Belletristik

Kritik: Der Fotograf von San Marco, von Mario Adorf (Erzählungen 2003) – 5 Sterne

      Mario Adorf fasst hier seine italienischen Geschichten zusammen, die zuvor in verschiedenen Büchern erschienen. Zwei Erzählungen aus Rom und Sizilien kennt man zum Beispiel schon aus Der römische Schneeball. Fazit: Adorf plaudert leicht und locker, wie ein billiges Brioche; öfter wird es anheimelnd mediterran. Dennoch sind manche Sätze zu lang, zumal Adorf kein…

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Kritik: Der römische Schneeball, von Mario Adorf (Erzählungen 1999) – 5 Sterne

       Mario Adorf ist sicher ein Netter, und man sieht sein Lächeln oft zwischen den Zeilen, wenn er seine Schnurren und Räuberpistolen vorträgt. Das gilt vor allem für die römische Titelgeschichte. Gerne mischt Adorf Epochen via Rückblende und per Geschichte in der Geschichte. Schwächen fallen gleichwohl ins Auge: Einzelne Sätze und ganze Handlungsabläufe…

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Rezension: Glaubst du, daß es Liebe war, von Alex Capus (Roman 2003) – 4 Sterne – mit Presse-Links

Capus erzählt flott und kurzweilig, mit hübschen Pointen und gelegentlichen Cliffhängern am Kapitelende – ein wenig kaltschnäuzig, wie die Hauptfigur. Capus‘ Geschichte schnurrt jedoch ohne jede Tiefenschärfe und Plausibilität durch. Gefühle und Persönlichkeit werden kaum erkennbar, die „Liebe“ aus dem Titel schon gar nicht. Capus zeigt Comicfiguren, die hierhin und dorthin übers Plotparkett rattern. Die…

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Rezension: Verwandte Stimmen von Vikram Seth (Musiker-Roman 1999, engl. An Equal Music) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Seth erzählt von einem englischen Kammermusiker in London, der zufällig nach zehn Jahren ohne Kontakt seine einstige Liebe wiedertrifft, die er nie vergessen konnte. Dann spielen sie auch noch zusammen – doch es gibt ein trauriges Geheimnis. Fazit: Vikram Seth schreibt durchgehend spannend, dazu sehr sensibel, hochatmosphärisch, im letzten Viertel jedoch zu melodramatisch und weinerlich….

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Rezension: Beastly Tales from Here and There, von Vikram Seth (Tierfabel-Gedichte, 1991) – 7 Sterne

Fazit: Mild vergnügliche Fabeln in Versform um Tiere mit vielen menschlichen Eigenschaften, manchmal frech, immer flott und pfiffig gereimt, aber nicht mit allerletztem Pep. Erfreut wohl eher Erwachsene, denn Kinder dürften einige Wörter nicht kennen, einige Anspielungen nicht verstehen und weniger Spaß an den überraschenden Wortkombinationen haben. Vikram Seth setzt zehn Tierfabeln in Reime um,…

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Rezension: Eine gute Partie, von Vikram Seth (Roman 1993, engl. A Suitable Boy) – 7/10

Fazit: Epische Saga, die vier große Familien und kaum mehr als ein Jahr beschreibt. Viele starke, gebildete, clevere Dialoge. Häufig mild spannend, jedoch dramatisch nur auf den letzten 200 Seiten. Souverän und rund geschrieben, aber  gelegentlich irritieren überhastete Perspektivwechsel, und manche Themen bettet der Autor nicht richtig in die Handlung ein. Gekürzt um ein Drittel…

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Rezension: The Golden Gate, von Vikram Seth (Versroman 1986) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Vikram Seth erzählt den Versroman in 590 Strophen à 14 Zeilen nach dem strengen Onegin-Schema (Wikipedia; eine versgetreue englische Onegin-Übersetzung inspirierte Seth auch zu The Golden Gate). Seth reimt phantasievoll, unbekümmert und manchmal gegen gängige Ausspracheregeln – so etwa „love“ oder „above“ auf „move“, „blood“ auf „food“ oder „Keynes“ auf „brains“. Einige Reime funktionieren nur…

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Rezension: Hotel Honolulu, von Paul Theroux (Roman 2001) – 6 Sterne – Presse-Links

Fazit: Theroux liefert Witz und starke Dialoge, er füttert die Geschichten mit Bildung, Ketten verblüffender Details, ausdrucksvollen Namen und überraschenden Begriffen, erzählt leicht lesbar. Doch eine übergreifende Handlung fehlt, einige Episoden fügen sich kaum ins Ganze; und aufdringliche viele, oft ranzige Bett- und Rotlichtgeschichten und ein paar Morde begrenzen das Vergnügen. Episoden-Reigen: Der Ich-Erzähler ist…

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Kritik: Meistererzählungen, von Anton Tschechow (Eine langweilige Geschichte, u.a.) – 6 Sterne

Anton Tschechow (Anton Čechov, 1860 – 1904) erzählt mit feinem psychologischem Gespür, zeichnet Charaktere zurückhaltend und wertfrei. Auch Verwirrte schilderte er nachvollziehbar. Seine Herren der russischen Mittelschicht sind oft weich, selbstmitleidig und schlaflos. Die Damen wirken etwas flatterhaft, nah am Wasser gebaut und wahren Respektabilität wenn überhaupt nur unter Mühe. Der gelernte Arzt und Erfolgsautor…

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Rezension: Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten, von Jess Walter (Roman 2009, engl. The Financial Lives of the Poets) – 7 Sterne

Ein gefeuerter Journalist scheitert mit gereimten Börsenkommentaren und versucht sich als Drogendealer, um irgendwie Haus und Auto zu halten – und damit vielleicht auch seine Frau, die offenbar fremdgeht. Intelligente Ein-Zeiler, Witze und Sarkasmen prasseln nur so herunter. Auch die gereimten Finanzkommentare haben etwas (ich kenne nur das englische Original und kann die Eindeutschung nicht…

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Rezension: Schöne Ruinen, von Jess Walter (Roman 2012, engl. Beautiful Ruins) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Fazit: Der Roman ist spannend und teils amüsant. Die beständigen Wechsel von Hauptfiguren, Zeitebenen und Orten irritieren etwas – drei Jahrhunderte, drei Länder -, ebenso wie Walters Beharren auf Vulgarität in jedem Kapitel. Geschickt und unterhaltsam flicht Walter mehrere fiktive Bücher und Theaterstücke in den Plot ein, ebenso wie Reales (Wildwest-Trek, Hollywood-Dreharbeiten in Rom). Das…

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Rezension: Mamsell Fifi – Erzählungen, von Guy de Maupassant – 7 Sterne

Guy de Maupassant (1850 – 1892) liefert deftige Satiren ab. Aufs Korn nimmt er spießig-brutale deutsche Soldaten, brave Bürger der Provinz und lebenslustig-strohdumme Frauen, die gelegentlich das Pekuniäre und das Amouröse überraschend verbinden, mit teils interessanten Gewissenskonflikten. Die Kurzgeschichten mit Ausnahme von Der Horla perlen munter herunter. Meine Übersetzung von Walter Widmer klingt vollmundig-prall und…

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Rezension: Die Buddenbrooks. Verfall einer Familie, von Thomas Mann (Roman 1901) – 8 Sterne – mit Video

Fazit: Sehr unterhaltsam, sinnlich, sprachlich brillant, fast immer spannend, gelegentlich zu satirisch. Hochtourig: Thomas Mann schreibt ein hochtouriges Deutsch voller Aperçus, Bling, Jokus und Augenzwinkern. Trotzdem, und das ist das Besondere, klingt er nie sehr selbstgefällig, der bei Veröffentlichung erst 25jährige delektiert sich nicht zu aufdringlich am eigenen Genius. Mann mischt Hochdeutsch, Platt, Französisch, Englisch,…

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Rezension: Tod in Venedig, von Thomas Mann (1912, u.a. Erzählungen) – 7/10 – mit Presse-Links

Wer Ina-Tina Lowfi auf Twitter folgt, laboriert vielleicht länger an der Lustgewinnoptimierung mit Thomas Manns Novelle Tod in Venedig. Sie kommt daher in gravitätischem, komplexem Deutsch, dessen Sätze schon mal einen ganzen Absatz beanspruchen – und viel kulturelles und sprachliches Wissen dazu. Jede Zeile ist so germanistisch gehaltvoll, dass selbst kleine Unkonzentriertheiten des Lesers Verlust…

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Rezension: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, von Thomas Mann (Roman 1954) – 7 Sterne

Der Ich-Erzähler plaudert und charmiert sich höchst gepflegt durch ein Leben voll liebenswerter Betrügereien und amouröser Extravaganzen. Dialoge und Portraits klingen erfreulich pointiert und delikat satirisch, natürlich einschließlich der Namen (Olympia Übel, Eleonor Twentyman, Senhora Maria Pia Kuckuck, Zouzu Kuckuck). Besonders liebevoll schildert Thomas Mann gutsituierte Lebemänner und leicht liederliche Damen sowie dezidiert gehässig spröde…

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Kritik: Tonio Kröger, Mario und der Zauberer, von Thomas Mann (Erzählungen 1903, 1930) – 5 Sterne – mit Video

Tonio Kröger ist hier erst ein zartbesaitetes Jüngelchen, dann ein weltferner Dichter, der – wie sein Nachfolger in Tod in Venedig – aus München ans Meer reist und lustvoll selbstmitleidig kontempliert, „zerfressen von Ironie und Geist“. Mann erfindet in dieser etwa 65seitigen Erzählung von 1903 immer neue, wenig spannende Situationen, in denen er Kunst versus…

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Rezension Philippinen-Bericht: Wasserspiele, von James Hamilton-Paterson (1987, engl. Playing with Water) – 5 Sterne

Hamilton-Paterson schreibt alles andere als spannend, er mag Rückblenden und persönliche Einschübe. Bei einem Buch über philippinisches Dorf- und Inselleben würden andere Autoren sofort medias in res gehen und erst später auf Hintergründe und Vergangenes schwenken; doch Hamilton-Paterson beginnt Wasserspiele mit Verallgemeinerungen und Dingen, die Jahrzehnte zurückliegen (darin an seine Geister von Manila erinnernd, die…

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Lese-Eindruck: Awaiting Trespass. A Pasión, von Linda Ty-Casper (Manila-Roman 1985)

Ich habe nur die ersten 45 von 170 Seiten gelesen. Ty-Cooper spießt die Verlogenheit der reichen Oberschicht Manilas genau auf, in interessanten Beobachtungen und Dialogen. Doch was der Verlag als „Satire“ bezeichnet, klingt oft eher nachdenklich, teils auch säuerlich anklagend und verbittert. Der Roman wirkt wie ein Theaterstück, denn er spielt zumindest auf den ersten…

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Rezension: Die Erleuchteten, von Miguel Syjuco (Philippinen-Roman 2010, engl. Ilustrado) – 5 Sterne – mit Presse-Links& Video

Fazit: Miguel Syjuco schreibt gut lesbar und smart, jedoch gelegentlich zu vulgär. Das Stakkato aus vielen verschiedenen fiktiven, immer wieder unterbrochenen Texten mit multiplen Cliffhangern ist Geschmackssache. Wechselnde Perspektiven: Der Ich-Erzähler heißt wie der Buch-Autor Miguel Syjuco, und er erzählt das Leben des mutmaßlich ermordeten, exzentrischen fiktiven philippinischen Autors Crispin Salvador Mitte bis Ende des…

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Rezension: Agnes, von Peter Stamm (Roman 1998) – 6 Sterne – mit Video & Links

Melancholischer, einsamer Sachbuchautor trifft in Chicago einsame Physikdoktorandin. Sie verbringen ein paar Nächte zusammen und sie fordert ihn narzisstisch auf, eine Geschichte über sie zu schreiben. Abitur-Pflichtlektüre in Baden-Württemberg, dramatisiert 2012, verfilmt 2016. Wenn deutschsprachige Autoren über Schriftsteller schreiben, mehr noch über Schriftsteller in der Krise, bin ich sehr vorsichtig. Auch Peter Stamms erfolgreicher Romanerstling…

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Rezension: Sieben Jahre, von Peter Stamm (Roman 2009) – 6 Sterne – mit Links & Video

Die Protagonisten führen teils ein sinnenfrohes Leben, aber Peter Stamm schreibt spröde wie ein Buchhalter. Gönnt uns weder markante Dialoge noch vielsagende Details; lieber bringt Stamm sauertöpfisches Amtsdeutsch mit indirekter Rede und Verallgemeinerungen in langen Absätzen, mitunter nur eine Zeilenschaltung pro Druckseite, so wie es sich für neuere auf Deutsch geschriebene Romane gehört. So lässt…

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Kritik Erzählungen: South Sea Tales, von Robert Louis Stevenson – 6 Sterne

Fazit: Stevenson erzählt uneinheitlich, teils mit fantastischen Sagen-Elementen, teils nur mit Hilfe der wissenschaftlichen Anmerkungen zu verstehen. Aber seine Sprache trifft den Charakter der geschilderten Personen markant, und die Südseekulissen werden sehr lebendig. In den zwei deutlich längsten Geschichten spielen Weiße die Hauptrolle, die in der Südsee ihr Glück suchen; beide Geschichten steuern etwas langatmig…

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Rezension: Gefecht in fünf Gängen, von Christina Eichel (Roman 1998) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Fazit: Flott getextet, inhaltlich flach, eine grobe Satire auf Kulturschnöseltum, männliche Paarungs- und weibliche Publikationssehnsüchte. Der Roman schildert das Abendessen von sechs Kulturmenschen in mittleren Jahren – Theaterkritiker, Verleger, Radiofeuilletonisten. Ein Paar, zwei Solo-Männer, zwei Solo-Frauen; später noch zwei jüngere Statisten. Entenbrust an Blattsalaten, Lachs auf Lauchjulienne, Lammrücken und Kartoffelgratin, illustrierte Limettenmousse, Mandelhippen mit Schokoladenfondant:…

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Rezension: Die kurzen und die langen Jahre, von Thommie Bayer (Roman 2014) – 5 Sterne – mit Kritiken

Kein Scherz jetzt: die Hauptfiguren heißen Sylvie Spengler und Simon Stiller  – sie thematisieren diese Namen sogar selbst. Wie oft bei Thommie Bayer steht ein Künstlertyp im Mittelpunkt, diesmal allerdings ein gescheiterter, der als Klavierstimmer, Musikalienhändler und Auftragskomponist endet. Wie in Vier Arten, die Liebe zu vergessen (2012) und in Aprilwetter (2009) himmelt der (Fast-)Musiker…

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Rezension: Vier Arten, die Liebe zu vergessen, von Thommie Bayer (Roman 2012) – 6 Sterne – mit Kritiken & Videos

Thommie Bayer steigt unspektakulär in den Roman ein: Vier Männer mittleren Alters und eine verstorbene Internatslehrerin. Kein Drama weit und breit. Mit seinem üblichen Zeitebene-Zappen beginnt Bayer erst verzögert, dagegen springt hier die Erzählperspektive zwischen den Männern hin und her. Überwiegend steht jedoch einer im Vordergrund, und der Überblick kommt nie abhanden. Dies auch, weil…

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Rezension: Aprilwetter, von Thommie Bayer (Roman 2009) – 7 Sterne – mit Video

In typischer Manier zappt Thommie Bayer mit kurzen, wechselnden Abschnitten zwischen mehreren Zeitebenen, hier mischt er über eine längere Buchstrecke sogar drei Zeitebenen: der erste Aufenthalt in der Kleinstadt, die USA-Phase, die Rückkehr in die Kleinstadt. Nach kurzer Eingewöhnung lassen sich die unterschiedlichen Phasen leicht auseinanderhalten. Nach Thommie-Bayer-Manier gehört auch origineller Sex dazu, hier ein…

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Buchkritik: Singvogel, von Thommie Bayer (Roman 2005) – 6 Sterne

Fazit: Bayers Plotmaschine läuft zu hochtourig, und der Plausibilitäts-Tüff musste beide Augen zudrücken. Ich fand den Roman dabei einigermaßen spannend, das Ende jedoch endgültig überdreht und mit unangenehmem Nachgeschmack (andere Bücher wie Der langsame Tanz sind freilich noch überdrehter). Hier und da schien es seicht, indes vor allem zu Beginn für Bayer-Verhältnisse sehr schwungvoll formuliert,…

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Rezension: Die gefährliche Frau, von Thommie Bayer (Roman 2004) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Hauptfigur und Ich-Erzählerin ist eine Detektivin, die Ehemänner ver- und dann der Untreue überführt – im Auftrag der Ehefrauen, die zum Beispiel eine lukrative Scheidung anstreben. Wie immer zerbricht sich Vielschreiber Thommie Bayer nicht den Kopf über Plausibilität – er steckt einen Plot aus ganz viel Dramatik zusammen, gesteigert durch enthüllende Rückblenden. Ähnlich wie in…

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Rezension: Der langsame Tanz, von Thommie Bayer (Roman 1998) – 5 Sterne

Die Geschichte wirkt hochgradig konstruiert und implausibel: So treibt es Hauptfigur Martin fast grundlos nach Rom – und in wenigen Tagen hat er einer fast Unbekannten sein Auto geliehen, wohnt andererseits im Haus eines fast Unbekannten, leiht einem anderen fast Unbekannten 20.000 Mark (an die Martin sehr überraschend gekommen war) und hat damit bald auch…

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Romankritik: Der Sommer der Wildschweine, von Birgit Vanderbeke (2014) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Klar, der neue Vanderbeke, das ahnt man schon: es spielt sicher wieder in Südfrankreich, ist pseudo-naiv erzählt und schnell vorbei. Und so kommt es auch (145 luftig bedruckte Seiten). Witzig und überraschend packt Birgit Vanderbeke diesmal jedoch viele moderne Themen in den Urlaubsbericht einer modernen Familie: Es geht um Modedesign, 3D-Design, Tierschutz à la PETA,…

Romankritik: Der Sommer der Wildschweine, von Birgit Vanderbeke (2014) – 7 Sterne – mit Presse-Links Weiterlesen »

Rezension Kurzgeschichten: Letzte Nacht, von James Salter (2005, engl. Last Night) – 7 Sterne – mit int. Presse-Links

Das schmale Bändchen enthält zehn nicht verbundene Geschichten, je sechs bis 20, meist knapp zehn luftig bedruckte Seiten lang. Einige erschienen zuvor in Esquire, Paris Review oder New Yorker. Salter schreibt sparsam, flüchtig, federleicht, impressionistisch, fast schon abstrakt. Dabei sitzt jedes karge Wort, ruft Bilder und Eindrücke hervor. Manchmal lässt Salter Bezüge und Zuordnungen unklar,…

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