annehmbar

Zeitreise-Roman: Plötzlich Shakespeare, von David Safier (2010) – 5 Sterne

Was ist dieser David Safier nur für eine Person? Eine, die begeistert peinlich-vorpubertär-anrüchige Witzchen erzählt und sich dann selber beifallheischend auf die Schenkel klopft? So klingt dieses Buch. Und was sind das für Leute, die diese Trash-Phantasy-Klamotte auf die Spiegel-Bestsellerliste kaufen? Mögen die alle peinlich-vorpubertär-anrüchige Witze? Und was bin ich für einer, dass ich diesen […]

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Thailand

Malaysia-Roman: Töchter des Monsuns, von Rani Manicka (2003, engl. The Rice Mother) – 5 Sterne

Ein Buch voller Leid, Unheil, Gewalt, Betrug, Niedertracht, Missgunst, Täuschung, Enttäuschung, Kriegsverbrechen, Trauer, Tränen. Geht es zwischenzeitlich friedlicher zu, weisen die verschiedenen Ich-Erzähler doch alle zwei Seiten düster auf ausstehende Tragödien hin. Zusätzlich raunen Wahrsager, dräuen Omen, wabern Traumfiguren. Man denkt zeitweise an einen Groschenroman. Schlichte Sprache: Obwohl die Ich-Erzähler immer wieder wechseln, klingen die

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Rezension Kautschuk-Roman: Cahuchu, Strom der Tränen, von Vicky Baum (1943) – 7 Sterne

Jede Episode zum Thema Kautschuk und Industrialisierung hat 50 bis 80 Seiten, die meisten Episoden sind kaum verbunden und spielen – chronologisch angeordnet – in unterschiedlichen Jahrhunderten und Kontinenten, unter anderem in Brasilien, Indonesien, USA, Deutschland und im Krieg in Nordafrika. Die Episoden erzählen von Indios, Unternehmern, Pflanzern, Forschern und Soldaten. Eine Figur, die in

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Thailand

Südostasien-Roman: The Soul of Malaya, von Henri Fauconnier (1930) – 4 Sterne

Ein Prix Goncourt für diesen „Roman“? Wenn ich die Seiten gar nicht berücksichtige, die ich angeödet überblättert habe, und nur die tatsächlich interessanten Seiten bewerte, dann komme ich auf vier Sterne. Es gibt ein paar bemerkenswerte Einblicke ins malaiische Seelenleben, auch wenn Henri Fauconnier (bzw. Henry Fauconnier) wohl Extreme beschreibt, und gegen Ende sogar überraschend

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Roman: Tremor bzw. Tremor of Intent: An Eschatological Spy Novel, von Anthony Burgess (1966) – 5 Sterne

Zeitweise liest sich Tremor of Intent (1966) wie die schrille, überzogene James-Bond-Satire eines intellektuellen Machos, mit lauernden Spionen, coolen Sprüchen, tödlichen Schüssen und heimtückischen Spritzenattacken. Die Schauplätze: London, Istanbul, Russland und ein Kreuzfahrtschiff. Dazu amüsante, aber nie brillante Dialoge, erlesene Speisefolgen und Begriffe oder Sätze auch in Deutsch, Französisch, Russisch. Nicht zu vergessen: klischierter Rumpelsex

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England-Roman: Der Mann am Klavier bzw. The Pianoplayers, von Anthony Burgess (1986) – 5 Sterne

Die ersten zwei Drittel, etwa 140 Seiten, lesen sich gut und sind entspannt erzählt: Es geht um das harte Leben eines armen englischen Klavierunterhalters in den 1920er bis 1940er Jahren; er malträtiert die Tasten in Kinos, Kneipen und Schmierenshows und ist doch eigentlich ein sensibler Beethoven-Freund. Das klingt sehr anschaulich, wirkt oft lustig bis sarkastisch,

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Afrika-Roman: Devil of a State, von Anthony Burgess (1961) – 4 Sterne

Ein paar langweilige, unsympathische Weiße arbeiten in einem kleinen afrikanischen Staat in den 50er Jahren. Einheimische kommen nur am Rand vor, als Taxifahrer, Prostituierte, Sultan oder Menschenfresser. Burgess schreibt hier über seine persönlichen Brunei-Erfahrungen, verlegte die Handlung aber aus Angst vor Verleumdungsklagen nach Ost-Afrika. In seiner Autobiographie Little Wilson and Big God sagt Burgess, dass

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Thailand

Rezension Malaysia-Dorf-Roman: Srengenge: Roman aus Malaysia, von Shanon Ahmad (1973) – 6 Sterne

Objektiv… …ist dies sicher ein gutes Buch, das man zudem auch auf Deutsch bekommt. Langsam, aber mit zunehmender Spannung erzählt, mit sehr genauem Einblick ins Dorfleben, in die Motivation der Dörfler, in Glaube und Aberglaube. Auch die Übersetzung hat mir gut gefallen: Nie musste ich überlegen, was der renommierte Autor wohl wirklich gemeint haben könnte.

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Thailand

Rezension beschauliche Thai-Geschichten: A Busy Week: Tales from Today’s Thailand, von Michael Smithies (1985) – 6 Sterne

Somnuk ist thailändischer Beamter i.R. Gern gießt er seine Blumen – früh am Morgen, wenn es noch nicht zu heiß ist. Somnuk wohnt in einem sehr beschaulichen Bangkok, der Hauptstadt von Thailand. Und in seiner kleinen Gasse am Khlong genießt Somnuk hohes Ansehen: Denn er ist höflich, diplomatisch und hilfsbereit, er hat drei wohlgeratene Kinder

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Paris-Südsee-Gaugain-Roman: Silbermond und Kupfermünze, engl. The Moon and Sixpence, von W. Somerset Maugham (1919) – 5 Sterne

Fiktive, vage Gaugin-Biographie mit den Stationen England, Frankreich und Südsee. Künstler, Lebenskünstler und Kunstgewerbler bevölkern den schmalen Roman. Autor W. Somerset Maugham gehört zur letztgenannten Berufsgruppe. Einige Schwächen: Denn der Roman dräut penetrant melodramatisch, die Hauptfigur zeigt kaum nachvollziehbare Wendungen, die Handlung kleinere Logiklücken und Brüche. Das Leben Paul Gaugins – sehr loses Vorbild für

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Westafrika-Krimi-Roman: The Big Killing, von Robert Wilson (1996, Teil 2 der Bruce-Medway-Reihe) – 4 Sterne

Eine gute Idee, den liberianischen Krieg hier einzubauen: Das Gemetzel erlaubt Wilson, noch mehr scheußliche Gewalt und Morallosigkeit in seinen Roman zu packen. Geschlachtet und gestorben wird auf jeder zweiten Seite. Auf der jeweils gegenüberliegenden Seite trinkt sich Hauptfigur Bruce Medway einen an. Amazon-Werbelinks: Ganz Afrika | Südafrika | Kenia | Marokko Sinnlose Gefahr bringt

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US-Roman: Die Witwen von Eastwick, von John Updike (2008) – 4 Sterne

Auf den ersten 120 Seiten unternehmen die Hauptakteure Gruppenreisen nach Kanada, Ägypten und China (dt. Die Witwen von Eastwick, engl. The Widows of Eastwick). John Updike (1932 – 2009) liefert seitenlange banaltouristische Beschreibungen und regionale Hintergründe. Dazu Popmatters: The first 100 pages are what I call “tour guide fiction”, Updike polishing up the notes he’s

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Afrika-Satire: Dschungelliebe (engl. Jungle Lovers), von Paul Theroux (1971) – 5 Sterne

Ein amerikanischer, weißer Versicherungsvertreter trampelt durch Malawi in den 60ern; statt Policen zu verkaufen, verrennt er sich zwischen Bretterhütten und Puffschänken. Alternierend erleben wir den ebenfalls weißen Revolutionstruppkommandeur Marais und seine schwarze Schlägertruppe im Dschungelcamp; anders als die Werbung suggeriert, bekommen Versicherungsmann und Revoluzzer wenig miteinander zu tun. Auf Amazon: Bücher von Paul Theroux Das

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Nigeria-Roman: Toads for Supper, von Vincent Chukwuemeka Ike (1965) – 6 Sterne

Adami ist Top-Student in der Stadt und auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Da tritt Sweetie aus Lagos auf den Plan, und Adami vergisst glatt, dass er schon im Dorf verlobt ist: The sight of a charming girl dressed only in a pair of earrings was a bit too much for him. Ganz zu schweigen

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Nigeria in den 40ern: The Potter’s Wheel, von Vincent Chukwuemeka Ike (1973) – 5 Sterne

Das gesamte Buch von 1973 handelt von einem Neunjährigen in einem Igbo-Dorf in Ostnigeria in den 1940er Jahren. Zunächst wohnt Obu bei den Eltern, wird von der Mutter verwöhnt, von anderen Dorfjungen gepiesackt. Dann kommt er zu einem sadistischen Lehrerehepaar, das Kinder als Diener aufnimmt, sie anbrüllt und mit Plastikschlappen verprügelt. Eine wesentliche Handlung gibt

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Lustiger Roman: Die Cappuccino-Jahre: Ein Adrian-Mole-Roman, von Sue Townsend (1999) – 5 Sterne

…damals, mit 13 3/4, da hast Du ein richtig tolles Tagebuch geschrieben, pubertär erhitzt und aufgeregt, und aufregend zu lesen, alle paar Stunden hast Du Dich ihm anvertraut, in vielen kleinen Audienzen. Und ich hab‘ mit Dir gezittert, Adrian. Und nun? Die Cappuccino-Jahre? Gib’s zu, das hast Du nicht selber geschrieben. Du hattest eine Ghostwriterin,

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New-York-Roman: Ballettratten in der Vandam Street, von Kinky Friedman (1999) – 5 Sterne

…, sagte ich zur Katze. Die Katze sagte natürlich nichts und rollte sich zusammen. Sie wusste, dass… Diese oder sehr ähnliche Zeilen gibt es gefühlt 165 mal auf netto 165 Romanseiten (das englische Original heißt „Spanking Watson“). Schließlich spielt der Roman ja auch zum größten Teil in der Wohnung des selbstzufriedenen Ich-Erzählers. Friedman hat noch

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Krimi-Roman: München Blues, von Max Bronski (2008) – 5 Sterne

Coole Sprüche kloppt er gern, der Bronski Max, und oft klappt das Kloppen auch, aber manchmal geht’s daneben: Da wird der selbstherrlich lässige Ich-Erzähler Gossec vom Mongolen-Adi derb verprügelt, rettet sich auf die Straße – und dann gelingt ihm nur ein „Mongolen-Adi hatte mir eine deftige Lektion erteilt“? Schwach im Abgang. In anderen Fällen gerinnt

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K.u.k.-Roman: Wandlungen einer Ehe, von Sándor Márai (1941) – 4 Sterne

Die Konstruktion hat was: Es geht um die zwei gescheiterten Ehen eines Mannes. Im ersten Buch-Teil erzählt die erste Ehefrau von der ersten Ehe und ihrem Scheitern. Im zweiten Teil berichtet – Jahre später – der Mann vor allem von der zweiten Ehe und deren Ende. In Teil 3 kommt die zweite Ehefrau zu Wort;

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Lustiges Buch: Stadt Land Mord: Kriminelle Briefe nachgelassener Frauen nebst zweier Anhänge, von Fanny Müller (1998) – 4 Sterne

Je nun. Nette Comedy. Zwei Frauen korrespondieren in diesem Buch, beide klingen jedoch praktisch gleich (obwohl sie vermutlich von unterschiedlichen Autorinnen geschrieben wurden; Susanne Fischer ist Ko-Autorin). Auch sonst wurde jede Plausibilität geopfert, um noch ein bisschen mehr Klamauk unterzubringen. Die Handlung ist vertrackt und zum Schluss gar nicht nachvollziehbar, die Charaktere wirken sehr unrealistisch,

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Deutscher Roman: Ein Mann wie Holm, von Matthias Keidtel (2006) – 5 Sterne

Viele kleine lustige Ideen, ich habe öfter geschmunzelt, aber nicht gelacht. Auf die Dauer wirkt die Masche – ein Eigenbrötler steigert sich immer weiter in abstruse Gedankengänge hinein und lässt sich davon zu abwegigem Handeln bringen – aber ermüdend. Man hat den Eindruck, dass der Autor einfach seinen eigenen Alltag noch einmal durch die „Holm-Brille“

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Afrika-Roman: Snares without End, von Olympe Bhêly-Quénum (1960) – 4 Sterne

Das Buch (erstmals veröffentlicht 1960) zerfällt in zwei heterogene Hälften: Die erste konzentriert sich aufs Dorfleben in Benin (damals Dahomey), wir lernen ein oder zwei Familien genauer kennen, es gibt Freude und Tragödien. Der afrikanische Ich-Erzähler klingt etwas naiv und weitschweifig, das passt jedoch gut zum Thema, ebenso wie die leicht altmodische, aber sehr runde

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Roman: Was zusammengehört, von Markus Feldenkirchen (2010) – 4 Sterne

Was mir gefiel: ab der zweiten Hälfte zunehmend spannend (auch wenn die bloßliegende Geheinmnisenthüllungsverschleppungstaktik des Autors enorm ermüdet) nettes Ablästern über Ryanair der kurze Schülerbesuch beim irischen Bürgermeister brachte mich ein paarmal zum Lachen (anders als der Rest des Buchs) Was mir weniger gefiel: Dialoge selten und peparm völlig unpsychologische Darstellung vor allem der Frauen:

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Kurzgeschichten: Mehr Liebe: Heikle Geschichten, von Frank Schulz (2010) – 5 Sterne

Das ist nichts Großes; man kann es lesen, aber Schulz‘ Hagener Trilogie habe ich als deutlich besser in Erinnerung. Die Geschichten wirken etwas einförmig: Generell spielen sie in Hamburg oder drumrum, zum Beispiel im anzüglich klingenden Poppenbüttel, in Neu Hörnbach oder sonst in: Alt Hörnbach. Geurlaubt wird auf dem griechischen Festland oder sonst auf Kreta.

Kurzgeschichten: Mehr Liebe: Heikle Geschichten, von Frank Schulz (2010) – 5 Sterne Weiterlesen »

Roman: Das war ich nicht, von Kristof Magnusson – 4 Sterne

Das lässt sich flott runterlesen, der Roman hat Zug und zeitweise Spannung. Allerdings agieren die eigentlich gebildeten und vernunftbegabten Hauptfiguren an entscheidenden Stellen sehr unrealistisch, eine Hauptfigur erklärt sich sogar zwischenzeitlich selbst für verrückt. Zu Recht. Kristof Magnusson bei Amazon (Affiliate Link) Wie realistisch ist das? Kristof Magnusson schiebt seine Figuren wie auf dem Schachbrett

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