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Kritik der Picasso-Biografie von John Richardson: A Life of Picasso 1881 – 1906 (1991, Bd. I) ᛫ The Cubist Rebel 1907–1917 (1996, Bd. II) ᛫ The Triumphant Years 1917 – 1932 (2007, Bd. III) – 8 Sterne – mit Video

Fazit: John Richardson erzählt recht leger, oft sarkastisch, meinungsfreudig und immer kurzweilig – nie wird er blasiert, langatmig, professoral. Richardson setzt kulturgeschichtliches Wissen sowie Fremdsprachenkenntnisse voraus. Weil Richardson ab den 1950er Jahren ein Freund der Picassos war, aber auch dank seinem Rechercheteam kann er viele neue Interna zutagefördern, auch neue Fotos. Richardson interpretiert intensiv und…

Kritik der Picasso-Biografie von John Richardson: A Life of Picasso 1881 – 1906 (1991, Bd. I) ᛫ The Cubist Rebel 1907–1917 (1996, Bd. II) ᛫ The Triumphant Years 1917 – 1932 (2007, Bd. III) – 8 Sterne – mit Video Weiterlesen »

Romankritik: Ein Sommer, von Vincent Almendros (2015) – 7 Sterne

Im Sommer: Zwei jüngere Paare auf einem Segelboot zwischen Napoli und Capri, alte Beziehungen flackern neu auf, es wird drückend und angespannt. Vincent Almendros (*1978) schildert Klima und Gerüche fast zu aufdringlich: Mir war heiß, die Luft war schwül. Diese sieben Wörter schwängern bedeutungsvoll einen kompletten Absatz auf Seite 79 der rotgekleideten Wagenbach-Ausgabe. Auch eine…

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Buchkritik: Ins Schwarze, von Vincent Almendros (2018) – 7 Sterne

Meisterlich, doch zu aufdringlich beschwört Vincent Almendros Vernachlässigung und Verfall: Der heruntergekommene, fast verlassene Weiler; das muffige alte Haus; der Unrat; der feuchte Waldboden; die toten Tiere und die todgeweihten Menschen. Dazu kommen kurze, spannungsgeladene Dialoge. All dies übertreibt Almendros, nicht zuletzt das Zerlegen eines Kaninchens durch eine eiskalte mordverdächtige Person. Vor allem aber erzeugt…

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Filmkritik: Der Verdammte der Inseln (1951, Regie Carol Reed, mit Trevor Howard, engl. Outcast of the Islands) – 7 Sterne – mit Video

In diesem Film ist immer was los, herrscht immer Bewegung: exotischer Trubel, Mensch und Tier im Kolonialhafen und im Flussdorf, lachende nackte Kinder, die schöne Aissa im nassen Leinenkleid, dramatischer Streit, dramatische Bambusbauten, Tanz, ein rätselhaftes Büblein mit dito Haarschnitt im Kinderkanu, prächtige Zweimaster in aufgewühlter See, Krokodile, Elefanten (gab’s die in Makassar oder Ostborneo?)….

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Kritik Biografie: Keiner blickt dir hinter das Gesicht. Das Leben Erich Kästners, von Sven Hanuschek (1999) – 6 Sterne

Anders als Kästner-Biograf Klaus Kordon erzählt Sven Hanuschek Kästners Leben nicht nur nach dessen eigenen Veröffentlichungen – Hanuschek spricht auch mit Nachfahren, sichtet Archive und Melderegister, findet Fehler und Auslassungen in den Memoiren von Kästner und Kästner-Gefährtin Luiselotte Enderle (S. 176, S. 268 meiner Hardcover-Hanser-Ausgabe von 1999). Hanuschek entdeckt auch eine überraschende Verbindung zwischen Goebbels…

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Kritik Biografie: Die Zeit ist kaputt. Die Lebensgeschichte von Erich Kästner, von Klaus Kordon (1995) – 7 Sterne

Klaus Kordon schreibt meist sehr eingängig und lebendig, teils fast romanhaft, auf nur rund 300 luftig bedruckten Seiten Haupttext (plus kurzer Anhang), ohne dass es aufdringlich nach Jugendbuch klingt. Und Kordon flicht – prima – viele unterhaltsame Kästner-Zitate ein, darunter Gedichtzeilen (als Lyrik umbrochen, nicht in langen Prosazeilen). Dass Kordon im Präsens textet, macht den…

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Romankritik: Emil und die drei Zwillinge, von Erich Kästner (1935) – 5 Sterne

Friede, Freude & auch Eierkuchen herrschen in Neustadt, Berlin & auch in Korlsbüttel: Penetrant harmonisch geht’s zu zwischen Jung und Alt, zwischen Arm und Reich in diesem Sequel zu „Emil und die Detektive“. Zwei Jahre danach: Die Geschichte spielt zwei Jahre nach „Emil und die Detektive“, versammelt alle Hauptakteure dieses Romans, zeigt aber eine neue…

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Romankritik: Emil und die Detektive, von Erich Kästner (1929) – 7 Sterne – mit Video

Erich Kästner (1899 – 1974) zeigt den betont gutherzigen – heute sagt man: achtsamen –, aber auch pfiffig-ironischen Emil Tischbein und seine betont gutherzige, aber auch pfiffig-ironische Mutter. Immer wieder baut Kästner kleine, fast unauffällige Witze ein wie Die Mutter pfiff sich eins, vermutlich um ihre Sorgen zu ärgern… Die kleinen Cleverle-Einsprengsel unterhalten, kommen aber…

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Kritik Biografie: Tania Blixen, von Judith Thurman (1982, engl. The Life of a Storyteller bzw. Isak Dinesen The Life of Karen Blixen) – 7 Sterne – mit Videos

  Thurmans Blixen-Biografie beleuchtet viele der betont vagen Passagen in Blixens Memoiren Jenseits von Afrika (noch genauer tut dies die spätere Blixen-Biografin Linda Donelson). Judith Thurman schreibt insgesamt ein sehr ausführliches, mir teils zu ausführliches Werk, das mit Tania Blixens Großeltern beginnt (Tania Blixen, 1885 – 1962, ist auch als Karen Blixen und Isak Dinesen…

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Kritik Memoiren: Jenseits von Afrika, von Isak Dinesen/Tania Blixen (1937); Schatten wandern übers Gras (1960) – 7/10

Das Buch ist nicht chronologisch, sondern eher thematisch angeordnet. Dabei geht es geht kaum um Mann+Frau, um Liebe – die bekannte Verfilmung von 1985 weckt völlig falsche Erwartungen. Im ersten Teil redet die Autorin nur allgemein über Land, Leute und einzelne Figuren auf ihrer ostafrikanischen Kaffeefarm. Es gibt keinen Dialog und keine durchgehende Handlung –…

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Salsa, Raï + Hiphop: 3x Aïcha, 3 Musikvideos

Comme si je n’existais pas Elle est passée à côté de moi… So mies sind die Weiber, und während Aïcha weiterzieht, heult die Männerwelt unerlöst in die Schnuffeldecke – in Algerien, Senegal und Dänemark. Hier drei Klagelieder in drei Stilen über die ferne Aïcha. Mesdames et Messieurs, écoutez-moi, regardez-la: Khaled, Africando, Outlandisch:

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Kritik Sachbuch: Phantastische Wirklichkeit. Das 20. Jahrhundert im Spiegel des Polit-Thrillers, von Hans-Peter Schwarz (2006) – 7 Sterne

Bekannt wurde Hans-Peter Schwarz durch Biografien zu Konrad Adenauer, Helmut Kohl und Axel Springer. Hier in Phantastische Wirklichkeit kommentiert Schwarz (1934 – 2017) die 13 bekanntesten Politthriller-Autoren, „die Meister des Genres“, für Schwarz gleichbedeutend mit weltweiten Bestsellerkönigen (S. 11 der dva-Hardcover-Ausgabe von 2006). Gemeint sind u.a. Ian Fleming, Tom Clancy, Graham Greene, John le Carré,…

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Romankritik: Junger Mann, von Wolf Haas (2018) – 8 Sterne

Wird das fette Riesenbaby, 13 J., 93 – 78 kg, von der obwohl verheirateten sehr schönen Elsa entjungfert? Wer den Klappentext liest, muss das erwarten, und stürzt sich lüstern in den Roman von Wolf Haas. Und Elsa ist ja auch zu oft allein und nicht gerade un-proaktiv in Richtung Riesenbaby. Das seinerseits liegt der Elsa…

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Romankritik: Das Wetter vor 15 Jahren, von Wolf Haas (2006) – 8 Sterne

Zwei Kulturmenschen, der österreichische Romanautor „Wolf Haas“ und die deutsche Kritikerin „Literaturbeilage“, unterhalten sich in diesem Dialogroman gewitzt, aber realistisch umgangssprachlich über den Roman des Autors. Sie diskutieren den Romaninhalt, platzieren zwischendurch aber auch ein paar Seitenhiebe auf Christoph Ransmayr, den Zauberberg oder dies: Der Teufel der Plötzlichkeit. Das klingt wie ein Titel von Peter…

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Romankritik: Altes Land, von Dörte Hansen (2015) – 7 Sterne

Fazit: Der leicht lesbare Roman schnurrt zunächst gut dahin, bringt eigenwillige, aber nicht zu unrealistische Figuren, interessante Einblicke aus vielen Jahrzehnten sowie unterhaltsame Dialoge oder Einzeiler auf Plattdeutsch. Dörte Hansen wechselt jedoch regelmäßig zwischen zwei und mehr Zeitebenen, vor allem in den ersten zwei Buchfünfteln, so dass mir die Übersicht abhanden kam. Dörte Hansens Spott…

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Kritik Kurzgeschichten: Heiraten (Ehegeschichten), von August Strindberg (1884, 1886) – 7 Sterne

August Strindberg (1849 – 1912) schreibt schnarrig unwirsch sarkastisch über Ehe-Alltag. Der beginnt oft mit blumigen Illusionen und enttäuscht schon bald bitter. Entscheidungen und Wendungen bahnt Strindberg nicht einfühlsam an; er verkündet sie nassforsch im Kasernenton: „Es setzte eine heftige Reaktion ein“, so beginnt etwa der Umschwung in der Geschichte Zweikampf. Öfter wollen Gockelmänner mit…

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Kritik Komödie: Tootsie (1982) – 7 Sterne – mit Video

Das ist eine nette Geschichte für die ganze Familie – ein Schauspieler verkleidet sich als Schauspielerin, weil er nur so Arbeit beim Film bekommt. Eine andere Schauspielerin will die falsche Frau zur Freundin, und ein paar Männer wollen die falsche Frau zur Frau. Der Mann in Frauenkleidern bekommt ein neues Verständnis von der Rolle der…

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Kritik romantische Komödie: Es ist kompliziert (2015) – 7 Sterne

Das ist fast schon Cool Britannia: Die Figuren in dieser Komödie agieren lässig, selbstironisch und witzig, ohne dabei flach, schrill oder allzu melodramatisch zu geraten. (Zunächst.) Das Szenario hat was: Der Mann spricht eine Frau an, die er für seine Blind-Date-Verabredung hält; sie lässt sich von ihm einladen, obwohl sie gar nicht die Gesuchte ist….

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Romankritik: Heile Welt, von Walter Kempowski (1998) – 7 Sterne

Walter Kempowski (1929 – 2007) liefert reizvolle, detailreiche Einblicke ins norddeutsche Dorfleben Anfang der 1960er Jahre – teils autobiografisch (auch wenn auf der Impressumseite „Alles frei erfunden!“ steht). Die Hauptfigur trifft als Junglehrer ein und lernt alle Bauern, ihre Beziehungen und Tics kennen, natürlich auch Bürgermeister, Krämer, Pfarrer und viele Kollegen und Oberlehrer. Schatten der…

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Romankritik: Uns geht’s ja noch gold, von Walter Kempowski (1972) – 7 Sterne

Walter Kempowski (1929 – 2007) erzählt tagebuchartig von seiner Zeit als Jugendlicher ab Kriegsende 1945 in Rostock. Die Russen übernehmen die Stadt, Kempowski bekommt einen Job bei der Verwaltung, plündert und wird geplündert, muss sich mit russischen und US-Besatzern arrangieren, auf dem Schwarzmarkt jonglieren, übersteht eiskalte Winter ohne Heiz- oder Beißmaterial. Er haust mit Mutter…

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Romankritik: Tadellöser & Wolff, von Walter Kempowski (1971) – 8 Sterne – mit Video

Walter Kempowski schreibt ein sehr sinnliches, eigenwilliges und altmodisches Deutsch, das jedoch stets kraftvoll und in der direkten Rede teils verspielt und/oder falsch tönt: „Entpörend… konfortabel… Immerhinque… vom Stamme Nimm… allerhandlei… Verstahne vous?… zu und zu schön“ Manche Sprüche erklingen wieder und wieder, wie altvertraute Möbelstücke. All die sprachliche Finesse bringt meine btb-Ausgabe 3. Auflage…

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Romankritik: Katz und Maus, von Günter Grass (1961) – 7/10

Günter Grass schreibt teils enorm lange, unübersichtliche Sätze. Auf die Hauptfigur Mahlke bezieht er sich mal in der dritten, mal in der zweiten Person. Gelegentlich fand ich die Grammatik anfechtbar, auch einzelne Textstellen (so grübelt der Ich-Erzähler, ob Mahlke in der Oster- oder Westerzeile wohnte, doch der Ich-Erzähler wohnte selbst in der Westerzeile, besuchte das…

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Kritik TV-Spielfilm: Verratenes Glück (2018) – 7 Sterne – mit Video

Ein ruhiger, stimmungsvoller TV-Spielfilm um ein arriviertes Ehepaar mit einem Ehemann auf Abwegen (Xavier Lemaître, Isabelle Carré; Regie Philippe Harel). Besonders gefällt mir Roxane Arnal als junge, unsichere Ehebrecherin, die ganz bei sich ist; sie erhielt einen Nachwuchspreis, ist aber zur Filmmitte bereits im Off. Das Ganze ist betont geschmackvoll ausgestattet und abgelichtet. Der Film…

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Filmkritik: Wolf of Wall Street (2013, Scorsese, diCaprio) – 7 Sterne – mit Video

Was für eine Orgie aus heißen Weibern/Öfen/Rhythmen/Deals. Dazu Drogen ohne Ende, Gier und grelle Bilder, Niedertracht und Vulgarität. Ein Fest. Über drei Stunden kommt Martin Scorseses pubertär schriller Film über pubertär schrille Geldjongleure kaum zur Ruhe. Gelegentlich überraschen dann wieder übertrieben lange Gespräche und andere Szenen. Die Darsteller sind bis in kleinste Nebenrollen exzellent besetzt…

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Kritik Biografie: A Tragic Honesty: The Life and Work of Richard Yates, von Blake Baily (2003) – 8 Sterne

Biograf Blake Bailey hatte offenbar perfekten Quellenzugang: Alle Kinder, alle Ex-Frauen, viele Ex-Freundinnen, Schüler, Literaturbetriebler, aber auch Kellnerinnen und Wirte redeten mit dem Biografen, sogar Richard Yates‘ Psychiater packte aus. Das Archiv stand uneingeschränkt offen. Kunst und Leben: Wann möglich – also fast immer -, zieht Blake Bailey Parallelen zwischen Yates‘ Leben und Kunst. Dabei…

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Romankritik: Tiefe Wasser, von Patricia Highsmith (1957, engl. Deep Water) – 9 Sterne – mit 2 Videos

Highsmith macht alles richtig: Die Sprache ist jederzeit uneitel im Dienst der Geschichte. Sie verzichtet auf Dramatisierung, düstere Andeutung, Zeitsprünge, schreibt strikt chronologisch und ohne bizarre Zufälle. Sie erzählt bruchlos aus Perspektive der Hauptfigur. Das Ende bleibt fast bis zur letzten Seite völlig offen. Im Zentrum steht ein scheinbar freundlicher, aber innerlich zynischer Familienvater. Er…

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Kritik Biografie: Riefenstahl. Eine deutsche Karriere, von Jürgen Trimborn (2002) – 7 Sterne

Laut Vorwort traf Jürgen Trimborn 1997 die 94jährige Leni Riefenstahl persönlich. Er betont jedoch, dass die Begegnung oder Riefenstahls Autobiografie keinerlei historische Erkenntnisse verschaffe, weil alles dezidiert geschönt werde. Aus Leni Riefenstahls Privatarchiv erhielt Trimborn laut Vorwort wie andere Forscher nur ausgewählte, Riefenstahl-freundliche Unterlagen. Und Trimborn meint, auch ein erweiterter Archivzugang könne nur Vorgefiltertes zutage…

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Kritik Jugendmemoiren: Das deutsche Krokodil, von Ijoma Mangold (2017) – 7 Sterne – mit Video

Kulturjournalist Ijoma Mangold schreibt über seine deutsche Kindheit mit deutscher Mutter und abwesendem Vater aus Nigeria. Die Geschichte reicht bis in Mangolds viertes Lebensjahrzehnt, bleibt aber stets im Privatbereich – von seinem Beruf als Top-Kulturjournalist hören wir nichts. Mangold hat dunklere Haut und krauses schwarzes Haar. Er liefert über weite Strecken einen allgemeinen Bericht über…

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Thailand

Rezension Thailand-Memoiren: My Boyhood in Siam, von Kumut Chandruang (1938) – 7 Sterne

Kumut Chandruang erzählt über viele Jahrzehnte das Leben seiner Eltern und sein eigenes Leben in Thailand. Er klingt naiv versöhnlich, liefert jedoch viele interessante, gelegentlich humorvolle Details und Einblicke in eine untergegangene Welt, und das in gefälliger Schreibe – samt unterschiedlicher Ansichten zu Europäern. Nord und Süd: Chandruangs Vater verließ mit 14 auf eigene Faust…

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Romankritik: Von der Schönheit, von Zadie Smith (2005, engl. On Beauty) – 7 Sterne

Zadie Smith schreibt witzige, intelligente Dialoge, und sie spießt Uni-Politik und die Tics der US-Uni-Koryphäen boshaft auf. Gewiss erkannten sich einige Wissenschaftler in diesem Roman erzürnt wieder. Zu den Highlights zählen auch ein paar erstaunliche Sexszenen. Doch die Dialoge und Szenen laufen teils zu lang, und sie konzentrieren sich ermüdend auf die immer gleichen Themen:…

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Kritik: Die Dame mit dem Hündchen, Erzählungen 1897 – 1903, von Anton Čechov – 7 Sterne

In diesem vierten und letzten Band seiner gesammelten Erzählungen schreibt Anton Tschechow (Anton Čechov, 1860 – 1904) kenntnisreich und einfühlsam über das Leben geschundener Bauern und Tagelöhner – mit Intrigen und Gaunereien wollen sie das Überleben sichern. Nicht besser sind aber auch die Krämer, die Beamten und die Fabrikanten. Positiv ist wenig. Tier- und Pflanzenwelt,…

Kritik: Die Dame mit dem Hündchen, Erzählungen 1897 – 1903, von Anton Čechov – 7 Sterne Weiterlesen »

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