annehmbar

Rezension Theaterstück: Die Toscana-Therapie, von Robert Gernhardt (1986) – 5 Sterne

Ein paar Einfaltspinsel zwischen Mitte 20 und 60 bevölkern ein Ferienhaus in der Toskana. Einige sind ungebetene Gäste, doch die berechtigten Bewohner schaffen es nicht, sie loszuwerden. Trecker und Güllegerüche stören die Idylle überdies. Robert Gernhardt (1937 – 2006) erzeugt eine Art linksalternativ-intellektuellen Bauernstadl: Die Figuren reden einigermaßen witzig aneinander vorbei und werden zunehmend aufdringlicher–…

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Rezension Indien-Roman: The Householder, von Ruth Prawer Jhabvala (1960) – 6 Sterne – mit Video

Prem ist ein kleiner, jungverheirateter Junglehrer in Delhi, seine Frau Indu schwanger. Das Geld wird knapp. Prem fühlt sich ständig unsicher und unvorbereitet – schwierige Themen kann er weder bei Indu noch mit Chef oder Vermieter ansprechen. Ständig setzt er Fassaden auf, und jeder Ansatz zu einem ernsten Gespräch geht daneben. Dann lernt Prem auch…

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Rezension Erzählungen: My Nine Lives, von Ruth Prawer Jhabvala (2004) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die neun Erzählungen sind sehr gleichmäßig jeweils knapp 30 Seiten lang: eine weibliche Ich-Erzählerin berichtet mehrere Jahre aus ihrem Leben, manchmal ihr ganzes Leben. Die Geschichten sind nicht miteinander verbunden, doch die Ich-Erzählerinnen leben häufig in Großstädten (fünfmal New York, zweieinhalbmal Delhi, eineinhalbmal Nachkriegs-London) und haben besondere Verbindungen zu Indien – wie die Autorin selbst….

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Rezension Kurzgeschichten: A Lovesong for India, von Ruth Prawer Jhabvala (2011) – 5 Sterne – mit Presse-Links

Die Geschichten spielen in den teuersten Immobilien von Delhi oder Mumbai, vor allem aber in New York: Anders als in frühereren Romanen oder in Kurzgeschichtensammlungen bis Out of India/dt. Eine Witwe mit Geld (1986) portraitiert Ruth Prawer Jhabvala diesmal die Oberschicht und Superreiche – eine Dichterfürstin, Hollywood-Stars, Bollywood-Stars (angelehnt an Amitabh Bachchan), Filmkritiker oder Popmanager,…

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Rezension Satire-Roman USA: Danke, dass Sie hier rauchen, von Christopher Buckly (1994, engl. Thank You For Smoking) – 6 Sterne – mit Video u. Presse-Links

Satire-Profi Buckly erzählt routiniert, süffig überzogen und stets unterhaltsam von der Arbeit eines fiktiven Zigaretten-Lobbyisten in der US-Medien- und Politszene. Am Rand agieren auch PR-Akteure für Feuerwaffen und Alkohol. Die vielen Dialoge sind voller Gags und geschmeidiger Sophistereien. Dennoch entsteht ein etwas fader Beigeschmack: Manche Dialoge und Szenarien wirken weit hergeholt, überflüssig oder unrealistisch, bieten…

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Rezension Film-Komödie: Broadway Therapy, Regie Peter Bogdanovich (2014, engl. Titel She’s Funny That Way) – 4 Sterne – mit Video

Peter Bogdanovich versucht wieder eine Komödie. Doch was mit Is’ was, Doc, Paper Moon und Noises Off! gelang, funktioniert hier nicht: Die schönen blonden Menschen in schicken Kulissen erinnern eher an einen neueren Woody-Allen-Film. Sie sind dabei völlig unrealistisch konstruiert und produzieren zu wenig Gags. Die Screwball-Elemente mit horrenden Verwechslungen, peinlichen Begegnungen und rasanten Abläufen…

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Rezension Reportage-Buch: Weiße Plantagen, von Érik Orsenna (2006, über Baumwolle) – 4 Sterne – mit Pressekritiken

Orsenna besucht Baumwoll-Anbaugebiete und ihre Macher in Mali, USA, Brasilien, Ägypten, Usbekistan, China und Frankreich. Er schreibt vage lyrisch und ohne Tiefgang: weder sozial, wirtschaftlich, politisch noch menschlich wird es interessant (seine tatsächlich wissenschaftlichen Texte veröffentlicht Orsenna unter einem anderen Namen). Er redet oft mit leichtem Spott, der teils wie eingebildete Besserwisserei anmutet. Häufig klingt…

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Rezension Komödie: Eins, zwei, drei (1961, R Billy Wilder, mit James Cagney) – 6 Sterne – mit Video

Die Kalter-Krieg-Komödie um einen Coca-Cola-Manager in Berlin feuert über 115 Minuten rasant einen Gag nach dem anderen ab (Regie Billy Wilder, mit James Cagney, Horst Buchholz, Pamela Tiffin, Mitautor die bewährte Humorfachkraft I.A.L. Diamond). Oft sind es derbe politische Witze, und die Deutschen erscheinen schadenfroh als Nazi- oder Kommunistentrottel, die Russen als Wodkatrottel. Schnitt, Musik…

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Rezension historischer England-Raj-Roman: Teerose und Sandelholz, von Julia Gregson (2008, engl. East of the Sun) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Drei junge Frauen und ein junger Mann reisen 1928 gemeinsam von England nach Indien – mit ganz unterschiedlichen Plänen und Vorstellungen. Es geht um Heirat, berufliche Veränderungen und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit. Der Roman spielt überwiegend in Indien (vor allem Bombay, außerdem Poona, Ooty, Simla, Nordwestgrenze), zum kleineren Teil auch in England und auf…

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Rezension historisches Indien-Buch : The Fishing Fleet, Husband-Hunting in the Raj, von Anne de Courcy (2012) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die erfahrene Historikerin und Biografin de Courcy schreibt über Engländerinnen, die bis 1947 nach Indien reisten, um dort einen englischen Ehemann zu finden – in England herrschte Männermangel. Der Schwerpunkt liegt auf den Jahren 1895 – 1935. Mein Phoenix-Taschenbuch hat 314 Seiten Haupttext mit 22 Kapiteln plus Vorwort, Einführung, Nachwort; 32 Kunstdruck-Fotoseiten; 1 Doppelseite Landkarte;…

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Rezension Geldfälscher-Biografie: Blütenträume, von Christoph Gottwald (2010) – 4 Sterne – mit Links & Video

Hans Jürgen Kuhl fälschte die besten Dollarscheine Europas (sagt er) und saß mehrfach ein. Christoph Gottwald schrieb Kuhls Geschichte auf und präsentiert Kuhl dabei als Ich-Erzähler mit Schnodderschnauze. Nur ein Drittel der rund 330 Seiten behandeln jedoch das Geldfälschen, die Strafprozesse und die Gefängniszeit. Der Rest ist Kuhls bewegtes Leben: Vorstadtstrizzi in Köln mit Porsche;…

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Rezension Biografie: Churchill, von Sebastian Haffner (1967) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Ein Band in der Reihe rororo Monographien, der später auch außerhalb der Reihe erschien. Meine rororo-Ausgabe hat gut 160 Seiten Haupttext (plus Anhang), durchsetzt mit Bildern in passabler Druckqualität, die manchmal 50 Prozent einer Doppelseite ausfüllen. Fazit: Haffner (1907 – 1999) schreibt einen bezwingenden, überzeugenden Ton – manchmal fast schon autoritär bis rabiat -, man…

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Churchill

Rezension der einbändigen Churchill-Biografien von Martin Gilbert (1991) und Roy Jenkins (2001) – mit Presse-Links

Die Engländer hatten nicht nur die interessanteste Figur des 19. Jahrhunderts, sie hielten den Titel auch im daran anschließenden Zentennium. Und Winston Churchills (1874 – 1965) ungemein ausgefülltes, langes Leben ist seit frühester Kindheit durch Briefe, Bücher, Fotos und Akten durchgängig dokumentiert – perfektes Biografenfutter. Ich habe diese zwei ähnlich langen, doch äußerst unterschiedlichen Biografien…

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Rezension Roman: Die Fälschung, von Nicolas Born (1979) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die Journalisten Laschen und Hoffmann reisen 1975 ins vom Krieg zerrissene Beirut. Sie sehen Schreckliches, Laschen hat nebenher eine diffuse Affäre. Der Roman wurde 1981 mit Bruno Ganz verfilmt, Regie Volker Schlöndorff. Die Erlebnisse sind extrem, doch an diesem Roman fallen vor allem der distanzierte Ton und Laschens Mentalität auf. Nicolas Born (1937 – 1979)…

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Kritik Biopic: Chaplin (1992) – 4 Sterne – mit Video & Presse-Links

Die Nacherzählung von Charlie Chaplins Leben stolpert von Episode zu Episode, ohne Fluss, ohne viel Erkenntnisgewinn für den Zuschauer. Das Biopic ertrinkt in süffigen Streicherklängen, geschmäcklerisch gediegen historisierenden Bildern und abgehakten Wegmarken. Der Film zeigt eindrucksvolle Frauen, gleich zwei gespielt von Moira Kelly. Szenen aus echten Chaplin-Filmen gibt es kaum, mit Ausnahme einer langen Zusammenstellung…

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Kritik romantische Komödie: Barfuß im Park (1967, mit Robert Redford, Jane Fonda) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

Robert Redford und Jane Fonda ziehen frisch verheiratet in eine 1-Zimmer-Bruchbude in New York. Fonda ist ein naives, hysterisches, sexbesessenes Ding mit schönen Beinen, Redford ein spießiger Junganwalt. Ein schräger Nachbar und eine lächelnde Schwiegermutter komplettieren das Personal (Regie Gene Saks, O-Titel Barefoot in the Park). Die Schauspieler spulen einen routiniert gefälligen Witzreigen ab und…

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Kritik Kinodrama: Blue Jasmine (2013, mit Cate Blanchett, Regie & Buch Woody Allen) – 6 Sterne – mit Trailer & Presse-Links

Cate Blanchett spielt sie alle an die Wand. Einerseits ist sie die verwöhnte, schöne Frau eines superreichen Anlagebetrügers. Doch zwischendurch sehen wir immer wieder Szenen aus ihrem späteren Leben – da flog sie aus ihrem Luxusparadies und lebt bei ihrer schlichten Adoptivschwester, einer Supermarkt-Angestellten mit Proll-Freunden, und wird zur Pillen und Alkohol schluckenden Psychopathin, die…

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Filmkritik: Der letzte Tycoon (1976, mit Robert de Niro) – 5 Sterne – mit Video, Presse-Links und Romanvergleich

1935: Der junge Hollywood-Produzent Stahr (Robert de Niro) ist begehrt bei den Damen, vor allem bei der Tochter seines Geschäftspartners. Doch Stahr will nur eine – und die bekommt er nicht so recht, es ist ein Hin und Her. Zwischendurch zeigt der Film Stahr bei der Studio-Arbeit – er beurteilt frisch aufgenommene Szenen, diskutiert mit…

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Rezension Kinofilm: Beste Chance (2014, Regie Markus H. Rosenmüller, Teil 3 der Beste-Trilogie) – 5 Sterne – mit Trailer & Presse-Links

Im ersten Teil waren sie fast nur in Tandern und Hilgertshausen (Beste Zeit, 2007). In Beste Gegend, 2008, schafften sie es schon bis zum Brenner. Und Teil 3 der Trilogie spielt nun zum guten Teil in Indien: Anna Maria Sturm als Kati und die Bauernväter Andreas Giebel und Heinz-Josef Braun stolpern durch Delhi, Ashrams und…

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Romankritik: Zärtlich ist die Nacht, von F. Scott Fitzgerald (1934, engl. Tender is the Night) – 5 Sterne – mit Hintergründen, Video & Presse-Links

Das US-amerikanische Ehepaar Dick und Nicole Diver lebt in den 1920ern ohne Geldsorgen in Südfrankreich und Zürich. F. Scott Fitzgerald verarbeitet hier wie fast immer sein eigenes Leben und das seiner Frau, also geht es auch um Nervenkrankheit, scheiternde Träume und Alkoholismus – Fitzgeralds entsprechender Lebensabschnitt heißt in der Bruccoli-Biografie „A Drunkard’s Holiday, 1925 –…

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Rezension Kinofilm: Der große Gatsby (1974, mit Robert Redford, Mia Farrow) – 5 Sterne – mit Video & Romanvergleich

Der große Gatsby hat ein Riesenanwesen gebaut, um seine Ex Daisy wiederzugewinnen – obwohl die inzwischen den Millionär Buchanan geheiratet hat. Gatsby darf sie küssen, aber so ganz zu ihm zurück kehrt sie einstweilen nicht. Dann kommt es zum mehrstufigen Showdown. Robert Redford spielt Gatsby wie eine gutaussehende, leicht sedierte Schaufensterpuppe. Gefühle kann er nicht…

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Rezension Kinofilm: Der große Gatsby (2013, Regie Baz Luhrmann, mit Leonardo DiCaprio) – 5 Sterne – mit Romanvergleich

Disney goes Roaring Twenties, das Jazz-Age wird mit Rap und Discomucke vertont: Nichts erscheint echt in diesem Erfolgsfilm, ein bonbonbuntes Kirmesspektakel macht Regisseur Baz Luhrmann aus F. Scott Fitzgeralds Romanklassiker, der 1922 bei New York spielt. Alle Farben sind gepoppt, alle Gebäude scheinbar aus Plastik oder Pixeln, viel zu fantastisch und abgehoben sehen sie aus,…

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Kritik Roman: Die Schönen und Verdammten, von F. Scott Fitzgerald (1922, engl. The Beautiful and Damned) – 6 Sterne – mit Hintergründen, Kritiken, Links & Video

New York in den 1910er-Jahren: Junger Schnösel angelt sich hohle Nuss. Er sorgloser Erbe; sie selbstsüchtig, aber ultimativ dekorativ, ein must-have. Geld spielt keine Rolle, jedenfalls bald nicht mehr, wenn Opa hoffentlich den Löffel ab- und das Erbe freigibt. Der Trauerfall wird herbeigesehnt, denn die Göttergattin ist high maintenance. Doch nach der Hochzeit kriselt die…

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Filmkritik: Oh Boy, mit Tom Schilling (2012) – 6 Sterne – mit Video & Links

In dem kleinen Schwarzweißfilm zieht Tom Schilling träge einen Tag und eine Nacht durch Berlin. Sein Jurastudium hat er vor zwei Jahren geschmissen, seither nichts Neues begonnen. Schilling trifft einen Reigen grotesker, rechthaberischer, teils demütigend selbstgerechter Figuren – Verkehrspsychologen, Nachbarn, Ex-Mitschüler, Alkis, Kartenkontrolleure, Kellner, Vater, Kinderzimmer-Dealer, Dampfplauderer, Schauspieler, Regisseure. Sie alle reagieren ihre Neurosen, Spannungen…

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Rezension Luftpolsterumschläge für Büchersendung, von OfficeKing, geliefert von Karton-Imperium

Ich brauche die Umschläge für Büchersendungen oder Warensendungen. Die Umschläge müssen sich also leicht durch Postkontrolleure öffnen und schließen lassen. Die gelieferten Umschläge lassen sich mit Kugelschreiber beschriften, wenn man vorsichtig ist; bei unvorsichtigem Beschriften reißen sie. Die Löcher für die Biegeklammern sind sehr dünn gestochen, so dass man beim Verschließen gut zielen muss. Eigentlich…

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Romankritik: Glücklich die Glücklichen, von Yasmina Reza (2013) – 6 Sterne – mit int. Presse-Links

Ein gutes Dutzend Hauptfiguren mit gleichberechtigten Anteilen hat der kurze Roman. Einige Ehepaare zanken ungut und betrügen sich. Ohnehin gibt es viel Rechthaberei und Machtspiele, außerdem einen Psychiatriefall, Stricherbesuche mit bezahltem Geschlagenwerden, Kindesmissbrauch, Krankheiten und Streit über Beerdigung versus Einäschern. Yasmina Reza produziert 21 Kapitel mit je sieben Seiten und 18 verschiedenen Ich-Erzählern. Die Beziehungen…

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Rezension rororo Bildmonographie: Oskar Maria Graf, von Georg Bollenbeck (1985) – 4 Sterne

Bollenbeck interessiert sich weniger für Details aus Oskar Maria Grafs großer Familie und seinen so unterschiedlichen Wohnorten, will nicht allgemeinverständlich erzählen. Germanist Bollenbeck betont vielmehr ideengeschichtliche, soziale und historische Entwicklungen und wickelt Schlichtes in komplizierte Ausdrücke, damit es eines Germanisten würdig ist: „Erfahrungsfond meint die Beziehung zur sozialen Umwelt als erlebte Nähe und zugleich als…

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Romankritik: Der letzte Dreh, von Pia Frankenberg (2009) – 4 Sterne – mit Presse-Links & Video

Die Autorin und Filmemacherin Frankenberg schreibt einen Roman über Autoren und Filmemacher in München und Berlin. Diese Romanfiguren verfilmen und beschreiben ihr eigenes Leben – in einem Roman, in dem die Autorin Frankenberg ihr eigenes Leben verarbeitet. Geht es noch deutscher, noch langweiliger? Nicht wesentlich. Frankenberg erzählt überwiegend keine interessante Geschichte, sondern es klingt so,…

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Romankritik: Erinnerungen an meinen Porsche, von Bodo Kirchhoff (2009) – 4 Sterne

Er sekretiert zwanghaft aus jeder eigenen Körperritze. Er penetriert dranghaft jede weibliche Körperritze. Dieses sein heiliges Triebleben zelebriert Bodo Kirchhoffs Ich-Erzähler, Ex-Investment-Banker Daniel Deserno, 38, in einem atemlosen Verbal-Erguss über 220 Seiten in 56 Kapiteln. Stolzgeschwellt: Deserno, Schweinigel und Schwadroneur, rekapituliert mit präpubertärem Stolz die Anatomie seines Piephahns, den ersten Analsex, veritable Porno-Action im Privatjet…

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Rezension Biografie: Bernhard Grzimek, Der Mann, der die Tiere liebte, von Claudia Sewig (2009) – 6 Sterne – mit Video

Die Biografie zeigt Bernhard Grzimek als hochbegabte und hochinteressante Figur – Manager, Entertainer, Lobbyist, Wissenschaftler. Er führte ein einzigartiges Leben und arbeitete in vielen politischen Systemen in Deutschland und Afrika. Fazit: Claudia Sewig erzählt faktenreich, aber uninspiriert und interessiert sich mehr für Tiere und Zoodirektorendiplomatie als für Grzimeks komplexe Persönlichkeit und Liebeshändel. War Grzimek ein…

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Filmkritik: Zwei an einem Tag (2011, mit Anne Hathaway, Jim Sturgess) – 5 Sterne – mit Video

Nach einer gemeinsamen Nacht nach dem Uni-Abschluss bleiben Emma und Dexter befreundet, haben aber jahrelang jeweils andere Partner. Dexter ist reich, lässig und wird zunächst TV-Moderator; Emma strampelt sich ab, jobbt, wird Lehrerin. Über zwei Jahrzehnte hin zeigt der Film nur einen Tag pro Jahr – immer den 15. Juli. Regisseurin Lone Scherfig (Italienisch für…

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