Annehmbar

Filmkritik: Spuren (Australien 2013, engl. Tracks) – 6 Sterne – mit Video

Die spröd-schöne Mia Wasikowska wandert durchs spröd-schöne australische Outback, ertränkt in nie endender, elegischer Musiktunke und edel abgetönter Cinematografie. Die 2,4:1-Breitwandschaft mit Dame erinnert momentweise an Paris, Texas; und sie ruft aufdringlich: „Ich bin SO kino“. Ein paar Kamele und ein schwarzer Labrador begleiten die Hauptfigur, dazu gibt es karge Kindheitserinnerungen, Aborigines und eine Romanze…

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Thailand

Rezension: Frauen auf den Philippinen, Kurzgeschichtensammlung 1987 – 5 Sterne

Neben Kurzgeschichten enthält der schmale dtv-Band auch drei biografische Protokolle sowie Gedichte, die ich nicht gelesen habe, weil mir die Lyrik-Ader fehlt. Die Texte stammen ausschließlich von Frauen, u.a. von Ester Vallado DaRoy, Lina Espina Moore, Amelia Lapeña Bonifacio und Ines Taccad Camayo. (Zum Vergleich: Der Band Frauen in Thailand, 1989, bringt fast nur Kurzgeschichten,…

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Thailand

Rezension: Frauen in Thailand (Kurzgeschichten 1989) – 5 Sterne

Der 220-Seiten-Band enthält Kurzgeschichten und ein Gedicht über Frauen in Thailand, geschrieben von Männern und Frauen, u.a. Pira Sudham, Atsiri Dhammachoti, Krisna Asokesin, Lao Kamhom, Manop Thanomsi, Visanchani Nakorn, Sri Dao Rüang, Sirem-on Unehathup, Prabhassorn Sevikun, Mon. Methi, Wat Wanlayangkun, Rong Wongsawan, Kong Krailat, K. Surangkanang und Niramon Prudtatorn. Herausgeberin Hella Kothmann begründet die Aufnahme…

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Romankritik: Was aus uns wird, von David Gilbert (2013, engl. & Sons) – 5 Sterne – mit int. Presse-Links

Der einstige Creative-Writing-Student David Gilbert schreibt ein gelungenes Englisch mit starken Dialogen. Wie andere Creative-Writing-Absolventen (T.C. Boyle, John Irving, Jess Walter etc.) klingt er bisweilen zu cool und kalkuliert, manchmal auch schlicht belehrend altklug verallgemeinernd (Irving und Walter lobten den Roman; ich kenne nur das englische Original als Random-House-TB und kann die Eindeutschung nicht beurteilen)….

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Rezension Kurzgeschichten: Sommermeteor, von Arno Schmidt (1969) – 6 Sterne – mit Link zu Leseprobe

Die Kurzgeschichten belegen meist nur vier bis sechs Seiten. Viele beschreiben den Alltag eines eigenbrötlerischen Schriftstellers in einer Mittelstadt (Darmstadt, das nicht genannt wird). Er geht gern nachts spazieren und hat ein stets interessiertes Auge für die Damenwelt, ohne bei dieser je ernsthaft zu landen (außer in einer albernen Fantasie). Überhaupt passiert nicht viel –…

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Filmkritik: Chocolat – Ein Biss genügt (Frankreich/England 2000, mit Juliette Binoche) – 5 Sterne – mit Video

Der Film ist noch ölig-süßer als die Schokokreationen, die Juliette Binoche hier unentwegt auftischt. Handlung und Bilder direkt aus dem Märchen: Gut und Böse stehen klar gegenüber, und zum völlig vorhersehbaren Schluss gelingen ein paar Crossover-Läuterungen (mit Juliette Binoche, Alfred Molina, Carrie-Anne Moss, Lena Olin, Johnny Depp, Judi Dench, Leslie Caron). Perma-innige Frauensolidarität, perma-brühwarmes Binoche-Lächeln,…

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Filmkritik: Der Fotograf (Tschechien 2015) – 5 Sterne – mit Video

Das Biopic über den tschechischen Fotografen Jan Saudek (*1935) zeigt einen Egomanen und Erotomanen, der schwülstig-schöne XXX-Fotografien mit XXXL-Damen inszeniert, sich von einer schönen Assistentin ausrauben und ansonsten streng dem Ruf der Hormone folgt. Das ist edel gefilmt und ausgestattet, und die zwei Hauptfiguren haben einige schöne Szenen (Karel Roden, Marie Málková, Regie Irena Pavlásková)….

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Filmkritik: Snowman (Dokumentation USA, Kanada 2014) – 5 Sterne – mit Video

Die Doku über Lawinenschutzexperten und Free Skier in Alaska und Kanada hat fantastische Bilder – dramatische Sprünge auf zwei Brettern, Lawinen überrollen Kameras, ein Hubschrauberabsturz im Schnee und die Flucht aus dem explosionsgefährdeten Wrack (offenbar nachgespielt). All das mächtig kraftmeiernd mit zuviel pompöser oder harter Musik, mit Zeitraffern, Zeitlupen und schnellen Schnitten – genau darum…

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Romankritik: Seehamer Tagebuch, von Isabella Nadolny (1960) – 4 Sterne

Das Tagebuch geht über ein Jahr – circa 1960 – und Nadolny trägt viele Belanglosigkeiten ein, speziell bei ihrem Segeltörn auf dem Mittelmeer und nach der Zeitungslektüre. Isabella Nadolny  (1917 – 2004) ist sprachlich gut und gediegen, wie schon im autobiografischen Vorgänger Ein Baum wächst übers Dach. Doch diesmal nörgelt Nadolny sauertöpfisch über Zeitgenossen, deren…

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Filmkritik: Zeit der Kannibalen (2014) – 4 Sterne – mit Trailer

Drei Unternehmensberater reden 90 Minuten teils hochgradig zynisch, teils idealistisch mit zunehmend dicker aufgetragenen Klischees. Dafür gab’s einen Drehbuch-Preis. Der Film spielt ausschließlich in Hotelzimmern und Besprechungsräumen (darin dem TV-Spiel Toulouse ähnelnd), die Hochhäuser vor den Fenstern sind erkennbar Pappkulisse – künstlich stilisiert wie die Dialoge, Mienen und Szenarien (Regie Johannes Naber, Buch Stefan Weigl,…

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Rezension Kurzgeschichten: Was man von einigen Leuten nicht behaupten kann, von Lorrie Moore (1998, Birds of America) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Moore schreibt über wunderliche, jüngere Zeitgenossen in den USA, die etwas ziellos durchs Leben trudeln – eine nach hoffnungsvollem Start gescheiterte Schauspielerin, eine Uni-Betreuerin und andere Pädagogen, die Moore wohl in ihrem eigenen Berufsleben als Schreiblehrerin kennenlernte. Die zwölf unverbundenen Kurzgeschichten sind 10 bis 40 Seiten lang, meist um die 20 Seiten. Eine Kurzgeschichte Birds…

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Rezension Kurzgeschichten: Leben ist Glückssache, von Lorrie Moore (1985, engl. Self-Help) – 5 Sterne – mit Presselinks

Die neun nicht verbundenen Kurzgeschichten spielen meist in New York und füllen im Englischen kaum 150 bedruckte Seiten (ich kenne nur das englische Original). Fast immer ist das Grundmotiv traurig, sind Männer untreu: junge Frau wohnt mit Freund zusammen, will sich trennen, er durchkreuzt ihren Plan mit einer schweren Krankheit junge Frau wohnt mit scheinbar…

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Filmkritik: Im weißen Rössl – Wehe, Du singst (2013, mit Diana Amft, Armin Rohde) – 6 Sterne – mit Trailer & Links

Grelles Comedy-Musical, das mit viel Produktionsaufwand auf trashige Kitsch-Parodie getrimmt wurde. Zwar wirkt vordergründig alles billig: die Plastikmusik, die grellen Farben und billigen CGI-Tricks, die banal absurde Story, die vulgären Figuren; doch tatsächlich steckt viel Arbeit und Idee darin. Gleichwohl: Wer das Hirn nicht im Schirmständer lässt, könnte leiden (ähnlich wie bei vielen Bollywoodfilmen). Ansonsten…

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Filmkritik: Das blaue Zimmer (Frankreich 2014) – 6 Sterne – mit Video

Die Simenon-Verfilmung wirkt optisch sehr edel, die beträchtliche Erotik nicht viel zu schwülstig, und nach 71 Minuten im Format 4:3 ist alles vorbei. Doch der Streifen wechselt fast im Sekundentakt die Zeitebene – mal vor, mal nach der Tat, ganz klar wird das Geschehen bis zum Schluss nicht. Die meisten Figuren außer Hauptdarsteller, Ko-Autor und…

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Rezension: Drei Zimmer in Manhattan, von Georges Simenon (1946) – 6 Sterne – mit Video

Dieser Roman von Georges Simenon (1903 – 1989) hat keinen Maigret, keine Leiche, gar kein Verbrechen. Es geht um zwei gestrandete Europäer in New York. Die Einsamkeit, die Entwurzelung, die nächtlichen Gänge durch die Metropole trägt Simenon fingerdick auf (O-Titel Trois chambres à Manhattan). Bis zur 80. Seite erhalten wir keinen Hintergrund über den Mann…

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Filmkritik: Barney’s Version (2010) – 5 Sterne – mit Video

Gut gespielt, solide gefilmt, spießig plüschig ausgestattet, die Alterung der Hauptfiguren über Jahrzehnte nicht völlig unglaubhaft, die Handlung oft zuckrig, melodramatisch und manchmal vulgär, gänzlich frei vom ätzenden Humor der Romanvorlage Mordecai Richlers, mit weniger Rückblenden und Schwenks, konventionell ohne Ich-Erzähler. Der Film zeigt eine schmalzige Liebesgeschichte mit dem Handlungsgerüst aus Richlers Buch, doch völlig…

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Romankritik: Der lange Gang über die Stationen, von Reinhard Kaiser-Mühlecker (2008) – 5 Sterne – mit Presse-Links

Der unsympathische, verkniffene Jungbauer lebt mit seiner aus der Stadt eingeheirateten Frau, der Altbäuerin und dem todkranken Vater auf einem abgelegenen Hof in Oberösterreich, um 1955.  Er schildert als Ich-Erzähler minutiös kleinste Beobachtungen und Abläufe. Dabei verbeißt er sich zu tief in Details, die momentan interessant klingen, aber nichts zur Sache tun. Ganz zu schweigen…

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Rezension: Arno Schmidt zum Vergnügen (2013, Zitat-Sammlung) – 5 Sterne – mit Links

Auf etwa 160 Reclam-großen Seiten erscheinen zahllose Arno-Schmidt-Zitate, zwei Zeilen bis zwei Seiten lang, geordnet nach Themen wie Sport, Politik, Natur, Liebe, Komik, Kollegen, Essen. Der Großmeister zeigt sich sprachgewaltig, spröde, launig, lustig und immer wieder auch selbstverliebt ideosynkratisch-hermeneutisch-unverständlich. Nur in kleinen Dosen zuträglich. Mit Kontext oder Hintergrundinformation wäre das Vergnügen teils größer, zumindest eine…

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Romankritik: Drei Männer auf Bummelfahrt, von Jerome K. Jerome (1900, engl. Three Men on a Bummel) – 5 Sterne

Drei Engländer radeln um 1900 ein paar Wochen durch Deutschland – das ist die Rahmenhandlung, doch wir hören kaum konkrete Erlebnisse. Jerome K. Jerome (1859 – 1927) streut immer wieder sonstige Anekdoten, Betrachtungen und Verallgemeinerungen ein, so dass die Handlung wortwörtlich nicht in Fahrt kommt. Dabei schreibt Jerome zunächst gefällig und oft sehr humorvoll; ich…

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James-Bond-Kritik: Im Angesicht des Todes (1985, mit Roger Moore) – 5 Sterne – mit Video & Links

Der Film (engl. A View to a Kill) ist wenig ernst, sondern voller Ironie, Selbstironie und Humor, mitunter harmlos und kindlich – auch die technischen Spielereien erscheinen läppisch. Die Action ist mittelprächtig, teils auch auf Humor getrimmt, am besten wohl die von Willy Bogner inszenierte Skijagd gleich zu Auftakt. Die Handlung: unverständlich. Tropische Schauplätze: null….

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Kritik Autobiografie: Das Leben kommt immer dazwischen, von Auma Obama (2010) – 5 Sterne – mit Video

Auma Obama (*1960) ist die ältere Halbschwester von Ex-US-Präsident Barack Obama (*1961). Sie haben denselben Vater, aber unterschiedliche Mütter: Auma stammt von der ersten, afrikanischen Frau von Barack Obama d.Ä. Auma kam zur Welt, als ihr Vater in Hawaii studierte und dort Ann Dunham heiratete, die Mutter des Ex-US-Präsidenten. Auma Obama wuchs in Kenia auf,…

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Rezension Biografie: Barack Obama. Leben und Aufstieg/Die Brücke, von David Remnick (2010, engl. The Bridge) – 6 Sterne – mit Presse-Links & Video

Remnick erzählt Obamas Leben bis zum Einzug im Weißen Haus Anfang 2009. Die deutsche Hardcover-Ausgabe von 2010 heißt Barack Obama, Leben und Aufstieg; die offenbar textidentische Taschenbuchversion von 2012 erschien als Die Brücke: Barack Obama und die Vollendung der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Ich kenne nur die engl. Hardcover-Ausgabe The Bridge und kann die Eindeutschung nicht beurteilen….

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Rezension: Peach Tree Road, von Anne Rivers Siddons (1989) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Fazit am Roman-Ende nach 817 Seiten: Rivers Siddons spannt einen schönen, runden Bogen über 50 Jahre Atlanta seit den späten 1930ern. Die Stadt wird dem Leser fast zur Heimat, die Hauptfiguren gehören zur Familie. Die Sprache ist leicht und mit unspektakulären Dialogen, die Handlung überwiegend gelungen konstruiert; Siddons verbindet die Hauptcharaktere schön mit Zeitströmungen und…

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Rezension Bild-Text-Band: Life in the White Man’s Grave, von Philip Allison (1988) – 6 Sterne

Der 190seitige Bild-Text-Band blickt auf die britische Kolonialzeit in Westafrika, u.a. in Sierra Leone und Gambia, vor allem aber in Nigeria und Ghana. Autor Philip Allison beginnt mit einer kurzen Zeittafel und einem 25seitigen, unübersichtlichen historischen Abriss der britsch-westafrikanischen Kolonialgeschichte. Dieser Text geht nahtlos in Allisons eigene Biografie über: Er kam 1931 als britischer Waldaufseher…

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Rezension: Fremd im eigenen Haus, von Georges Simenon (1940) – 6 Sterne – mit Video

Ein leicht verlotterter, weinseliger, alleinerziehender Kleinstadt-Rechtsanwalt muss überrascht feststellen, dass unter es unter seinem Dach nicht nur heimliche Parties und Krankenversorgung, sondern auch einen Mord gab. Georges Simenon (1903 – 1989) beschreibt die Vernetzung der verschiedenen Kleinstadt-Figuren wie Staatsanwalt, Wirt oder Gefängniswärter. Das ist ganz interessant, allerdings streut Simenon zu erkennbar falsche Fährten aus. Und…

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Filmkritik: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück (Komödie 2014) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

In der ersten Hälfte hält der Film eine zarte Balance aus wirklich komischer Komik und Melancholie, serviert in edel komponierten Bildern in abgetöntem, braun-blauem Chiaroscuro, dazu ein paar heiter unaufdringliche Animationen. Die Merksprüche zum Thema Glück klingen schlicht und doch nicht dämlich banal. Später kippt die Geschichte ins Dramatische, danach ins Rührselige, um (ironisch? Jedenfalls…

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Thailand

Buchkritik: Bangkok People, von James Eckardt (1999) – 5 Sterne

In knapp drei Dutzend Geschichten portraitiert James Eckardt Bangkok-Bewohner, die er bis 1997 für Bangkoks Manager Magazine traf. Im Nachwort schreibt er einige Geschichten noch bis 1999 fort. Die Texte sind jeweils nur drei bis zehn luftig bedruckte Seiten lang. Eckardt ist mit einer Thailänderin verheiratet und spricht gut Thai. Er formuliert flüssig, sehr gut…

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Rezension Biografie: Magellan, von Tim Joyner (1992) – 4 Sterne – mit Vergleich

Der Biologe Tim Joyner hat zunächst sein Material nicht im Griff: Eifrig will er über alle Hintergründe und Umstände aufklären – und verwirrt den Leser doch bloß mit fast unkontrollierter Faktenflut und teils ausschließlich historischen Ortsnamen. Joyner beginnt mit der Geschichte der Seefahrt seit 4000 vor Christus und präsentiert allerlei adliges und kirchliches Personal ein…

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Rezension Biografie: Magellan, Der Mann und seine Tat, von Stefan Zweig (1937) – 6 Sterne – mit Vergleich

Stefan Zweig schreibt wortreich, blumig, altbacken, oft auch pathetisch tremolierend bis heillos over the top – mit reichlich Postponieren, rhetorischen Fragen, Adjektivkaskaden, erregten Parenthesen, Perfektpartizipien ohne Hilfsverb und muffigem Dativ-e („auf zermorschtem Schiffe“, S. 10). Zwar klingt die Sprache nie langweilig, nie schwach, der Wortschatz ist reich zumal bei Nautischem, die Geschichte bleibt meist spannend;…

Rezension Biografie: Magellan, Der Mann und seine Tat, von Stefan Zweig (1937) – 6 Sterne – mit Vergleich Weiterlesen »

Rezension: Caesar, von Martin Jehne (Kurzbiografie 1997) – 6 Sterne

Jehne steigt gleich mit einer dramatischen Situation ein (so wie auch Caesar-Biograf Christian Meier) und schreibt ein überraschend markantes, mitunter saloppes und zupackendes Deutsch – nie spröde wissenschaftlich, fast ganz ohne Passiv. Über Pompeius (S. 38*): „die personifizierte Extrawurst der römischen Republik“. Über Caesar in Ägypten (jew. S. 93): „die Laus im Pelz… ein Elefant…

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Romankritik: Cecile, von Theodor Fontane (1886) – 5 Sterne – mit Fontane-Übersicht

Fontane hat viele interessante Frauenfiguren geschaffen (der New Yorker nannte ihn „Heroine Addict“) – so Effi Briest; die Lene aus Irrungen, Wirrungen; oder Melanie aus L’Adultera. Cécile aber ist anders: Jung, und verheiratet mit einem weit älteren, höflichen Oberst – so weit, so fontanesk –, leidet sie maßvoll in einer Kurpension im Harz vor sich hin….

Romankritik: Cecile, von Theodor Fontane (1886) – 5 Sterne – mit Fontane-Übersicht Weiterlesen »

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