Biografie

Thailand

Rezension Thailand-Memoiren: My Boyhood in Siam, von Kumut Chandruang (1938) – 7 Sterne

Kumut Chandruang erzählt über viele Jahrzehnte das Leben seiner Eltern und sein eigenes Leben in Thailand. Er klingt naiv versöhnlich, liefert jedoch viele interessante, gelegentlich humorvolle Details und Einblicke in eine untergegangene Welt, und das in gefälliger Schreibe – samt unterschiedlicher Ansichten zu Europäern. Nord und Süd: Chandruangs Vater verließ mit 14 auf eigene Faust…

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Rezension Biografie: Ernest Hemingway, von Mary Dearborn (2017) – 7/10

Mary Dearborn schreibt weitgehend entspannt, angenehm zu lesen. Sie dramatisiert nichts. Sie schreibt nicht streng chronologisch, sondern liefert manchmal zeitliche Querschnitte, zum Beispiel zur Beziehung Hemingway-Fitzgerald. Lediglich Hemingways vorgezogener Selbstmord, dem noch einige Seiten über seine letzten zwei Lebensjahre folgen, befremdet – das klingt nachträglich montiert. Dearborn mag einige frühere Hemingway-Kurzgeschichten, insonderheit Kilimanjaro und Macomber,…

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Rezension: Das Gesicht des 20. Jahrhunderts, von Hans-Peter Schwarz (2012) – 7 Sterne

Hans-Peter Schwarz schreibt Dutzende Essays von drei bis 20 Seiten Länge über Staatsführer und politische Lenker des 20. Jahrhunderts. Er schreibt überwiegend nicht biografisch-chronologisch, sondern betrachtet mit viel Tiefsinn und Überblick politische Lebensleistung und Umfeld seiner Akteure – Vorkenntnisse erforderlich, z.B. wenn er ohne weitere Erläuterungen Churchills „verunglückten Angriff auf die Dardanellen“ (S. 376), die…

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Rezension Biografie: Der Unvollendete, Das Leben des Joschka Fischer, von Geis/Ulrich (2002) – 7 Sterne

Dies ist keine Biografie, keine politisch-historische Erkundung, auch kein Psychogramm (mit Ausnahme der letzten etwa fünf Seiten). Es ist eher politisches Feuilleton oder der lange Leitartikel zu einem Fischer-Gedenktag. Nebenbei ist es auch ein Bildband: fast jede Doppelseite zeigt eine halbe Seite Joschka Fischer in gut gedrucktem Schwarzweiß, und überall ist er ein cooler Hund,…

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Kritik Memoiren, Kurzgeschichten: Die Zigarette und andere Stories, von Paula Fox (2011, engl. News from the World: Stories and Essays) – 7 Sterne

᛫ ᛫ ᛫ Mit In fremden Kleidern und Der kälteste Winter schrieb Paula Fox zwei knappe autobiografische Bücher. Weitere autobiografische Skizzen, die an diese zwei Bände anschließen, liefert die erste Hälfte von Die Zigarette und andere Stories (2011, engl. News from the World: Stories and Essays); es gibt nur zwei kurze punktuelle inhaltliche Überschneidungen (1)….

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Kritik Memoiren: Der kälteste Winter, von Paula Fox (2005, engl. The Coldest Winter) – 5 Sterne

᛫ ᛫ ᛫   Als etwa 23jährige reist Paula Fox (1923 – 2017) im Auftrag einer kleinen Nachrichtenagentur um 1946 durch das kriegszerstörte Europa. Die Stationen in diesen Erinnerungen sind New York, London, Warschau, Barcelona, Madrid, Mallorca, Paris. Diese Memoiren veröffentlichte Paula Fox über 50 Jahre später. Da hatte sie schon lange keine Erwachsenenromane mehr…

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Kritik Kindheitsmemoiren: In fremden Kleidern, von Paula Fox (2001, engl. Borrowed Finery) – 8 Sterne

᛫ ᛫ ᛫   In stimmungsvollen Vignetten erinnert sich die gefeierte Autorin Paula Fox (1923 – 2017) an ihre Kindheit in und um New York, Los Angeles, Kuba, Florida, Montreal, Pennsylvania, New New Hampshire. Weil ihre Eltern sie nicht um sich haben wollten, wurde sie immer wieder weitergereicht – an einen Kirchenmann, an Verwandte, quer…

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Kritik Biografie: Die vielen Leben der Paula Fox, von Bernadette Conrad (2011)

᛫ ᛫ ᛫   Das ist wirklich selten: Eine zuletzt gefeierte, ja von US-Lit-Star Jonathan Franzen gepushte US-Autorin bekommt ihre erste und bis Mitte 2019 einzige Biografie – und zwar von einer Deutschen, auf Deutsch geschrieben. Die Prophetin gilt wohl nichts im eigenen Land (und sie schrieb ja auch selbst bemerkenswerte Memoiren über einzelne Lebensabschnitte)….

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Kritik Biografie: Emin Pascha – Arzt – Abenteurer – Afrikaforscher, von Christian Kirchen (2014) – 6 Sterne

Wer sich nüchtern und ausführlich über Emin Pascha informieren will, braucht dieses teure Buch. Ein Lesevergnügen ist es nicht, aber eine reichhaltige, noch lesbare Faktensammlung auf Primärquellenbasis, streng chronologisch, mit vielen interessanten SW-Bildern. Die Manuskriptfassung der Dissertation wurde 2012 an der Uni Bayreuth eingereicht, sie erschien 2014 im Schöningh-Verlag. Autor Kirchen besuchte viele Emin-Orte auf…

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Kritik Biografie: Emin Pascha, von Patricia Clough (2010) – 4 Sterne

Die englische Journalistin Clough liefert in unschönem Deutsch (s.u.) viele verwirrende Zeit-, Orts- und Milieusprünge sowie Themenverfehlungen, zum Beispiel zu lange Exkurse zu König Leopold, Carl Peters, Junkers, englischer Kolonialpolitik, Henry Morton Stanley, deutscher Kolonialpolitik (teils interessant, aber ohne Bezug zu Emin Pascha). Bei jedem Kapitelanfang rechnet man mit einem Zeit-Ort-Milieusprung – und es gibt…

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Kritik Emin-Pascha-Biografie: An den Quellen des Nils, von Hans-Otto Meissner (1969) – 6 Sterne

Ex-NS-Diplomat und Vielschreiber Hans-Otto Meissner textet flüssig, sogar spannend, aber auch bieder und betulich-aufdringlich wie ein Märchenonkel („das brave kleine Schiff“, S. 50; „recht fleißig mit seiner kleinen Streitmacht „, S. 81; „die braven Soldaten“, S. 222). Belege zu seinen Behauptungen und Zitaten liefert Meissner mit einer Ausnahme (S. 154) nicht: es gibt keine hochgestellten…

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Buchkritik: Auf nach Afrika. Stanley, Livingstone und die Suche nach den Quellen des Nils, von Martin Dugard (2003, engl. Into Africa) – 6 Sterne

Das Buch fesselt von der ersten Minute, selbst wenn Martin Dugard gelegentlich etwas aufdringlich mythisch raunt und andere altbackene Stilmittel einsetzt. Pepp hat es nie; es klingt aber jederzeit professionell flüssig, nicht verschachtelt oder eingebildet. Man hat auch nicht den Eindruck, dass Dugard seine Hauptfiguren in Schutz nehmen oder verurteilen will, im Gegensatz zu anderen…

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Kritik Kriegskomik: Adolf Hitler, My Part in his Downfall, von Spike Milligan (1971) – 2 Sterne – mit Video

Dies ist so relevant wie ein Kasperlespiel. Voll hölzerner Witzchen von anno dazumal. Noch weiter sinkt das Interesse an Milligans Kriegserinnerungen, wenn man im Vorwort liest, dass zwar die Hauptfakten stimmen, Milligan aber einige Details ausgeschmückt habe. So lassen sich Dichtung und Wahrheit nicht unterscheiden. Marionettentheater. Der britische Komiker und Autor Spike Milligan schreibt seine…

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Kritik Biografie: Italo Svevo, von François Bondy, Ragni Maria Gschwend (1995) – 6 Sterne

François Bondy und Ragni Maria Gschwend diskutieren zunächst die schwierige Quellenlage und führen ins Triest des 19. Jahrhunderts ein. Dann liefert die dünne, aber doch faktenreiche Italo-Svevo-Biografie Kapitel über Svevos Großeltern, Eltern, Svevos frühe Kindheit und die Zeit im deutschen Internat. Vieles ist nicht präzise belegbar. Ab der späteren Jugend – noch in Deutschland, dann…

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Biografie-Rezension: Der Mann, der nicht Simenon war, von Patrick Marnham (1993) – 7 Sterne

Patrick Marnham malt gern atmosphärisch aus, doch die Zeit vor Simenons Geburt beschreibt er zu ausführlich – Simenons Vorfahren und ihre Lebensumstände in Lüttich und andernorts. Auch Simenons Kindheit und Jugend erscheinen sehr ausführlich: Der Zeit, bis Simenon 1923 von Lüttich nach Paris zieht um seine Karriere zu beginnen, widmet die dt. Biografie-Ausgabe überproportional großzügige…

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Biografie-Rezension: Simenon, von Pierre Assouline (1992) – 8 Sterne

Der Biograf, Romancier, Dozent und Journalist Pierre Assouline (*1953) erzählt Simenons Leben so packend wie einen Roman, mit viel Sinn für Skurrilitäten, interessante Nebenfiguren, knackige Dialoge, Einzeiler und Storytelling, ganz ohne professorale Langatmigkeit. Immer wieder zieht Assouline Parallelen zwischen Simenons Leben und dessen Romanen, zitiert auch aus Simenons zahlreichen Memoirenbüchern. Das liest sich sehr lebendig…

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Rezension Goethe-Sachbuch: Das Inkognito, von Roberto Zapperi (1999) – 5 Sterne

Der italienische Goethe-Kenner Roberto Zapperi beschreibt auf 260 Hauptseiten (plus Anhang) hochdetailliert Goethes erste italienische Reise. Die vierte Auflage des Buchs von 2002 wurde gegenüber den Vorauflagen korrigiert und erweitert. Weitere Einzelheiten zu Goethes Italienzeit und Italien-Verbindungen liefert Zapperi im separaten (schwindsüchtigen) Aufsatzband Römische Spuren (2007). Die zehn Jahre vor dieser italienischen Reise verbrachte Goethe…

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Rezension Goethe-Sachbuch: Römische Spuren, von Roberto Zapperi (2007) – 5 Sterne

Der sehr dünne und luftigst bedruckte Band liefert einige Forschungsergebnisse zu Goethe in Italien, die im Vorgängerband des Autors, Das Inkognito von 1999, noch nicht enthalten waren. Wie im Inkognito zeigt Roberto Zapperi wieder in Schwarzweiß einige unterhaltsame Skizzen des Malers Tischbein, der Goethe in Italien einführte, und interpretiert sie sehr ausführlich und weitgehend. Die…

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Rezension Sachbuch: Sommerregen der Liebe, von Sigrid Damm (2015) – 6 Sterne

Das Buch beschreibt die mutmaßlich innige platonische Liebe zwischen dem alleinstehenden jungen Johann Wolfgang von Goethe und der etwas älteren Charlotte von Stein, verheiratet und mehrfache Mutter. Sigrid Damm (*1940) schrieb schon zuvor über Goethe und Zeitgenossen wie Schiller und Lenz mehrere Erfolgsbücher. Damm liefert ihren markanten Stummelsatz-Stil, durchschossen mit kursivierten Mikrozitaten in kurios historischer…

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Rezension: Helmut Kohl, Eine politische Biografie, von Hans-Peter Schwarz (2012)

Fazit: Hier kann ein Professor mal lebendig schreiben, spannend sogar, und mit Sinn für übersichtliche Gliederung eines weit ausufernden Stoffs. Selten genug. Hans-Peter Schwarz berichtet detailliert mit neuen Quellen aus allen Winkeln der Mainzer, Bonner, Berliner und Brüsseler Sitzungszimmer, auch aus Paris und Washington, aus den  Maschinenräumen der Macht. Stark. Alle Profikritiker waren angetan. Und…

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Biografie-Rezension: Willy Brandt, Ein Leben, Ein Jahrhundert, von Hans-Joachim Noack (2013) – 6 Sterne

Hans-Joachim Noack erzählt einigermaßen flüssig im Präsens, klingt aber oft etwas unpassend salopp bis nachlässig; so über den spanischen Bürgerkrieg: „Ein Gemetzel der besonderen Art“ (S. 76 der rowohlt-Berlin-Ausgabe); und später: „das ausufernde Gemetzel zwischen den Ethnien auf dem Balkan“ (S. 314); „der dröge Grübler aus Lübeck“ (S.9); „Heinrich Böll… bildet mit dem Kollegen Günter…

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Biografie-Rezension: Willy Brandt 1913 – 1992, von Peter Merseburger (2002) – 6/10

Merseburger wechselt die Tempi zu häufig – Grundzeit ist Präsens, aber mit vielen Schwüngen zu Präteritum, Perfekt und Futur. Der Biograf textet zeitweise zu elegisch, haucht Themen an und erwartet, dass der Leser die Fakten schon kennt – z.B. was sich mit „Brüning“, „die Disengagementpläne George F. Kennans und Adam Rapackis“, „Rapallo-Anklänge“, „gouvernemental“ oder „Hallstein-Bonn“…

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Sachbuch-Kritik: Fidel Castro, Ein privater Blick auf den Máximo Líder, von Jeanette Erazo Heufelder (2003) – 5 Sterne

Ethnologin Jeanette Erazo Heufelder schreibt im Präsens und überwiegend einigermaßen flüssig, wenn auch reizlos. Ihr Buch gewinnt nie Fahrt: Sie schreibt nicht-chronologisch und zerhackt das Thema in kleinste Teile: 20 Hauptkapitel mit *etwa* 160 Unterkapiteln auf nur 340 Seiten Haupttext (dazu kommen noch etwa 47 Seiten Inhaltsverzeichnis und Anhang in meiner fest gebundenen Eichborn-Ausgabe).Viele Unterkapitel…

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Kritik Biografie: Fidel Castro, von Volker Skierka (2002) – 6 Sterne

Top-Journalist Volker Skierka recherchiert tief und zitiert ausführlich auch Quellen aus der einstigen DDR, so in Havanna stationierte DDR-Diplomaten und das DDR-Außenministerium. Skierka interessiert sich mehr für Zeitgeschichte und weniger für Persönliches. Skierka berichtet ausführlich auch über das Kennedy-Attentat in USA, über Che Guevara in Afrika, die Entwicklung kommunistischer Parteien in Kuba und COMECON-Beziehungen. Das…

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Biografie-Rezension: Fidel Castro, von Robert E. Quirk (2002) – 7 Sterne

Das großformatige, dicht bedruckte, schwere Buch reicht bis 1992, ist sehr flüssig erzählt und tief recherchiert. Zudem macht Robert E. Quirks Biografie Castro, Kuba und die Zeit sehr lebendig, er wäre auch ein guter Magazinjournalist (er studierte lt. Vorwort einst Journalismus; ich kenne nur das englische Original als W.W. Norton-Taschenbuch, nicht die dt. Übersetzung). Gelegentlich…

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Kritik Biografie: The Interior Castle, A Life of Gerald Brenan, von Jonathan Gathorne-Hardy 1992) – 7 Sterne – mit Video

Biograf Gathorne-Hardy (*1933) war mit Gerald Brenan (1894 – 1987) bekannt und sah ihn in Brenans späten Jahren öfter; er hält sich aber bewusst, wie er sagt, weitgehend aus der Biografie heraus (er versteckt seine durchaus längeren Brenan-Begegnungen seit jungen Jahren gern in Fußnoten, z.B. S. 419, S. 573; seine Frau portraitierte Brenan für die…

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In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Andalusien-Memoiren: Südlich von Granada, von Gerald Brenan (1957, engl. South from Granada) – 7 Sterne

Von 1920 bis 1924 lebte der junge Engländer Gerald Brenan im andalusischen Bergdorf Yegen in den Alpujarras, dann kehrte er ab 1929 noch mehrfach zurück. Erst 1957 schrieb Brenan seine frühren Andalusien-Erinnerungen unter dem Titel South from Granada nieder. Dabei lässt Brenan einiges aus – unter anderem Liebeshändel – und wegen der hoch-informierten Verallgemeinerungen glaubten…

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Biografie-Kritik: Canaris, Patriot im Zwielicht, von Heinz Höhne (1976) – 6 Sterne

Biograf Heinz Höhne arbeitete von 1955 bis 1991 beim Nachrichtenmagazin Spiegel und schreibt in etwa Spiegel-Stil: Teils personalisiert, mit überflüssigen, aber plastischen Details, ziemlich unterhaltsam, aber auch mit Blick fürs soziale, wirtschaftliche und vor allem politische Großeganze und nie zu offenbar unseriös dramatisierend. Das plaudert heiter dahin, tatsächlich einerseits im Spiegel-„Jargon“ der 1970er und frühen…

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Biografie-Kritik: Canaris, Hitlers Abwehrchef, von Michael Mueller (2006) – 6 Sterne

Sieht man davon ab, dass Michael Mueller mit Canaris‘ Verhaftung und Hinrichtung beginnt und dann zurückblendet, verzichtet der Biograf gänzlich auf romanhaftes Dramatisieren und Auspolstern. Es gibt kein theatralisches Ausmalen einzelner Szenen, kein Psychologisieren, kein seriell rhetorisches Fragen. Das schließt Mueller im Vorwort auch kategorisch aus, verpflichtet sich zu „größtmöglicher Nüchternheit“ (S. 8 des List-Taschenbuchs…

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Spionagebuch-Kritik: Garbo, der Spion, von Arno Molfenter (2014) – 5 Sterne

Ja, Molfenter erzählt einen dramatischen Spionagefall: Ein spanischer Hühnerzüchter foppt 1941 die deutsche Nazi-Abwehr mit frei erfundenen Nachrichten aus England und lässt sich von den Engländern noch als Doppelspion anwerben; der Mann trug offenbar wesentlich zu den erfolgreichen alliierten Landungen in Nordafrika und der Normandie bei. Molfenter entdeckte viel interessantes Material in den Archiven, interviewte…

Spionagebuch-Kritik: Garbo, der Spion, von Arno Molfenter (2014) – 5 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Der schwarze Grat, von Burkhard Spinnen (2003) – 4 Sterne

Das biografieartige Sachbuch hat zwei Hauptfiguren: den mittelständischen schwäbischen Unternehmer Walter Lindenmaier, dessen Leben wir etwas kennen lernen und den Autor Burkhard Burkhard Spinnen (*1956), von dem wir auch weitaus zu viel hören, u.a. diese Einlassungen: „Um es nicht zu vergessen, schreibe ich als erstes Wort ‚Vater‘ in den Notizblock und mache ein Fragezeichen dahinter“…

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