Roman

Romankritik: Wild leben, von Richard Ford (1990, engl. Wildlife) –7 Sterne – mit Kritiker-Links

Ein 16jähriger in Great Falls, Montana, beobachtet in den 60er Jahren fast teilnahmslos, wie die Ehe seiner Eltern auseinanderbricht. Richard Ford kreiert einen ruhigen, fast apathischen, aber sehr genau beobachtenden Ich-Erzähler, der distanziert und initiativlos wirkt. Nur ein- oder zweimal zeigt er Gefühle, das klingt prompt kitschig. Trotzdem sind einige Szenen sehr spannend. Der kurze…

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Rezension Erzählungen: Der Frauenheld, Eifersüchtig & Abendländer, von Richard Ford (1996, engl. Women with Men) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Richard Ford bringt im englischen Band Women with Men drei längere, nicht miteinander verbundene Erzählungen oder Novellen. Auf Deutsch erschienen die Stücke als separate Büchlein: Der Frauenheld bzw. Der Womanizer, Eifersüchtig und Abendländer. Ich kenne nur den englischen Dreierpack und kann die deutschen Übersetzungen nicht beurteilen; die drei Geschichten zusammen belegen in meiner englischen Ausgabe…

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Rezension: Frank, von Richard Ford (2012, engl. Let Me Be Frank With You, Frank-Bascombe-Buch 4 von 4) – 7/10 – mit Presse-Links & Übersicht

Anders als die drei vorhergehenden Frank-Bascombe-Bücher ist dies kein durchgehender Roman: Ich-Erzähler Frank Bascombe erscheint in vier gleichlangen Kurzgeschichten mit nicht verbundenen Episoden kurz vor Weihnachten 2006. Die Textmenge ist weit niedriger als bei den Büchern 1 bis 3. Fehlte dem Autor die Kraft, die Erzählungen in einen großen Roman zu packen? Jede der vier…

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Rezension: Die Lage des Landes, von Richard Ford (2000, engl. The Lay of the Land, Frank-Bascombe-Buch 3 von 4) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Wie in den vorangegangenen Bascombe-Romanen: Richard Ford schreibt eine Kette von Dialogen, unterbrochen durch viele Autofahrten voller Grübeleien und Rückblenden. Zwar lässt sich Die Lage des Landes auch einzeln konsumieren, doch wer Akteure wie den Wohnimmobilienmakler Bascombe, seine Ex-Frau Ann oder seine zweite Frau Sally näher kennen lernen möchte, sollte zumindest den unmittelbaren Vorgängerband Unabhängigkeitstag…

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Rezension: Unabhängigkeitstag, von Richard Ford (1995, engl. Independence Day, Frank-Bascombe-Buch 2 von 4) – 8 Sterne – mit Presse-Links

Richard Ford schreibt eine Kette von Dialogen, unterbrochen durch viele Autofahrten mit Gedanken und Rückblenden. Ford bringt subtile, feinnervige Dialoge voller Zwischentöne. Nur ganz gelegentlich klingen die Gespräche zu smart geschriftstellert – dies gilt vor allem, aber nicht nur, beim Teenager-Sohn des Ich-Erzählers. Häufig klingen die Sätze des Erzählers wie elegante, kluge Sprichwörter, doch sie…

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Rezension: Der Sportreporter, von Richard Ford (1986, engl. The Sportswriter, Frank-Bascombe-Buch 1 von 4) – 8 Sterne – mit Presse-Links

Ford schreibt mit vielen kleinen und großen Rückblenden. Die Haupthandlung schleppt sich lange dahin, gerät öfter aus dem Blick, und erst im letzten Fünftel kommt überraschend Zug in die Geschichte. Der Ich-Erzähler betont immer wieder seine Vorliebe für blutarme Gegenden – er wohnt bewusst im sterilen New Jersey, zuletzt im flachen Florida, und schildert sich…

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Rezension: Wie die García Girls ihren Akzent verloren, von Julia Alvarez (Roman 1991, engl. How the García Girls Lost Their Accents) – 6 Sterne – mit Kritiken

    Die Familie García mit ihren vier Töchtern flieht in den 1960er Jahren aus der Dominikanischen Republik in die USA. Autorin Julia Alvarez erzählt vom Einleben in den Vereinigten Staaten, von jungen Erwachsenenjahren und von den letzten Jahren auf der Karibikinsel unter dem Diktator Trujillo. Im US-Teil hören wir typische Geschichten: Konflikte mit den…

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Rezension: Yolanda, von Julia Alvarez (Roman 1997, engl. Yo!) – 7 Sterne – mit Video

Die Handlung: Lehrerin Yolanda hat einen Roman geschrieben, in dem sie unverblümt das wirkliche Leben in ihrer Familie schildert. Mutter, Vater und ihre drei Schwestern sind empört, brechen teils den Kontakt ab. Der Roman erzählt zunächst aus verschiedenen Perspektiven davon, wie die über die USA verstreuten Familienmitglieder sich einerseits entrüsten, andererseits um Familienzusammenhalt ringen. Dann…

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Rezension: The Golden Gate, von Vikram Seth (Versroman 1986) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Vikram Seth erzählt den Versroman in 590 Strophen à 14 Zeilen nach dem strengen Onegin-Schema (Wikipedia; eine versgetreue englische Onegin-Übersetzung inspirierte Seth auch zu The Golden Gate). Seth reimt phantasievoll, unbekümmert und manchmal gegen gängige Ausspracheregeln – so etwa „love“ oder „above“ auf „move“, „blood“ auf „food“ oder „Keynes“ auf „brains“. Einige Reime funktionieren nur…

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Rezension: Hotel Honolulu, von Paul Theroux (Roman 2001) – 6 Sterne – Presse-Links

Fazit: Theroux liefert Witz und starke Dialoge, er füttert die Geschichten mit Bildung, Ketten verblüffender Details, ausdrucksvollen Namen und überraschenden Begriffen, erzählt leicht lesbar. Doch eine übergreifende Handlung fehlt, einige Episoden fügen sich kaum ins Ganze; und aufdringliche viele, oft ranzige Bett- und Rotlichtgeschichten und ein paar Morde begrenzen das Vergnügen. Episoden-Reigen: Der Ich-Erzähler ist…

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Rezension: Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten, von Jess Walter (Roman 2009, engl. The Financial Lives of the Poets) – 7 Sterne

Ein gefeuerter Journalist scheitert mit gereimten Börsenkommentaren und versucht sich als Drogendealer, um irgendwie Haus und Auto zu halten – und damit vielleicht auch seine Frau, die offenbar fremdgeht. Intelligente Ein-Zeiler, Witze und Sarkasmen prasseln nur so herunter. Auch die gereimten Finanzkommentare haben etwas (ich kenne nur das englische Original und kann die Eindeutschung nicht…

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Rezension: Agnes, von Peter Stamm (Roman 1998) – 6 Sterne – mit Video & Links

Melancholischer, einsamer Sachbuchautor trifft in Chicago einsame Physikdoktorandin. Sie verbringen ein paar Nächte zusammen und sie fordert ihn narzisstisch auf, eine Geschichte über sie zu schreiben. Abitur-Pflichtlektüre in Baden-Württemberg, dramatisiert 2012, verfilmt 2016. Wenn deutschsprachige Autoren über Schriftsteller schreiben, mehr noch über Schriftsteller in der Krise, bin ich sehr vorsichtig. Auch Peter Stamms erfolgreicher Romanerstling…

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Rezension: Alles, was ist, von James Salter, (Roman 2013, engl. All That Is) – 7 Sterne – mit Presse-Links

James Salter (1925 – 2015) schreibt ernsthaft, aber jederzeit eminent lesbar, raunt mystisch altersweise und atmet Gravitas in dicken Wolken – man denkt gelegentlich an den mittleren V.S. Naipaul etwa in An der Biegung des großen Flusses. Bei den Kriegshandlungen zu Beginn tönt Salter zu pompös, wie mit Wochenschau-Pathos (ich kenne nur das englische Original…

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Romankritik: Der letzte Rebell, von David Gates (1998, engl. Preston Falls) – 8 Sterne – mit Presse-Links

Doug und Jean haben Bürojobs und zwei Kinder, die Ehe bröckelt. Doug ist ein Zyniker mit Egoproblem: fast jede Interaktion wird ihm zum Machtspiel. Außerdem verachtet er seine Büro-Existenz: Doug möchte eigentlich ein echter Kerl vom Land sein, er spielt E-Gitarre, fährt Pickup, hat eine .22er und eine Wochenend-Bruchbude in der Provinz. Jean ist menschlicher…

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Romankritik: Die Abenteuer des Huckleberry Finn, von Mark Twain (1884, engl. The Adventures of Huckleberry Finn) – 7 Sterne

Vordergründig wirkt es wie ein Jungs-Abenteuer-Buch, wie eine Tom-Sawyer-Fortsetzung: Verwahrloster Dorfjunge und entlaufener Sklave hausen auf einer unbewohnten Mississippi-Insel und reisen wochenlang per Floß flussabwärts, treffen Banditen, überstehen Schießereien. Doch Mark Twain erzählt so plastisch und detailliert – er war selbst Mississippi-Lotse gewesen –, dass es manchmal wie ein realistischer Expeditionsbericht klingt. Außerdem bringt Twain…

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Romankritik: Eines Menschen Herz, von William Boyd (2002, engl. Any Human Heart) – 7 Sterne – mit Links & Video

Das fiktive, fast lebenslange Tagebuch von Logan Gonzago Mountstuart: Es beginnt mit Internatsjahren in England in den 1920er Jahren, dann erste Erfolge als Schriftsteller in London und Paris, Abenteuer im zweiten Weltkrieg, später Kunsthändler und Schriftsteller in New York, einige Jahre in Afrika, schließlich London und Südfrankreich bis zum Tod 1991. 2010 wurde eine vierteilige…

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Rezension Satire-Roman USA: Danke, dass Sie hier rauchen, von Christopher Buckly (1994, engl. Thank You For Smoking) – 6 Sterne – mit Video u. Presse-Links

Satire-Profi Buckly erzählt routiniert, süffig überzogen und stets unterhaltsam von der Arbeit eines fiktiven Zigaretten-Lobbyisten in der US-Medien- und Politszene. Am Rand agieren auch PR-Akteure für Feuerwaffen und Alkohol. Die vielen Dialoge sind voller Gags und geschmeidiger Sophistereien. Dennoch entsteht ein etwas fader Beigeschmack: Manche Dialoge und Szenarien wirken weit hergeholt, überflüssig oder unrealistisch, bieten…

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Romankritik: Die Liebe des letzten Tycoon, von F. Scott Fitzgerald (1940, engl. The Love of the Last Tycoon) – 7 Sterne – mit Video

F. Scott Fitzgerald portraitiert den fiktiven Hollywood-Mogul Monroe Stahr etwa 1935, den er teils nach dem Hollywood-Mann Irving Thalberg formt (Thalbergs Witwe sah keine Ähnlichkeit). Die Geschichte wurde 1976 mit Robert de Niro und Jack Nicholson verfilmt. Fitzgerald selbst hat jahrelang in Hollywood gearbeitet, konnte den Roman aber zu Lebzeiten nur halb schreiben. Das vorliegende…

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Romankritik: Zärtlich ist die Nacht, von F. Scott Fitzgerald (1934, engl. Tender is the Night) – 5 Sterne – mit Hintergründen, Video & Presse-Links

Das US-amerikanische Ehepaar Dick und Nicole Diver lebt in den 1920ern ohne Geldsorgen in Südfrankreich und Zürich. F. Scott Fitzgerald verarbeitet hier wie fast immer sein eigenes Leben und das seiner Frau, also geht es auch um Nervenkrankheit, scheiternde Träume und Alkoholismus – Fitzgeralds entsprechender Lebensabschnitt heißt in der Bruccoli-Biografie „A Drunkard’s Holiday, 1925 –…

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Kritik Roman: Der große Gatsby, von F. Scott Fitzgerald (1925, engl. The Great Gatsby) – 8 Sterne – mit Hintergründen, Links

Der Roman wurde zum Klassiker, wenn auch erst Jahrzehnte nach dem Erscheinen und nachdem der Autor sich totgesoffen hatte. F. Scott Fitzgerald erzählt von männlichen Männern in New York 1922. Sie sind reich, sie sind mächtig, sie sind hartleibig. Sie nehmen sich, was sie wollen: Häuser, Frauen, Fassaden, Imperien, noch mehr Frauen, Wasserflugzeuge, neue Namen….

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Kritik Roman: Die Schönen und Verdammten, von F. Scott Fitzgerald (1922, engl. The Beautiful and Damned) – 6 Sterne – mit Hintergründen, Kritiken, Links & Video

New York in den 1910er-Jahren: Junger Schnösel angelt sich hohle Nuss. Er sorgloser Erbe; sie selbstsüchtig, aber ultimativ dekorativ, ein must-have. Geld spielt keine Rolle, jedenfalls bald nicht mehr, wenn Opa hoffentlich den Löffel ab- und das Erbe freigibt. Der Trauerfall wird herbeigesehnt, denn die Göttergattin ist high maintenance. Doch nach der Hochzeit kriselt die…

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Romankritik: Diesseits vom Paradies, von F. Scott Fitzgerald (1920, engl. This Side of Paradise) – 3 Sterne – mit Presse-Links

Der stark autobiografisch geprägte Erstlingsroman beschreibt Schüler- und Studentenzeit sowie erste Berufserfahrungen in New York in den 1910er Jahren. Besonders detailreich berichtet Fitzgerald vom Studium in Princeton. Dabei kümmert er sich kaum ums allgemeine Publikum, mit Vergnügen lesen diese Insidergeschichten wohl nur amerikanische Ex-Studenten. Der zweite Teil über das Leben als Werber in New York…

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Romankritik: Das Haus Savage, von Jay McInerney (1997, engl. The Last of the Savages) – 8 Sterne

Will Savage ist Sohn reicher Grundbesitzer im US-Süden, liebt jedoch Bluesmusik, die Kultur der Afroamerikaner und wird Musikmanager. Ich-Erzähler Patrick Keane beschreibt Wills und sein eigenes Leben über 30 Jahre. Drei Viertel des Buchs behandeln die Jahre, in denen die Hauptfiguren etwa 18 bis 25 Jahre alt sind. Wir lernen viel über das Studieren in…

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Romankritik: Letzter Schrei, von Jay McInerney (1998, engl. Model Behavior) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Fotomodels, Schauspieler, Magazinjournalisten und Kurzgeschichtenschreiber ringen auf aalglattem New Yorker Parkett um Liebe und Aufstieg. In Jay McInerneys hochglanzpolierter Schreibe reden sie überaus witzig, smart und zynisch – und sehen sich selbst auch so. Um kulturelle Anspielungen sind sie nicht verlegen. Man übersieht vor Vergnügen fast die Abgründe von Egoismus und Amoral. Die urbane Intelligentsia…

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Rezension des Romans Ich nun wieder. Story of My Life, von Jay McInerney (1988, engl. Story of My Life) – 7 Sterne

Alison Poole ist eine 20jährige Schauspielschülerin im New York der 1980er. Bis jetzt war sie mit 36 Männern im Bett, sie nimmt Kokain und fliegt fast aus der Wohnung. Als Ich-Erzählerin in Jay McInerneys zweitem Roman – nach Ein starker Abgang/Bright Lights, Big City – redet Alison sehr trocken, cool, zynisch, unsentimental. Vor allem: Sie…

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Internationale Romankritiken & Links zu: Das gute Leben, von Jay McInerney (2006, engl. The Good Life)

In dem Roman erzählt Jay McInerney eine Liebesgeschichte in New York, die unmittelbar vor und nach den Anschlägen auf das World Trade Center spielt. Die Hauptfiguren begegnen sich als freiwillige Helfer direkt nach dem Unglück. McInerney war selbst als Helfer vor Ort gewesen. Das Ehepaar Calloway aus Das gute Leben kennt man bereits aus McInerneys…

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Rezension Büro-Roman: Wir waren unsterblich, von Joshua Ferris (2007, engl. Then We Came to the End) – 7 Sterne – mit int. Presse-Links

Der Roman spielt in einer großen Werbeagentur in Chicago. Autor Joshua Ferris schreibt lakonisch-humorvoll vor allem über Bürotratsch, Bürokleinklein, Angst vor Kündigung und private Probleme. Kaum Handlung, keine Hauptfigur: Es gibt kaum eine Handlung, meist keine Hauptfigur – nur kleine Episoden, aus denen erst ab der Buchmitte zwei Personen etwas deutlicher hervortreten. So treibt das…

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Rezension US-Einwanderer-Roman: América, von T.C. Boyle (1995) – 9 Sterne

„América“ habe ich schon vor vielen Jahren gelesen, aber immer noch intensiv „vor Augen“. Kaum ein Autor führt sein Personal so hautnah vor, man sieht quasi jede Pore, jeden Schweißtropfen, riecht die Angst und Verwahrlosung, leidet mit beiden, gegensätzlichen Hauptfiguren. Man sieht den Canyon, die den Elementen abgetrotzte und eingezäunte Siedlung, plastisch vor Augen. Man…

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Rezension Frank-Lloyd-Wright-Roman: Kein Blick zurück, von Nancy Horan (2007) – 8 Sterne

Oak Park, Illinois, USA, Anfang des 20. Jahrhunderts. Mamah Borthwick verlässt Ehemann und Kinder, um mit einem anderen Mann zu leben. Mutig? Verwerflich? Jedenfalls damals ein Skandal. Nancy Horan schildert den imaginierten historischen Ablauf sehr einfühlsam, spannend, nachvollziehbar, detailliert ohne Übertreibungen (dt. Kein Blick zurück, engl. Titel Loving Frank). Man hat oft das Gefühl, danebenzustehen,…

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Rezension US-Indien-Roman: Der Namensvetter, von Jhumpa Lahiri (2003) – 8 Sterne

Lahiri macht fast alles richtig, da sitzt jedes Wort. Stimmungen und Szenen erscheinen glasklar, es gibt keinen Misston und kein pompöses Wortgeklingel aus dem Creative Writing-Kurs (ich hatte das englische Original, The Namesake). Souverän, wie die Autorin in ihrem Debutroman einzelne Szenen und Gefühle vertieft, dann Jahre überspringt, aber wiederholt auch zurückblendet – und alles…

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Rezension US-Roman: Zeiten des Aufruhrs, von Richard Yates (1961, engl. Revolutionary Road) – 8 Sterne

Vorort-Ehedrama in den 50ern in USA. Messerscharf beobachtet. Fesselnd, mit überraschenden, aber nicht unverständlichen Entwicklungen. Obwohl die Handlung letztlich nahezu alltäglich ist, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, war beteiligt fast wie bei einer scharfen Auseinandersetzung im Freundeskreis. Amazon-Werbelinks: Richard Yates | Ernest Hemingway | John Cheever | John Updike Sehr schön…

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