Belletristik

Kritik: Der Fotograf von San Marco, von Mario Adorf (Erzählungen 2003) – 5 Sterne

      Mario Adorf fasst hier seine italienischen Geschichten zusammen, die zuvor in verschiedenen Büchern erschienen. Zwei Erzählungen aus Rom und Sizilien kennt man zum Beispiel schon aus Der römische Schneeball. Fazit: Adorf plaudert leicht und locker, wie ein billiges Brioche; öfter wird es anheimelnd mediterran. Dennoch sind manche Sätze zu lang, zumal Adorf kein…

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Kritik: Der römische Schneeball, von Mario Adorf (Erzählungen 1999) – 5 Sterne

       Mario Adorf ist sicher ein Netter, und man sieht sein Lächeln oft zwischen den Zeilen, wenn er seine Schnurren und Räuberpistolen vorträgt. Das gilt vor allem für die römische Titelgeschichte. Gerne mischt Adorf Epochen via Rückblende und per Geschichte in der Geschichte. Schwächen fallen gleichwohl ins Auge: Einzelne Sätze und ganze Handlungsabläufe…

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Rezension: Hotel Honolulu, von Paul Theroux (Roman 2001) – 6 Sterne – Presse-Links

Fazit: Theroux liefert Witz und starke Dialoge, er füttert die Geschichten mit Bildung, Ketten verblüffender Details, ausdrucksvollen Namen und überraschenden Begriffen, erzählt leicht lesbar. Doch eine übergreifende Handlung fehlt, einige Episoden fügen sich kaum ins Ganze; und aufdringliche viele, oft ranzige Bett- und Rotlichtgeschichten und ein paar Morde begrenzen das Vergnügen. Episoden-Reigen: Der Ich-Erzähler ist…

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Rezension Philippinen-Bericht: Wasserspiele, von James Hamilton-Paterson (1987, engl. Playing with Water) – 5 Sterne

Hamilton-Paterson schreibt alles andere als spannend, er mag Rückblenden und persönliche Einschübe. Bei einem Buch über philippinisches Dorf- und Inselleben würden andere Autoren sofort medias in res gehen und erst später auf Hintergründe und Vergangenes schwenken; doch Hamilton-Paterson beginnt Wasserspiele mit Verallgemeinerungen und Dingen, die Jahrzehnte zurückliegen (darin an seine Geister von Manila erinnernd, die…

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Rezension: Die Erleuchteten, von Miguel Syjuco (Philippinen-Roman 2010, engl. Ilustrado) – 5 Sterne – mit Presse-Links& Video

Fazit: Miguel Syjuco schreibt gut lesbar und smart, jedoch gelegentlich zu vulgär. Das Stakkato aus vielen verschiedenen fiktiven, immer wieder unterbrochenen Texten mit multiplen Cliffhangern ist Geschmackssache. Wechselnde Perspektiven: Der Ich-Erzähler heißt wie der Buch-Autor Miguel Syjuco, und er erzählt das Leben des mutmaßlich ermordeten, exzentrischen fiktiven philippinischen Autors Crispin Salvador Mitte bis Ende des…

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Kritik Erzählungen: South Sea Tales, von Robert Louis Stevenson – 6 Sterne

Fazit: Stevenson erzählt uneinheitlich, teils mit fantastischen Sagen-Elementen, teils nur mit Hilfe der wissenschaftlichen Anmerkungen zu verstehen. Aber seine Sprache trifft den Charakter der geschilderten Personen markant, und die Südseekulissen werden sehr lebendig. In den zwei deutlich längsten Geschichten spielen Weiße die Hauptrolle, die in der Südsee ihr Glück suchen; beide Geschichten steuern etwas langatmig…

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Roman-Kritik: Der Sandmann, von Bodo Kirchhoff (1992) – 6 Sterne

Die Geschichte ist hübsch, wenn auch unrealistisch konstruiert: Ein 50jähriger Frankfurter und sein vierjähriger Sohn suchen ihr junges Kindermädchen im Gassengewirr der tunesischen Hauptstadt. Die Frau des Frankfurters, eine Pensionswirtin und ein weiterer Pensionsgast spielen wichtige Nebenrollen. Alle sind irgendwie miteinander verbandelt, und erzählt wird recht widersprüchlich aus zwei verschiedenen Perspektiven. Mehrfach entstehen spannende Situationen, und…

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Rezension Indien-Roman: The Householder, von Ruth Prawer Jhabvala (1960) – 6 Sterne – mit Video

Prem ist ein kleiner, jungverheirateter Junglehrer in Delhi, seine Frau Indu schwanger. Das Geld wird knapp. Prem fühlt sich ständig unsicher und unvorbereitet – schwierige Themen kann er weder bei Indu noch mit Chef oder Vermieter ansprechen. Ständig setzt er Fassaden auf, und jeder Ansatz zu einem ernsten Gespräch geht daneben. Dann lernt Prem auch…

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Rezension Erzählungen: My Nine Lives, von Ruth Prawer Jhabvala (2004) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die neun Erzählungen sind sehr gleichmäßig jeweils knapp 30 Seiten lang: eine weibliche Ich-Erzählerin berichtet mehrere Jahre aus ihrem Leben, manchmal ihr ganzes Leben. Die Geschichten sind nicht miteinander verbunden, doch die Ich-Erzählerinnen leben häufig in Großstädten (fünfmal New York, zweieinhalbmal Delhi, eineinhalbmal Nachkriegs-London) und haben besondere Verbindungen zu Indien – wie die Autorin selbst….

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Rezension Kurzgeschichten: A Lovesong for India, von Ruth Prawer Jhabvala (2011) – 5 Sterne – mit Presse-Links

Die Geschichten spielen in den teuersten Immobilien von Delhi oder Mumbai, vor allem aber in New York: Anders als in frühereren Romanen oder in Kurzgeschichtensammlungen bis Out of India/dt. Eine Witwe mit Geld (1986) portraitiert Ruth Prawer Jhabvala diesmal die Oberschicht und Superreiche – eine Dichterfürstin, Hollywood-Stars, Bollywood-Stars (angelehnt an Amitabh Bachchan), Filmkritiker oder Popmanager,…

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Rezension historischer England-Raj-Roman: Teerose und Sandelholz, von Julia Gregson (2008, engl. East of the Sun) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Drei junge Frauen und ein junger Mann reisen 1928 gemeinsam von England nach Indien – mit ganz unterschiedlichen Plänen und Vorstellungen. Es geht um Heirat, berufliche Veränderungen und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit. Der Roman spielt überwiegend in Indien (vor allem Bombay, außerdem Poona, Ooty, Simla, Nordwestgrenze), zum kleineren Teil auch in England und auf…

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Rezension Roman: Die Fälschung, von Nicolas Born (1979) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die Journalisten Laschen und Hoffmann reisen 1975 ins vom Krieg zerrissene Beirut. Sie sehen Schreckliches, Laschen hat nebenher eine diffuse Affäre. Der Roman wurde 1981 mit Bruno Ganz verfilmt, Regie Volker Schlöndorff. Die Erlebnisse sind extrem, doch an diesem Roman fallen vor allem der distanzierte Ton und Laschens Mentalität auf. Nicolas Born (1937 – 1979)…

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Rezension fiktionalisierter Abenteurer-Bericht: Burton and Speke bzw. Mountains of the Moon, von William Harrison (1982) – 6 Sterne – mit Kritiken

Der Roman fiktionalisiert die Jahre 1854 bis 1864 der Entdecker Richard Francis Burton und John Speke mit Hauptschauplatz Afrika: Burtons Alleingang in die verbotene Stadt Harar, der Somali-Überfall auf das englische Camp in Berbera, die haarsträubend strapaziöse Burton-Speke-Nilquellen-Expedition, die Londoner Auseinandersetzungen um Entdecker-Ehren mit einem spektakulären Todesfall, Burtons Beziehung zu Isabel Arundell und die Heirat…

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Rezension Japan-Roman: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß, von Hiromi Kawakami, 2001 – 4 Sterne

Die 37jährige Ich-Erzählerin Tsukiko trifft in der Kneipe zufällig ihren ehemaligen Lehrer, 67. Seither sitzen sie gern am Tresen zusammen, machen auch mal einen Spaziergang. Eine Romanze deutet sich an, doch der Roman plätschert zwei Drittel der Strecke nur so dahin. Das Buch erschien 2001 im Original als Sensei no kaban, センセイの鞄, wörtlich Die Mappe…

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Thailand

Malaysia-Roman: Die Seidenmanufaktur „Zur schönen Harmonie“ – The Harmony Silk Factory (2005), von Tash Aw – 4 Sterne

Der Roman umfasst die 1920er bis 1960er Jahre in der malaysischen Provinz – also von der englischen Kolonialherrschaft über die japanische Besatzung bis hin zur Unabhängigkeit. Der Schwerpunkt liegt in den 30er und 40er Jahren. Im Mittelpunkt steht der junge Johnny Lim, ein skrupelloser Geschäftsmann und Gelegenheitsverbrecher chinesischer Herkunft. Aus kleinen Verhältnissen arbeitet er sich…

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Roman: Ein halbes Leben – Half a Life, von V.S. Naipaul (2001) – 6 Sterne

In mehreren Punkten enttäuscht dieser etwas halbherzige Roman: Humor: Rezensenten rühmten Half a Life als witzigsten Roman von V.S. Naipaul. Ich selbst fand seine vier frühen Trinidad-Romane (Mr. Biswas, Mystischer Masseur, Wahlkampf auf karibisch, Miguel Street) ebenso deutlich witziger wie auch Mr. Stone and the Knights‘ Companion oder einige Kurzgeschichten, etwa The Night Watchman’s Occurrence…

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Thailand

Südostasien-Roman: Pure, von Timothy Mo (2012) – 6 Sterne

Ein verblüffendes Buch: In der Hauptrolle ein Transvestit, der zum muslimischen Gotteskrieger wird. Es beginnt in Bangkok und sehr frivol, geht dann in den muslimischen Süden Thailands und ins Trainingslager auf die Philippinen. Ich bin mit Region und Sprachen etwas vertraut, habe hier aber viel Neues gelernt – sofern es nicht frei erfunden war. Timothy…

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Roman Chinesin in England: Kleines Wörterbuch für Liebende, engl. A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers (2007) – 6 Sterne

Unschuldiges Chinamädel, 23, kommt nach London, um ihr Englisch zu aufzubessern. Zieht bald zu einem älteren Späthippie. Dann per Interrail durch Europa. Die Ich-Erzählerin liefert schöne Vergleiche zwischen westlicher und chinesischer Kultur (Beziehungen, Familie, Mann-Frau, Privatsphäre, Essen, Ausdrucksweisen, Geld). Ein Großteil ist in kaputtem, niedlichem Asien-Englisch geschrieben, erst gegen Ende wird es etwas besser (ich…

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Thailand

Hongkong-Roman: The Monkey King, von Timothy Mo (1978) – 6 Sterne

Ja, ich habe mehrmals laut gelacht. Ganz behaglich war das Lachen nicht, denn die Figuren in diesem Hongkong-chinesischen Familienroman (mit einem halben Außenseiter) sind alle unsympathisch. Timothy Mo lässt sie zudem ein Pidgin-Englisch reden, das in Schriftform debil wirkt. Alltag in Hongkong: Trotzdem sieht man der Familie gern beim Alltagstreiben zu. In der ersten Hälfte…

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Trinidad-Roman: The Chip-Chip Gatherers, von Shiva Naipaul (1973) – 6 Sterne

Es geht um Dorf-Despoten und Haustyrannen im ländlichen Trinidad. Der Roman von V.S. Naipauls kleinem Bruder Shiva Naipaul enthält aber auch lange Berichte, sogar ausführliche Verallgemeinerungen, und in den ersten Kapiteln leicht unbehagliche Naturbeschreibungen. Die Handlung deprimiert: Die dörflichen Behausungen halb-verfallen, die Trucks im Feld nebenan verrottend. Und die Figuren wecken wenig Sympathie: Egbert Ramsaran,…

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Nigeria-Roman: A Squatter’s Tale, von Ike Oguine (2000) – 6 Sterne

Squatter’s Tale wirkt nicht so sehr wie ein bündiger Roman: Es zerfällt in mehrere längere Episoden: das schnelle protzige Bankerleben in Nigeria, der ärmliche Einstieg in USA, die Romanze. Vor allem wirkt Squatter’s Tale wie eine Ansammlung von Begegnungen, teilweise in Rückblenden erzählt. Anekdoten in der Rahmenhandlung: In eine Rahmenhandlung packt der Autor zahlreiche kleinere…

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Kritik Indien-Krimi: Inspektor Ghote geht nach Bollywood – Filmi, Filmi Inspector Ghote, von H.R.F. Keating (1976) – 4/10

Die deutsche Ausgabe – Inspektor Ghote geht nach Bollywood – habe ich nach vier Seiten aus dem Fenster geworfen. Sie stammt vom Unionsverlag, eine vorhandene ältere Übersetzung wurde hier „überarbeitet und ergänzt“. Wie bitte? Ein paar Ausdrücke der ersten Seiten: „Werbe-Schreibstifte“ „zweifelbeladene Gedanken“ „seine Befürchtungen hinsichtlich seiner Fähigkeit“ „ein Darsteller von Schurken“ „Türhüter“ Zur deutschen…

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Dakar-Youssou-N’Dour-Roman: The Music in My Head, von Mark Hudson (1998) – 6 Sterne

Fazit: Mark Hudson ließ sich von seiner Musik- und Afrikabesessenheit fortreißen, als Roman hält Music in my Head kaum zusammen. Als In-Schilderung aus der Musikszene Dakars ist der Roman, oder sagen wir: das Buch, aber vielleicht einmalig. Amazon-Werbelinks: Ganz Afrika | Südafrika | Kenia | Marokko Atmo: Über Seiten schildert Mark Hudson die Atmosphäre in…

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Indien-Studenten-Roman: Five Point Someone, von Chetan Bhagat (2004) – 6 Sterne

Bhagat schreibt äußerst flüssig, ich habe das sehr zügig gelesen. Einige Kapitel gegen Ende sind auch spannend und mitunter ungehemmt schmalzig – Bollywood gedruckt. Im Mittelpunkt stehen drei Studenten und ihre oft banalen Jungmännergedanken: Arbeit vermeiden, Frauen beschlafen, Alkohol, Kumpeltum. Mitunter ist mir der Ton zu vulgär, und Frauen spielen in der Handlung selbst nur…

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Thailand

Historische Malaysia-Geschichten: More Far Eastern Tales, von W. Somerset Maugham – 6 Sterne

Da sind sie wieder: Die Distriktverwalter, natürlich im einsamen Haus auf dem Hügel am Fluss; die Plantagenverwalter, verstrickt in Eheprobleme (mit Engländerinnen) oder Eheverweigerungsprobleme (mit Asiatinnen); Frauen insgesamt als „pretty little things“; Alkohol und Zigaretten 24/7; Einheimische als blasser Zierrat. Die Kurzgeschichten dauern 30 bis 50 Seiten, bieten Rahmenhandlung und ausgiebige Rückblende, spielen oft im…

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Kritik Marokko-Roman: Himmel über der Wüste, von Paul Bowles (1949, engl. The Sheltering Sky) – 6 Sterne

Ein Buch, das länger nachwirkt. Eindrucksvolle Beschreibungen von Landschaften in Marokko, aber auch von Menschen, Gassen, schäbigen Zimmern, schaurigem Essen. Siedlungen und Gebäude bekommen dabei deutlich mehr Gewicht als die offene Landschaft. Die ungewöhnlichen Hauptfiguren laden kaum zur Identifikation ein. Das zentrale „Ehepaar“ (deutlich an Paul und Jane Bowles erinnernd) lebt zeitweise so distanziert, dass…

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Afrika-Schul-Roman: Girls at Play, von Paul Theroux (1971) – 6 Sterne

Drei Engländerinnen, eine US-Amerikanerin und eine Inderin sind offenbar die einzigen Lehrer einer kenianischen Dorfschule in den 60ern, kurz nach der Unabhängigkeit. Zwei von ihnen schikanieren sich laufend gegenseitig – mit gehässigen Worten, Käfern in der Suppe oder grün übermalten Fenstern. Das plänkelt ganz amüsant dahin, doch erst nach 15 von 22 Kapiteln kommt etwas…

Afrika-Schul-Roman: Girls at Play, von Paul Theroux (1971) – 6 Sterne Weiterlesen »

Thailand

Indonesien-Roman: Liebe und Tod auf Bali, von Vicki Baum (1937) – 6 Sterne

Vicki Baums Sprache klingt altmodisch, manchmal gestelzt und ein bisschen hilflos, wie eine ungeschickte Übersetzung. Der Roman erschien 1937, seit 1933 lebte Baum in den USA. Zu dieser Zeit hat sie ihre Bücher offenbar noch auf Deutsch geschrieben.. Trotzdem hat der Roman eine eigene Stimme. Bei Baums etwas gekünstelt kindlichem Ton weiß man nicht recht:…

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Rezension Chile-Roman: Mit brennender Geduld, von Antonio Skármeta (1985) – 6 Sterne

In dieser mild heiteren, erfundenen Geschichte hilft der Dichterfürst Pablo Neruda seinem einfältigen Dorfbriefträger, die Tochter der Dorfwirtin mit Versen und Metaphern zu betören und an den Altar zu führen. Die Geschichte wurde zweimal verfilmt – zuerst 1984 in der Regie des Romanautors; weit bekannter ist die spätere, fünffach Oscar-nominierte Version mit Philippe Noiret unter…

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Afrika-Roman: Der Pfeil Gottes/Arrow of God, von Chinua Achebe (1964) – 6 Sterne

Das Buch beginnt mit zahlreichen Ibo-Namen für Menschen, Gottheiten, Orte, Rituale, Speisen. Wegen der vielsilbigen Ausdrücke kann man diese Protagonisten und Dinge nicht gut auseinanderhalten. Es gibt zahlreiche Ibo-Begriffe, die nicht übersetzt werden und ein paar Sätze verzerrtes Afrika-Englisch, die ich nicht ganz verstehe. Man wünscht sich ein Glossar und eine Personenübersicht. Amazon-Werbelinks: Chinua Achebe…

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Kalkutta-Geschichten: The Weekenders: Adventures in Calcutta (2004) – 6 Sterne

Vorteile: einige schöne Reportagen, teils literarisch verpackt, vereinzelt packend geschrieben interessante Einblicke abseits der Touristenpfade Nachteile: innerhalb von 250 Seiten wechseln Autoren, Stile, Textgattungen, Thema und Qualität immer wieder nicht immer wird klar, was Fakt und was Fiktion ist keine Fotos zwei Geschichten habe ich nach vergeblichen Versuchen abgebrochen (s.u.) So ist das Buch aufgebaut:…

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