Biografie

Napoleon

Kritik Sachbuch. Gustav Seibt: Napoleon und Goethe (2008/2010) – 7 Sterne

Napoleon und Goethe trafen sich nur zweimal kurz für „ein paar Viertelstunden“ 1808, so Autor Gustav Seibt im Einstieg. Und laut Nachwort S. 252 ist das „eigentlich gar nichts“. Damit daraus trotzdem ein Buch wird, muss Seibt tief wühlen und weit ausholen: So schildert er den Überfall französischer Soldaten auf Goethes Weimarer Heim zwei Jahre…

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Kritik Biografie: Ludwig I. von Bayern, Ein Ringen um Freiheit, Schönheit und Liebe, von Egon Caesar Conte Corti (ungek. Ausgabe 1937) – 7 Sterne – mit Vergleich

Schon auf Seite 13 der ungekürzten 1937er-Ausgabe beklagt Ludwigs Leibarzt bei seinem Schützling die „unmäßige Neigung zum Frauenzimmer“. Egon Caesar Conte Corti (1886 – 1953) spickt seine dicke, eingängige Ludwigbiografie mit vielen pikant/pikierten Zitaten, die Ludwig und seine Umgebung sehr präsent machen. Die menschliche Figur: Der Biograf interessiert sich für das Menschlich-Allzumenschliche. Auch heiteren Volksmund…

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Erster Eindruck Biografie: Ludwig I. von Bayern, Königtum im Vormärz, von Heinz Gollwitzer (1986) – mit Ausgabenvergleichen

Dieses Buch habe ich nur in Stichproben gelesen. Schon im Vorwort bedauert Autor Heinz Gollwitzer, er könne aus Zeitgründen „nicht ((…)) das Optimum einer Biographie“ (S. 11) abliefern. Keine gute Prämisse. Heinz Gollwitzer (1917 – 1999) schreibt nicht streng chronologisch, sondern liefert Ketten historischer Aufsätze, Übersichten und Analysen. So lauten etwa die Überschriften ab S….

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Kritik Sachbuch: Therese von Bayern. Eine Königin zwischen Liebe, Pflicht und Widerstand, von Carolin Philipps (2015) – 7 Sterne

Carolin Philipps schreibt pep- und schwunglos, aber auch unprofessoral leicht lesbar (sie schreibt auch Jugendbücher). Philipps verzichtet gänzlich auf hohles Blabla oder Verallgemeinerungen, macht Therese und die ihren durch Briefauszüge zeitweise lebendig – ihr Bild wird viel klarer als in Ludwigografien. Die Autorin rühmt sich im Vorwort der „Auswertung von Tausenden von Briefen Thereses“, und…

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Kritik Sachbuch: König und Dame. Ludwig I. und seine 30 Mätressen, von Rudolf Reiser (1999) – 5 Sterne

Rudolf Reiser klingt über lange Strecken vorpubertär sensations geil lüstern und Bänkelsänger-komödiantisch, er psalmodiert von „fleischlichen Gelüsten in der Fastenzeit“ (Überschrift S. 37), nennt Ludwigattin Therese das „unangenehme Scheu- und Schicksal seines Lebens“ (S. 18), Ludwig deroselbig sei ein „mieser und fieser Charakter“ (S. 8). Seine derben Schenkelklopfer betont Reiser immer wieder per Ausrufezeichen. Gierig…

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Kritik Sachbuch: König Ludwig I. in Rom, von Rudolf Reiser (2005) – 5 Sterne

Ludwigs mediterrane Kunst- und Damenjagd schildert Rudolf Reiser (*1941) als verruchten Schenkelklopfer: Wir hören von Ludwigs „erlebnis- und sündenreicher Zeit“ im „Sündenpfuhl“ (jew. S. 18) und erschauern schon auf S. 10: Ludwig dringt in Bildhauer- und Malerateliers ein, in päpstliche Gemächer, alte Paläste und schöne Frauenzimmer. Und über Ludwigs Begleiter Graf Seinsheim (ebf. S. 10):…

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Lese-Eindruck: Caesar, von Wolfgang Will (2009, Reihe Gestalten der Antike)

Laut Verlagsvorwort soll Wills Buch „spannend, klar und informativ ein allgemeinverständliches Bild“ liefern. Davon merkte ich – ahnungsloser Nullhistoriker – nichts. Wie schon bei den Caesar-Büchern von Christian Meier und Martin Jehne fühlte ich mich ausgeschlossen. Auch Wills Caesar-Biografie (ich las die von 2009, nicht seine frühere) liest sich wie ein gelehrter Plausch am Althistoriker-Stammtisch,…

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Rezension Kurzgeschichten, Gedichte, Kritiken: The Collected Dorothy Parker (Penguin Classics 2001) – 7 Sterne – mit Ausgabenvergleich, Links & Hintergründen

Dorothy Parker ist bekannt für extrem sarkastische, selbstironische Gedichte und Kurzgeschichten über das Liebes– und Sozial-Leben im New York der 1920er bis 1940er Jahre. Dieser gut 600seitige Sammelband zeigt: Oft schreibt Dorothy Parker gar nicht so amüsant hochtourig sarkastisch. Nicht überall lauern köstliche Einzeiler. Einige Kurzgeschichten klingen einfach stark satirisch oder auch psychologisch genau, sozialkritisch,…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Land-Memoiren: Und plötzlich war ich Bäuerin, von Ulrike Siegel (Hg., 2010) – 7 Sterne

Vor der detaillierten Begründung das Fazit: Das Buch ist schlecht getextet, die Geschichten wirken oberflächlich und wiederholen sich, und größere Teile Deutschlands kommen gar nicht vor. Gleichwohl liefert Herausgeberin Ulrike Siegel reizvolle Einblicke ins wahre Leben – jedenfalls mit den Texten, nicht mit den belanglosen Fotos. Amazon-Werbelinks: Dörte Hansen | Walter Kempowski | Ulrike Siegel Kurze Protokolle: 18 Frauen erzählen…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Memoiren von Ex-Bäuerinnen: Und dann habe ich den Hof verlassen, von Ulrike Siegel (Hg., 2011) – 7 Sterne

„Erstaunlich ist“, sagt Ex-Bäuerin Bettina lange nach Aufgabe der Landwirtschaft, „dass nicht nur wir Erwachsenen, sondern auch die Kinder morgens immer noch keinen Hunger haben, da wir es gewohnt waren, erst nach dem Stall zu frühstücken“ (S. 38). Amazon-Werbelinks: Dörte Hansen | Walter Kempowski | Ulrike Siegel Zum Weinen in den Wald: Bettinas Familie verließ den Hof aus finanziellen Gründen,…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Memoiren von Bauerntöchtern: Einen Hof verlässt man niemals ganz, von Ulrike Siegel (Hg., 2013) – 5 Sterne

Die 18 Autorinnen aus diesem Band erzählten ihre Geschichte bereits in einem der „Bauerntöchter“-Bücher der Herausgeberin Ulrike Siegel. Hier nun, rund zehn Jahre später, liefern sie Updates ihres Lebens. Die meisten Autorinnen waren offenbar bei Bucherscheinen um 50 oder 60 Jahre alt, erwähnen teils die Silberhochzeit, Demenz und Sterben der Eltern. Allerdings wird das Geburtsjahr…

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Erster Lese-Eindruck: Deutschjüdische Glückskinder. Eine Weltgeschichte meiner Familie, von Michael Wolffsohn (2017)

Geschichtsprofessor Michael Wolffsohn hat eine fulminante wahre Geschichte an der Hand: seine Großeltern, gutsituierte Deutschjuden, fliehen 1939 aus Deutschland nach Palästina und kehren schon 1949 zurück nach Berlin. Doch Wolffsohn kleistert sein 3-Generationen-Narrativ mit Kalauern zu, erzählt zudem unorganisiert, nicht um Nachvollziehbarkeit bemüht und selbstgerecht. Darum habe ich die Lektüre auf Seite 100 von 416…

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Kritik Sachbuch indische Liebe: The Heart Is a Shifting Sea – Love and Marriage in Mumbai, von Elizabeth Flock (2018) – 8/10

Fazit: Die Autorin liefert einen brillanten, sehr tief gehenden Einblick in indische, urbane Mittelschicht-Seelen und indischen Alltag heute. Sie schreibt zudem hervorragend und in leichtem Englisch und nimmt sich selbst völlig zurück – das Buch lässt sich kaum weglegen. Störend nur, dass Flock jede Paargeschichte in fünf Teile zerhackt und nicht am Stück erzählt. Die…

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Buchkritik: Erinnerungen einer Überflüssigen, von Lena Christ (1912) – 7 Sterne

Dieses Buch bietet genug Anlässe, es aus dem Fenster zu werfen: eine kitschig-idyllische oberbayerische Kindheit mit Karikaturdörflern; das Personal ein krasses Schwarzweiß aus bösartigen Monstern (u.a. die Mutter der Ich-Erzählerin) und Herzensguten (viele Fremde, aber zufällig auch die Ich-Erzählerin und ihr Opa); viele Seiten in einem absurd bigotten Kloster. Doch die Memoiren bezaubern mit liebreizendem…

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Buch unter Baum

Warum ich _diese_ Autobiografien *trotzdem* lese

Autobiografien sind meist fad, denn sie liefern einseitige Sicht, klingen womöglich selbstgerecht und verzichten auf historischen Kontext. Wen locken schon hunderte Seiten Alice Schwarzer über Alice Schwarzer. Henry Nannen wollte keine Autobiografie schreiben, sagte er laut Hermann Schreibers Nannenbiografie, weil es keine ehrlichen Memoiren gibt. Ich hätte Nannens Autobiografie vielleicht trotzdem gelesen – nicht weil…

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Kritik der Picasso-Biografie von John Richardson: A Life of Picasso 1881 – 1906 (1991, Bd. I) ᛫ The Cubist Rebel 1907–1917 (1996, Bd. II) ᛫ The Triumphant Years 1917 – 1932 (2007, Bd. III) – 8 Sterne – mit Video

Fazit: John Richardson erzählt recht leger, oft sarkastisch, meinungsfreudig und immer kurzweilig – nie wird er blasiert, langatmig, professoral. Richardson setzt kulturgeschichtliches Wissen sowie Fremdsprachenkenntnisse voraus. Weil Richardson ab den 1950er Jahren ein Freund der Picassos war, aber auch dank seinem Rechercheteam kann er viele neue Interna zutagefördern, auch neue Fotos. Richardson interpretiert intensiv und…

Kritik der Picasso-Biografie von John Richardson: A Life of Picasso 1881 – 1906 (1991, Bd. I) ᛫ The Cubist Rebel 1907–1917 (1996, Bd. II) ᛫ The Triumphant Years 1917 – 1932 (2007, Bd. III) – 8 Sterne – mit Video Weiterlesen »

Kritik Biografie: Pablo Picasso. Eine Biographie, von Patrick O’Brian (1976) – 5 Sterne

Biograf Patrick O’Brian schrieb viele erfolgreiche historische Romane. Auch seine Picasso-Biografie liest sich wie eine genüssliche, geruhsame Erzählung – recht lebendig, sprachlich solid, nie dramatisierend. Zwar berichtet O’Brian chronologisch, doch gern schweift er auch ab, greift voraus und verallgemeinert ein bisschen: Being a father is generally acknowledged to be an ungrateful trade; being a son…

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Kritik Biografie: Picasso, von Wilfried Wiegand (1973, rororo-monografie) – 6 Sterne

Wilfried Wiegand (*1966) war einst Redakteur bei Welt, Spiegel und FAZ. Wie von rororo-Monografien gewohnt, beschreibt Wiegand Pablo Picassos Leben nüchtern, überwiegend gut les- und nachvollziehbar, meist ohne Schwulst (also anders als Ingo F. Walther im Taschen-Verlag). Gelegentlich gibt es auch wunderliche Sätze wie (S. 24): Denn die Frauengestalten, die Nonell vor blauem oder ockerfarbenem…

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Kritik Farb-Biografie: Pablo Picasso 1881 – 1973. Das Genie des Jahrhunderts, von Ingo F. Walther (1992, Taschen-Verlag) – 6 Sterne

Der großformatige, biegbar gebundene Band erinnert an ein teures, dünnes, exklusives Farbmagazin. Die Urheberschaft ist mir nicht völlig klar. Laut Impressum: Ingo F. Walther: scheinbar Hauptverfasser, aber auch mitverantwortlich für Produktion, Typographie und Herstellung (übrigens auch am Matisse-Band des Taschenverlags an „Redaktion und Produktion“ beteiligt) Matthias Buck, Rainer Metzger, Bernhard Serexhe: Mitarbeit und Redaktion Der…

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Kritik Biografie: Keiner blickt dir hinter das Gesicht. Das Leben Erich Kästners, von Sven Hanuschek (1999) – 6 Sterne

Anders als Kästner-Biograf Klaus Kordon erzählt Sven Hanuschek Kästners Leben nicht nur nach dessen eigenen Veröffentlichungen – Hanuschek spricht auch mit Nachfahren, sichtet Archive und Melderegister, findet Fehler und Auslassungen in den Memoiren von Kästner und Kästner-Gefährtin Luiselotte Enderle (S. 176, S. 268 meiner Hardcover-Hanser-Ausgabe von 1999). Hanuschek entdeckt auch eine überraschende Verbindung zwischen Goebbels…

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Kritik Biografie: Die Zeit ist kaputt. Die Lebensgeschichte von Erich Kästner, von Klaus Kordon (1995) – 7 Sterne

Klaus Kordon schreibt meist sehr eingängig und lebendig, teils fast romanhaft, auf nur rund 300 luftig bedruckten Seiten Haupttext (plus kurzer Anhang), ohne dass es aufdringlich nach Jugendbuch klingt. Und Kordon flicht – prima – viele unterhaltsame Kästner-Zitate ein, darunter Gedichtzeilen (als Lyrik umbrochen, nicht in langen Prosazeilen). Dass Kordon im Präsens textet, macht den…

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2020: Viele DE-Romane über historische Figuren. Warum?

Warum schrieben deutschsprachige Autoren im Jahr 2020 lauter Romane nach historischen Figuren? Diese waren es mindestens im Jahr 2020 (mit Amazon-Links): Robert Seethaler Gustav Mahler  ersch. 17.8.2020 Christian Schulteisz Wense 20.2.2020 Christine Wunnicke al-Lahuri, Niebuhr 25.8.2020 Michael Kumpfmüller Virginia Woolf 13.2.2020 Heidi Rehn Erika Mann 18.8.2020 Thomas Hettche Lukas, Urmel 10.9.2020 Ulrike Draesner Kurt Schwitters…

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Kritik Biografie: The Lives of Beryl Markham, von Errol Trzebinski (1993) – 6 Sterne

Biografin Errol Trzebinski lebte zumeist in Kenia und schrieb vor dieser Biografie andere Kolonialkeniabücher – so berichtet sie hier nicht nur detailliert Beryl Markhams Leben, sondern flicht auch viel Lokolkolorit ein wie: In Nairobi Dr. Ribeiro, a Goan, rode a tame zebra to his sickest patients and his rooms ((…)) were made from old packing…

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Kritik Beryl-Markham-Biografie: Straight on Till Morning, von Mary S. Lovell (1987, dt. Beryl Markham, Leben für Afrika) – 6 Sterne

Fazit: Diese Biografie einer starken, abenteuerlichen und oft unsympathischen Frau ist flüssig geschrieben und offenbar gründlich recherchiert. Nur gelegentlich schweift Biografin Mary S. Lovell zu weit ab (zu Randfiguren, Rennpferden, Kleinflugzeugen und Königshaus) und schreibt zu emotional. Trotz der breit erklärten Sympathie für Beryl Markham (1902 – 1986) liefert Lovell keine Gefälligkeitsbiografie, sondern schildert auch…

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Erster Eindruck Autobiografie: Westwärts mit der Nacht, von Beryl Markham (1942, engl. West with the Night)

  Ich kenne die Beryl-Markham-Biografien von Mary S. Lovell und Erroll Trzebinski. Autobiografien wie diese von Beryl Markham über sich selbst lese ich normalerweise gar nicht, weil sie mir zu einseitig sind. Laut Biografinnenmeinung stimmt auch nicht alles in den Markham-Memoiren, aber das erwartet man ja auch nicht. Doch die Markham-Memoiren werden allseits für ihren…

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Kritik Biografie: Out of Isak Dinesen in Africa, von Linda Donelson (1995) – 6 Sterne – mit Video

Blixen-Biografin Linda Donelson (1943 – 2012) hat keine Wikipedia-Seite und schrieb offenbar nur dieses eine Buch. Donelson lebte ein gutes Jahr im kenianischen Ngong, also in der Gegend von Tania Blixens Farm. Donelson schreibt weitgehend nur über Blixens afrikanische Jahre, jedes Kapitel ist mit einer Jahreszahl überschrieben. Blixens frühe Jahre, Vorfahren und ihre nachafrikanische Zeit…

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Kritik Biografie: Tania Blixen, von Judith Thurman (1982, engl. The Life of a Storyteller bzw. Isak Dinesen The Life of Karen Blixen) – 7 Sterne – mit Videos

  Thurmans Blixen-Biografie beleuchtet viele der betont vagen Passagen in Blixens Memoiren Jenseits von Afrika (noch genauer tut dies die spätere Blixen-Biografin Linda Donelson). Judith Thurman schreibt insgesamt ein sehr ausführliches, mir teils zu ausführliches Werk, das mit Tania Blixens Großeltern beginnt (Tania Blixen, 1885 – 1962, ist auch als Karen Blixen und Isak Dinesen…

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Kritik Memoiren: Jenseits von Afrika, von Isak Dinesen/Tania Blixen (1937); Schatten wandern übers Gras (1960) – 7/10

Das Buch ist nicht chronologisch, sondern eher thematisch angeordnet. Dabei geht es geht kaum um Mann+Frau, um Liebe – die bekannte Verfilmung von 1985 weckt völlig falsche Erwartungen. Im ersten Teil redet die Autorin nur allgemein über Land, Leute und einzelne Figuren auf ihrer ostafrikanischen Kaffeefarm. Es gibt keinen Dialog und keine durchgehende Handlung –…

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Kritik Biografie: The Man Whom Women Loved: The Life of Bror Blixen, von Ulf Aschan (1987) – 4 Sterne

Fazit: Wieder und wieder geht’s auf Safari, mit US-Millionären oder UK-Prinzen, oder mit dem Auto durch die Sahara, einmal sogar ganz ohne die Hauptfigur. Wieder und wieder listet Autor Ulf Aschan den vierbeinigen Body Count, samt Schätzgewicht des erbeuteten Elfenbeins (Ulf Aschan ist selbst „white hunter“). Die im Titel versprochenen Damenabenteuer erscheinen hier und da…

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Kritik Biografie: A Tragic Honesty: The Life and Work of Richard Yates, von Blake Baily (2003) – 8 Sterne

Biograf Blake Bailey hatte offenbar perfekten Quellenzugang: Alle Kinder, alle Ex-Frauen, viele Ex-Freundinnen, Schüler, Literaturbetriebler, aber auch Kellnerinnen und Wirte redeten mit dem Biografen, sogar Richard Yates‘ Psychiater packte aus. Das Archiv stand uneingeschränkt offen. Kunst und Leben: Wann möglich – also fast immer -, zieht Blake Bailey Parallelen zwischen Yates‘ Leben und Kunst. Dabei…

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Kritik Biografie: Riefenstahl. Eine deutsche Karriere, von Jürgen Trimborn (2002) – 7 Sterne

Laut Vorwort traf Jürgen Trimborn 1997 die 94jährige Leni Riefenstahl persönlich. Er betont jedoch, dass die Begegnung oder Riefenstahls Autobiografie keinerlei historische Erkenntnisse verschaffe, weil alles dezidiert geschönt werde. Aus Leni Riefenstahls Privatarchiv erhielt Trimborn laut Vorwort wie andere Forscher nur ausgewählte, Riefenstahl-freundliche Unterlagen. Und Trimborn meint, auch ein erweiterter Archivzugang könne nur Vorgefiltertes zutage…

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