Rezension Bollywood-Spaß: Pyaar To Hona Hi Tha (1998, mit Kajol, Ajay Devgn) – mit 2 Videos – 7 Sterne

In der ersten Hälfte liefert Pyaar to hona hi tha ungebremstes, quietschiges Masala-Vergnügen mit Verfolgungs-Action, schmissigen Hindi-Songs von Jatin-Lalit, Bikinis und lächerlichen Unfällen, die einen Heidenspaß bereiten. Besonders haben mich die Kapriolen im Flugzeug unterhalten (das Rauchen im Flieger wirkt so letztes Millenium).

Bollyspaß mit den üblichen Merkmalen:

Die Zweieinhalbstunden-Klamotte läuft recht schnell und in sich schlüssig durch. Ein paar Logiklücken, Anschluss- und Erdkundefehler gehören unbedingt zum Genre. Gegen Ende wird es dann gefühliger mit Schmalzgefahr.

Kajol erscheint zunächst als krasses Dummerchen, sie wird in den Film eingeführt, indem sie eine Treppe herunterfällt, die nächsten drei Maleurs folgen umgehend. Später wandelt sie sich zur jungen Dame.

Kajols Film- und späterer Ehepartner im richtigen Leben, Ajay Devgn (früher Devgan), bleibt seinem Trend treu: Er spielt Action sehenswert kernig. Doch in romantischen oder nur nachdenklichen Passagen mutiert der Sohn eines Stunt-Regisseurs zur hochdosierten Schlaftablette. Klasse wie so oft Om Puri, hier in einer Nebenrolle als trockener Kripo-Mann mit Herz.

Vergleich mit anderen Filmen:

Pyaar to hona hi tha (1998) erinnert deutlich an den Superfilm Dilwale Dulhania Le Jayenge (1995): Da gibt es einen Familientanz bei der Verlobungsfeier, weitere Tänze auf Schweizer Almen sowie gelbe Senffelder in Indien. Und da gibt es natürlich Kajol, Hauptdarstellerin in beiden Streifen. In DDLJ hat sie freilich weitaus mehr Ausstrahlung, sieht besser aus – und Ajay Devgn ist weit davon entfernt, an Shah Rukh Khan aus DDLJ zu erinnern. Weitere Parallele: Bei beiden Filmen stammt die Musik von Jatin-Lalit. Die zwei Brüder lieferten für Pyaar… durchaus peppige Nummern ab (einiges davon aus westlichen Hitparaden kopiert), doch sie reichen nicht an den gloriosen Soundtrack von Dilwale… heran.

Pyaar to hona hi tha zählt zur Gruppe der harmlosen, aber hoch-unterhaltsamen, überdrehten und erfreulich selbstironischen Masala-Kracher der Mittneunziger, wie etwa auch Baadschah, Yes Boss, Zamana Deewana, English Babu Desi Mem oder Duplicate. Auch ein paar Filme von David Dhawan gehören vielleicht in diese Kategorie. PTHHT ist einer der besten Filme aus dieser Gruppe.


Bollywood-Empfehlungen auf HansBlog.de:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.