Belletristik

Roman: Maghrebinische Geschichten, von Gregor von Rezzori (1953) – 7 Sterne

Ich habe mich bestens amüsiert, manchmal laut gelacht und öfter geschmunzelt. Aktuelle deutsche Romanciers wirken gegen von Rezzori wie nachlässig programmierte Schreibroboter. Von Rezzori schreibt vollmundig, süffig und deftig („endlich die fetten Koptinnen (denn Frauen sind wie Birnen: dort am süßesten, wo sie am schwersten sind)“). Wort- und Logikdreher erster Güte werden trocken präsentiert, exzessive…

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Roman: Ein halbes Leben – Half a Life, von V.S. Naipaul (2001) – 6 Sterne

In mehreren Punkten enttäuscht dieser etwas halbherzige Roman: Humor: Rezensenten rühmten Half a Life als witzigsten Roman von V.S. Naipaul. Ich selbst fand seine vier frühen Trinidad-Romane (Mr. Biswas, Mystischer Masseur, Wahlkampf auf karibisch, Miguel Street) ebenso deutlich witziger wie auch Mr. Stone and the Knights‘ Companion oder einige Kurzgeschichten, etwa The Night Watchman’s Occurrence…

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Kurzgeschichten: Was wollen Sie von mir, von Doris Dörrie – 6 Sterne

Kleine, lakonische Geschichtchen, die oft von nüchterner, unromatischer Liebe handeln – leicht zu lesen, ganz schnell vorbei. Wieviel eigene, persönliche Gedanken und Gefühle Doris Dörrie ihren verschrobenen Ich-Erzählerinnen in die Zeilen legt, möchte ich nicht wissen. Einige Geschichten spielen in Hollywood. Sie gefallen mir weit besser als Dörries Hollywoodroman Und was wird aus mir.

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Schmalzroman: Kussfest, von Janet Evanovich (2003) – 5 Sterne

Absurde Krimi-Soap um einen menschlichen Supermann (superreich, superklug, supererfolgreich, supernett, super Body, supersexy, superstark) mit einem feminin säuselnden Supercomputer in einem Superauto und ein Kleinstadt-Sammelsurium von krass überzeichneten Kleinverlegern, Bürgermeisterkandidaten, wohltätigen Damen, schwulen Dandies, verkommenen Vietnamveteranen und verlobten Rechtsanwälten (engl. Full Tilt; dt. Kussfest). Die meisten Szenen spielen in den immergleichen Räumen. Starke Einzeiler: Das…

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Thailand

Südostasien-Roman: Pure, von Timothy Mo (2012) – 6 Sterne

Ein verblüffendes Buch: In der Hauptrolle ein Transvestit, der zum muslimischen Gotteskrieger wird. Es beginnt in Bangkok und sehr frivol, geht dann in den muslimischen Süden Thailands und ins Trainingslager auf die Philippinen. Ich bin mit Region und Sprachen etwas vertraut, habe hier aber viel Neues gelernt – sofern es nicht frei erfunden war. Timothy…

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Kritik lustiger England-Roman: Ohne mich, Jeeves!, von P.G. Wodehouse (1947) – 6/10

Wie gern würde man es von Loriot hören: Die gediegenen Herrschaften aus diesem Roman heißen Bertram Wooster, D’Arcy „Stilton“ Cheesewright, Boko Fittleworth, Catsmeat Potter-Pirbright oder Lord Percival Worplesdon. Sie domizilieren nonchalant in Steeple Bumbleigh. Vor strengen Tanten und heiratswütigen Schriftstellerinnen zittern diese Figuren. In schwierigen Lagen konsultieren sie Butler Jeeves, den mit der enormen Hutgröße….

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Roman Chinesin in England: Kleines Wörterbuch für Liebende, engl. A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers (2007) – 6 Sterne

Unschuldiges Chinamädel, 23, kommt nach London, um ihr Englisch zu aufzubessern. Zieht bald zu einem älteren Späthippie. Dann per Interrail durch Europa. Die Ich-Erzählerin liefert schöne Vergleiche zwischen westlicher und chinesischer Kultur (Beziehungen, Familie, Mann-Frau, Privatsphäre, Essen, Ausdrucksweisen, Geld). Ein Großteil ist in kaputtem, niedlichem Asien-Englisch geschrieben, erst gegen Ende wird es etwas besser (ich…

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Thailand

Hongkong-Roman: The Monkey King, von Timothy Mo (1978) – 6 Sterne

Ja, ich habe mehrmals laut gelacht. Ganz behaglich war das Lachen nicht, denn die Figuren in diesem Hongkong-chinesischen Familienroman (mit einem halben Außenseiter) sind alle unsympathisch. Timothy Mo lässt sie zudem ein Pidgin-Englisch reden, das in Schriftform debil wirkt. Alltag in Hongkong: Trotzdem sieht man der Familie gern beim Alltagstreiben zu. In der ersten Hälfte…

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Trinidad-Roman: The Chip-Chip Gatherers, von Shiva Naipaul (1973) – 6 Sterne

Es geht um Dorf-Despoten und Haustyrannen im ländlichen Trinidad. Der Roman von V.S. Naipauls kleinem Bruder Shiva Naipaul enthält aber auch lange Berichte, sogar ausführliche Verallgemeinerungen, und in den ersten Kapiteln leicht unbehagliche Naturbeschreibungen. Die Handlung deprimiert: Die dörflichen Behausungen halb-verfallen, die Trucks im Feld nebenan verrottend. Und die Figuren wecken wenig Sympathie: Egbert Ramsaran,…

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Nigeria-Roman: A Squatter’s Tale, von Ike Oguine (2000) – 6 Sterne

Squatter’s Tale wirkt nicht so sehr wie ein bündiger Roman: Es zerfällt in mehrere längere Episoden: das schnelle protzige Bankerleben in Nigeria, der ärmliche Einstieg in USA, die Romanze. Vor allem wirkt Squatter’s Tale wie eine Ansammlung von Begegnungen, teilweise in Rückblenden erzählt. Anekdoten in der Rahmenhandlung: In eine Rahmenhandlung packt der Autor zahlreiche kleinere…

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Kritik Indien-Krimi: Inspektor Ghote geht nach Bollywood – Filmi, Filmi Inspector Ghote, von H.R.F. Keating (1976) – 4/10

Die deutsche Ausgabe – Inspektor Ghote geht nach Bollywood – habe ich nach vier Seiten aus dem Fenster geworfen. Sie stammt vom Unionsverlag, eine vorhandene ältere Übersetzung wurde hier „überarbeitet und ergänzt“. Wie bitte? Ein paar Ausdrücke der ersten Seiten: „Werbe-Schreibstifte“ „zweifelbeladene Gedanken“ „seine Befürchtungen hinsichtlich seiner Fähigkeit“ „ein Darsteller von Schurken“ „Türhüter“ Zur deutschen…

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Dakar-Youssou-N’Dour-Roman: The Music in My Head, von Mark Hudson (1998) – 6 Sterne

Fazit: Mark Hudson ließ sich von seiner Musik- und Afrikabesessenheit fortreißen, als Roman hält Music in my Head kaum zusammen. Als In-Schilderung aus der Musikszene Dakars ist der Roman, oder sagen wir: das Buch, aber vielleicht einmalig. Amazon-Werbelinks: Ganz Afrika | Südafrika | Kenia | Marokko Atmo: Über Seiten schildert Mark Hudson die Atmosphäre in…

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Roman: Drei Männer im Schnee, von Erich Kästner (1934) – 6 Sterne

Die Dialoge klingen Kästner-typisch pfiffig, mild frech und warmherzig. Das liest sich sehr komfortabel. Erich Kästner konstruiert hier jedoch eine sehr unrealistische Verwechslungskomödie und schiebt die Figuren nach Belieben in alle möglichen Konstellationen: So erscheint der Millionär plötzlich als Armer, der Diener als Reedereibesitzer, verschiedene Gesellschaftsschichten begegnen sich unter neuen Vorzeichen usw. usf. – ganz…

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Roman: Der kleine Grenzverkehr, von Erich Kästner (1938) – 6 Sterne

Mild liebenswertes Gschichterl mit viel Herz und wenig Tiefgang. Im ersten Teil verarbeitet Kästner etwas zu gedehnt touristische Eindrücke aus Salzburg. Dann rollt eine Verwechslungskömodie ab, die schmunzeln lässt, sofern man auf realistische Handlung keinen Wert legt. Erich Kästner bringt viele überaschende Sätze. Er ist ein guter Stilist, ohne dabei mit seinem Können aufzutrumpfen. Deutlich…

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Indien-Studenten-Roman: Five Point Someone, von Chetan Bhagat (2004) – 6 Sterne

Bhagat schreibt äußerst flüssig, ich habe das sehr zügig gelesen. Einige Kapitel gegen Ende sind auch spannend und mitunter ungehemmt schmalzig – Bollywood gedruckt. Im Mittelpunkt stehen drei Studenten und ihre oft banalen Jungmännergedanken: Arbeit vermeiden, Frauen beschlafen, Alkohol, Kumpeltum. Mitunter ist mir der Ton zu vulgär, und Frauen spielen in der Handlung selbst nur…

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Finnland-Roman: Die Rache des glücklichen Mannes, von Arto Paasilinna (1976) – 6 Sterne

Ja, ich konnte, wollte es in einem Rutsch durchlesen: Der Schreibstil ist denkbar anspruchslos, der Humor drastisch, aber mild-trocken im Vortrag. Der Aufstieg der Hauptperson ‚ mit dramatischen, aber stets schnell ausgeräumten Hindernissen ‚ erscheint amüsant und kurzweilig. Realistisch oder nachempfindbar ist er jedoch nicht: Im Buch ist Jaatinen erst angestellter Ingenieur, dann arbeitslos, er…

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Rezension lustiger Roman: Heartburn, von Norah Ephron (dt. Sodbrennen oder Quetschkartoffeln gegen Trübsinn, 1983) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

Ich-Erzählerin Rachel hat einen Mann, ein Kleinkind und ein Kind im Bauch. Da wird ihr Mann untreu. Rachel findet ihn doof und will ihn behalten. Den untreuen Mann im Roman formt Nora Ephron (1941 – 2012) nach ihrem Ex-Gatten, Star-Journalist und Watergate-Enthüller Carl Bernstein; dessen neue Partnerin im Buch war 1982 im richtigen Leben, unschwer…

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Roman: Fremdland, von James Meek (2008) – 6 Sterne

Das Buch hat interessante Situationen, unter anderem den Journalistenalltag im kämpfenden Afghanistan oder die Bestsellerkalküle eines Buchautors. Meek schreibt unterhaltsam scharfe, zynische Dialoge zwischen Verlagsmenschen in London und dann wieder in New York. Er kann schreiben (engl. Titel, We Are Now Beginning our Descent, dt. Fremdland). Aber manche Szenen wirken sehr konstruiert und absurd –…

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Deutscher Roman: Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte, von Kurt Tucholsky (1912) – 6 Sterne

Nette, leichte, klitzekurze Sommerkomödie, die jedoch durch suboptimale Sprachspiele nervt; da serviertTucholsky in Schloss Gripsholm. Eine Sommergeschichte weit bessere Sprachkaspereien. Die schwül erotischen Anspielungen erdrücken auf Dauer. Zur Reclam-Ausgabe: Die „editorische Notiz“ nennt gegenüber der Erstausgabe korrigierte Druckfehler. Man staunt, wie schlampig das Original erschien. (Angesichts des sprachverspielten und respektlosen Texts frage ich mich jedoch,…

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Thailand

Historische Malaysia-Geschichten: More Far Eastern Tales, von W. Somerset Maugham – 6 Sterne

Da sind sie wieder: Die Distriktverwalter, natürlich im einsamen Haus auf dem Hügel am Fluss; die Plantagenverwalter, verstrickt in Eheprobleme (mit Engländerinnen) oder Eheverweigerungsprobleme (mit Asiatinnen); Frauen insgesamt als „pretty little things“; Alkohol und Zigaretten 24/7; Einheimische als blasser Zierrat. Die Kurzgeschichten dauern 30 bis 50 Seiten, bieten Rahmenhandlung und ausgiebige Rückblende, spielen oft im…

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Kritik Marokko-Roman: Himmel über der Wüste, von Paul Bowles (1949, engl. The Sheltering Sky) – 6 Sterne

Ein Buch, das länger nachwirkt. Eindrucksvolle Beschreibungen von Landschaften in Marokko, aber auch von Menschen, Gassen, schäbigen Zimmern, schaurigem Essen. Siedlungen und Gebäude bekommen dabei deutlich mehr Gewicht als die offene Landschaft. Die ungewöhnlichen Hauptfiguren laden kaum zur Identifikation ein. Das zentrale „Ehepaar“ (deutlich an Paul und Jane Bowles erinnernd) lebt zeitweise so distanziert, dass…

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Afrika-Schul-Roman: Girls at Play, von Paul Theroux (1971) – 6 Sterne

Drei Engländerinnen, eine US-Amerikanerin und eine Inderin sind offenbar die einzigen Lehrer einer kenianischen Dorfschule in den 60ern, kurz nach der Unabhängigkeit. Zwei von ihnen schikanieren sich laufend gegenseitig – mit gehässigen Worten, Käfern in der Suppe oder grün übermalten Fenstern. Das plänkelt ganz amüsant dahin, doch erst nach 15 von 22 Kapiteln kommt etwas…

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Thailand

Indonesien-Roman: Liebe und Tod auf Bali, von Vicki Baum (1937) – 6 Sterne

Vicki Baums Sprache klingt altmodisch, manchmal gestelzt und ein bisschen hilflos, wie eine ungeschickte Übersetzung. Der Roman erschien 1937, seit 1933 lebte Baum in den USA. Zu dieser Zeit hat sie ihre Bücher offenbar noch auf Deutsch geschrieben.. Trotzdem hat der Roman eine eigene Stimme. Bei Baums etwas gekünstelt kindlichem Ton weiß man nicht recht:…

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Romankritik: Sandstrand, von Janosch (1979) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Auweia. Mittelalter Mann (Janosch, ca 48) schreibt über alten Mann (Karl, denkt viel an den Tod), der sich junges Ding angelt (Elia, 24, Künstlernatur) und mit ihr nach Sizilien fährt. Im Bett steht er seinen Mann, meist, aber exklusiv hat er Elia nicht. Was für eine Altherrenfantasie. Bei Martin Walser, Tom Wolfe, John Updike oder…

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Rezension England-Nigeria-Roman: Nur ein Teil von Dir, engl. A Bit of Difference, von Sefi Atta (2012) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die Afrikanerin Deola stammt aus reichem Elternhaus in Nigeria, lebt jedoch seit Jahrzehnten in England. Sie hat dort einen guten Job und einen britischen Pass. Deola ist 39, Single und kinderlos, hätte aber gern Nachwuchs. Eine Geschäftsreise nach Lagos verändert ihr Leben. Fazit: Sefi Atta erzählt mit sparsamen Worten, skizziert mit knappen Dialogen Stimmungen und…

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Rezension Chile-Roman: Mit brennender Geduld, von Antonio Skármeta (1985) – 6 Sterne

In dieser mild heiteren, erfundenen Geschichte hilft der Dichterfürst Pablo Neruda seinem einfältigen Dorfbriefträger, die Tochter der Dorfwirtin mit Versen und Metaphern zu betören und an den Altar zu führen. Die Geschichte wurde zweimal verfilmt – zuerst 1984 in der Regie des Romanautors; weit bekannter ist die spätere, fünffach Oscar-nominierte Version mit Philippe Noiret unter…

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Roman: Willkommen auf Skios, von Michael Frayn (2012) – 6 Sterne

Michael Frayn, gefeierter Autor u.a. der zum Brüllen komischen Theater-Farce Noises Off, wagt ein Experiment: Funktioniert eine Farce auch als Roman? Und wenn ja: Wieviel Verwechslung, Chaos, peinliche Begegnungen passen in einen eng abgesteckten Farce-Roman? Das Ergebnis des Experiments: Der Roman Willkommen auf Skios (englisch Skios), nur knappe 280 Seiten lang, die Handlung spielt sich…

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Afrika-Roman: Der Pfeil Gottes/Arrow of God, von Chinua Achebe (1964) – 6 Sterne

Das Buch beginnt mit zahlreichen Ibo-Namen für Menschen, Gottheiten, Orte, Rituale, Speisen. Wegen der vielsilbigen Ausdrücke kann man diese Protagonisten und Dinge nicht gut auseinanderhalten. Es gibt zahlreiche Ibo-Begriffe, die nicht übersetzt werden und ein paar Sätze verzerrtes Afrika-Englisch, die ich nicht ganz verstehe. Man wünscht sich ein Glossar und eine Personenübersicht. Amazon-Werbelinks: Chinua Achebe…

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Kalkutta-Geschichten: The Weekenders: Adventures in Calcutta (2004) – 6 Sterne

Vorteile: einige schöne Reportagen, teils literarisch verpackt, vereinzelt packend geschrieben interessante Einblicke abseits der Touristenpfade Nachteile: innerhalb von 250 Seiten wechseln Autoren, Stile, Textgattungen, Thema und Qualität immer wieder nicht immer wird klar, was Fakt und was Fiktion ist keine Fotos zwei Geschichten habe ich nach vergeblichen Versuchen abgebrochen (s.u.) So ist das Buch aufgebaut:…

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Rezension Karachi-Roman: Alice Bhattis Himmelfahrt, von Mohammed Hanif (2011, engl. Our Lady of Alice Bhatti) – 5 Sterne – mit int. Presselinks

Szenen aus Alice Bhattis Schwesternalltag in einem verkommenen staatlichen Krankenhaus in Karachi und über ihre seltsame Ehe mit einem Bodybuilder und Polizeischergen. Dazwischen Einschübe über Bhattis Zeit im Frauengefängnis, über Vater und Wunderheiler Bhatti und über Polizei-Misshandlungen. Fazit: Schnelle, dreckige, zynische und betont gern vulgär-obszöne, manchmal salopp brutale Satire aus einer verkommenen Dritte-Welt-Großstadt. Leicht zu…

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Rezension Mumbai-Roman: Shantaram, von Gregory David Roberts (2003) – 5 Sterne – mit Pressespiegel

Der Ich-Erzähler ist aus dem Gefängnis geflohen und landet mit falschem Pass im Mumbai der Achtziger Jahre. Dort trifft er viele skurrile Inder und Nicht-Inder, lebt im Slum, wird Mafiabaron, reist zu Pferd durch Afghanistan und Pakistan. Die Geschichte ist zum Teil wahr, aber viele authentisch klingende Passagen sind evtl. erfunden (dazu englische Wikipedia). Shantaram…

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