Biographie

Presse-Links zum Richard-Francis-Burton-inspirierten Reisebericht Nomade auf vier Kontinenten, von Ilija Trojanow (2007)

Auf etwa 430 luftig gesetzten Seiten präsentiert Ilija Trojanov lange Zitate aus den Reiseberichten Richard Francis Burtons (1821 – 1890), eigene Reiseeindrücke u.a. aus dem Jahr 2000 und einige große historische Abbildungen. Als ich Nomade auf vier Kontinenten anfing, kannte ich schon drei englische Burton-Biografien, den Burton-Film Mountains of the Moon und Teile des fiktionalisierten…

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Buchkritik: The Last Sultan. The Life and Times of Ahmet Ertegun, von Robert Greenfield 2012 – Biografie über den schillernden Chef von Atlantic Records – mit 4 Videos – 7 Sterne – mit Presse-Links

Der etablierte Popjournalist Robert Greenfield schildert das aufregende Leben des US-Plattenmanagers Ahmet Ertegün (1923 – 2006) – von der Kindheit als Sohn des türkischen Botschafters in den Hauptstädten der westlichen Welt bis zu Ertegüns Zeit als Chef von Atlantic Records: Er arbeitet mit Ray Charles, Neil Young, den Rolling Stones, Led Zeppelin, aber auch mit…

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Rezension Naipaul-Biografie: The World Is What It Is, von Patrick French (2008) – 9 Sterne

Fantastische, sehr ausführliche, gut lesbare, schonungslose Biografie. Multikultur-Meisterschreiber extraordinaire V.S. Naipaul setzt privat neue Standards in Arroganz, Besserwisserei und Geiz, im Ausnutzen von Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, emotionaler Abhängigkeit und relativem Präpotenzdefizit. Sein Biograf Patrick French referiert Naipauls gesammelte Unglaublichkeiten relativ nüchtern. Und es ist keine üble Nachrede: Naipaul (1932 – 2018) stand seinem Biograf ausführlich Rede…

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Rezension Teheran-Memoiren: Honeymoon in Tehran: Two Years of Love and Danger in Iran, von Azadeh Moaveni (2009) – 8 Sterne

Azadeh Moaveni schreibt schlank, lebendig, bildhaft, unterhaltsam – wie man es von einer Time-Autorin erwartet. Längere Gedankenströme zu Politik oder Moral bettet sie stets in ihr Alltagsleben ein: Moaveni schildert, wie sie am Herd ein Curry versalzt und dabei die Rolle der Ayatollahs seit dem 7. Jahrhundert überdenkt; wie sie im Taxi sitzt und die…

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Rezension Teheran-Memoiren: Lipstick Jihad: A Memoir of Growing Up Iranian in America and American in Iran, von Azadeh Moaveni (2005) – 8 Sterne

Azadeh Moaveni wächst mit iranischen Eltern in Kalifornien auf und kommt, gut 20 Jahre alt, erstmals dauerhaft nach Teheran, Hauptstadt des Iran. Dort arbeitet sie als Journalistin für das US-amerikanische Time-Magazin. Moaveni schildert ihren Alltag in der iranischen Hauptstadt ungefähr zur Jahrtausendwende (Khatami in Teheran, Bush junior in Washington, 9/11). Dabei klingt sie lebendig, persönlich,…

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Westafrika-Kindheit: The Dark Child bzw. L’enfant noir, von Camara Laye (1953) – 8 Sterne

Haarsträubender Aberglaube, gefährliche Riten – Laye tischt knüppeldick auf. Gleichzeitig taucht er seine Jugend im westafrikanischen Guinea der 50er Jahre in ein güldenes Licht (auf Deutsch als „Einer aus Kurussa“ erschienen). Amazon-Werbelinks: Ganz Afrika | Südafrika | Kenia | Marokko Trotz all der irrationalen Gebräuche und Denkweisen lächelt man verklärt mit dem Autor: Die Menschen…

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Rezension Bollywood-Biografie: King of Bollywood: Shah Rukh Khan and the Seductive World of Indian Cinema, von Anupama Chopra (2008) – 8 Sterne

Manche Anekdoten aus dieser Biografie zu Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan klingen fast zu gut, als dass sie wahr sein könnten. Viele Charaktere erscheinen als liebenswerte Kauze, die sofort in einen Film passen. Auch andere Zufälle und Ereignisse wirken so an den Haaren herbeigezogen, dass man mal wieder über unplausible Bollywooddrehbücher lamentieren möchte. Aber vielleicht war…

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Rezension US-Iran-Memoiren: To See and See Again: A Life in Iran and America, von Tara Bahrampour (1999) – 7 Sterne

Tara Bahrampour beschreibt liebevoll, warmherzig, einfühlsam, detailreich und mit vielen kulturellen Einblicken die Geschichte ihrer iranisch-amerikanischen Familie. Wesentliche Themen sind zudem Vertreibung und das Stehen zwischen den Kulturen, illustriert mit vielen markanten Beispielen – von lustig bis herzergreifend. Der größere und interessantere Teil des Buches spielt im Iran, einige Kapitel auch in Kalifornien und Oregon….

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Rezension Biografie: Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild, von Hannah Rothschild – 7 Sterne

Hannah Rothschild schreibt professionell flüssig, man kann das Buch kaum weglegen (ich hatte die englische TB-Ausgabe von Virago). Das Buch schildert ein einzigartiges Leben – Kindheit in der superreichen Rothschild-Familie, Kriegseinsätze in Afrika und Europa, fünffache Mutter, dann Begleiterin der besten Jazzmusiker der Welt. Hier beginnt die Autorin: Historisch beginnt die Autorin mit Mayer Amschel…

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Buchkritik: Spätzle al Dente, von Luigi Brogna (über Italiener in Deutschland, 2007) – 7 Sterne

Also das sind interessante Einblicke: eine italienische Familie zieht 1971 von Sizilien ins Schwabenland und bleibt dort viele Jahre. Wir lernen einiges über Anpassungsschwierigkeiten bei Italienern und Schwaben, über unterschiedliche und wandelnde Formen von Heimweh – und über grauenhafte Ausländerfeindlichkeit. Interessant auch die Italienurlaube der Gastarbeiter, die ihre Heimatstadt Messina bald mit halb deutschen Augen…

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Rezension 1950er-Hongkong-Memoiren: Gweilo, von Martin Booth (2004, US-Titel Golden Boy) – 7 Sterne – mit Presse-Links

1952 kommt der Engländer Martin Booth als Siebenjähriger mit seinen Eltern nach Hongkong und bleibt drei Jahre. Er erkundet die Straßen allein und ist bald mit vielen Händlern und Dienstboten befreundet. Er testet Knallfrösche und gebratene Käfer. Alle sind nett zum kleinen Martin, auch weil sein blondes Haar Glück verspricht. Booth (1944 – 2004) beschreibt…

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Kindheitserinnerung Sizilien: Das Kind unterm Salatblatt, von Luigi Brogna (2006) – 6 Sterne

Brogna liefert eine Kette liebenswerter Kinderanekdoten aus der Zeit, als er ungefähr fünf bis zehn war und in Messina, Sizilien, aufwuchs. Er erzählt mit einer naiven Kinderstimme, und das Ergebnis klingt wie das Buch eines Kindes über Kinder und geschrieben *für* Kinder. Ich habe ein paarmal gelacht und gelegentlich gelächelt; allerdings wirkt der Text zwar…

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Autobiografie: Little Wilson and Big God, von Anthony Burgess (1986) – 6 Sterne

Gleich auf den ersten Seiten bringt Burgess ein paar drastisch ordinäre Witze – ein Vierzeiler kombiniert Pädophilie, Nekrophilie und gleichgeschlechtlichen Sex. Auf den weiteren 440 Seiten kommen dann regelmäßig deftige Schocker, vorgetragen mit präpubertärem Stolz, wenn auch nicht mehr mit der Dichte des Einstiegs. Seitensprünge und Katholizismus: Seine augenzwinkernde Vulgarität kontert Anthony Burgess – der…

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Biografie: The Real Life of Anthony Burgess (2006), von Andrew Biswell – 6 Sterne

Ich habe das entspannt heruntergelesen. Man hat nicht das Gefühl, dass Biswell seinem Sujet sehr nahe kommt (zum Beispiel portraitiert Patrick French V.S. Naipaul schärfer und genauer, konnte allerdings auch noch selbst mit ihm sprechen). Immer wieder diskutiert Biswell philosophische und religiöse Skrupel des Anthony Burgess. Mehrere Burgess-Mythen, die Burgess mit widersprüchlichen Aussagen nährte, klärt…

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Thailand

SO-Asien-Memoiren: Distant Archipelagos: Memories of Malaya (2004), von Peter Moss – 6/10

Das Buch enthält viele zauberhafte Passagen über Malaysia in den späten 50ern und frühen 60er Jahren (zuerst hieß es noch Malaya). Expat-Leben beschreibt Peter Moss genauso wie die Verhältnisse der Einheimischen, wenn auch ohne Fotos. Ich habe oft gelacht, gestaunt, geträumt. Reporter im Malaya vor der Unabhängigkeit: Moss arbeitete als Reporter für die Tageszeitung Malaya…

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Biografie: Die Karrieren der Vicki Baum, von Nicole Nottelmann (2007) – 6 Sterne

Ganz genau kann ich es nicht erklären, warum mich diese Biografie zu Vicki Baum nicht recht begeistert hat. Eine Rolle spielt sicher Nottelmanns lieblose Sprache, hier und da fehlerhaft; auch betont sie bestimmte Leitmotive im Leben der Vicki Baum zu oft. Eigentlich müsste das Buch hochinteressant werden, denn die Voraussetzungen für eine spannende Lebensgeschichte sind…

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Memoiren: Unruhestifter: Erinnerungen, von Fritz J. Raddatz (2003) – 4 Sterne

Ja, doch, ich habe diesen Braten zügig verschlungen, aber nun liegt er schwer im Magen. Was für eine Soße, mit viel Klatsch und Tratsch aus der Feuilletonistenbranche. Das enthüllt Raddatz über andere Autoren: Immer wieder verbreitet Fritz J. Raddatz (1931 – 2015) Löbliches über sich selbst als Zitat von anderen – bis hin zur Größe…

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Asien-Memoiren 1949 – 1979: My House Has Two Doors, von Han Suyin (1980) – 3 Sterne

Dieser vierte Band von Han Suyins Memoiren wurde in späteren Ausgaben auf zwei Bände verteilt: Memoiren 4.1: My House Has Two Doors Memoiren 4.2: Phoenix Harvest (ursprünglich der hintere Teil der ersten Ausgabe von My House Has Two Doors; lt. Innentitel Volume 2 of My House Has Two Doors) Überheblich, aber mit Fehlern: Suyin schreibt…

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Autobiografie: Memoirs of a Mendicant Professor, von D. J. Enright (1969) – 5 Sterne

Die Erinnerungen umfassen den Zeitraum von 1954 bis 1969. In dieser Phase  dichtete und unterrichtete D.J. Enright in Hiroshima, Berlin, Bangkok und Singapur und verbrachte zwischendurch immer einige Monate in London. Aus Japan und Thailand hören wir heitere Anekdoten über fremde Kulturen und Sichtweisen, Berlin und Berliner wirken kalt und unsympathisch. Immer wieder Probleme mit…

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Rezension Jazz-Biografie: Nica’s Dream, von David Kastin – 7 Sterne

Aufgewachsen als superreiche Rothschild-Tochter in England, dann Pilotin, verheiratet in Frankreich, Kriegsheldin in Afrika, Diplomatengattin in Mexiko, Mutter von fünf Kindern, Eheflüchtling und schließlich jahrzehntelang Gönnerin der New Yorker Jazzszene, eine begüterte weiße Edelfrau unter schwarzen, oft armen und drogensüchtigen Jazzentrikern – Pannonica „Nica“ de Koenigswarter, née Rothschild, hatte ein spannendes, ungewöhnliches Leben. David Kastin…

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