Autorenname: Hans

Rezension Erzählungen: In einem freien Land, von V.S. Naipaul (1971) – 9 Sterne

Das schmale Bändchen (engl. „In a Free State“) enthält fünf Geschichten, die inhaltlich nicht verbunden sind: Die Titelgeschichte „In einem freien Land“ spielt in Afrika, umfassst rund 120 Seiten und wirkt wie ein kurzer Roman. Zwei weitere Erzählungen belegen je rund 40 Seiten. Dazu kommen zwei sehr kurze Stücke von je rund fünf bis sieben…

Rezension Erzählungen: In einem freien Land, von V.S. Naipaul (1971) – 9 Sterne Weiterlesen »

Romankritik Inder auf Trinidad: Ein Haus für Mr. Biswas, von V.S. Naipaul (1961) – 8 Sterne

Mr. Biswas ist ein armer Tropf: Ein Indischstämmiger auf Trinidad in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, meist knapp bei Kasse, er schlägt sich so durch: Mal hilft er einem Prediger, mal verdingt er sich als Schildermaler, beaufsichtigt Feldarbeiter, schreibt Schmierenartikel oder führt einen Kramladen und lässt alle anschreiben. Irgendwie kommt Mr. Biswas zu einer…

Romankritik Inder auf Trinidad: Ein Haus für Mr. Biswas, von V.S. Naipaul (1961) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension Länder-Bericht: Jenseits des Glaubens: Eine Reise in den anderen Islam, von V.S. Naipaul (1998, engl. Beyond Belief, sein 2. Islam-Buch) – 8 Sterne

V.S. Naipaul liefert hier lange Portraits aus vier Ländern, die sich einst – fern von Arabien – dem Islam zuwandten: aus Indonesien, Iran, Pakistan und Malaysia. In diesem Buch von 1998 wiederholt er eine frühere Reise, die er bereits 1981 in dem Band Eine islamische Reise: Unter den Gläubigen (engl. Among the The Believers: An…

Rezension Länder-Bericht: Jenseits des Glaubens: Eine Reise in den anderen Islam, von V.S. Naipaul (1998, engl. Beyond Belief, sein 2. Islam-Buch) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension Karibik-Roman: Der mystische Masseur, von V.S. Naipaul (1957, engl. The Mystic Masseur) – 8 Sterne

Mit knappem, lakonischem Ton schildert V.S. Naipaul unterhaltsame  Kauzereien im provinziellen Trinidad Mitte des letzten Jahrhunderts: Ein gescheiterter Lehrer macht unglaubliche Karriere, doch das Arsenal lebenspraller, amüsanter Nebenfiguren beeindruckt noch mehr – Ramlogan, der bauernschlaue und wankelmütige Dorfkrämer; Suruj Poopa und Suruj Mooma mit ihrem Sohn Suruj; rülpsende Tanten; ölige Buch-Vertreter; ein naseweiser Schüler mit…

Rezension Karibik-Roman: Der mystische Masseur, von V.S. Naipaul (1957, engl. The Mystic Masseur) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension Meta-Naipaul-Buch: Sir Vidia’s Shadow: A Friendship Across Five Continents, von Paul Theroux (1998) – 7 Sterne

Der weltbekannte Weltautor Paul Theroux schreibt über seine jahrzehntelange Bekanntschaft mit dem noch weltbekannteren, neun Jahre älteren Weltautor V.S. Naipaul. Theroux nennt es sogar ständig „Freundschaft“. Missgünstige Schreibe: Theroux schildert Naipaul keinesfalls freundlich, man könnte auch sagen missgünstig. Vielleicht war das zu erwarten: Bei allen Ähnlichkeiten im Werk der beiden Meisterschreiber war Naipaul erfolgreicher, anerkannter,…

Rezension Meta-Naipaul-Buch: Sir Vidia’s Shadow: A Friendship Across Five Continents, von Paul Theroux (1998) – 7 Sterne Weiterlesen »

V.S. Naipaul & Familie: Die frühen, humorvollen Trinidad-Romane in der Übersicht

V.S. Naipauls vier erste Romane spielen unter indischen Zuwanderern auf Trinidad, sind alle humorvoll und sehr lesenswert. Geschrieben hat er sie ab Mitte der Fünfziger in England, in dieser Reihenfolge: Miguel Street Der mystische Masseur Wahlkampf auf karibisch Ein Haus für Herrn Biswas Das zuerst geschriebene Buch erschien erst nachträglich: „Der mystische Masseur“ erschien allerdings…

V.S. Naipaul & Familie: Die frühen, humorvollen Trinidad-Romane in der Übersicht Weiterlesen »

Buchkritik: Thomas Mann. Eine Biografie, von Klaus Harpprecht (1995) – 7 Sterne

Harpprecht (1927 – 2016) schreibt sehr leicht lesbar, gelegentlich etwas unangemessen salopp. Unentwegt platziert er aufdringlich wertende redundante Adjektive und Parenthesen (Beispiel S. 287f: „…des Kaisers schwadronierende Warnung… der Kaiser hatte, taktlos wie so oft, …“; S. 696: „Er fügte dieser nicht ganz zuverlässigen Einsicht eine hellsichtige Beobachtung an: …“; S. 1949: „…puerilen Stolzes… Anflug…

Buchkritik: Thomas Mann. Eine Biografie, von Klaus Harpprecht (1995) – 7 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Thomas Mann, Das Leben als Kunstwerk, von Hermann Kurzke (1999) – 7 Sterne – mit Links

Zusammenfassung: Hermann Kurzke bewundert Thomas Manns Romane und will auch den Verfasser selbst mögen dürfen. Biografische Details reißt Kurzke nur flüchtig an, Hauptthemen sind vielmehr: Exegese der größeren Mann-Bücher v.a. ab Tod in Venedig, Spuren Mannscher Biografie in seinen Romanen, Manns verkannt frühe Hinwendung zur Demokratie ab 1918, Manns gedeckelte Homosexualität. Kurzke schreibt altmodisch, aber…

Buchkritik: Thomas Mann, Das Leben als Kunstwerk, von Hermann Kurzke (1999) – 7 Sterne – mit Links Weiterlesen »

Buchkritik: Vergangenes und Gegenwärtiges, von Monika Mann (Erinnerungen 1956) – 5 Sterne

Monika Mann klingt oft wirr und nebulös, die wenigen gelieferten Fakten sind nach Auskunft ihrer Geschwister, Mutter und der Mann-Biografen unzuverlässig. Doch Monika Mann – die Außenseiterin der sechs Thomas-Mann-Kinder – schreibt einen mitunter seltsam berührenden Stil, der mich manchmal gegen meinen Willen und bessere Einsicht hypnotisiert (S. 11 rororo-Ausgabe): …das Elementare der Kindheit und…

Buchkritik: Vergangenes und Gegenwärtiges, von Monika Mann (Erinnerungen 1956) – 5 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Golo Mann, von Tilmann Lahme (2009) – 7 Sterne

Tilman Lahme packt gewaltiges Quellenmaterial, geschichtliches und literarisches Wissen in seine Biografie – Fakten, Fakten, Fakten. Die Feuilletons waren voll des Lobs. Lahme analysiert und interpretiert auch, zeichnet Diskussionen und Kontroversen ausführlich nach, aber in aller Regel schwafelt und spekuliert er nicht. Binsen wie diese sind die absolute Ausnahme (Seite 307, S. Fischer Hardcover, 2….

Buchkritik: Golo Mann, von Tilmann Lahme (2009) – 7 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Die Briefe der Manns, Ein Familienportrait. Hgg. von Tilmann Lahme u.a. (2016) – 7 Sterne – mit Links

Die einzelnen Figuren schreiben mit sehr unterschiedlichem Tonfall, der über die Jahre fast konstant bleibt und sich schnell wieder erkennen lässt – sehr schön: Da feuert die scharf ironisch wortverliebte Erika Mann Salven ab, es fantasiert wolkig verträumt Monika Mann, wir lesen den lakonisch-ehrlichen Klaus Mann, seinen würdig präzise schreibenden Vater Thomas Mann und dessen…

Buchkritik: Die Briefe der Manns, Ein Familienportrait. Hgg. von Tilmann Lahme u.a. (2016) – 7 Sterne – mit Links Weiterlesen »

Buchkritik: Katias Mutter, von Inge und Walter Jens (2005, über Hedwig Pringsheim, Schwiegermutter Thomas Manns) – 5 Sterne

Die Biografie über Hedwig Pringsheim (1855 – 1942, Mutter von Katia Mann, damit Schwiegermutter von Thomas Mann) stützt sich auf viele Briefe, Journaleinträge und Zeitungsglossen der Hauptfigur, außerdem auf den Schlüssel-Klatschroman der Mutter Hedwig Dohm, Sibilla Dalmar (klingt fast nach F. Scott Fitzgeralds ebenfalls mondäner Nancy Lamar); Dohm verwendet offenbar die Briefe der in höchste…

Buchkritik: Katias Mutter, von Inge und Walter Jens (2005, über Hedwig Pringsheim, Schwiegermutter Thomas Manns) – 5 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Frau Thomas Mann, von Inge und Walter Jens (2003, Biografie Katia Mann) – 5 Sterne

Ganz glücklich wurde ich nicht mit dieser Biografie von Thomas Manns Ehefrau Katia (1883 – 1980). Die Hauptgründe: gutteils allgemeine Familienbiografie der Manns wie aus anderen Büchern bekannt; teils zuviel Fachwissen voraussetzend; weniger Briefzitate von Katia Mann als etwa in Die Briefe der Manns (hgg. v. Tilmann Lahme u.a.); immer wieder irritierende kurze nicht-chronologische Vorgriffe;…

Buchkritik: Frau Thomas Mann, von Inge und Walter Jens (2003, Biografie Katia Mann) – 5 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Herr und Hund, von Thomas Mann (1918) – 6 Sterne

Thomas Mann schreibt sehr detailliert und verallgemeinernd über sich und seinen stürmischen Hund Bauschan, einen Wildfang im Wortsinn und darüber hinaus. Dabei zeichnet Mann ein gehoben bürgerliches Idyll und gibt sich als souverän urbaner Grandsigneur, der die treu-doofe Kreatur gönnerhaft belächelt: Bauschans „volkstümlich schlichter Sinn“ (S. 37 Fischer-TB) „in seiner bäurisch ungeschickten Haltung“ (S. 30),…

Buchkritik: Herr und Hund, von Thomas Mann (1918) – 6 Sterne Weiterlesen »

App-Kritik: BayernAtlas (Landkarten-App) – 4/10 Sterne

Getestet wurde BayernAtlas in der Android-Version, Stand Juli 2018. Es gibt auch eine iOS-Version, die Karten zudem im Internet hier (klick/tipp). Die verschiedenen Kartenbilder sind gut für Entdecker in Bayern und zeigen auf dem Land Namen und kleinste Merkmale wie einzelne Schuppen und Bäche  teils genauer und besser bezeichnet als Google Maps oder Open Street…

App-Kritik: BayernAtlas (Landkarten-App) – 4/10 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Erika Mann, von Irmela von der Lühe (2009) – 6 Sterne – mit Links & Medien-Kommentaren

  Die glänzende Erika Mann bekommt eine blasse Biografie. Literaturprofessorin Irmela von der Lühe schreibt teils professoral, gelegentlich feuilletonistisch maniriert – ohne Angst vor Dativ-e, Wiederholungen und Umständlichem; sie müht sich erkennbar nicht um kompakte, abwechslungsreiche, entschlackte und entschachtelte Sprache und Nutzerfreundlichkeit. Ein Beispielsatz von S. 25 (rororo-TB): Über das erste Kapitel kam Erika nicht…

Buchkritik: Erika Mann, von Irmela von der Lühe (2009) – 6 Sterne – mit Links & Medien-Kommentaren Weiterlesen »

Buchkritik: Das Jahrhundert der Manns, von Manfred Flügge (2015) – 5 Sterne – mit Links

Manfred Flügge redet sehr wie ein Eingeweihter mit knappen Anspielungen und vielen offen bleibenden Punkten; er outet meine Bildungslücken gnadenlos. Gelegentlich produziert er auch schlicht unklare Bezüge, vor allem in der zweiten Hälfte; man weiß nicht, wer mit „er“ gemeint ist o.ä. Flügge wechselt häufiger das Thema und bemüht sich nicht um Linearität – kommt…

Buchkritik: Das Jahrhundert der Manns, von Manfred Flügge (2015) – 5 Sterne – mit Links Weiterlesen »

Buchkritik: Die Manns, von Tilmann Lahme (2015) – 6 Sterne – mit Links

Das Leben der Familie Mann beschreibt Tilmann Lahme zu seriell: Er rattert die Ereignisse chronologisch runter (die Jahreszahl steht über jeder rechten Seite), wechselt unentwegt die Hauptfigur, streut historische Details ein, vertieft nichts. Zudem zitiert er aus Briefen selten mehr als halbe Zeilen – längere, eingerückte Zitate könnten die Persönlichkeiten der Akteure jedoch weit deutlich…

Buchkritik: Die Manns, von Tilmann Lahme (2015) – 6 Sterne – mit Links Weiterlesen »

Romankritik: Königsallee, von Hans Pleschinski (2013) – 7 Sterne – mit Links

  Hans Pleschinski liefert intelligente Unterhaltung in vollmundig runder Sprache mit ein paar gelungenen Dialogen, hübschen 50er-Jahre-Reminiszenzen, Seitenblicken auf höchste Kulturträger sowie zahllosen versteckten und offenen Anspielungen auf Thomasmannsche Romane und deren Personal, u.a. mit einem Felix-Krull-Wiedergänger  – gelegentlich überfrachtet. Die markige, knurrige Erzählstimme wie auch die muffig-gediegene Atmosphäre erinnerten mich momentweise an den frühen…

Romankritik: Königsallee, von Hans Pleschinski (2013) – 7 Sterne – mit Links Weiterlesen »

Buchkritik: Leichtes Licht, von Hans Pleschinski (2005) – 5 Sterne

Diesen Kanaren-Trip setzte Hans Pleschinski gnadenlos von der Steuer ab, bis hin zum Cappu am Flugsteig, Seite 12: „2 Euro 80.“… Zu D-Mark-Zeiten hatte der Kaffee hier auch schon 2,80 gekostet. Hans Pleschinski plaudert possierlich dahin, allerlei feuilletonistisch Verspieltes kommt seiner Protagonistin in den Sinn, neben zierlichen Gehässigkeiten über Prolls, Bordfraß und die „nicht durchwegs…

Buchkritik: Leichtes Licht, von Hans Pleschinski (2005) – 5 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Begrabt mich aufrecht, von Isabel Fonseca (1995, engl. Bury Me Standing) – 7 Sterne – mit Presse-Links & Video

Fazit: Fonseca liefert spannende, persönliche Reportagen von Sinti- und Roma-Begegnungen in Osteuropa – aufschlussreich, sprachlich hervorragend (ich kenne nur das engl. Original), und mit guten Fotos illustriert. Etwa ein Viertel des Buchs widmet Fonseca Geschichte, Geographie und Verfolgung allgemein, jedoch überwiegend nicht wissenschaftlich systematisch, sondern frei fließend. Lebendig: Überwiegend bringt Fonseca sehr lebendige, aufschlussreiche Reportagen…

Buchkritik: Begrabt mich aufrecht, von Isabel Fonseca (1995, engl. Bury Me Standing) – 7 Sterne – mit Presse-Links & Video Weiterlesen »

Romankritik: Drei Frauen, von Georges Simenon (1959) – 4 Sterne – mit Medien-Links

Die junge, selbstbewusste Fallschirmspringerin und Rennfahrerin Sophie lebt mit einer labilen Freundin und einer Haushälterin zusammen. Da muss die fast vergessene Großmutter aufgenommen werden – sie kommt in die zweite Dienstbotenkammer. Zwischen den Frauen entsteht eine Art Machtkampf; zum Beispiel konfisziert Sophie den Konservenvorrat ihrer Großmutter, um Gäste zu bewirten; es gibt ein wenig Zickenkrieg,…

Romankritik: Drei Frauen, von Georges Simenon (1959) – 4 Sterne – mit Medien-Links Weiterlesen »

Romankritik: Die Blendung, von Elias Canetti (1935) – 7 Sterne

Schon nach 100 Seiten sind die Eheleute Kien dermaßen verkracht, dass man nicht weiß, wie Canetti das auf den nächsten 400 Seiten noch toppen will: Nicht nur die Hauptfiguren wirken zunehmend besessen und irr, grotesk und absurd, auch die Sprache selbst lappt ins Fiebrige, Bizarre, unterstrichen durch leichte, aber eingängige Fehlbedeutungen wie gleich zweimal hintereinander…

Romankritik: Die Blendung, von Elias Canetti (1935) – 7 Sterne Weiterlesen »

Romankritik: Ruhm, von Daniel Kehlmann (2009) – 3 Sterne

Kehlmann plaudert leicht konsumierbar vom Hocker und hat keine Angst vor Dialogen – ein wichtiger Unterschied zu deutschsprachigen Kollegen. Dabei schreibt er jedoch glanzlos, ja stumpf und muffig: Er setzt nicht nur „ß“ nach alter Rechtschreibung. Eine Kantine nennt Kehlmann zudem „Eßsaal“, Handys heißen konsequent „Mobiltelefon“, der Mobilfunkanbieter hat einen „Kundendienst“, und im Hotel kümmern…

Romankritik: Ruhm, von Daniel Kehlmann (2009) – 3 Sterne Weiterlesen »

Test Leseständer/Buchstützen

Ich suchte Buchstützen, die ein 800-Seiten Hardcover sicher aufgeschlagen halten – bei Seite 388 ebenso wie bei Seite 8 und 788. Dabei will ich immer wieder bequem und mühelos umblättern. Ich will also kein Kochbuch eine halbe Stunde auf eine Doppelseite festlegen. Der genaue Buchwinkel interessiert mich weniger als das sichere Fixieren der schweren Drucksache…

Test Leseständer/Buchstützen Weiterlesen »

Rezension: Monsignor Quijote, von Graham Greene (Roman 1982, engl. Monsignor Quixote) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Ein Dorfgeistlicher und ein kommunistischer Ex-Bürgermeister trudeln etwas ziellos mit dem Auto durch Nordspanien nach Franco. Befeuert von Vodka, aber vor allem Rotwein, debattieren sie unentwegt, sticheln gegen die Überzeugung des jeweils anderen, vergleichen immer wieder katholische Religion und kommunistische Anschauungen. Die Reisegefährten sind sich bei allen weltanschaulichen Unterschieden freundschaftlich gesonnen und genießen immer wieder…

Rezension: Monsignor Quijote, von Graham Greene (Roman 1982, engl. Monsignor Quixote) – 6 Sterne – mit Presse-Links Weiterlesen »

Filmkritik: Unser Mann in Havanna, mit Alec Guiness (1958) – 6 Sterne – mit Video & Links

Die Romanverfilmung unterhält gepflegt und liefert ein paar interessante Variationen zum zugrunde liegenden Buch von Graham Greene, aber auch viele dicke Kuba-Klischees. Die Schwarzweiß-Bilder wirken teils gefällig, aber nie auffällig gut. Die Hauptfigur Wormold (Alec Guiness) erscheint deutlich lässig-ironischer und weniger sauertöpfisch als im Buch. Seine schon im Roman bizarre, 17jährige devot materialistisch-katholische Tochter Milly…

Filmkritik: Unser Mann in Havanna, mit Alec Guiness (1958) – 6 Sterne – mit Video & Links Weiterlesen »

Rezension: Unser Mann in Havanna, von Graham Greene (Roman 1958) – 8/10

Graham Greene schreibt eine intelligent-alberne Agentenklamotte, die bestens unterhält und die Lachmuskulatur anregt – kein Greenesches „entertainment“ (seine Bezeichnung für weniger ernste Bücher) ist so entertaining wie dieses, nur einige Geschichten in der Sammlung May We Borrow Your Husband tönen ähnlich köstlich-mokant. Hier herrscht eine ganz andere Stimmung als in überaus ernsten Greene-Büchern („novels“) wie…

Rezension: Unser Mann in Havanna, von Graham Greene (Roman 1958) – 8/10 Weiterlesen »

Rezension: Ein ausgebrannter Fall, von Graham Greene (Roman 1960, engl. A Burnt-Out Case) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Ein berühmter Architekt verbringt anonym einige Wochen auf einer Lepra-Station in Belgisch-Kongo (später Zaire, heute Demokratische Republik Kongo). Er fühlt sich ausgebrannt und ohne Lebenslust, jenseits von Liebe, Gott und Karriere; aber „ausgebrannt“ hat in der Lepra-Behandlung noch eine andere, interessante Bedeutung. Graham Greene (1904 –1991) schreibt knapp, präzise und sehr stimmungsvoll, unaufdringlich genau, reduziert –…

Rezension: Ein ausgebrannter Fall, von Graham Greene (Roman 1960, engl. A Burnt-Out Case) – 7 Sterne – mit Presse-Links Weiterlesen »

Rezension Biografien: The Life of Graham Greene, Vol. I 1904 – 1939 (1989), Vol. II 1939 – 1955 (1994), Vol. III 1955 – 1991 (1999), von Norman Sherry – 6 Sterne – mit Presse-Links

Graham Greene hatte Norman Sherry 1974 zum Biografen ernannt, ihm unbeschränkten Zugang zu allen Briefen und Tagebüchern und über 17 Jahre viele Interviews gegeben – und die Erlaubnis, alles zu zitieren, auch seine Romane. Sherry schrieb von 1976 bis 2002. Er sprach ausführlich mit allen Familienangehörigen, Frauen, Bekannten, Kollegen, las unveröffentliche Teile Greenescher Memoiren und…

Rezension Biografien: The Life of Graham Greene, Vol. I 1904 – 1939 (1989), Vol. II 1939 – 1955 (1994), Vol. III 1955 – 1991 (1999), von Norman Sherry – 6 Sterne – mit Presse-Links Weiterlesen »

Rezension Biografie: Graham Greene, Eine Biographie, von Michael Shelden, 1994, engl. The Man Within (UK), The Enemy Within (USA) – 5 Sterne

Michael Shelden hatte weit weniger Greene-Zugang und Greene-Abdruckrechte als Greenes offizieller Biograf Norman Sherry – einmal wiesen Greenes Anwälte Shelden brieflich in die Schranken, wie Shelden selbst schreibt. Vielleicht klingt Shelden (*1951) deshalb ab Seite 1 unermüdlich boshaft, wie verbissen wühlt er nach Anhaltspunkten für Greenes niederen Charakter: Shelden schildert Graham Greene als sexuell besessen,…

Rezension Biografie: Graham Greene, Eine Biographie, von Michael Shelden, 1994, engl. The Man Within (UK), The Enemy Within (USA) – 5 Sterne Weiterlesen »

Nach oben scrollen