Rezension US-Inder-Spielfilm: Mississipi Masala (1991, mit Denzel Washington; mit Trailer & 2 Szenen) – 8 Sterne

Inder ziehen aus Uganda in den US-Süden, betreiben dort ein Motel – und erleben einen Clash der Kulturen. Mira Nairs „Mississippi Masala“ greift nicht so ans Herz wie ihr „Salaam Bombay“ und fließt nicht so grandios dahin wie ihre Filme „Monsoon Wedding“ oder „Der Namensvetter“.

Multikultur:

Aber Mira Nairs 91er „Mississippi Masala“ ist so multikulti wie kein anderer Film: Menschen aus dem indischen Kulturkreis leben zufrieden in Afrika, müssen dann aber ausreisen in die USA – Indien haben sie nie gesehen. Im Staat Mississippi treffen sie wieder auf Farbige, doch glücklich sind die Inder darüber nicht. Die Opfer ethnischer Abgrenzung grenzen sich diesmal selber ab.

Mira Nair beschreibt die Situation im englischen Guardian so:

„What was it like to be an African, but of Indian skin who believed India to be a spiritual home without ever having been there and to be living in Mississippi? An what if this world collided with that of black American who believed Africa to be their spiritual home, but had also never been there?“

Parallelen zu anderen Filmen von Mira Nair:

In einem gleicht „Mississippi Masala“ den anderen schönen Filmen von Mira Nair: Er ist unterhaltsam, warmherzig, reportage-artig und zeigt – bei allen Auseinandersetzungen – menschliche und liebenswerte Charaktere, die sich fast bis zu ihrem Glück durchwursteln.

Auch „Mississippi Masala“ wirkt sehr gut recherchiert und lebensecht, sieht man von ein paar Klischeeclowns am Rand ab.Dazu kommen sehenswerte Bilder und kinohafte Momente. Unterhaltsam auch das betont coole, schwarze Englisch der Straßenjungs.

Zu den Schauspielern:

Roshan Seth beeindruckt als belasteter Vater, wenn auch nicht ganz mit der Präsenz des – physisch nicht unähnlichen – Naseeruddin Shah aus „Monsoon Wedding“. Sharmila Tagore als seine Ehefrau im Sari ist ohnehin anbetungswürdig, unabhängig von Genre, Sprache und Jahrzehnt.

Denzel Washington gibt den lässigen, aber unaufdringlichen Kleinstadtcharmeur, der vor dem ersten Kuss brav um Erlaubnis bittet – und vor dem zweiten auch. Sarita Choudury zieht sich hier nicht so weit aus wie in Nairs schwülem „Kama Sutra“, zeigt aber dennoch viel Jugend und Sinnlichkeit – schön, wie sie sich unerfahren, aber selbstsicher von den Plänen ihrer Eltern absetzt.

Fazit:

Nein, ich möchte nicht in diese Familien hineinheiraten, jedenfalls nicht ohne Pausetaste. Doch ihnen zuzusehen macht große Freude.

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