Belletristik

Roman: Der kleine Grenzverkehr, von Erich Kästner (1938) – 6 Sterne

Mild liebenswertes Gschichterl mit viel Herz und wenig Tiefgang. Im ersten Teil verarbeitet Kästner etwas zu gedehnt touristische Eindrücke aus Salzburg. Dann rollt eine Verwechslungskömodie ab, die schmunzeln lässt, sofern man auf realistische Handlung keinen Wert legt. Erich Kästner bringt viele überaschende Sätze. Er ist ein guter Stilist, ohne dabei mit seinem Können aufzutrumpfen. Deutlich […]

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Finnland-Roman: Die Rache des glücklichen Mannes, von Arto Paasilinna (1976) – 6 Sterne

Ja, ich konnte, wollte es in einem Rutsch durchlesen: Der Schreibstil ist denkbar anspruchslos, der Humor drastisch, aber mild-trocken im Vortrag. Der Aufstieg der Hauptperson ‚ mit dramatischen, aber stets schnell ausgeräumten Hindernissen ‚ erscheint amüsant und kurzweilig. Realistisch oder nachempfindbar ist er jedoch nicht: Im Buch ist Jaatinen erst angestellter Ingenieur, dann arbeitslos, er

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Rezension lustiger Roman: Heartburn, von Norah Ephron (dt. Sodbrennen oder Quetschkartoffeln gegen Trübsinn, 1983) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

Ich-Erzählerin Rachel hat einen Mann, ein Kleinkind und ein Kind im Bauch. Da wird ihr Mann untreu. Rachel findet ihn doof und will ihn behalten. Den untreuen Mann im Roman formt Nora Ephron (1941 – 2012) nach ihrem Ex-Gatten, Star-Journalist und Watergate-Enthüller Carl Bernstein; dessen neue Partnerin im Buch war 1982 im richtigen Leben, unschwer

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Roman: Fremdland, von James Meek (2008) – 6 Sterne

Das Buch hat interessante Situationen, unter anderem den Journalistenalltag im kämpfenden Afghanistan oder die Bestsellerkalküle eines Buchautors. Meek schreibt unterhaltsam scharfe, zynische Dialoge zwischen Verlagsmenschen in London und dann wieder in New York. Er kann schreiben (engl. Titel, We Are Now Beginning our Descent, dt. Fremdland). Aber manche Szenen wirken sehr konstruiert und absurd –

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Deutscher Roman: Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte, von Kurt Tucholsky (1912) – 6 Sterne

Nette, leichte, klitzekurze Sommerkomödie, die jedoch durch suboptimale Sprachspiele nervt; da serviertTucholsky in Schloss Gripsholm. Eine Sommergeschichte weit bessere Sprachkaspereien. Die schwül erotischen Anspielungen erdrücken auf Dauer. Zur Reclam-Ausgabe: Die „editorische Notiz“ nennt gegenüber der Erstausgabe korrigierte Druckfehler. Man staunt, wie schlampig das Original erschien. (Angesichts des sprachverspielten und respektlosen Texts frage ich mich jedoch,

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Thailand

Historische Malaysia-Geschichten: More Far Eastern Tales, von W. Somerset Maugham – 6 Sterne

Da sind sie wieder: Die Distriktverwalter, natürlich im einsamen Haus auf dem Hügel am Fluss; die Plantagenverwalter, verstrickt in Eheprobleme (mit Engländerinnen) oder Eheverweigerungsprobleme (mit Asiatinnen); Frauen insgesamt als „pretty little things“; Alkohol und Zigaretten 24/7; Einheimische als blasser Zierrat. Die Kurzgeschichten dauern 30 bis 50 Seiten, bieten Rahmenhandlung und ausgiebige Rückblende, spielen oft im

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Afrika-Schul-Roman: Girls at Play, von Paul Theroux (1971) – 6 Sterne

Drei Engländerinnen, eine US-Amerikanerin und eine Inderin sind offenbar die einzigen Lehrer einer kenianischen Dorfschule in den 60ern, kurz nach der Unabhängigkeit. Zwei von ihnen schikanieren sich laufend gegenseitig – mit gehässigen Worten, Käfern in der Suppe oder grün übermalten Fenstern. Das plänkelt ganz amüsant dahin, doch erst nach 15 von 22 Kapiteln kommt etwas

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Thailand

Indonesien-Roman: Liebe und Tod auf Bali, von Vicki Baum (1937) – 6 Sterne

Vicki Baums Sprache klingt altmodisch, manchmal gestelzt und ein bisschen hilflos, wie eine ungeschickte Übersetzung. Der Roman erschien 1937, seit 1933 lebte Baum in den USA. Zu dieser Zeit hat sie ihre Bücher offenbar noch auf Deutsch geschrieben.. Trotzdem hat der Roman eine eigene Stimme. Bei Baums etwas gekünstelt kindlichem Ton weiß man nicht recht:

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Romankritik: Sandstrand, von Janosch (1979) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Auweia. Mittelalter Mann (Janosch, ca 48) schreibt über alten Mann (Karl, denkt viel an den Tod), der sich junges Ding angelt (Elia, 24, Künstlernatur) und mit ihr nach Sizilien fährt. Im Bett steht er seinen Mann, meist, aber exklusiv hat er Elia nicht. Was für eine Altherrenfantasie. Bei Martin Walser, Tom Wolfe, John Updike oder

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Rezension Chile-Roman: Mit brennender Geduld, von Antonio Skármeta (1985) – 6 Sterne

In dieser mild heiteren, erfundenen Geschichte hilft der Dichterfürst Pablo Neruda seinem einfältigen Dorfbriefträger, die Tochter der Dorfwirtin mit Versen und Metaphern zu betören und an den Altar zu führen. Die Geschichte wurde zweimal verfilmt – zuerst 1984 in der Regie des Romanautors; weit bekannter ist die spätere, fünffach Oscar-nominierte Version mit Philippe Noiret unter

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Roman: Willkommen auf Skios, von Michael Frayn (2012) – 6 Sterne

Michael Frayn, gefeierter Autor u.a. der zum Brüllen komischen Theater-Farce Noises Off, wagt ein Experiment: Funktioniert eine Farce auch als Roman? Und wenn ja: Wieviel Verwechslung, Chaos, peinliche Begegnungen passen in einen eng abgesteckten Farce-Roman? Das Ergebnis des Experiments: Der Roman Willkommen auf Skios (englisch Skios), nur knappe 280 Seiten lang, die Handlung spielt sich

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Afrika-Roman: Der Pfeil Gottes/Arrow of God, von Chinua Achebe (1964) – 6 Sterne

Das Buch beginnt mit zahlreichen Ibo-Namen für Menschen, Gottheiten, Orte, Rituale, Speisen. Wegen der vielsilbigen Ausdrücke kann man diese Protagonisten und Dinge nicht gut auseinanderhalten. Es gibt zahlreiche Ibo-Begriffe, die nicht übersetzt werden und ein paar Sätze verzerrtes Afrika-Englisch, die ich nicht ganz verstehe. Man wünscht sich ein Glossar und eine Personenübersicht. Amazon-Werbelinks: Chinua Achebe

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Kalkutta-Geschichten: The Weekenders: Adventures in Calcutta (2004) – 6 Sterne

Vorteile: einige schöne Reportagen, teils literarisch verpackt, vereinzelt packend geschrieben interessante Einblicke abseits der Touristenpfade Nachteile: innerhalb von 250 Seiten wechseln Autoren, Stile, Textgattungen, Thema und Qualität immer wieder nicht immer wird klar, was Fakt und was Fiktion ist keine Fotos zwei Geschichten habe ich nach vergeblichen Versuchen abgebrochen (s.u.) So ist das Buch aufgebaut:

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Rezension Karachi-Roman: Alice Bhattis Himmelfahrt, von Mohammed Hanif (2011, engl. Our Lady of Alice Bhatti) – 5 Sterne – mit int. Presselinks

Szenen aus Alice Bhattis Schwesternalltag in einem verkommenen staatlichen Krankenhaus in Karachi und über ihre seltsame Ehe mit einem Bodybuilder und Polizeischergen. Dazwischen Einschübe über Bhattis Zeit im Frauengefängnis, über Vater und Wunderheiler Bhatti und über Polizei-Misshandlungen. Fazit: Schnelle, dreckige, zynische und betont gern vulgär-obszöne, manchmal salopp brutale Satire aus einer verkommenen Dritte-Welt-Großstadt. Leicht zu

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Rezension Mumbai-Roman: Shantaram, von Gregory David Roberts (2003) – 5 Sterne – mit Pressespiegel

Der Ich-Erzähler ist aus dem Gefängnis geflohen und landet mit falschem Pass im Mumbai der Achtziger Jahre. Dort trifft er viele skurrile Inder und Nicht-Inder, lebt im Slum, wird Mafiabaron, reist zu Pferd durch Afghanistan und Pakistan. Die Geschichte ist zum Teil wahr, aber viele authentisch klingende Passagen sind evtl. erfunden (dazu englische Wikipedia). Shantaram

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Zeitreise-Roman: Plötzlich Shakespeare, von David Safier (2010) – 5 Sterne

Was ist dieser David Safier nur für eine Person? Eine, die begeistert peinlich-vorpubertär-anrüchige Witzchen erzählt und sich dann selber beifallheischend auf die Schenkel klopft? So klingt dieses Buch. Und was sind das für Leute, die diese Trash-Phantasy-Klamotte auf die Spiegel-Bestsellerliste kaufen? Mögen die alle peinlich-vorpubertär-anrüchige Witze? Und was bin ich für einer, dass ich diesen

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Thailand

Malaysia-Roman: Töchter des Monsuns, von Rani Manicka (2003, engl. The Rice Mother) – 5 Sterne

Ein Buch voller Leid, Unheil, Gewalt, Betrug, Niedertracht, Missgunst, Täuschung, Enttäuschung, Kriegsverbrechen, Trauer, Tränen. Geht es zwischenzeitlich friedlicher zu, weisen die verschiedenen Ich-Erzähler doch alle zwei Seiten düster auf ausstehende Tragödien hin. Zusätzlich raunen Wahrsager, dräuen Omen, wabern Traumfiguren. Man denkt zeitweise an einen Groschenroman. Schlichte Sprache: Obwohl die Ich-Erzähler immer wieder wechseln, klingen die

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Rezension Kautschuk-Roman: Cahuchu, Strom der Tränen, von Vicky Baum (1943) – 7 Sterne

Jede Episode zum Thema Kautschuk und Industrialisierung hat 50 bis 80 Seiten, die meisten Episoden sind kaum verbunden und spielen – chronologisch angeordnet – in unterschiedlichen Jahrhunderten und Kontinenten, unter anderem in Brasilien, Indonesien, USA, Deutschland und im Krieg in Nordafrika. Die Episoden erzählen von Indios, Unternehmern, Pflanzern, Forschern und Soldaten. Eine Figur, die in

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Thailand

Historische Malay(si)a-Erzählungen: At the Court of Pelesu and Other Malayan Stories, von Sir Hugh Clifford – 3 Sterne

Die Sprache klingt mal omaplüschsesselhaft kommod, öfter aber hölzern oder weitschweifig. Die Erzählungen drehen sich teils um Kolonialpolitik auf Provinzebene oder um junge englische Abenteurer auf der malaysischen Halbinsel – seltener um Malayen selbst. Mitunter liefert Sir Hugh Clifford (1866 – 1941) längere handlungsfreie Beschreibungen. Im Vorwort erzählt William R. Roff vor allem vom Leben

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Thailand

Südostasien-Roman: The Soul of Malaya, von Henri Fauconnier (1930) – 4 Sterne

Ein Prix Goncourt für diesen „Roman“? Wenn ich die Seiten gar nicht berücksichtige, die ich angeödet überblättert habe, und nur die tatsächlich interessanten Seiten bewerte, dann komme ich auf vier Sterne. Es gibt ein paar bemerkenswerte Einblicke ins malaiische Seelenleben, auch wenn Henri Fauconnier (bzw. Henry Fauconnier) wohl Extreme beschreibt, und gegen Ende sogar überraschend

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Roman: Tremor bzw. Tremor of Intent: An Eschatological Spy Novel, von Anthony Burgess (1966) – 5 Sterne

Zeitweise liest sich Tremor of Intent (1966) wie die schrille, überzogene James-Bond-Satire eines intellektuellen Machos, mit lauernden Spionen, coolen Sprüchen, tödlichen Schüssen und heimtückischen Spritzenattacken. Die Schauplätze: London, Istanbul, Russland und ein Kreuzfahrtschiff. Dazu amüsante, aber nie brillante Dialoge, erlesene Speisefolgen und Begriffe oder Sätze auch in Deutsch, Französisch, Russisch. Nicht zu vergessen: klischierter Rumpelsex

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Afrika-US-Roman: Der Regenkönig bzw. Henderson the Rain King, von Saul Bellow (1959) – 2 Sterne

Der Mittfünfziger Eugene Henderson lebt mit seiner jungen, attraktiven, zweiten Frau auf eigenem Anwesen. Geld ist kein Problem. Dennoch wird Henderson unzufrieden: Er geht nach Afrika und erreicht nach langer Wanderung ein völlig isoliertes Dorf, in dem er sich sofort heimisch und verstanden fühlt. Dort bleibt er eine Weile, später zieht er in ein anderes

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England-Roman: Der Mann am Klavier bzw. The Pianoplayers, von Anthony Burgess (1986) – 5 Sterne

Die ersten zwei Drittel, etwa 140 Seiten, lesen sich gut und sind entspannt erzählt: Es geht um das harte Leben eines armen englischen Klavierunterhalters in den 1920er bis 1940er Jahren; er malträtiert die Tasten in Kinos, Kneipen und Schmierenshows und ist doch eigentlich ein sensibler Beethoven-Freund. Das klingt sehr anschaulich, wirkt oft lustig bis sarkastisch,

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Afrika-Roman: Devil of a State, von Anthony Burgess (1961) – 4 Sterne

Ein paar langweilige, unsympathische Weiße arbeiten in einem kleinen afrikanischen Staat in den 50er Jahren. Einheimische kommen nur am Rand vor, als Taxifahrer, Prostituierte, Sultan oder Menschenfresser. Burgess schreibt hier über seine persönlichen Brunei-Erfahrungen, verlegte die Handlung aber aus Angst vor Verleumdungsklagen nach Ost-Afrika. In seiner Autobiographie Little Wilson and Big God sagt Burgess, dass

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Thailand

Rezension Malaysia-Dorf-Roman: Srengenge: Roman aus Malaysia, von Shanon Ahmad (1973) – 6 Sterne

Objektiv… …ist dies sicher ein gutes Buch, das man zudem auch auf Deutsch bekommt. Langsam, aber mit zunehmender Spannung erzählt, mit sehr genauem Einblick ins Dorfleben, in die Motivation der Dörfler, in Glaube und Aberglaube. Auch die Übersetzung hat mir gut gefallen: Nie musste ich überlegen, was der renommierte Autor wohl wirklich gemeint haben könnte.

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Thailand

Rezension beschauliche Thai-Geschichten: A Busy Week: Tales from Today’s Thailand, von Michael Smithies (1985) – 6 Sterne

Somnuk ist thailändischer Beamter i.R. Gern gießt er seine Blumen – früh am Morgen, wenn es noch nicht zu heiß ist. Somnuk wohnt in einem sehr beschaulichen Bangkok, der Hauptstadt von Thailand. Und in seiner kleinen Gasse am Khlong genießt Somnuk hohes Ansehen: Denn er ist höflich, diplomatisch und hilfsbereit, er hat drei wohlgeratene Kinder

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Sahara-Kolonial-Roman: Die Wüstenrose, von Henry de Montherlant (1968) – 3 Sterne

Marokko, französische Kolonie, in den 30ern: Oberleutnant Auligny wird auf einen entlegenen Posten in der Sahara versetzt. Bald mietet er sich die 14jährige Marokkanerin Ram zum Kuscheln. Die Beziehung ist erst geschäftsmäßig, bekommt dann aber Dynamik. Amazon-Werbelinks: Ganz Afrika | Südafrika | Kenia | Marokko Sehr weitschweifig: Mit dieser Beziehung füllt de Henry Montherlant freilich

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Paris-Südsee-Gaugain-Roman: Silbermond und Kupfermünze, engl. The Moon and Sixpence, von W. Somerset Maugham (1919) – 5 Sterne

Fiktive, vage Gaugin-Biographie mit den Stationen England, Frankreich und Südsee. Künstler, Lebenskünstler und Kunstgewerbler bevölkern den schmalen Roman. Autor W. Somerset Maugham gehört zur letztgenannten Berufsgruppe. Einige Schwächen: Denn der Roman dräut penetrant melodramatisch, die Hauptfigur zeigt kaum nachvollziehbare Wendungen, die Handlung kleinere Logiklücken und Brüche. Das Leben Paul Gaugins – sehr loses Vorbild für

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Westafrika-Krimi-Roman: The Big Killing, von Robert Wilson (1996, Teil 2 der Bruce-Medway-Reihe) – 4 Sterne

Eine gute Idee, den liberianischen Krieg hier einzubauen: Das Gemetzel erlaubt Wilson, noch mehr scheußliche Gewalt und Morallosigkeit in seinen Roman zu packen. Geschlachtet und gestorben wird auf jeder zweiten Seite. Auf der jeweils gegenüberliegenden Seite trinkt sich Hauptfigur Bruce Medway einen an. Amazon-Werbelinks: Ganz Afrika | Südafrika | Kenia | Marokko Sinnlose Gefahr bringt

Westafrika-Krimi-Roman: The Big Killing, von Robert Wilson (1996, Teil 2 der Bruce-Medway-Reihe) – 4 Sterne Weiterlesen »

US-Roman: Die Witwen von Eastwick, von John Updike (2008) – 4 Sterne

Auf den ersten 120 Seiten unternehmen die Hauptakteure Gruppenreisen nach Kanada, Ägypten und China (dt. Die Witwen von Eastwick, engl. The Widows of Eastwick). John Updike (1932 – 2009) liefert seitenlange banaltouristische Beschreibungen und regionale Hintergründe. Dazu Popmatters: The first 100 pages are what I call “tour guide fiction”, Updike polishing up the notes he’s

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Deutscher Roman: Vorn, von Andreas Bernard (2010) – 3 Sterne

Blutleeres Buch in blutleerem Deutsch, zeitweise weinerlich-selbstmitleidig, um hippe junge Medienmenschen in München. Es gibt fast keine Dialoge, die wenigen wörtlichen Sätze klingen genauso leblos wie der allgemeine Erzählton. Nichts erscheint „locker und beschwingt“ – kein Roman, eher ein Text. Selbst die Liebesdramen wirken wie aus zwei Kilometer Entfernung betrachtet – wichtiger sind die Namen

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