Buch

Rezension Indien-Roman: Amrita: Or to Whom She Will, von Ruth Prawer Jhabvala (1955, dt. Die Liebesheirat bzw. Amrita und Hari) – 7 Sterne

Amrita liebt Hari und Hari liebt Amrita. Sie treffen sich manchmal und raspeln Süßholz. Doch Amritas Familie ist gegen die Verbindung, und Haris Familie ist gegen die Verbindung. Die jungen Leute werden anderweitig verbandelt, für sie gibt es scheinbar keine Zukunft. Der Roman spielt in der indischen Mittelschicht Neu-Delhis in den 1950er Jahren, ohne Europäer….

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Rezension Kurzgeschichten: The Pat Hobby Stories, von F. Scott Fitzgerald (1940) – 8/10 – mit Rezensionsbericht

Die 17 knappen Kurzgeschichten handeln vom kleinen Manuskriptschreiber Pat Hobby im Hollywood der späten 1930er Jahre. F. Scott Fitzgerald verarbeitet hier seine eigene Zeit in den Hollywoodstudios, wo er selbst trotz früherer Roman-Erfolge (Der große Gatsby) kein Superstar war, und erzählt eine Demütigung nach der anderen: Der Lohn war einst viel besser; früher durfte er…

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David Nicholls

Rezension komischer England-Roman: Zwei an einem Tag, engl. One Day, von David Nicholls (2009) – 7 Sterne – mit Video & Links

Eine lakonisch romantische Komödie über zwei Jahrzehnte: Nach der Uni-Abschlussfeier verbringen Emma und Dexter eine gemeinsame Nacht; anschließend bleiben sie befreundet, haben aber jahrelang jeweils andere Partner. Dexter ist reich, lässig und wird TV-Moderator; Emma strampelt sich ab und endet als kleine Lehrerin. Die Geschichte verkaufte sich in Deutschland angeblich 1,5 Millionen Mal und wurde…

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David Nicholls

Romankritik: Drei auf Reisen, von David Nicholls (2014, engl. Us) – 8 Sterne

David Nicholls beginnt diesen Roman einer Ehe mit einem Schock: Ich-Erzähler Douglas hört von seiner Frau Connie (beide über 50), dass sie ihn nach 20 Jahren eigentlich angenehmer Ehe verlassen möchte, aber nicht von heute auf morgen. Bald gehen die beiden samt Sohn Albert, 18, auf eine lange geplante Sommerreise durch Museen auf dem europäischen…

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Rezension Büro-Roman: Wir waren unsterblich, von Joshua Ferris (2007, engl. Then We Came to the End) – 7 Sterne – mit int. Presse-Links

Der Roman spielt in einer großen Werbeagentur in Chicago. Autor Joshua Ferris schreibt lakonisch-humorvoll vor allem über Bürotratsch, Bürokleinklein, Angst vor Kündigung und private Probleme. Kaum Handlung, keine Hauptfigur: Es gibt kaum eine Handlung, meist keine Hauptfigur – nur kleine Episoden, aus denen erst ab der Buchmitte zwei Personen etwas deutlicher hervortreten. So treibt das…

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Rezension Unterhaltungsroman: Die Reisen mit meiner Tante, von Graham Greene (1969, engl. Travels with my Aunt) – 7 Sterne

Henry (Mitte 50, frühpensionierter Bankfilialleiter) und Tante Augusta (75) begegnen sich nach Jahrzehnten wieder. Sie reisen mit dem Zug von London über Paris nach Istanbul; später treffen sie sich in Paraguay erneut. Henry ist dezidiert dröge, die alte Dame flamboyant und etwas rätselhaft. Gepflegtes Parlando: Greene schrieb Die Reisen mit meiner Tante, engl. Travels with…

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Besprechung Journalisten-Roman: Die Unperfekten, von Tom Rachman (2011, engl. The Imperfectionists) – 8 Sterne

Der Erfolgsroman schildert einen Reigen amerikanischer Journalisten in Rom, mitunter in Paris, Genf oder Kairo. Überwiegend spielt das Buch von 2005 bis 2010. Jedes Kapitel stellt einen anderen Akteur in den Mittelpunkt; kurze Rückblenden schildern die Entwicklung der Zeitung von 1953 bis in die erzählte Gegenwart. Fazit: Geistreich, kurzweilig, humorvoll und voller Redaktionsalltag – Die…

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Roman-Kritik: Towards the End of the Morning – Gegen Ende des Morgens, 1967, von Michael Frayn – 7 Sterne

John Dyson ist unbedeutender Redakteur bei einer Londoner Tageszeitung, langweilt sich dort oft, fühlt sich aber zu Größerem berufen – da wird er zu einer Talkrunde im Fernsehen eingeladen. Sein Ego schwillt, sein Redefluss auch. Autor Michael Frayn karikiert die Eitelkeiten und Banalitäten im Redaktions- und Büroalltag, die Kleinkämpfe und Rangeleien bei der Arbeit und…

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Roman-Kritik: Verteidigung der Missionarsstellung, 2012, von Wolf Haas – 7 Sterne

Der Roman schildert einzelne Episoden aus dem Leben Benjamin Lee Baumgartners – wie er 23jährig seine Frau in London kennenlernt, wie er 43jährig einen Ausflug in Peking mit einer netten Übersetzerin macht, was später in Arizona passiert, ein paar Szenen aus Wien. Nebenbei fängt sich die Hauptfigur Rinderseuche, Vogelgrippe und Schweinegrippe ein. Witzig mit (zu?)…

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In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Buch: Last Days of the Bus Club, von Chris Stewart (2014, 4. Teil der Reihe „Driving over Lemons“) – 7 Sterne

Chris Stewart erzählt weitere Geschichten seines Auswanderer-Lebens: Der Engländer wohnt seit 20 Jahren mit Frau und Kind auf einer entlegenen Farm in den andalusischen Alpujarras. Mit Driving over Lemons und zwei Nachfolgebänden landete er große Erfolge. Und hier im vierten Teil (erschienen im Juni 2014) geht es in gewohnter Manier weiter: Chris Stewart spottet über…

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Rezension US-Einwanderer-Roman: América, von T.C. Boyle (1995) – 9 Sterne

„América“ habe ich schon vor vielen Jahren gelesen, aber immer noch intensiv „vor Augen“. Kaum ein Autor führt sein Personal so hautnah vor, man sieht quasi jede Pore, jeden Schweißtropfen, riecht die Angst und Verwahrlosung, leidet mit beiden, gegensätzlichen Hauptfiguren. Man sieht den Canyon, die den Elementen abgetrotzte und eingezäunte Siedlung, plastisch vor Augen. Man…

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Rezension Lustiger Nigeria-Spammer-Roman: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy, von Adaobi Tricia Nwaubani (2009) – mit Video – 9 Sterne

Spannend, unterhaltsam, informativ, teils witzig. Oft pfiffig getextet, immer flüssig: Nwaubanis Erstlingsroman habe ich vergnügt fast in einem Rutsch gelesen (dt. Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy, engl. I Do Not Come to You by Chance). Es geht nicht nur um Spanner, auch wenn der Roman so vermarktet wird: Die erste Buchhälfte handelt kurzweilig von…

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Rezension Bollywood-Buch: Lights, Camera, Masala: Making Movies in Mumbai (2006) – 9 Sterne

Schon nach drei Seiten hat es mich vor Lachen vom Sofa gehauen. Autor Naman Ramachandran, ein Filmkritiker, Produzent und Bollywood-Gelehrter, beschreibt die Hindi-Filmindustrie punktgenau elegant, mit augenzwinkernder Liebe und trockenem Humor. Ramachandrans Name erscheint auf dem Buchtitel kleiner als der von Fotografin Sheena Sippy, doch für mich trägt er mehr zum Genuss des englischsprachigen Buchs…

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In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Bericht: Almond Blossom Appreciation Society, von Chris Stewart (2006, Teil 3 von „Driving over Lemons“) – 8 Sterne

Wie in den vorhergehenden zwei Büchern der Serie, die mit Driving over Lemons begann, schreibt Chris Stewart warmherzig, mit einer gewissen Selbsterniedrigung und äußerst lustig – ich habe öfter laut gelacht. Am Ende gibt es noch ein langes, lesenswertes und relativ offenes Interview. Stewart bleibt auf jeden Fall ein Unikat, weniger gelackt als andere Autoren….

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Reise-Bericht: Der Traum von Afrika: Eine Frau, ein Fahrrad – die Freiheit, von Pamela Watson (1999) – 8 Sterne

Ein lebendiges, spannendes, mitreißendes Reisebuch – und dabei lustig und voll Selbstironie. Die Autorin steht zu ihren Widersprüchen und Fehlern, beschönigt nichts (soweit erkennbar). Haarsträubendes Verhalten: Ein paarmal verhält sich Watson auf ihrer Reise, die 1992 begann, denkbar bescheuert: Sie radelt unbefestigte Bergstrecken in der Regenzeit. Im muslimisch-strikten Mali steigt sie im Badeanzug in einen…

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Rezension Afrika-Reisebericht: Show Me the Magic: Travels Round Benin, von Annie Caulfield (2002) – 8/10

Annie Caulfield hat ein Talent für humorige, kurzweilige Reisebeschreibung (immerhin verfasst Caulfield auch Ratgeber für Reise- und Radioautoren). Caulfield beweist einen genauen, liebevollen Blick für eigenwillige Typen und wunderliche Sprache, und Benins erstaunliche Bräuche (Voodoo, Vielweiberei, krakeelende Lokalmonarchen) beschreibt sie ohne mit der Wimper zu zucken. Auch ihre eigenen Bräuche verschweigt Caulfield nicht: mit Trinkgeldern…

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Thailand

Rezension Filmbuch: Kinda‘ Hot: The Making of „Saint Jack“ in Singapore, von Ben Slater (2006) – 8 Sterne

Erstmals entstand ein Hollywoodfilm komplett in Asien: Regisseur Peter Bogdanovich, Filmstar Ben Gazzara und ein großes amerikanisch-europäisch-asiatisches Team verfilmten Paul Therouxs Roman Saint Jack 1978 in Singapur (der Roman, der Film im HansBlog). Sogar die zahlreichen Innenaufnahmen entstanden in Singapur und nicht im Studio. Sehr farbig, lebendig, und kinda hot erzählt Ben Slater in diesem…

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David Nicholls

Rezension Lustiger Roman: Ewig zweiter (2005), von David Nicholls – 8 Sterne

Ein Schauspieler und Drehbuchschreiber, der einen Roman über einen Schauspieler mit Schreibambitionen schreibt – das klingt gefährlich. Man befürchtet distanzlose Insidergeschichten, Egotrips, selbstmitleidige Selbstbespiegelung, Ablästern über Kollegen, Werke und Alphafiguren. Es gibt ja nichts Schlimmeres als Schriftsteller, die Romane über, ausgerechnet, Schriftsteller, schreiben, womöglich noch in Berlin. Doch bei Nicholls (*1966) steigt nie das säuerliche…

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David Nicholls

Rezension lustiger Roman: Keine weiteren Fragen, von David Nicholls (2003) – 8 Sterne

Viele exzellente Dialoge und Abläufe, für ein lustiges Buch recht realistisch, wenn man auch die Zuneigung der beiden Hauptdarstellerinnen für den männlichen Helden etwas unglaubwürdig finden kann. Die Rolle des verstorbenen Vaters wird etwas überhöht. Ich habe das Buch verschlungen. In meiner Suche nach lustigen, aber nicht doofen Büchern hatte ich zuletzt Matthias Keidtels Ein…

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Rezension Geschichten, Romane: Nightwatchman’s Occurrence Book and Other Comic Inventions, von V.S. Naipaul – 8 Sterne

In das dicke englische Taschenbuch packte der Picador-Verlag nach V.S. Naipauls Nobelpreis von 2001 drei sehr unterschiedliche Werke, die Jahrzehnte früher unabhängig voneinander erschienen und alle als komisch gelten: The Suffrage of Elvira (1958, dt. Titel Wahlkampf auf karibisch), eine kauzige Wahlkampfsatire aus dem Hinterland von Trinidad Mr. Stone and the Knights Companion (1963, offenbar…

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In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Berichte: A Parrot in the Pepper Tree, von Chris Stewart (2002, Teil 2 von „Driving over Lemons“) – 7 Sterne

Lebhaft, warmherzig, unterhaltsam, dazu sehr spannend und überaus lustig – ich habe selten so oft bei einem Buch gelacht, und so laut, sogar bei den kurzen Abschnitten über England und Schweden, von denen ich mir wenig erhofft hatte. Ich habe mich bald wie ein Teil der Familie gefühlt, weil Chris Stewart auch recht ehrlich schreibt…

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Rezension Indien-Roman: Ernste Männer bzw. Genie ist relativ, von Manu Joseph (2010, engl. Serious Men) – 7 Sterne

Mir gefiel: witziger, teils zynischer Erzählton (ich hatte die englische Ausgabe, Serious Men) Handlung teils skurril und unterhaltsam zeitweise spannend Mir gefiel weniger: die zwei Geschichten des Institutsleiters und seines Sekretärs sind über weite Strecken zu lose verbunden, man liest fast zwei getrennte Handlungen das Institut im Mittelpunkt des Romans wirkt sehr unrealistisch, wie auch…

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Rezension Multikultur-Afrika-Roman: Fong and the Indians, von Paul Theroux (1968) – 7 Sterne

Kramladeninhaber Fong und seine Frau stammen aus China und sind Christen; Fongs Vermieter und Lieferant Fakhru stammt aus Indien und ist Moslem; dann gibt es noch ein paar lautmaulige Amerikaner. Und sie alle agieren in Ostafrika, in der Fremde. Schwarzafrikaner spielen in diesem Roman dennoch nur eine geringe Rolle; sie kaufen schonmal eine einzelne Zigarette…

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Rezension US-Roman: Die Verrückungen der Benna Carpenter, von Lorrie Moore (1986, engl. Anagrams bzw. Anagrammes) – 7 Sterne

Drei moderne Mittdreißiger sind fast die einzigen Akteure in diesem Buch: Benna Carpenter, ihr Mehr-oder-weniger-Partner Gerard und Bennas Freundin Eleonor. Sie parlieren pointenreich, selbstironisch und nonchalant über ihr Leben, insonderheit über ihre Missgeschicke in punkto Liebe. Das liest sich wie eine moderne, intelligente Romkom, etwa ein Film oder Buch von Norah Ephron, ein Film von…

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Witziger Indien-Roman: 2 States: The Story of my Marriage, von Chetan Bhagat (2009) – mit Video – 7 Sterne

Wieviel davon stammt direkt aus dem Leben des Autors? Das ist die Frage, wenn Hauptdarsteller und Hauptdarstellerin deutliche Züge des Verfassers und seiner Angetrauten zeigen. Chetan und Anusha Bhagat betonen den fiktionalen Charakter von 2 States. Die Dialoge sind sicherlich nicht 1:1 mitstenographiert: Sie klingen über weite Teile zu clever, zu scharf und pointiert. Spannend…

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Romankritik: Lachsfischen im Jemen, von Paul Torday (2006) – 7 Sterne

Die Idee ist reizvoll – ich meine die interessante Handlungsidee und die Präsentation quasi ohne Erzähler, sondern nur durch Wiedergabe von fiktiven E-Mails, Interviews und Tagebucheinträgen. Der Autor ist offenkundig auf die britische Regierung (wohl ein Blair-Kabinett) nicht gut zu sprechen, und ein paarmal habe ich laut gelacht über die Politsatire. Diese Schwächen fielen mir…

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Romankritik englische Medien-Satire: Everyone’s Gone to The Moon, von Philip Norman (1995) – 7 Sterne

1996: Der blasse Louis Brennan, 22, wird Topjournalist bei der schicken Farbbeilage, nein, beim Magazin des Londoner Wochenblattes Sunday Dispatch. Große Teile des Romans beschreiben Leben, Liebe und Intrigen in der Redaktion – und in den Swinging Sixties. Fazit: Norman schreibt mit Insiderkenntnis, spannenden Intrigen, deftiger Satire, ausgeprägten Charakteren und eleganten Worten – umso verblüffender,…

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Rezension Trinidad-Roman: Fireflies, von Shiva Naipaul (1970) – 7 Sterne

Eine arme, indischstämmige Familie im Trinidad der 40er und 50er Jahre. Sie wurschteln sich so durch. Das Ganze beschrieben mit leisem Humor, Einfühlung und viel Lokalkolorit. Familienerinnerungen des kleinen Bruders: Shiva Naipaul, kleiner Bruder des Nobelpreisträgers V.S. Naipaul, schildert hier etwas verfremdet seine eigene Sippe. Mitunter hängt er scheinbar auf gut Glück Erinnerungen aneinander, auch…

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Bücher, die auf Englisch erschienen, lese ich im Original.

Buchkritik Italien-Auswanderer: Die Oliven von San Pietro, ein italienisches Abenteuer, von Annie Hawes (2003, 1. Teil der Trilogie, engl. Extra Virgin) – 7 Sterne

Ich habe oft und laut gelacht. Und ich habe einiges gelernt: Italienisch, Ligurisch, Mentalität, Küche, Landwirtschaft. Ich konnte das Buch zeitweise kaum weglegen. Fragwürdiger Ton: Annie Hawes schreibt mit hochtouriger, deftiger und übertrieben wortreicher Ironie. Das ist unterhaltsam; man hat aber auch das Gefühl, dass sie dabei ihre italienischen Nachbarn verrät. So sah Hawes es…

Buchkritik Italien-Auswanderer: Die Oliven von San Pietro, ein italienisches Abenteuer, von Annie Hawes (2003, 1. Teil der Trilogie, engl. Extra Virgin) – 7 Sterne Weiterlesen »

Lustiger England-Roman rezensiert: Das Intimleben des Adrian Mole, 13 3/4 Jahre alt, von Sue Townsend (1982) – 7 Sterne

Nett, lustig, leicht. Kann man einfach so runterlesen, und die Unterteilung in viele viele kleine Tagebuch-Häppchen macht es noch leichter. Mitunter sind die Witze vorhersehbar, das Konstruktionsprinzip von Sue Townsend ist gut, aber zum Schluss etwas abgehangen. Aber es wird nie selbstgefällig, wie bei deutschen Autoren, die heimlich doch nur über sich selbst schreiben. Die…

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Satirischer Diplomaten-Roman rezensiert: Unser Mann in Afrika, von William Boyd (1981) – 7 Sterne

Zeitweise war ich mir nicht sicher: Ist der Autor so pubertär, oder nur seine Hauptfigur? Die niederen Gelüste des Morgan Leafy bekommen viele Zeilen in diesem Westafrika-Roman, unangenehm viele, und gelegentlich geht es sogar saftig ins Urologische – kein guter Lesestoff beim Frühstück, aber ein Anlass, bestimmte venerische Komplikationen einmal nachzuschlagen. Dann noch derbe, schnell…

Satirischer Diplomaten-Roman rezensiert: Unser Mann in Afrika, von William Boyd (1981) – 7 Sterne Weiterlesen »

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