USA

US-Spielfilm: So wie wir waren (1973, The Way We Were, mit Barbra Streisand, Robert Redford) – mit Trailer – 5 Sterne

So viel war da gar nichtBarbra Streisand spielt sehr intensiv, menschlich, verletzlich, der Zuschauer ist ihr sehr nah, zufällig sieht sie auch noch gut aus. Umgekehrt Robert Redford: stoisch ungerührt trägt er eine Uniform nach der anderen durch den plüschig-nostalgischen Filmset; als blonder Kleiderständer mit Militär-Chic hätte er auch dem transatlantischen Kriegsgegner gefallen (dt. So…

Rezension Kinobetreiber-Doku: Comrades in Dreams – Leinwandfieber (2006) – mit Trailer – 7 Sterne

Nette Begegnungen mit Kinobetreibern in Indien, Nordkorea, Burkina Faso und USADie Doku von 2006 zeigt ungewöhnliche, liebenswerte Kinobetreiber in Indien, Nordkorea, Burkina Faso und USA. Es gibt viele überraschende Einblicke und schöne Bilder. Wirklich Kino-verrückt wirken aber nur die Inder – nicht der junge Chef des Wanderkinos, sondern die Dorfbewohner, die fast den Zaun des…

US-Roman: Die Witwen von Eastwick, von John Updike (2008) – 4 Sterne

Unwürdiges Spätwerk Auf den ersten 120 Seiten unternehmen die Hauptakteure Gruppenreisen nach Kanada, Ägypten und China (dt. Die Witwen von Eastwick, engl. The Widows of Eastwick). John Updike (1932 – 2009) liefert seitenlange banaltouristische Beschreibungen und regionale Hintergründe. Dazu Popmatters: The first 100 pages are what I call “tour guide fiction”, Updike polishing up the…

US-Reisebericht: Die Reise mit Charley: Auf der Suche nach Amerika, von John Steinbeck (1962) – 5 Sterne

Onkel Steinbeck und Pudel Charley auf großer Wohnmobil-Fahrt1960, 60 Jahre alt, bestellt Nobelpreisautor John Steinbeck ein maßgeschneidertes Luxuswohnmobil, nennt es Rocinante und dreht eine große Runde durch die USA. Immer dabei: Pudel Charley; Gattin Elaine bleibt daheim auf Long Island. 1962 erscheint Die Reise mit Charley: Auf der Suche nach Amerika (engl. Travels with Charley),…

US-Musik-Spielfilm: Grease (1978, mit John Travolta, Olivia Newton-John) – Trailer & 3 Songs – 5 Sterne

Tumbe Vorstadtstenze lassen den Macker raushängen; schrille High-School-Zicken riechen durch die Leinwand hindurch nach billigem Parfüm; Prolls soweit das Drehbuch reicht, Selbstironie Fehlanzeige, Charme Mangelware, ordinär ist schick, vulgär noch schicker. Die Musik klingt zeitweise schwungvoll, aber über Strecken auch völlig belanglos; John Travolta wirkt wie die Karikatur einer Parodie seiner selbst. Einige schöne Massentanz-Szenen…

Romantische Komödie: Pretty Woman (1990, mit Julia Roberts, Richard Gere) – 3 Szenen – 5 Sterne

Episodenreigen mit vielen Klischees Richard Gere grinst 120 Minuten lang ölig-versonnen, während Julia Roberts sehr lebhaft und sympathisch agiert (nebenbei, sie sieht Klasse aus). Der Film tischt gnaden- und humorlos ein Luxusklischee nach dem anderen auf (Prada-Laden, Gucci-Laden, Reitbahn, Luxussuite, Privatjet, teure Straßennamen, Stretchlimousinen). Die Geschichte ist völlig unrealistisch (superreicher Investor gabelt hässliche Straßendirne auf,…

Drogen-Spielfilm: Fear and Loathing in Las Vegas (1998, mit Johnny Depp) – mit Trailer – 2 Sterne

Schlechter Drogen-Trip Die Darsteller im Drogen-Exzess, die Kamera versucht mitzuschwelgen, Dinosaurier und Fledermäuse tauchen auch auf. Ein paar schrullige Drogies in der Luxus-Suite und auf dem Highway, mit schrillen Gesichtern und dito Textilien – nee, lustig war das nicht. Roger Ebert, NYT und Variety waren dezidiert not amused, doch auf Amazon und IMDB sammelt das…

New-York-Roman: Ballettratten in der Vandam Street, von Kinky Friedman (1999) – 5 Sterne

…, sagte ich zur Katze. Die Katze sagte natürlich nichts und rollte sich zusammen. Sie wusste, dass… Diese oder sehr ähnliche Zeilen gibt es gefühlt 165 mal auf netto 165 Romanseiten (das englische Original heißt „Spanking Watson“). Schließlich spielt der Roman ja auch zum größten Teil in der Wohnung des selbstzufriedenen Ich-Erzählers. Friedman hat noch…

Kino-Buch: My Movie Business: Mein Leben, meine Romane, meine Filme (1999), von John Irving – 3 Sterne

Un-UnterhaltsamNun ja. Das ist also von John Irving? So un-organisiert, so un-unterhaltsam? Ich hätte nicht gedacht, dass der Dozent für „Creative Writing“ so etwas wenig Strukturiertes wie „My Movie Business“ abliefert. Und nicht mal für einen deutschen Titel hat es gereicht (ich hatte wohlgemerkt die deutsche Ausgabe). Darum geht es im Buch: Die meisten Kapitel…

US-Musikfilm: Laurel Canyon (2002; mit Trailer) – 5 Sterne

Einige schön gefilmte Szenen aus dem Musikerleben im berühmten Laurel Canyon nahe Hollywood. Einige gute Schauspieler, andere wirken blass und mechanisch. Aber der Musikfilm hat wenig Handlung und viel Psychogerede, die atmosphärischen Abschnitte wirken wie Alkoholwerbung, die mehrfache Wandlung der Hauptfigur Alex kommt abrupt und unglaubwürdig. Die exzellente Frances McDormand erscheint zu jung als Film-Mutter…

Rezension Jazz-Biografie: Nica’s Dream, von David Kastin – 7 Sterne

Aufgewachsen als superreiche Rothschild-Tochter in England, dann Pilotin, verheiratet in Frankreich, Kriegsheldin in Afrika, Diplomatengattin in Mexiko, Mutter von fünf Kindern, Eheflüchtling und schließlich jahrzehntelang Gönnerin der New Yorker Jazzszene, eine begüterte weiße Edelfrau unter schwarzen, oft armen und drogensüchtigen Jazzentrikern – Pannonica „Nica“ de Koenigswarter, née Rothschild, hatte ein spannendes, ungewöhnliches Leben. David Kastin…