bahrampour (1999) – 7 Sterne

Tara Bahrampour beschreibt liebevoll, warmherzig, einfühlsam, detailreich und mit vielen kulturellen Einblicken die Geschichte ihrer iranisch-amerikanischen Familie. Wesentliche Themen sind zudem Vertreibung und das Stehen zwischen den Kulturen, illustriert mit vielen markanten Beispielen – von lustig bis herzergreifend. Der größere und interessantere Teil des Buches spielt im Iran, einige Kapitel auch in Kalifornien und Oregon….

Rezension US-Iran-Memoiren: To See and See Again: A Life in Iran and America, von Tara Bahrampour (1999) – 7 Sterne Weiterlesen »

Rezension Erzählungen: Mein geheimes Leben, von Paul Theroux (1989, engl. My Secret History) – 8 Sterne

Vieles erinnert an Paul Theroux‘ späteres Buch Mein anderes Leben (1996, engl. My Other Life): die Stationen Afrika, USA, London mit Schriftstellerbesuch, die haargenaue Beobachtung, die unaufdringliche Belesenheit, der ruhige, aber nie langweilige Ton, die dichte Atmosphäre, die perfekte Konstruktion. Man könnte meinen, Theroux habe erst einen langen Text geschrieben und diesen dann in zwei…

Rezension Erzählungen: Mein geheimes Leben, von Paul Theroux (1989, engl. My Secret History) – 8 Sterne Weiterlesen »

Romankritik: Liebe und andere Parasiten, von James Meek (2012, engl. The Heart Broke in) – 8 Sterne

Über 500 Seiten smarte, coole Dialoge – genauer: Dialoge und viele heikle Hintergedanken – zwischen smarten, modernen Menschen meist zwischen 30 und 40, überwiegend in London. Interessante, moderne, moralische Konflikte im Medien- und Wissenschaftsbereich und in Paarbeziehungen; gut und rund konstruiert, meist sehr spannend. Darum geht es: Einige Konflikte zielen auf speziell englische Sensibilitäten, so…

Romankritik: Liebe und andere Parasiten, von James Meek (2012, engl. The Heart Broke in) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension Finanzkrise-Roman: Charlie Summers, von Paul Torday (2010) – 8 Sterne

An diesem Roman über die Finanzkrise gefiel mir: solide Konstruktion, sichere Erzählstimme – der Leser ist in guten Händen ordentliche Dialoge mit klar unterscheidbaren, markanten Charakteren (Kleinstadtbetrüger, zynischer Geldadel, lässiger Landadel) (ich hatte die englische Ausgabe) einige Mechanismen der Finanzkrise anschaulich, aber nicht zu simpel dargestellt eher wenig interessante Figuren (meist englische Landedelmänner) in interessante…

Rezension Finanzkrise-Roman: Charlie Summers, von Paul Torday (2010) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension Biografie: Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild, von Hannah Rothschild – 7 Sterne

Hannah Rothschild schreibt professionell flüssig, man kann das Buch kaum weglegen (ich hatte die englische TB-Ausgabe von Virago). Das Buch schildert ein einzigartiges Leben – Kindheit in der superreichen Rothschild-Familie, Kriegseinsätze in Afrika und Europa, fünffache Mutter, dann Begleiterin der besten Jazzmusiker der Welt. Hier beginnt die Autorin: Historisch beginnt die Autorin mit Mayer Amschel…

Rezension Biografie: Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild, von Hannah Rothschild – 7 Sterne Weiterlesen »

In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Berichte: A Parrot in the Pepper Tree, von Chris Stewart (2002, Teil 2 von „Driving over Lemons“) – 7 Sterne

Lebhaft, warmherzig, unterhaltsam, dazu sehr spannend und überaus lustig – ich habe selten so oft bei einem Buch gelacht, und so laut, sogar bei den kurzen Abschnitten über England und Schweden, von denen ich mir wenig erhofft hatte. Ich habe mich bald wie ein Teil der Familie gefühlt, weil Chris Stewart auch recht ehrlich schreibt…

Rezension Andalusien-Berichte: A Parrot in the Pepper Tree, von Chris Stewart (2002, Teil 2 von „Driving over Lemons“) – 7 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Spätzle al Dente, von Luigi Brogna (über Italiener in Deutschland, 2007) – 7 Sterne

Also das sind interessante Einblicke: eine italienische Familie zieht 1971 von Sizilien ins Schwabenland und bleibt dort viele Jahre. Wir lernen einiges über Anpassungsschwierigkeiten bei Italienern und Schwaben, über unterschiedliche und wandelnde Formen von Heimweh – und über grauenhafte Ausländerfeindlichkeit. Interessant auch die Italienurlaube der Gastarbeiter, die ihre Heimatstadt Messina bald mit halb deutschen Augen…

Buchkritik: Spätzle al Dente, von Luigi Brogna (über Italiener in Deutschland, 2007) – 7 Sterne Weiterlesen »

In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Buch: Leben im Publeo. Das 21. Jahrhundert hält Einzug in ein andalusisches Dorf, von David Baird (2004) – 7 Sterne

Dies ist kein Roman. Baird erzählt vom eigenen Leben in einem andalusischen Dorf. Er zog mit Frau in den 60er Jahren in ein baufälliges Haus und rekapituliert gut drei Jahrzehnte. Es gibt keine durchgehende Handlung, das Buch (engl. „Sunny Side Up“) erscheint sogar etwas heterogen und die Kapitel kann man weitgehend unabhängig voneinander lesen. Einzelne…

Rezension Andalusien-Buch: Leben im Publeo. Das 21. Jahrhundert hält Einzug in ein andalusisches Dorf, von David Baird (2004) – 7 Sterne Weiterlesen »

In Andalusien war ich auch mal.

Rezension historischer Spanien-Bericht 1935: As I Walked Out One Midsummer Morning, dt. An einem hellen Morgen ging ich fort, von Laurie Lee (1969) – 7 Sterne – mit Presse-Links & 2 Videos

Laurie Lee (1914 – 1997) beschreibt eine lange Wanderung Mitte der 30er: ein Kapitel über englische Dörfer, dann ein Jahr Geldverdienen in London, dann zu Fuß ein halbes Jahr durch Spanien, von Vigo über Valladolid und Madrid bis Sevilla, Cadíz und Málaga, zuletzt ein weiteres halbes Jahr in einem spanischen Küstendorf – mit einem abrupten,…

Rezension historischer Spanien-Bericht 1935: As I Walked Out One Midsummer Morning, dt. An einem hellen Morgen ging ich fort, von Laurie Lee (1969) – 7 Sterne – mit Presse-Links & 2 Videos Weiterlesen »

Rezension US-Roman: Die Verrückungen der Benna Carpenter, von Lorrie Moore (1986, engl. Anagrams bzw. Anagrammes) – 7 Sterne

Drei moderne Mittdreißiger sind fast die einzigen Akteure in diesem Buch: Benna Carpenter, ihr Mehr-oder-weniger-Partner Gerard und Bennas Freundin Eleonor. Sie parlieren pointenreich, selbstironisch und nonchalant über ihr Leben, insonderheit über ihre Missgeschicke in punkto Liebe. Das liest sich wie eine moderne, intelligente Romkom, etwa ein Film oder Buch von Norah Ephron, ein Film von…

Rezension US-Roman: Die Verrückungen der Benna Carpenter, von Lorrie Moore (1986, engl. Anagrams bzw. Anagrammes) – 7 Sterne Weiterlesen »

Rezension Hollywood-Roman: Abspann, engl. Karoo, von Steve Tesich (1996) – 7 Sterne

Das Buch zerfällt in zwei Teile: Im ersten flaniert der Hauptdarsteller durch New York, benutzt Leute, plaudert geistreich, enorm zynisch, hochgradig unterhaltsam. Man kann ihm höchstens etwas selbstverliebte Weitschweifigkeit vorwerfen. Ab der Mitte geht es Schlag auf Schlag: Unglaubliche Glücks- und Zufälle ändern das Leben des einstigen Einzelgängers, ein paar Glaubwürdigkeitslücken ziehen sich weiter durchs…

Rezension Hollywood-Roman: Abspann, engl. Karoo, von Steve Tesich (1996) – 7 Sterne Weiterlesen »

Romankritik: Lachsfischen im Jemen, von Paul Torday (2006) – 7 Sterne

Die Idee ist reizvoll – ich meine die interessante Handlungsidee und die Präsentation quasi ohne Erzähler, sondern nur durch Wiedergabe von fiktiven E-Mails, Interviews und Tagebucheinträgen. Der Autor ist offenkundig auf die britische Regierung (wohl ein Blair-Kabinett) nicht gut zu sprechen, und ein paarmal habe ich laut gelacht über die Politsatire. Diese Schwächen fielen mir…

Romankritik: Lachsfischen im Jemen, von Paul Torday (2006) – 7 Sterne Weiterlesen »

Rezension Frank-Lloyd-Wright-Roman: Die Frauen, von T.C. Boyle (2009) – 7 Sterne

Erfolgsautor T.C. Boyle fiktionalisiert das Leben des Erfolgsarchitekten Frank Lloyd Wright (1867 – 1959) – mit seinen Frauen und Katastrophen. Zwei seiner typischen Merkmale bringt T.C. Boyle in diesem Roman von 2009 zusammen: teils fiktive Biographie eines wohlhabenden Exzentrikers, den es tatsächlich gab, gern etwas egomanisch wortreiche, detailgenaue Beschreibung, die sehr lebhafte Vorstellungen  erzeugt So…

Rezension Frank-Lloyd-Wright-Roman: Die Frauen, von T.C. Boyle (2009) – 7 Sterne Weiterlesen »

Romankritik: Fabian / Gang vor die Hunde, von Erich Kästner (1931) – 7 Sterne

Viele verblüffende, unterhaltsame Dialoge und kuriose Capricen; gelegentlich meint man, der Autor klopfe sich ob seiner funkelnden, knappen Bonmots und Aperçus diskret selbst auf die Schulter, betrachte sein streng unangepasstes Personal und speziell den unorthodox liebenswerten Alter-Ego-Protagonisten mit viel Wohlwollen. Zur Handlung: Liederliche Weiber und verdrossene Spießer in Berlin. Auf den ersten vier Fünfteln passiert…

Romankritik: Fabian / Gang vor die Hunde, von Erich Kästner (1931) – 7 Sterne Weiterlesen »

Romankritik englische Medien-Satire: Everyone’s Gone to The Moon, von Philip Norman (1995) – 7 Sterne

1996: Der blasse Louis Brennan, 22, wird Topjournalist bei der schicken Farbbeilage, nein, beim Magazin des Londoner Wochenblattes Sunday Dispatch. Große Teile des Romans beschreiben Leben, Liebe und Intrigen in der Redaktion – und in den Swinging Sixties. Fazit: Norman schreibt mit Insiderkenntnis, spannenden Intrigen, deftiger Satire, ausgeprägten Charakteren und eleganten Worten – umso verblüffender,…

Romankritik englische Medien-Satire: Everyone’s Gone to The Moon, von Philip Norman (1995) – 7 Sterne Weiterlesen »

Rezension Krimi-Roman: Zwei Fremde im Zug, von Patricia Highsmith (1950, engl. Strangers on a Train) – 7 Sterne

Warmduscher trifft auf Psychopathen und lässt sich in eine kriminelle Geschichte hineinziehen. Das Handlungsgerüst von Patricia Highsmith‘ erstem Roman (1950) wirkt allzu konstruiert, doch Zwei Fremde im Zug (engl. Strangers on a Train) fesselt und beklemmt durchgehend – teilweise eine echte Nervenstrapaze für den Leser, mit sehr deutlichen Anklängen an spätere Highsmith-Romane wie die Ripley-Reihe….

Rezension Krimi-Roman: Zwei Fremde im Zug, von Patricia Highsmith (1950, engl. Strangers on a Train) – 7 Sterne Weiterlesen »

Bücher, die auf Englisch erschienen, lese ich im Original.

Buchkritik Italien-Auswanderer: Die Oliven von San Pietro, ein italienisches Abenteuer, von Annie Hawes (2003, 1. Teil der Trilogie, engl. Extra Virgin) – 7 Sterne

Ich habe oft und laut gelacht. Und ich habe einiges gelernt: Italienisch, Ligurisch, Mentalität, Küche, Landwirtschaft. Ich konnte das Buch zeitweise kaum weglegen. Fragwürdiger Ton: Annie Hawes schreibt mit hochtouriger, deftiger und übertrieben wortreicher Ironie. Das ist unterhaltsam; man hat aber auch das Gefühl, dass sie dabei ihre italienischen Nachbarn verrät. So sah Hawes es…

Buchkritik Italien-Auswanderer: Die Oliven von San Pietro, ein italienisches Abenteuer, von Annie Hawes (2003, 1. Teil der Trilogie, engl. Extra Virgin) – 7 Sterne Weiterlesen »

Nach oben scrollen