Indischer Spielfilm: Hollywood in Bombay bzw. Bombay Talkie (1970) – mit 2 Videos – 4 Sterne

In Hollywood in Bombay (auch Bombay Talkie genannt, nicht verwechseln mit Bombay Talkies von 2013) sind alle Hauptfiguren unsympathisch: Vor allem die extrem selbstsüchtige amerikanische Autorin (Jennifer Kendal), die durch die Filmwelt von Bombay zieht und mit einem verheirateten Topschauspieler & Möchtegern-Macker (Shashi Kapoor, im richtigen Leben mit Kendal verheiratet) vor den Augen seiner steif leidenden Ehefrau (Aparna Sen) anbandelt und nebenbei noch einem armen Autor schöne Augen macht.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit * oder mit "Amazon-Werbelinks" gekennzeichnet). Wenn Du darüber kaufst, erhalte ich eine kleine Provision – ohne Aufschlag für Dich.

Die Figuren spielen zeitweise übertrieben ausagierend wie auf einer Theaterprobe, sprechen überklares Oxford-Englisch. Die Handlung schleppt sich so dahin, im ersten Teil gibt es noch etwas Unterhaltung à la Bollywood, unter anderem den bekannten Tanz auf der Riesenschreibmaschine (2. Video) mit Tanzbombe Helen (aber wenig informative Blicke hinter die Kulissen). Insgesamt nicht Fisch, nicht Fleisch, vielleicht nur für Shashi-Kapoor-Fans, die sonst schon alles kennen. Doch Kendal und Kapoor tragen hier viele attraktive Kurtas.

Von der bekannten Produktionsfirma Merchant-Ivory kenne ich sonst nur den Mystic Masseur, diese Naipaul-Verfilmung enttäuschte mich auch. Viele Jahre später führte Bombay-Talkie-Schauspielerin Aparna Sen Regie bei 36 Chowringhee Lane; wieder war Jennifer Kendal Hauptdarstellerin, Shashi Kapoor produzierte – ein völlig anderer Film.

Meine DVD hat exzellente Bildqualität – weit besser als jeder echte Bollywoodfilm von 1970 -, keinerlei Untertitel, aber ein 13minütiges Interview mit Regisseur, Produzent und Autorin sowie einen Überblick über weitere Merchant-Ivory-Filme. Die Doku „Helen – Queen of the Nautch Girls“ war wohlgemerkt in dieser Ausgabe nicht dabei, sie war auch nicht versprochen; man findet die Doku leicht im Internet und sie zeigt vermutlich mehr vom Schreibmaschinentanz aus „Bombay Talkie“ als „Bombay Talkie“ selbst.

Bombay Talkie ist vielleicht der schlechteste Meta-Bollywood-Film, den ich kenne (trotz der später zweimal Oscar-gekrönten Drehbuchautorin Ruth Prawer Jhabvala). Weitere indische Filme, die sich mit Bollywood befassen, listet dieser Beitrag auf (mit Jahresangabe und Kurzbewertung).

Indien-Filme & mehr auf HansBlog.de:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 

Nach oben scrollen