Bollywood-Oldie: Roti Kapada Aur Makan (1974, mit Amitabh Bachchan) – 3 Songs – 3 Sterne


Extrem pathetischer, patriotischer, humorfreier Schinken voller Pathos und mit einer einmalig melo-dramatischen letzten halben Stunde. Manoj Kumar (Autor, Regisseur, Produzent, Hauptdarsteller, Schnitt) prangert die gesammelten Missstände im Lande Hindustan verbissen an. Schwarzweißmalerei pur.

Die Schicksale sind maximal bitter, und doch kommt es immer noch schlimmer. Der Bösewicht und der ihn verfolgende, brave Polizist aus einer einzigen, vaterlosen Familie – das klingt doch wie Deewaar und Ram Lakhan?

Unter anderem stört:

Die hölzernen Dialoge und Darbietungen erinnern teils an Leitartikel. Besonders aufgesetzt wirkt der oft schnulzig-ergriffene Manoj Kumar (aber das Schicksal beutelt ihn auch wirklich derb).

Kleinere Lichtblicke liefern Shashi Kapoor als lässig-weltgewandter Geschäftsmann und Amitabh Bachchan als einarmiger Soldat – doch das bewährte Bolly-Duo hat wenig Leinwandzeit im Vergleich zum omnipräsenten Schwulstbarden Manoj Kumar. Der unterstreicht das Drama noch mit exzentrischen Kamerafahrten, schwindelerregenden Perspektiven, Verfremdungseffekten und schwurbeliger Hintergrundmusik.

Roti Kapadi aur Makan hat einige der dramatischsten Bilder in ganz Bollyland:

  • die Massenvergewaltigung im Mehllager
  • der einarmige Amitabh Bachchan auf dem Motorrad, zehn Killer abwehrend
  • Kriegsszenen und Gogotanz im schnellen Wechsel

Das Bild ist auf meiner MoserBaer-DVD durchgehend etwas unscharf und verwaschen, der Ton blechern. Dennoch gefallen die Lieder von Laxmikant-Pyarelal, vor allem die langsamen, traurigen gehen ans Herz (wenn nur Manoj Kumar nicht noch so verwaschen dabei gucken würde).

Kein Film in Indien lockte 1974 mehr Zuschauer an, Manoj Kumar bekam den Filmfare-Preis für beste Regie.


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