September 2014

Indien-Spielfilm: Water (2005, Regie Deepa Mehta, mit John Abraham) – mit Trailer – 6 Sterne

Das hat mir gefallen: sehr edle Bilder, jede Einstellung „eine Doppelseite“ schöne Geschichte, die sich ohne Eile entwickelt prima Kinder-Darstellerin Sarala, gut auch Seema Biswas, Manorama und Raghuveer Yadav poetische Lieder von A.R.Rahman Amazon-Werbelinks zu Filmen (ohne Bollywood): Indien | Asien Das störte mich: zu deutlich moralisierende Botschaft durch Texttafeln im Vor- und Abspann und […]

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Jazz-Doku: Thelonious Monk – Straight no Chaser (mit Video) – 6 Sterne

Der Film (engl. Straight, No Chaser, dt. Thelonious Monk, Eine Jazzlegende; 1988) zeigt ausgedehnte Live-Aufnahmen Monks in Schwarzweiß 1968, oft nicht vor Publikum, sondern bei Plattenaufnahmen. Alle Monk-Klassiker von ‚Round Midnight bis Epistrophy sind zu hören. Während die Kameraführung oft dilletantisch wirkt, ist die Bildqualität passabel, der Ton exzellent – und es ist Monks frisches,

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Roman: Ein halbes Leben – Half a Life, von V.S. Naipaul (2001) – 6 Sterne

In mehreren Punkten enttäuscht dieser etwas halbherzige Roman: Humor: Rezensenten rühmten Half a Life als witzigsten Roman von V.S. Naipaul. Ich selbst fand seine vier frühen Trinidad-Romane (Mr. Biswas, Mystischer Masseur, Wahlkampf auf karibisch, Miguel Street) ebenso deutlich witziger wie auch Mr. Stone and the Knights‘ Companion oder einige Kurzgeschichten, etwa The Night Watchman’s Occurrence

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Historischer Afrika-Reisebericht: Travels in West Africa, von Mary H. Kingsley (1897) – 6 Sterne

Kingsley schreibt resolut, kurzweilig und mit sehr viel trockenem Humor. Am liebsten spottet sie über sich selbst: wie sie ins Wasser fiel, durch ein Dach fiel, Leoparden, Nilpferde und Krokodile in die Flucht schlug – jedes Ereignis amüsiert sie scheinbar. Allerdings wählt Mary Kingsley oft nicht die Themen, die mich interessieren – Begegnungen mit den

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Kindheitserinnerung Sizilien: Das Kind unterm Salatblatt, von Luigi Brogna (2006) – 6 Sterne

Brogna liefert eine Kette liebenswerter Kinderanekdoten aus der Zeit, als er ungefähr fünf bis zehn war und in Messina, Sizilien, aufwuchs. Er erzählt mit einer naiven Kinderstimme, und das Ergebnis klingt wie das Buch eines Kindes über Kinder und geschrieben *für* Kinder. Ich habe ein paarmal gelacht und gelegentlich gelächelt; allerdings wirkt der Text zwar

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Spielfilm: Lucia und der Sex (Spanien 2001; mit Trailer) – 6 Sterne

Mir gefiel: interessant konstruierte Geschichte mit mehreren Ebenen, auch wenn ich nicht immer auf Anhieb folgen konnte ein paar gute Kameraeinstellungen gute Darsteller gute Erotik Mir gefiel weniger: Insel-Szenen farblich verfremdet (absichtlich?) esoterische Anklänge und aufdringlich einkopierter Vollmond überfrachtetes Ende ein paar platt pornografische Szenen

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Meta-Reisebericht aus Afrika: One Dry Season: In the Footsteps of Mary Kingsley, von Caroline Alexander (1990) – 6 Sterne

Alexander befasst sich wohlgemerkt nur mit dem Gabon-Teil von Mary Kingsleys Reisen; sie verbrachte eine Trockenzeit im Land. Kamerun, Sierra Leone oder Südafrika tauchen im Buch nur en passant auf. Alexander gräbt sich teils tief in Kingsleys Bericht ein, spekuliert seitenlang (zu lang) über Reise-Details und geographische Zusammenhänge. Dann wieder reist sie, wie sie selbst

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Rezension Bier-Doku Deutschland: Beerland (2013) – 7 Sterne – mit Video

Der Amerikaner Matt Sweetwood erkundet deutsche Bierkultur u.a. im Kölner Karneval, in Berliner Eckkneipen und immer wieder in Bayern: auf dem Oktoberfest, bei Bierkriegfreilichtspielen in Dorfen und auf fränkischen Brauereiwanderwegen, die man sich abstempeln lässt. Dortmund bleibt außen vor. Bierdimpfln auf Brauereiwanderwegen: Sweetwood präsentiert schwer erträgliche Bierdimpfln, peinliche Exzesse, Spießigkeit, militante Vereinsmeier und abstoßenden Kneipenfraß.

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Bollywood-Schwank: English Babu, Desi Mem – Der Junge aus England und das indische Mädchen (1996, mit Shah Rukh Khan; mit 3 Songs) – 6 Sterne

Abstrus unglaubwürdige Handlung. Drastisch überziehende Schauspieler. Billige Ausstattung. Brutale Prügelszenen – – und doch: ich habe mich über 2 Stunden und 40 Minuten gut unterhalten. Ja, es lag zum Teil an der wohl unfreiwilligen Komik oder an der Ungewissheit: Meinen die das jetzt ernst oder veräppeln die sich selbst? Das trauen die sich? Die Musik

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Bollywood-Gewalt-Oldie: Tezaab (1988, mit Anil Kapoor, Madhuri Dixit) – Trailer & 3 Songs – 6 Sterne

Tezaab („Säure“, 1988, Regie N. Chanda) hat soviel rohe Gewalt, dass ihn in Indien nur Erwachsene sehen dürfen (dieses drakonische Urteil fällt die Zensurbehörde sonst eher wegen Lippenküssen). Ein paarmal wird die Gewalt böse, aber es gibt auch viele sehenswerte, kuriose, aufwändige Actionpassagen. Dann wieder tänzeln die Akteure beschwingt auf grünen Hügeln (schön arrangiert von

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Kurzgeschichten: Was wollen Sie von mir, von Doris Dörrie – 6 Sterne

Kleine, lakonische Geschichtchen, die oft von nüchterner, unromatischer Liebe handeln – leicht zu lesen, ganz schnell vorbei. Wieviel eigene, persönliche Gedanken und Gefühle Doris Dörrie ihren verschrobenen Ich-Erzählerinnen in die Zeilen legt, möchte ich nicht wissen. Einige Geschichten spielen in Hollywood. Sie gefallen mir weit besser als Dörries Hollywoodroman Und was wird aus mir.

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US-Tanzfilm: High School Musical 3: Senior Year (2008, mit Zac Efron, Vanessa Hudgens) – Trailer & 4 Songs – 6 Sterne

Wirklich tolle Choreographien, insbesondere das Basketballspiel zu Beginn, bei dem Tanz und Synchronträllern zwischen aktiven Sportlern und Cheerleadern hin und her wechseln. Die geschauspielerten Abschnitte zwischen den Tänzen sind noch zuckerbäckeriger, steriler und „disney“ als nötig, Realität bleibt unter Strafandrohung außen vor, also gibt es auch nur einen Kuss und fast kein Internet, Alkohol, Mobiltelefon,

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Schmalzroman: Kussfest, von Janet Evanovich (2003) – 5 Sterne

Absurde Krimi-Soap um einen menschlichen Supermann (superreich, superklug, supererfolgreich, supernett, super Body, supersexy, superstark) mit einem feminin säuselnden Supercomputer in einem Superauto und ein Kleinstadt-Sammelsurium von krass überzeichneten Kleinverlegern, Bürgermeisterkandidaten, wohltätigen Damen, schwulen Dandies, verkommenen Vietnamveteranen und verlobten Rechtsanwälten (engl. Full Tilt; dt. Kussfest). Die meisten Szenen spielen in den immergleichen Räumen. Starke Einzeiler: Das

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Thailand

Südostasien-Roman: Pure, von Timothy Mo (2012) – 6 Sterne

Ein verblüffendes Buch: In der Hauptrolle ein Transvestit, der zum muslimischen Gotteskrieger wird. Es beginnt in Bangkok und sehr frivol, geht dann in den muslimischen Süden Thailands und ins Trainingslager auf die Philippinen. Ich bin mit Region und Sprachen etwas vertraut, habe hier aber viel Neues gelernt – sofern es nicht frei erfunden war. Timothy

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Deutsche Komödie: Sex Up – Ich könnt‘ schon wieder (2005) – mit Trailer – 6 Sterne

Kann man sich auch unter Niveau amüsieren? Mit dieser Frage quälten sich einst die Literaturpäpste. Dieses Sex up 2 jedenfalls hat mich amüsiert, auch wenn es unterstes Niveau ist (vielleicht noch etwas tiefer als Sex up 1 von 2003). Dennoch gibt es kein Gekreisch, keine schrille Comedy, aber einen wundersam bizarren Soundtrack, der Smoke on

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Bollywood-Action-Spaß-Oldie: The Great Gambler (1979, mit Amitabh Bachchan) – 5 Videos – 6 Sterne

Nette Masala-Agenten-Klamotte mit Außenaufnahmen aus Goa, Ägypten, Rom, Venedig, Lissabon und Holland. Amitabh Bachchan macht bella figura in einer eindrucksvollen Doppelrolle, die Frauen (Zeenat Aman, Neetu Singh, Helen) produzieren Oooomph in ein paar sexy Tänzen und dürfen ansonsten vor allem Bachchan anschmachten. Action zu Wasser und zu Land: Daneben reihenweise Bösewichte à la manière Bollywood

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Romantische Komödie: Was Frauen wollen (2000, mit Mel Gibson) – mit Trailer – 6 Sterne

Nancy Meyers, Spezialistin für die Ü30- oder auch mal Ü50-Romkom mit Kopf und Herz, brachte schon subtilere Lustspiele auf die Leinwand. Dennoch gibt es auch hier – neben allem Klamauk – verblüffende Einsichten ins Leben und in weniger glamouröse Schicksale. Danach muss man jedoch suchen. Auf den ersten Blick ist Was Frauen wollen (2000, engl.

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Kritik lustiger England-Roman: Ohne mich, Jeeves!, von P.G. Wodehouse (1947) – 6/10

Wie gern würde man es von Loriot hören: Die gediegenen Herrschaften aus diesem Roman heißen Bertram Wooster, D’Arcy „Stilton“ Cheesewright, Boko Fittleworth, Catsmeat Potter-Pirbright oder Lord Percival Worplesdon. Sie domizilieren nonchalant in Steeple Bumbleigh. Vor strengen Tanten und heiratswütigen Schriftstellerinnen zittern diese Figuren. In schwierigen Lagen konsultieren sie Butler Jeeves, den mit der enormen Hutgröße.

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Roman Chinesin in England: Kleines Wörterbuch für Liebende, engl. A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers (2007) – 6 Sterne

Unschuldiges Chinamädel, 23, kommt nach London, um ihr Englisch zu aufzubessern. Zieht bald zu einem älteren Späthippie. Dann per Interrail durch Europa. Die Ich-Erzählerin liefert schöne Vergleiche zwischen westlicher und chinesischer Kultur (Beziehungen, Familie, Mann-Frau, Privatsphäre, Essen, Ausdrucksweisen, Geld). Ein Großteil ist in kaputtem, niedlichem Asien-Englisch geschrieben, erst gegen Ende wird es etwas besser (ich

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James Bond: Stirb an einem anderen Tag – Die Another Day (2002, mit Pierce Brosnan, Hale Berry) – mit 2 Videos – 6 Sterne

Einzelne nordkoreanische Militärs wollen Südkorea und den Westen mit einer Zauberwaffe überrennen. Pierce Brosnan und Hale Berry müssen die Sache klären. Dieser Bond hat stupende, fast überwältigende Action und meist volle Spannung, wenn auch mit aufdringlich viel Bondblasmusik untermalt. Es gibt einen futuristisch-bombastischen Eispalast und lange Gefechte in einem brennenden Riesenflugzeug. Einwände: Es ist wohl

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Hindi-Ehebruch-Drama: Arth (1982, mit Shabana Azmi) – 5 Videos – 6 Sterne

Sensibles, meist ruhiges und langsames Ehebruch-Drama in der oberen indischen Mittelschicht unter Filmleuten und Rechtsanwälten, aber auch eine Putzfrau bekommt eine wichtige Nebenhandlung. Shabana Azmi spielt vielschichtig und lässt sich hervorragend 140 Minuten lang zusehen. Auch die meisten anderen Darsteller wirken angenehm realistisch, mit kleineren Schwächen: die gespielte Schizophrenie von Smita Patil bringt unnötig schrille

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Rezension Sachbuch Musikbranche: Hit Men. Power Brokers and Fast Money Inside the Music Business (dt. Hit Men. Makler der Macht und das schnelle Geld im Musikgeschäft), von Fredric Dannen (1990) – 6 Sterne – mit Kritikerübersicht

Der bekannte Journalist Fredric Dannen schildert bizarre und illegale Praktiken im Popgeschäft der USA von etwa 1955 bis 1990. Dabei lernen wir u.a. Payola kennen – Geld fließt, damit ein Song im Radio läuft. Vor allem geht es um viele schrille und unterhaltsame Geschäftsleute mit berstenden Egos und stahlharten Ellenbogen – Rabauken, Bonvivants und Ganoven,

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Eisenbahn-Weltreise: Ghost Train to the Eastern Star, von Paul Theroux (2008) – 6 Sterne

Eine Zugreise 2006 von London nach Tokio und zurück – mit einigen längeren Flug-Abschnitten dazwischen. 1973 war Paul Theroux eine ähnliche Strecke gereist und sein Buch darüber, Basar auf Schienen, engl. The Great Railway Bazaar von 1975, wurde ein großer Erfolg. Lange Strecke: Dem Basar auf Schienen schickte Theroux weitere Eisenbahnbücher hinterher, unter anderem über

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Bollywood-Oldie: Chupke Chupke (1975, mit Amitabh Bachchan, Sharmila Tagore) – mit Trailer & Song – 6 Sterne

Regisseur Hrishikesh Mukherjee produzierte einen für ihn typischen „middle of the road“-Film: Nett, humorvoll, im gehoben gutbürgerlichen Milieu, ohne schrille Charaktere, Aktionen oder gar Gewalt, mit gut zwei Stunden nicht allzu lang. Die Figuren sind meist liebenswert, die Musik ist es auch. Am Schluss bleibt heiteres, leicht hohles Wohlbehagen. Größere Aufregungen liefert Chupke Chupke also

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Romantische Komödie: Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (2001, mit Hugh Grant, Colin Firth, Renée Zellweger) – mit Trailer – 6 Sterne

So blöd und selbstwertgeschädigt wie Bridget Jones ist hoffentlich niemand. Das Zuschauen macht dennoch Spaß: Kamera und Schnitt halten die Geschichte (2001) unterhaltsam auf Trab. Und dann agiert da eine famose Renée Zellweger, die sich für den Dreh erstaunliche zehn Kilo angefuttert und drei Wochen weitgehend incognito beim Picador-Verlag gearbeitet hat: im Film mal selbstvergessen

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Banker-Doku: Master of the Universe (2013, mit Trailer) – 6 Sterne

Der Sprechtext: Interessant. Der Ex-Banker Rainer Voss redet intelligent, unterhaltsam, bildhaft, nachvollziehbar und fast ohne Leerblasen. Private Details lässt er sich aber kaum entlocken. Die Bilder: Langweilig. Dann bringt man diesen Inhalt bringt besser als Radiofeature oder Seite-3-Thema. Der Banker steht und redet in einem verlassenen, tristen Büroturm, zwischendurch kriecht die Kamera zäh an Bankgebäuden

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Spielfilm Chinesen in London: Chinese Blues bzw. Soursweet (1988) – 6 Sterne

Eine chinesische Kleinfamilie baut sich in den 60ern mit einem Imbiss eine Existenz im ärmsten Teil Londons auf. Doch der Mann verstrickt sich in Schulden, eine Gangsterbande setzt ihn unter Druck. Das ist fein beobachtet, in immer neuen, sorgfältig choreographierten Kamerabildern in trüben Farben. Respekt, Tradition und Hierarchie à la China spielen eine große Rolle

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Autobiografie: Little Wilson and Big God, von Anthony Burgess (1986) – 6 Sterne

Gleich auf den ersten Seiten bringt Burgess ein paar drastisch ordinäre Witze – ein Vierzeiler kombiniert Pädophilie, Nekrophilie und gleichgeschlechtlichen Sex. Auf den weiteren 440 Seiten kommen dann regelmäßig deftige Schocker, vorgetragen mit präpubertärem Stolz, wenn auch nicht mehr mit der Dichte des Einstiegs. Seitensprünge und Katholizismus: Seine augenzwinkernde Vulgarität kontert Anthony Burgess – der

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Filmbuch: Bollywood: A Guidebook to Popular Hindi Cinema, von Tejaswini Ganti (2004) – 6 Sterne

Mittlerweile gibt es eine Ausgabe von 2013, doch ich bespreche hier die Fassung von 2004 – mit einer Zeittafel bis 2003, alle Interview-Auszüge stammten von Mitte, Ende der Neunziger. Die offenbar indischstämmige Autorin ist Anthropologieprofessorin in den USA und betont selbst, dass sie weniger als Filmkritikerin ans Thema herangehe. Klar ist: Tejaswini Ganti hat viele

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Uruguay-Spielfilm: Gigante (2009) – mit Trailer – 6 Sterne

In Gigante (2009) wird gestohlen, geprügelt, randaliert, spioniert. Dennoch hat man das Gefühl, dass nichts passiert: Ein dicker Nachtwächter beobachtet eine schlanke Putzfrau durch Überwachungskameras und Nachstellung – einen ganzen Film lang (der freilich nur 84 Minuten dauert). Dieses Langsame hat mir gefallen: Viele Szenen wirken zweckfrei, bringen ein bisschen Atmosphäre, sind wieder vorbei. Charmefrei

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Thailand

Hongkong-Roman: The Monkey King, von Timothy Mo (1978) – 6 Sterne

Ja, ich habe mehrmals laut gelacht. Ganz behaglich war das Lachen nicht, denn die Figuren in diesem Hongkong-chinesischen Familienroman (mit einem halben Außenseiter) sind alle unsympathisch. Timothy Mo lässt sie zudem ein Pidgin-Englisch reden, das in Schriftform debil wirkt. Alltag in Hongkong: Trotzdem sieht man der Familie gern beim Alltagstreiben zu. In der ersten Hälfte

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