Buch

Buchkritik: Thomas Mann, Das Leben als Kunstwerk, von Hermann Kurzke (1999) – 7 Sterne – mit Links

Zusammenfassung: Hermann Kurzke bewundert Thomas Manns Romane und will auch den Verfasser selbst mögen dürfen. Biografische Details reißt Kurzke nur flüchtig an, Hauptthemen sind vielmehr: Exegese der größeren Mann-Bücher v.a. ab Tod in Venedig, Spuren Mannscher Biografie in seinen Romanen, Manns verkannt frühe Hinwendung zur Demokratie ab 1918, Manns gedeckelte Homosexualität. Kurzke schreibt altmodisch, aber…

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Buchkritik: Vergangenes und Gegenwärtiges, von Monika Mann (Erinnerungen 1956) – 5 Sterne

Monika Mann klingt oft wirr und nebulös, die wenigen gelieferten Fakten sind nach Auskunft ihrer Geschwister, Mutter und der Mann-Biografen unzuverlässig. Doch Monika Mann – die Außenseiterin der sechs Thomas-Mann-Kinder – schreibt einen mitunter seltsam berührenden Stil, der mich manchmal gegen meinen Willen und bessere Einsicht hypnotisiert (S. 11 rororo-Ausgabe): …das Elementare der Kindheit und…

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Buchkritik: Golo Mann, von Tilmann Lahme (2009) – 7 Sterne

Tilman Lahme packt gewaltiges Quellenmaterial, geschichtliches und literarisches Wissen in seine Biografie – Fakten, Fakten, Fakten. Die Feuilletons waren voll des Lobs. Lahme analysiert und interpretiert auch, zeichnet Diskussionen und Kontroversen ausführlich nach, aber in aller Regel schwafelt und spekuliert er nicht. Binsen wie diese sind die absolute Ausnahme (Seite 307, S. Fischer Hardcover, 2….

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Buchkritik: Die Briefe der Manns, Ein Familienportrait. Hgg. von Tilmann Lahme u.a. (2016) – 7 Sterne – mit Links

Die einzelnen Figuren schreiben mit sehr unterschiedlichem Tonfall, der über die Jahre fast konstant bleibt und sich schnell wieder erkennen lässt – sehr schön: Da feuert die scharf ironisch wortverliebte Erika Mann Salven ab, es fantasiert wolkig verträumt Monika Mann, wir lesen den lakonisch-ehrlichen Klaus Mann, seinen würdig präzise schreibenden Vater Thomas Mann und dessen…

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Buchkritik: Katias Mutter, von Inge und Walter Jens (2005, über Hedwig Pringsheim, Schwiegermutter Thomas Manns) – 5 Sterne

Die Biografie über Hedwig Pringsheim (1855 – 1942, Mutter von Katia Mann, damit Schwiegermutter von Thomas Mann) stützt sich auf viele Briefe, Journaleinträge und Zeitungsglossen der Hauptfigur, außerdem auf den Schlüssel-Klatschroman der Mutter Hedwig Dohm, Sibilla Dalmar (klingt fast nach F. Scott Fitzgeralds ebenfalls mondäner Nancy Lamar); Dohm verwendet offenbar die Briefe der in höchste…

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Buchkritik: Frau Thomas Mann, von Inge und Walter Jens (2003, Biografie Katia Mann) – 5 Sterne

Ganz glücklich wurde ich nicht mit dieser Biografie von Thomas Manns Ehefrau Katia (1883 – 1980). Die Hauptgründe: gutteils allgemeine Familienbiografie der Manns wie aus anderen Büchern bekannt; teils zuviel Fachwissen voraussetzend; weniger Briefzitate von Katia Mann als etwa in Die Briefe der Manns (hgg. v. Tilmann Lahme u.a.); immer wieder irritierende kurze nicht-chronologische Vorgriffe;…

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Buchkritik: Herr und Hund, von Thomas Mann (1918) – 6 Sterne

Thomas Mann schreibt sehr detailliert und verallgemeinernd über sich und seinen stürmischen Hund Bauschan, einen Wildfang im Wortsinn und darüber hinaus. Dabei zeichnet Mann ein gehoben bürgerliches Idyll und gibt sich als souverän urbaner Grandsigneur, der die treu-doofe Kreatur gönnerhaft belächelt: Bauschans „volkstümlich schlichter Sinn“ (S. 37 Fischer-TB) „in seiner bäurisch ungeschickten Haltung“ (S. 30),…

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Buchkritik: Erika Mann, von Irmela von der Lühe (2009) – 6 Sterne – mit Links & Medien-Kommentaren

  Die glänzende Erika Mann bekommt eine blasse Biografie. Literaturprofessorin Irmela von der Lühe schreibt teils professoral, gelegentlich feuilletonistisch maniriert – ohne Angst vor Dativ-e, Wiederholungen und Umständlichem; sie müht sich erkennbar nicht um kompakte, abwechslungsreiche, entschlackte und entschachtelte Sprache und Nutzerfreundlichkeit. Ein Beispielsatz von S. 25 (rororo-TB): Über das erste Kapitel kam Erika nicht…

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Buchkritik: Das Jahrhundert der Manns, von Manfred Flügge (2015) – 5 Sterne – mit Links

Manfred Flügge redet sehr wie ein Eingeweihter mit knappen Anspielungen und vielen offen bleibenden Punkten; er outet meine Bildungslücken gnadenlos. Gelegentlich produziert er auch schlicht unklare Bezüge, vor allem in der zweiten Hälfte; man weiß nicht, wer mit „er“ gemeint ist o.ä. Flügge wechselt häufiger das Thema und bemüht sich nicht um Linearität – kommt…

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Romankritik: Königsallee, von Hans Pleschinski (2013) – 7 Sterne – mit Links

  Hans Pleschinski liefert intelligente Unterhaltung in vollmundig runder Sprache mit ein paar gelungenen Dialogen, hübschen 50er-Jahre-Reminiszenzen, Seitenblicken auf höchste Kulturträger sowie zahllosen versteckten und offenen Anspielungen auf Thomasmannsche Romane und deren Personal, u.a. mit einem Felix-Krull-Wiedergänger  – gelegentlich überfrachtet. Die markige, knurrige Erzählstimme wie auch die muffig-gediegene Atmosphäre erinnerten mich momentweise an den frühen…

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Buchkritik: Leichtes Licht, von Hans Pleschinski (2005) – 5 Sterne

Diesen Kanaren-Trip setzte Hans Pleschinski gnadenlos von der Steuer ab, bis hin zum Cappu am Flugsteig, Seite 12: „2 Euro 80.“… Zu D-Mark-Zeiten hatte der Kaffee hier auch schon 2,80 gekostet. Hans Pleschinski plaudert possierlich dahin, allerlei feuilletonistisch Verspieltes kommt seiner Protagonistin in den Sinn, neben zierlichen Gehässigkeiten über Prolls, Bordfraß und die „nicht durchwegs…

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Buchkritik: Begrabt mich aufrecht, von Isabel Fonseca (1995, engl. Bury Me Standing) – 7 Sterne – mit Presse-Links & Video

Fazit: Fonseca liefert spannende, persönliche Reportagen von Sinti- und Roma-Begegnungen in Osteuropa – aufschlussreich, sprachlich hervorragend (ich kenne nur das engl. Original), und mit guten Fotos illustriert. Etwa ein Viertel des Buchs widmet Fonseca Geschichte, Geographie und Verfolgung allgemein, jedoch überwiegend nicht wissenschaftlich systematisch, sondern frei fließend. Lebendig: Überwiegend bringt Fonseca sehr lebendige, aufschlussreiche Reportagen…

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Romankritik: Drei Frauen, von Georges Simenon (1959) – 4 Sterne – mit Medien-Links

Die junge, selbstbewusste Fallschirmspringerin und Rennfahrerin Sophie lebt mit einer labilen Freundin und einer Haushälterin zusammen. Da muss die fast vergessene Großmutter aufgenommen werden – sie kommt in die zweite Dienstbotenkammer. Zwischen den Frauen entsteht eine Art Machtkampf; zum Beispiel konfisziert Sophie den Konservenvorrat ihrer Großmutter, um Gäste zu bewirten; es gibt ein wenig Zickenkrieg,…

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Romankritik: Die Blendung, von Elias Canetti (1935) – 7 Sterne

Schon nach 100 Seiten sind die Eheleute Kien dermaßen verkracht, dass man nicht weiß, wie Canetti das auf den nächsten 400 Seiten noch toppen will: Nicht nur die Hauptfiguren wirken zunehmend besessen und irr, grotesk und absurd, auch die Sprache selbst lappt ins Fiebrige, Bizarre, unterstrichen durch leichte, aber eingängige Fehlbedeutungen wie gleich zweimal hintereinander…

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Romankritik: Ruhm, von Daniel Kehlmann (2009) – 3 Sterne

Kehlmann plaudert leicht konsumierbar vom Hocker und hat keine Angst vor Dialogen – ein wichtiger Unterschied zu deutschsprachigen Kollegen. Dabei schreibt er jedoch glanzlos, ja stumpf und muffig: Er setzt nicht nur „ß“ nach alter Rechtschreibung. Eine Kantine nennt Kehlmann zudem „Eßsaal“, Handys heißen konsequent „Mobiltelefon“, der Mobilfunkanbieter hat einen „Kundendienst“, und im Hotel kümmern…

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Rezension: Monsignor Quijote, von Graham Greene (Roman 1982, engl. Monsignor Quixote) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Ein Dorfgeistlicher und ein kommunistischer Ex-Bürgermeister trudeln etwas ziellos mit dem Auto durch Nordspanien nach Franco. Befeuert von Vodka, aber vor allem Rotwein, debattieren sie unentwegt, sticheln gegen die Überzeugung des jeweils anderen, vergleichen immer wieder katholische Religion und kommunistische Anschauungen. Die Reisegefährten sind sich bei allen weltanschaulichen Unterschieden freundschaftlich gesonnen und genießen immer wieder…

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Rezension: Unser Mann in Havanna, von Graham Greene (Roman 1958) – 8/10

Graham Greene schreibt eine intelligent-alberne Agentenklamotte, die bestens unterhält und die Lachmuskulatur anregt – kein Greenesches „entertainment“ (seine Bezeichnung für weniger ernste Bücher) ist so entertaining wie dieses, nur einige Geschichten in der Sammlung May We Borrow Your Husband tönen ähnlich köstlich-mokant. Hier herrscht eine ganz andere Stimmung als in überaus ernsten Greene-Büchern („novels“) wie…

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Rezension: Ein ausgebrannter Fall, von Graham Greene (Roman 1960, engl. A Burnt-Out Case) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Ein berühmter Architekt verbringt anonym einige Wochen auf einer Lepra-Station in Belgisch-Kongo (später Zaire, heute Demokratische Republik Kongo). Er fühlt sich ausgebrannt und ohne Lebenslust, jenseits von Liebe, Gott und Karriere; aber „ausgebrannt“ hat in der Lepra-Behandlung noch eine andere, interessante Bedeutung. Graham Greene (1904 –1991) schreibt knapp, präzise und sehr stimmungsvoll, unaufdringlich genau, reduziert –…

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Rezension Biografien: The Life of Graham Greene, Vol. I 1904 – 1939 (1989), Vol. II 1939 – 1955 (1994), Vol. III 1955 – 1991 (1999), von Norman Sherry – 6 Sterne – mit Presse-Links

Graham Greene hatte Norman Sherry 1974 zum Biografen ernannt, ihm unbeschränkten Zugang zu allen Briefen und Tagebüchern und über 17 Jahre viele Interviews gegeben – und die Erlaubnis, alles zu zitieren, auch seine Romane. Sherry schrieb von 1976 bis 2002. Er sprach ausführlich mit allen Familienangehörigen, Frauen, Bekannten, Kollegen, las unveröffentliche Teile Greenescher Memoiren und…

Rezension Biografien: The Life of Graham Greene, Vol. I 1904 – 1939 (1989), Vol. II 1939 – 1955 (1994), Vol. III 1955 – 1991 (1999), von Norman Sherry – 6 Sterne – mit Presse-Links Weiterlesen »

Rezension Biografie: Graham Greene, Eine Biographie, von Michael Shelden, 1994, engl. The Man Within (UK), The Enemy Within (USA) – 5 Sterne

Michael Shelden hatte weit weniger Greene-Zugang und Greene-Abdruckrechte als Greenes offizieller Biograf Norman Sherry – einmal wiesen Greenes Anwälte Shelden brieflich in die Schranken, wie Shelden selbst schreibt. Vielleicht klingt Shelden (*1951) deshalb ab Seite 1 unermüdlich boshaft, wie verbissen wühlt er nach Anhaltspunkten für Greenes niederen Charakter: Shelden schildert Graham Greene als sexuell besessen,…

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Rezension: Seeds of Fiction – Graham Greene’s Adventures in Haiti and Central America 1954 – 1983, von Bernard Diederich (2012) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Der weitgereiste Time-Journalist, Haiti- und Mittelamerika-Kenner Bernard Diederich (*1926) lebte vor allem auf Haiti, in Mexiko und Miami. Er begleitete Graham Greene (1904 –1991) ab 1954 über Jahrzehnte auf vielen Reisen in der Region und lieferte ihm viele Gesprächspartner zu, einschließlich einiger Machthaber. Auf den ersten 150 von 300 Seiten berichtet Diederich über Haiti und Graham…

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Rezension Reisenotizen: In Search of a Character, von Graham Greene (1961) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die luftig bedruckte 106-Seiten-Fibel enthält zwei Tagebücher Graham Greenes aus Belgisch-Kongo 1959 (heute Demokratische Republik Kongo) und von einer Schiffsreise nach Sierra Leone 1941. Bei der Kongo-Reise sammelt Greene gezielt Material für den geplanten Roman Ein ausgebrannter Fall/A Burnt-out Case. Die knappen Notizen waren ursprünglich nicht zur Veröffentlichung gedacht. Graham Greene stimmte der Buchform allerdings…

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Rezension: Leihen Sie uns Ihren Mann, von Graham Greene (Kurzgeschichten 1967, engl. May We Borrow Your Husband?) – 8 Sterne – mit Presse-Links

Graham Greene schreibt nonchalant, exquisit humorvoll mit geistreich-mokanten Dialogen, jederzeit ohne Wort-Bling, kaum einmal unverständlich enigmatisch. Das Gehabe ist englisch steif und passt in 40er-Jahre-Komödien; es erinnert auch an (einen strikt entkrassten) Mr. Bean. Schwule Inneneinrichter, alternde verlassene Damen, einfühlsame Jungehefrauen und lächerliche Pekinesen bevölkern die Kurzgeschichten, die zum Teil in Antibes und Nizza an…

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Rezension: Die Stunde der Komödianten, von Graham Greene (Roman 1966, engl. The Comedians) – 8 Sterne – mit Hintergründen & Video

  Graham Greene macht vieles richtig in diesem Roman. Er führt eine übersichtliche Zahl von sehr unterschiedlichen, teils zwiespältigen Hauptfiguren ein; das Ambiente lässt sich schön imaginieren (Haiti, aber auch Monaco und Paris); es gibt smarte, lakonische, zynische, ambivalente Dialoge mit einem sehr unaufgeregten Ich-Erzähler; es gibt Liebe, Politik und nur wenig Gewalt; zeitweise knistert…

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Rezension Sprechführer: Kauderwelsch (Kiriolu) Kapverdisch Wort für Wort von Nicolas Quint – 4 Sterne

Die etwa 196 kleinen Seiten (2. Auflage 2017) sind äußerst spärlich bedruckt. Zudem beginnt der Sprechteil erst ab Seite 85, davor liest man viel Grammatik (die für Touristen speziell bei Kreol nicht so wichtig ist). Der Band enthält viele landeskundliche Informationen und Verhaltenstipps zu den Kapverden – die will man in einem Sprechführer gar nicht…

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Rezension: Gebrauchsanweisung für Istanbul, von Kai Strittmatter (2014) – 7 Sterne

Kai Strittmatter findet Istanbul und die Türkei total toll, und das erklärt er hier aufdringlich enthusiastisch. Aber auch sehr informativ und leicht lesbar: Bei aller Humoristik („Mehr noch als mit dem Krummsäbel ist der Türke nämlich mit dem Siruplöffel in der Hand geboren“, S. 67) produziert Strittmatter keine heiße Luft, sondern Fakten, Fakten, Fakten und…

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Rezension: Gebrauchsanweisung für Südfrankreich, von Birgit Vanderbeke (2002, 2011) – 5 Sterne

Birgit Vanderbeke lebt in Südfrankreich, einige ihrer vergnüglichen Romane spielen dort und vermitteln gute Eindrücke vom Landleben. Ihre „Gebrauchsanweisung für Südfrankreich“ klingt jedoch wortreich, geschwätzig, betulich, bei gleichwohl leicht konsumierbarem Plauderton. Immer wieder konstruiert Birgit Vanderbeke hypothetische Reisesituationen mit einem männlichen Leser, der mit „Sie“ angeredet wird. Sie deutet ihre eigenen Südfrankreich-Erlebnisse mehrfach kurz an,…

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Thailand

Rezension: Frauen auf den Philippinen, Kurzgeschichtensammlung 1987 – 5 Sterne

Neben Kurzgeschichten enthält der schmale dtv-Band auch drei biografische Protokolle sowie Gedichte, die ich nicht gelesen habe, weil mir die Lyrik-Ader fehlt. Die Texte stammen ausschließlich von Frauen, u.a. von Ester Vallado DaRoy, Lina Espina Moore, Amelia Lapeña Bonifacio und Ines Taccad Camayo. (Zum Vergleich: Der Band Frauen in Thailand, 1989, bringt fast nur Kurzgeschichten,…

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Thailand

Rezension: Frauen in Thailand (Kurzgeschichten 1989) – 5 Sterne

Der 220-Seiten-Band enthält Kurzgeschichten und ein Gedicht über Frauen in Thailand, geschrieben von Männern und Frauen, u.a. Pira Sudham, Atsiri Dhammachoti, Krisna Asokesin, Lao Kamhom, Manop Thanomsi, Visanchani Nakorn, Sri Dao Rüang, Sirem-on Unehathup, Prabhassorn Sevikun, Mon. Methi, Wat Wanlayangkun, Rong Wongsawan, Kong Krailat, K. Surangkanang und Niramon Prudtatorn. Herausgeberin Hella Kothmann begründet die Aufnahme…

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Romankritik: Was aus uns wird, von David Gilbert (2013, engl. & Sons) – 5 Sterne – mit int. Presse-Links

Der einstige Creative-Writing-Student David Gilbert schreibt ein gelungenes Englisch mit starken Dialogen. Wie andere Creative-Writing-Absolventen (T.C. Boyle, John Irving, Jess Walter etc.) klingt er bisweilen zu cool und kalkuliert, manchmal auch schlicht belehrend altklug verallgemeinernd (Irving und Walter lobten den Roman; ich kenne nur das englische Original als Random-House-TB und kann die Eindeutschung nicht beurteilen)….

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Rezension Kurzgeschichten: Sommermeteor, von Arno Schmidt (1969) – 6 Sterne – mit Link zu Leseprobe

Die Kurzgeschichten belegen meist nur vier bis sechs Seiten. Viele beschreiben den Alltag eines eigenbrötlerischen Schriftstellers in einer Mittelstadt (Darmstadt, das nicht genannt wird). Er geht gern nachts spazieren und hat ein stets interessiertes Auge für die Damenwelt, ohne bei dieser je ernsthaft zu landen (außer in einer albernen Fantasie). Überhaupt passiert nicht viel –…

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