Annehmbar

Romankritik: Die Poggenpuhls, von Theodor Fontane (1895) – 6 Sterne – mit Übersicht

Dieser besonders kurze Gesellschaftsroman hat besonders wenig dramatische Entwicklung – kein Selbstmord, kein Ehebruch, keine aufblühende Liebe, keine vergebliche Liebe, nicht mal eine Hochzeit. Ein älterer Herr stirbt irgendwann, mehr passiert nicht. Die verarmte Majorswitwe Poggenpuhl mit fünf erwachsenen Kindern kämpft beständig gegen die Geldnot und ihren sinkenden sozialen Status. Ihre Kinder äußern in den…

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Romankritik: Unwiederbringlich, von Theodor Fontane (1891) – 6 Sterne – mit Presse-Links & Übersicht

Völlig überraschend kommt im letzten Fünftel echtes Drama in den lange dahinplätschernden Roman. Fontane schreibt die Ehebruchiade mit sicherer Stimme, chronologisch, in nuancierten Dialogen – das liest man gern. Den Unterschied zwischen dem lockeren Ehemann und seiner gestrengen Gattin formuliert Fontane jedoch überdeutlich, in ihren eigenen Dialogen als auch in den Kommentaren der Umgebung. Der…

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Romankritik: Stine, von Theodor Fontane (1889) – 6 Sterne – mit Fontane-Übersicht & Links

Nach Fontane-Art herrscht heiteres Geplauder unter Adelsleuten und Kleinbürgern in Berlin. Hier wirkt die Sache etwas schäbig, weil die verwitwete, aber mit zwei Kindern von zwei Männern geschlagene Pauline Stippkowitz sich allzu dezidiert einem schmierigen älteren Single-Baron zur Verfügung stellt, den sie gar nicht mag. Manche Dialoge wirken sogar überdehnt, als ob Fontane den kurzen…

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Romankritik: Leichte Verfehlungen, von Elke Schmitter (2002) – 6 Sterne

Berliner Akademikerinnen um die 40 in allen Lebenslagen: In Diskussionsgruppen zu Derrida oder Schnitzler; im Diskurs mit Zugehfrauen, Kleinkindern und One-Night-Stands; beim Gynäkologen, beim Theaterworkshop und bei bizarren Schwiegereltern in spe. Nonstop fließen Weißwein, qualmen Zigaretten, und die Kellner sind eine Zumutung. Schmitter – zu unterschiedlichen Zeiten auch Redakteurin bei taz und Spiegel – spießt…

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Romankritik: Achtung, Mama ante portas, von William Sutcliffe (2008, engl. Whatever Makes You Happy) – 4 Sterne – mit Video & Presse-Links

England. Drei Mütter um die 60 besuchen unangemeldet ihre drei jeweils unverheiratet lebenden Söhne und quartieren sich für eine Woche ein. Sie wollen die rätselhaften Wesen, die sie einst großzogen, jetzt alle Mitte 30, endlich kennenlernen: I just want to find out who you are. Reden Mütter so? Die Geschichte hat ein paar witzige, aber…

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Romankritik: Unter Einzelgängern, von Christopher Kloeble (2008) – 4 Sterne – mit Presse-Links

Die Handlung ist nicht ohne Finesse und phasenweise spannend mit zwei kleinen, gutbürgerlichen Familien und einer Geschichte in der Geschichte. Sie kreist aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen immer wieder um dieselben traumatischen Ereignisse. Ich habe nicht alles komplett verstanden, und meines Erachtens gleitet das Buch gegen Ende in ein irrelevantes Fabulierspiel ab (aber ich kann…

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Buchkritik: Bridget Jones, Am Rande des Wahnsinns, von Helen Fielding (1999, engl. The Edge of Reason) – 6 Sterne – mit Links & Video

In hektischen Tagebuch-Notizen verzeichnet Ich-Erzählerin Bridget Jones ihre Männerjagd in London, Besäufnisse mit Freunden, Demütigungen am Arbeitsplatz und einen kurzen, dramatischen Thailand-Trip. Das ist einigermaßen lustig, wenn auch komplett unrealistisch und mit unrunden Handlungssprüngen: Frauen am Rand des Nervenzusammenbruchs, und das Tagebuch erfährt alles brühwarm. Letztlich agiert und denkt Hauptfigur Jones oft sehr dümmlich, kindlich…

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Romankritik: Veras Tochter, von Elke Schmitter (2006) – 4 Sterne – mit Presse-Links & Video

Elke Schmitter liefert hier eine Fortsetzung ihres Ehebruch-Romans Frau Sartoris (2000). Dieses frühere Buch handelte auch von Frau Sartoris‘ zuletzt 16jähriger Tochter, die mit einem dubiosen Typen zusammenkam. Im zweiten Roman wird scheinbar die Tochter zur Ich-Erzählerin: Sie ist schon 40 Jahre alt und blickt vor allem auf die Ereignisse ihrer Jugend zurück – der…

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Romankritik: Quasikristalle, von Eva Menasse (2013) – 6 Sterne – mit Video

Fazit: Eva Menasse schreibt und beobachtet gut. Doch ihr Roman zerfällt in viele Einzelepisoden mit ständig wechselnden Hauptfiguren und Erzählperspektiven. Die eine wiederkehrende Figur – Roxane Molin – gewinnt keinerlei Kontur. Fast wie eine Kurzgeschichtensammlung: Eva Menasse schildert das Leben der Roxane Molin (kurz Xane) über mehrere Jahrzehnte seit den 1980ern in Österreich, später vor…

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Romankritik: Vienna, von Eva Menasse (2005) – 6 Sterne

Eva Menasse schreibt lässig, schnippisch, frech, leicht frivol; die Sprache ist immer kraftvoll und gerundet, ohne aufzutrumpfen. Lakonisch bis mokant parliert sie auch über Katastrophen hinweg – historische und private. Die Autorin kredenzt erfreuliche Austriazismen (samt Glossar) und unterhaltsam Jiddisches. Gelegentlich machen ihre Figuren die Sprache zum Thema, wenn sie etwa einen Onkel mit seinen…

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Rezension Bild-Text-Band: Steirisches Weinland. Eine Anthologie (1990, u.a.m. Texten von Reinhard P. Gruber, Gerhard Roth, Wolfgang Bauer) – 5 Sterne

Das schmächtige Coffeetable-Buch mit etwa 128 äußerst luftig (oder gar nicht) bedruckten Seiten zeigt mehrere kurze Texte über die südlichste Steiermark (teils als Schilcherland bekannt), dazu Landschaftsfotos in Farbe und SW. Der Schwerpunkt liegt auf Weinbau und -genuss, andere Merkmale der Region erscheinen nur am Rand. Zu den Fotos: Helmut Tezaks Fotos sind äußerst schwach….

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Romankritik: Winterreise, von Gerhard Roth (1978) – 4 Sterne – mit Presse-Links

Nagl und Anna fahren nach Neapel, Rom und Venedig. Orte und Begegnungen spielen aber kaum eine Rolle, sie hätten auch Leutschach oder Lima ansteuern können. Gerhard Roth schildert vor allem Nagls Erinnerungen an seinen Großvater und immer wieder das Geschlechtsleben – nicht ohne Fantasie, aber in kaltem, mechanischem Ton. Wie dieser laut Erzählung sehr ungepflegte,…

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Bridget Jones – Verrückt nach ihm (Roman 2013, engl. Mad about the Boy) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Bridget Jones ist mittlerweile 51, seit fünf Jahren verwitwet, mit zwei Kindern fünf und sieben Jahre alt. In diesem Bestseller berichtet sie hochgradig selbstironisch von ihrer Rückkehr auf den Dating-Markt. Autorin Helen Fielding schreibt sehr witzig, mit starken Dialogen, SMS- und Twitter-Texten. Dazu kommen amüsante Listen, Zusammenfassungen und schreibtechnische Ideen. Hektik, Unsicherheit und Stimmungswechsel der…

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Romankritik: Die Tagebücher des Adrian Mole: Die schweren Jahre nach 39, von Sue Townsend (2009, engl. Adrian Mole, The Prostrate Years) – 6 Sterne

Ein Gag jagt den nächsten in diesem Tagebuch-Roman, ich habe mich gut amüsiert. Sue Townsend (1946 – 2014), die einst mit Theaterarbeiten startete, liefert vor allem verblüffende, trockene Dialoge. Häufig greift Sue Townsend einen Witz drei Seiten später noch einmal auf und dreht ihn weiter – fast schon zu häufig. Das Ganze liest sich glatt…

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Rezension: Planet Germany, von Cathy Dobson (Auswanderungsbericht 2007) – 4 Sterne

Dobson rattert einen gut geölten Reigen aus Anekdoten und Festivitäten herunter, sehr leicht lesbar, dabei zuviel abgehangene Phrasen und zuwenig Sophistication. Öfter wirkt es wie flacher Slapstick: gleich zweimal schildert Dobson eigene Stürze in den Dreck und das anschließende Gelächter ihrer Umwelt; dazu mehrere unappetitliche Unfälle mit Haustieren. Weil sie den Verlauf eines einzelnen Jahres…

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Rezension Erzählungen: Der Frauenheld, Eifersüchtig & Abendländer, von Richard Ford (1996, engl. Women with Men) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Richard Ford bringt im englischen Band Women with Men drei längere, nicht miteinander verbundene Erzählungen oder Novellen. Auf Deutsch erschienen die Stücke als separate Büchlein: Der Frauenheld bzw. Der Womanizer, Eifersüchtig und Abendländer. Ich kenne nur den englischen Dreierpack und kann die deutschen Übersetzungen nicht beurteilen; die drei Geschichten zusammen belegen in meiner englischen Ausgabe…

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TV-Doku: Money in Minutes (über Western Union etc.; 2014) – 6 Sterne – mit Video

Die Doku zeigt, wie Arbeitsmigranten in reichen Ländern Geld in arme Länder schicken – per Western Union, Moneygram und Co. Wir sehen Nepalis in Dubai, Honduraner in USA und Chinesen in Italien. Gelegentlich präsentieren Filmmacher Monika Hielscher und Matthias Heeder auch die Empfänger-Familie, vor allem die Honduraner erscheinen länger. Analysten erklären das Geschäftsmodell. Eine Zeitlang…

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Thailand

Rezension hist. Indonesien-Roman: Garten der Menschheit, von Pramoedya Ananta Toer (1980, ind. Bumi Manusia) – 6 Sterne

Was mir gefiel: viel Handlung viele kurzweilige Dialoge interessante Einblicke ordentliche, flüssige Übersetzung durch Brigitte Schneebeli (jedoch pauschal kritisiert von Einar Schlereth) Weniger behagte mir: sehr ungewöhnliche, untypische indonesische Hauptfiguren Hauptfigur Ann nur hübsch + hohl über weite Strecken naiver, kindlicher Erzählton (Ich-Erzähler ist ca. 18) (ähnlich Toers Erzählband Das ungewollte Leben) im letzten Viertel…

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Thailand

Rezension hist. Indonesien-Kurzgeschichten: Das ungewollte Leben, von Pramoedya Ananta Toer (1952, ind. Cerita dari Blora) – 6 Sterne

Die Geschichten stammen dem Erzählungsband Cerita dari Blora, die Toer als junger Mann geschrieben hatte (auch Tjerita dari Blora; wörtl. Erzählungen aus Blora, 1952; engl. Ausgabe All That Is Gone, mit teils anderer Zusammenstellung, u.a. gibt es in der engl. Ausgabe eine Beschneidungsgeschichte, die im dt. Band fehlt). Meine dt. Übersetzung des DDR-Verlags Volk und…

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Rezension TV-Spielfilm: Männer ticken, Frauen anders (2011, mit Julia Koschitz und Tim Bergmann) – 6 Sterne – mit Video & Presseschau

Nichts in diesem Hochglanz-Büroturm-Stadl wirkt realistisch. Glatte Gesichter, glatte Böden, glatte Kameratechnik, aalglatte Manieren, außer auf dem ausgiebig gefilmten Herren-WC. Die Büros geschmackvollst grau in grau, und bunt die Lichter der Großstadt bei Nacht. Jeder intrigiert gegen jeden, alle 20 Minuten ein halber Gag, alle halbe Minute bombastisch eine neue Musik, gnadenlos, nie wird es…

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Rezension Sachbuch: Money Shot, von Lawrence C. Ross jr. (2007) – 5 Sterne

Lawrence C. Ross schreibt teilweise zu wortreich und angeberisch (S. 2): Lexington is a big figure in the other Hollywood, one of the leading actors in the industry. But what is the other Hollywood, you ask? Well, let me tell you. Das Taschenbuch von Thunder’s Mouth Press hat 290 sehr luftig bedruckte Seiten inklusive detailliertem…

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Kritik: Der Fotograf von San Marco, von Mario Adorf (Erzählungen 2003) – 5 Sterne

      Mario Adorf fasst hier seine italienischen Geschichten zusammen, die zuvor in verschiedenen Büchern erschienen. Zwei Erzählungen aus Rom und Sizilien kennt man zum Beispiel schon aus Der römische Schneeball. Fazit: Adorf plaudert leicht und locker, wie ein billiges Brioche; öfter wird es anheimelnd mediterran. Dennoch sind manche Sätze zu lang, zumal Adorf kein…

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Kritik: Der römische Schneeball, von Mario Adorf (Erzählungen 1999) – 5 Sterne

       Mario Adorf ist sicher ein Netter, und man sieht sein Lächeln oft zwischen den Zeilen, wenn er seine Schnurren und Räuberpistolen vorträgt. Das gilt vor allem für die römische Titelgeschichte. Gerne mischt Adorf Epochen via Rückblende und per Geschichte in der Geschichte. Schwächen fallen gleichwohl ins Auge: Einzelne Sätze und ganze Handlungsabläufe…

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Rezension: Glaubst du, daß es Liebe war, von Alex Capus (Roman 2003) – 4 Sterne – mit Presse-Links

Capus erzählt flott und kurzweilig, mit hübschen Pointen und gelegentlichen Cliffhängern am Kapitelende – ein wenig kaltschnäuzig, wie die Hauptfigur. Capus‘ Geschichte schnurrt jedoch ohne jede Tiefenschärfe und Plausibilität durch. Gefühle und Persönlichkeit werden kaum erkennbar, die „Liebe“ aus dem Titel schon gar nicht. Capus zeigt Comicfiguren, die hierhin und dorthin übers Plotparkett rattern. Die…

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Thailand

Rezension Biografie: Jim Thompson, The Unsolved Mystery, von William Warren (1998) – 5 Sterne

Warren beschreibt das Leben des Thai Silk-Unternehmers Jim Thompson (*1906) in drei großen Teilen unchronologisch in dieser Reihenfolge: zuerst das Osterwochendende 1967, an dem Thompson in den malaysischen Cameron Highlands verschwand, dann sehr kursorisch Thompsons frühen Jahre als Architekt und Militär, danach ausführlicher über Thompsons Ankunft in Bangkok 1945, Thai-Innenpolitik, Thompsons Engagement für das Oriental-Hotel…

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Thailand

Rezension: Thailand Confidential, von Jerry Hopkins (Sachbuch 2005) – 5 Sterne

Ex-Rollings-Stone-Journalist, Elvis- und Jim-Morrison-Biograf Jerry Hopkins liefert viele kurze Beiträge, die sich nicht zu einem Ganzen fügen – Slumkinder, die Chirurgie einer Geschlechtsumwandlung, thailändische Höflichkeit, Fischsauce, gegrillte Insekten, Elefanten, Raubkopien, Kautschuk, Backpacker, ein Aufenthalt im teuersten Krankenhaus des Landes, alles bekommt drei oder fünf Seiten. Im Abschnitt über Polizeimorde an mutmaßlichen Drogenhändlern verschweigt Hopkins die…

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Bollywood-Kritik: Don – The King Is Back (2011, mit Shah Rukh Khan, Priyanka Chopra) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

Der Bollywood-Actionklopper spielt gutteils in Berlin in einem Drama rund um die deutsche Zentralbank. Die Filmer lassen die Muskeln spielen: Alle Einstellungen blau oder rot gegradet, Jumpcuts, Zeitlupen, Drohnenflüge, Feuersbrünste; Bollywood-Diva Shah Rukh Khan agiert mit drei verschiedenen Frisuren, wird von der Kamera unentwegt heroisiert und vermöbelt jederzeit auch zehn Bösewichte am Stück, immer verbissen…

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Filmkritik: Wie angelt man sich einen Millionär (1953, Komödie, mit Marilyn Monroe, Lauren Bacall) – 6 Sterne – mit Video

Ein netter, harmloser Spaß, ein Manhattanstadl. Das Skript stellt auf müde Scherze ab, ohne Realismusbezug wie etwa bei Billy Wilder, der Marilyn Monroe später viel besser zur Geltung brachte. Hier spielt sie ein blondes, kurzsichtiges Dummchen. Lauren Bacall wirkt reichlich matt, die ältere Betty Grable weit frischer. Studiokulissen und das erstmals überhaupt genutzte Cinemascope lassen…

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Rezension: The Golden Gate, von Vikram Seth (Versroman 1986) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Vikram Seth erzählt den Versroman in 590 Strophen à 14 Zeilen nach dem strengen Onegin-Schema (Wikipedia; eine versgetreue englische Onegin-Übersetzung inspirierte Seth auch zu The Golden Gate). Seth reimt phantasievoll, unbekümmert und manchmal gegen gängige Ausspracheregeln – so etwa „love“ oder „above“ auf „move“, „blood“ auf „food“ oder „Keynes“ auf „brains“. Einige Reime funktionieren nur…

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Doku-Kritik: Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall (2010) – 4 Sterne – mit Video

Die beeindruckende Jane Goodall (*1934) bekommt hier eine anhimmelnde Hagiographie. Überwiegend sieht man die Affenforscherin und Aktivistin bei weltweiten Missionen, Interviews und Auftritten 2009, teilweise schön gefilmt. Angelina Jolie, Pierce Brosnan und andere überschütten Goodall mit Bewunderung. Dazu kommen kurze, weit interessantere Bilder von ihren Anfängen bei den Schimpansen von Gombe in Tansania. Kein kritisches…

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Rezension: Hotel Honolulu, von Paul Theroux (Roman 2001) – 6 Sterne – Presse-Links

Fazit: Theroux liefert Witz und starke Dialoge, er füttert die Geschichten mit Bildung, Ketten verblüffender Details, ausdrucksvollen Namen und überraschenden Begriffen, erzählt leicht lesbar. Doch eine übergreifende Handlung fehlt, einige Episoden fügen sich kaum ins Ganze; und aufdringliche viele, oft ranzige Bett- und Rotlichtgeschichten und ein paar Morde begrenzen das Vergnügen. Episoden-Reigen: Der Ich-Erzähler ist…

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