7 Sterne

Kritik Politik-Spielfilm: Im Schatten der Macht (2003, von Oliver Storz) – 7/10

Der Film erzählt in zweimal knapp 90 Minuten, wie Bundeskanzler Willy Brandt 1974 wegen der Guillaume-Spionageaffäre und Frauengerüchten zurücktreten musste. Das ist spannend zumindest für alle, die mit den Vorgängen noch vertraut sind. Allerdings: Regisseur/Autor Oliver Storz und Produzentin Regina Ziegler dramatisieren übertrieben. Ständig erscheinen selbstwichtig zerfurchte Gesichter in Nahaufnahme und Halbdunkel, hinter spiegelnden Scheiben…

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Kritik Erzählungen: Diesseits des Van-Allen-Gürtels, von Wolfgang Herrndorf (2007) – 7 Sterne

Wolfgang Herrndorf (1965 – 2013) schreibt ungemein trocken und lakonisch über leicht verwirrte junge Erwachsene in und um Berlin. Das klingt inhaltlich abstoßend, aber er stammt ja nicht aus der Leipziger Schreibfabrikantenproduktion (über die er sich hier einmal selbst mokiert). Hat ein anderer deutscher Zeitgenosse je so unterhaltsam läppische Dialoge geliefert? (Nur in einer Geschichte…

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Buchkritik: Raumpatrouille, von Matthias Brandt (2016) – 7/10

Der bekannte Schauspieler Matthias Brandt (*1961), Sohn des Ex-Bundeskanzlers Willy Brandt, liefert 14 liebenswerte Skizzen aus seiner Kindheit im Kanzlerbungalow – so den Austausch mit dem Sicherheitspersonal und dessen Hunden oder seine Besuche beim Altpräsidenten Lübke. Dazu kommen weitgehend politik- und prominenzfreie Kindheitserinnerungen etwa ans Fußballspiel. Oder sind es keine Erinnerungen? Laut Vorbemerkung hat Brandt…

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Kritik Bayernkomödie: Was weg is, is weg (2012) – 7 Sterne – mit Video

Die Komödie vom oberbayerischen Land erinnert deutlich an Rosenmüller-Filme, aber auch an die Streifen der Serie Beste Zeit. Christian Lerch, Drehbuchautor bei Markus Rosenmüller, hat bei Was weg is, is weg Regie geführt und das Skript geschrieben. Und er hat es überfrachtet: Es gibt immer neue Nebenhandlungen – ein Onkel im Koma, ein Bruder mit…

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Rezension TV-Spielfilm: Endlich Urlaub! (2005, mit Hannes Jaenikke, Heikko Deutschmann, Sonja Kirchberger) – 7 Sterne

Zwei Berliner Paare mit Kindern treffen zufällig vor dem Griechenland-Flug aufeinander und beharken sich schon beim Check-in. Doch es kommt noch schlimmer: Wirklich rein zufällig landen beide Paare im selben Ferienhaus, es wurde aus Versehen doppelt vergeben. Daraus entsteht eine gutbürgerliche Degeto-deutsche Rom-Kom oder ein Ferienstadl ganz klassisch mit verwechselten Schlafzimmertüren und Fast-Ehebrechern unterm Bett….

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Biografie-Rezension: Fidel Castro, von Robert E. Quirk (2002) – 7 Sterne

Das großformatige, dicht bedruckte, schwere Buch reicht bis 1992, ist sehr flüssig erzählt und tief recherchiert. Zudem macht Robert E. Quirks Biografie Castro, Kuba und die Zeit sehr lebendig, er wäre auch ein guter Magazinjournalist (er studierte lt. Vorwort einst Journalismus; ich kenne nur das englische Original als W.W. Norton-Taschenbuch, nicht die dt. Übersetzung). Gelegentlich…

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Buchkritik: Cuba Linda, von Hans Herbst (Kurzgeschichten 2002) – 7 Sterne

Die Kurzgeschichten erzählen geruhsam, melancholisch und hochatmosphärisch von Begegnungen auf Kuba offenbar in den 90er Jahren. Oft spürt man den Schmerz demütigender Armut, politischer Unterdrückung und brutaler Verfolgung – insgesamt ein bedrückendes Buch. Weiteres Hauptthema ist traditionelle Musik. In manchen Stücken tauchen gar keine Europäer auf, in anderen nur als Nebenrolle; typische Touristenthemen wie Hotels,…

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Rezension: Trading with the Enemy, A Yankee Travels through Castro’s Cuba, von Tom Miller (1992) – 7 Sterne

Tom Miller schreibt souverän, lässig, hoch-informiert und oft so gut konsumierbar wie ein perfekt gemixter Cocktail mit allerbesten Ingredienzien. Der US-Topjournalist Miller ist belesen, beobachtet genau, kredenzt markante Dialoge, trifft Hochrangige, Intellektuelle, TV-Köchinnen und (knapper) kleine Leute, serviert Erwartbares und Überraschungen. Wie es sich für seine Branche gehört, referiert Tom Miller sein Wissen nicht einfach;…

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Rezension: Kulturschock Cuba (2016, von Jens Sobisch) – 7 Sterne

In dichter Fülle auf kleinem Raum liefert Jens Sobisch reihenweise interessante Fakten aus dem Alltagskuba, die nicht im Reiseführer stehen – idealer Reiseführer durch die Alltagskultur, insgesamt als Kuba-Dossier vor einer Reise deutlich besser als Kuba fürs Handgepäck und Gebrauchsanweisung für Kuba. Ich hatte die Ausgabe 2016, deren genaue, vierseitige Zeittafel mit Obamas Havanna-Besuch im…

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Kritik Biografie: The Interior Castle, A Life of Gerald Brenan, von Jonathan Gathorne-Hardy 1992) – 7 Sterne – mit Video

Biograf Gathorne-Hardy (*1933) war mit Gerald Brenan (1894 – 1987) bekannt und sah ihn in Brenans späten Jahren öfter; er hält sich aber bewusst, wie er sagt, weitgehend aus der Biografie heraus (er versteckt seine durchaus längeren Brenan-Begegnungen seit jungen Jahren gern in Fußnoten, z.B. S. 419, S. 573; seine Frau portraitierte Brenan für die…

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In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Andalusien-Memoiren: Südlich von Granada, von Gerald Brenan (1957, engl. South from Granada) – 7 Sterne

Von 1920 bis 1924 lebte der junge Engländer Gerald Brenan im andalusischen Bergdorf Yegen in den Alpujarras, dann kehrte er ab 1929 noch mehrfach zurück. Erst 1957 schrieb Brenan seine frühren Andalusien-Erinnerungen unter dem Titel South from Granada nieder. Dabei lässt Brenan einiges aus – unter anderem Liebeshändel – und wegen der hoch-informierten Verallgemeinerungen glaubten…

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Buchkritik: Gebrauchsanweisung für Andalusien, von Paul Ingendaay (2014, 7 Sterne) bzw. Nikolaus Nützel (2000, 5 Sterne)

Paul Ingendaay plaudert recht locker und informativ dahin; er schwenkt in unvermutete Richtungen und jubelt aus der Hinterhand allerlei Lehrreiches unter, mit persönlichen Reiseerlebenissen angereichert, ungeniert subjektiv, aber sehr lesbar. Bis auf diesen Punkt – Ingendaay klingt öfter mal arrogant (S. 20): „Es ist anzunehmen, dass die meisten Leser dieses Buches kein Spanisch sprechen“ (¡claro!)….

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Kritik Kinofilm: Carol (2015, mit Cate Blanchett) – 7 Sterne – mit Video

New York in den 1950ern. Reiche Dame (Cate Blanchett) mit Kind lebt in den Scheidung, verliebt sich in eine kleine Verkäuferin (Rooney Mara). Sie verreisen gemeinsam, es kommt zum Skandal (Regie Todd Haynes). Carol – nach einem frühen Roman von Patricia Highsmith – ist überaus edel ausgestattet und in gedeckten Farben aufdringlich geschmackvoll gefilmt (Cincinnati…

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Spielfilmkritik: Szenen einer Ehe (1973, mit Liv Ullmann, Regie Ingmar Bergman) – 7 Sterne – mit Video

Ich habe die deutsch synchronisierte, 169 Minuten lange Kinofassung gesehen. Die Sätze wirken teils überdeutlich geschriftstellert, aber vielleicht wurde das Schwedische auch nicht 1:1 übertragen. Ein paar Wendungen in der Handlung wirken zu abrupt, und die Kinder des Paars tauchen praktisch nicht auf, werden aber häufig diskutiert, wenn es in die Dramaturgie passt. Liv Ullmann…

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Kritik TV-Spielfilm: Die Notlüge (2017, mit Wolfgang Hader) – 7 Sterne

Zwei Patchworkfamilien besuchen die Mutter des einen Mannes (Wolfgang Hader) zu ihrem 80. Geburtstag und spielen ihr ein längst zerbrochenes Familienidyll vor. Bald wird klar, dass da noch mehr im Argen liegt. Die bösen Ein-Zeiler kullern nur so aus der Kiste, schön trocken, mitunter recht boshaft, und das mit etwas Wiener oder Steirer Akzent. Erst…

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Kritik TV-Spielfilm: Toulouse (2018, mit Matthias Brandt) – 7 Sterne

Nur zwei Darsteller bestreiten den gesamten Film, Matthias Brandt und Catrin Striebeck. Sie spielen ein Ehepaar, das sich schon getrennt hat, aber ein letztes Mal zusammenkommt. Die noch vorhandene Intimität, die Mischung aus Verachtung und alter Zuneigung, zeigen beide Schauspieler ganz hervorragend. Erstaunlich, wie lebensecht das wirkt. Natürlich fallen viele ebenso böse wie unterhaltsame Sätze,…

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Rezension Meta-Naipaul-Buch: Sir Vidia’s Shadow: A Friendship Across Five Continents, von Paul Theroux (1998) – 7 Sterne

Der weltbekannte Weltautor Paul Theroux schreibt über seine jahrzehntelange Bekanntschaft mit dem noch weltbekannteren, neun Jahre älteren Weltautor V.S. Naipaul. Theroux nennt es sogar ständig „Freundschaft“. Missgünstige Schreibe: Theroux schildert Naipaul keinesfalls freundlich, man könnte auch sagen missgünstig. Vielleicht war das zu erwarten: Bei allen Ähnlichkeiten im Werk der beiden Meisterschreiber war Naipaul erfolgreicher, anerkannter,…

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Buchkritik: Thomas Mann. Eine Biografie, von Klaus Harpprecht (1995) – 7 Sterne

Harpprecht (1927 – 2016) schreibt sehr leicht lesbar, gelegentlich etwas unangemessen salopp. Unentwegt platziert er aufdringlich wertende redundante Adjektive und Parenthesen (Beispiel S. 287f: „…des Kaisers schwadronierende Warnung… der Kaiser hatte, taktlos wie so oft, …“; S. 696: „Er fügte dieser nicht ganz zuverlässigen Einsicht eine hellsichtige Beobachtung an: …“; S. 1949: „…puerilen Stolzes… Anflug…

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Buchkritik: Thomas Mann, Das Leben als Kunstwerk, von Hermann Kurzke (1999) – 7 Sterne – mit Links

Zusammenfassung: Hermann Kurzke bewundert Thomas Manns Romane und will auch den Verfasser selbst mögen dürfen. Biografische Details reißt Kurzke nur flüchtig an, Hauptthemen sind vielmehr: Exegese der größeren Mann-Bücher v.a. ab Tod in Venedig, Spuren Mannscher Biografie in seinen Romanen, Manns verkannt frühe Hinwendung zur Demokratie ab 1918, Manns gedeckelte Homosexualität. Kurzke schreibt altmodisch, aber…

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Buchkritik: Golo Mann, von Tilmann Lahme (2009) – 7 Sterne

Tilman Lahme packt gewaltiges Quellenmaterial, geschichtliches und literarisches Wissen in seine Biografie – Fakten, Fakten, Fakten. Die Feuilletons waren voll des Lobs. Lahme analysiert und interpretiert auch, zeichnet Diskussionen und Kontroversen ausführlich nach, aber in aller Regel schwafelt und spekuliert er nicht. Binsen wie diese sind die absolute Ausnahme (Seite 307, S. Fischer Hardcover, 2….

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Buchkritik: Die Briefe der Manns, Ein Familienportrait. Hgg. von Tilmann Lahme u.a. (2016) – 7 Sterne – mit Links

Die einzelnen Figuren schreiben mit sehr unterschiedlichem Tonfall, der über die Jahre fast konstant bleibt und sich schnell wieder erkennen lässt – sehr schön: Da feuert die scharf ironisch wortverliebte Erika Mann Salven ab, es fantasiert wolkig verträumt Monika Mann, wir lesen den lakonisch-ehrlichen Klaus Mann, seinen würdig präzise schreibenden Vater Thomas Mann und dessen…

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Romankritik: Königsallee, von Hans Pleschinski (2013) – 7 Sterne – mit Links

  Hans Pleschinski liefert intelligente Unterhaltung in vollmundig runder Sprache mit ein paar gelungenen Dialogen, hübschen 50er-Jahre-Reminiszenzen, Seitenblicken auf höchste Kulturträger sowie zahllosen versteckten und offenen Anspielungen auf Thomasmannsche Romane und deren Personal, u.a. mit einem Felix-Krull-Wiedergänger  – gelegentlich überfrachtet. Die markige, knurrige Erzählstimme wie auch die muffig-gediegene Atmosphäre erinnerten mich momentweise an den frühen…

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Buchkritik: Begrabt mich aufrecht, von Isabel Fonseca (1995, engl. Bury Me Standing) – 7 Sterne – mit Presse-Links & Video

Fazit: Fonseca liefert spannende, persönliche Reportagen von Sinti- und Roma-Begegnungen in Osteuropa – aufschlussreich, sprachlich hervorragend (ich kenne nur das engl. Original), und mit guten Fotos illustriert. Etwa ein Viertel des Buchs widmet Fonseca Geschichte, Geographie und Verfolgung allgemein, jedoch überwiegend nicht wissenschaftlich systematisch, sondern frei fließend. Lebendig: Überwiegend bringt Fonseca sehr lebendige, aufschlussreiche Reportagen…

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Romankritik: Die Blendung, von Elias Canetti (1935) – 7 Sterne

Schon nach 100 Seiten sind die Eheleute Kien dermaßen verkracht, dass man nicht weiß, wie Canetti das auf den nächsten 400 Seiten noch toppen will: Nicht nur die Hauptfiguren wirken zunehmend besessen und irr, grotesk und absurd, auch die Sprache selbst lappt ins Fiebrige, Bizarre, unterstrichen durch leichte, aber eingängige Fehlbedeutungen wie gleich zweimal hintereinander…

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Rezension: Ein ausgebrannter Fall, von Graham Greene (Roman 1960, engl. A Burnt-Out Case) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Ein berühmter Architekt verbringt anonym einige Wochen auf einer Lepra-Station in Belgisch-Kongo (später Zaire, heute Demokratische Republik Kongo). Er fühlt sich ausgebrannt und ohne Lebenslust, jenseits von Liebe, Gott und Karriere; aber „ausgebrannt“ hat in der Lepra-Behandlung noch eine andere, interessante Bedeutung. Graham Greene (1904 –1991) schreibt knapp, präzise und sehr stimmungsvoll, unaufdringlich genau, reduziert –…

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Rezension: Gebrauchsanweisung für Istanbul, von Kai Strittmatter (2014) – 7 Sterne

Kai Strittmatter findet Istanbul und die Türkei total toll, und das erklärt er hier aufdringlich enthusiastisch. Aber auch sehr informativ und leicht lesbar: Bei aller Humoristik („Mehr noch als mit dem Krummsäbel ist der Türke nämlich mit dem Siruplöffel in der Hand geboren“, S. 67) produziert Strittmatter keine heiße Luft, sondern Fakten, Fakten, Fakten und…

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TV-Spielfilmkritik: Südstadt (Deutschland 2018, mit Anke Engelke, Andrea Sawatzki) – 8 Sterne – mit Video

Das unterhaltsame ZDF-Drama zeigt drei kriselnde Beziehungen in einem einzigen Mietshaus. Überall gibt es verheimlichte Seitensprünge, Jobambitionen, Jobkatastrophen, Schwangerschaften, Schwangerschaftsabbrüche. Die Frauen kommen dabei klar besser weg. Die gut konstruierte Geschichte bringt viele angespannte Dialoge, die nur gelegentlich zu plakativ egoistisch werden (mit Anke Engelke, Andrea Sawatzki, Dominic Raacke, Regie Matti Geschonneck, Buch Magnus Vattrodt)….

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Filmkritik: Der Vorleser (2008, mit Kate Winslet) – 7 Sterne – mit Video

Was für eine Story: Zeitgeschichte, Drama, Moral, ein Gerichtsfall, mehrere Jahrzehnte, unterschiedliche Gesellschaftsschichten, Liebe, Sex und Weltliteratur als Teil der Handlung. Großes Kino. Aber dann: Aufdringlich herb-schöne Menschen in aufdringlich historisch schöner Kulisse aufdringlich apart-schön eingekleidet; aufdringlich schön gefilmt und farblich nachbearbeitet; in melo-schöner Streichertunke ertränkt, die unschön aufdringlich nie verstummt (mit Kate Winslet, Ralph…

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Romankritik: Ullsteinroman, von Sten Nadolny (2003) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Ein enormes Material muss Nadolny bewältigen. Besonders lange konzentriert er sich auf Verlagsgründer Leopold Ullstein (1826 – 1899), der sich vom Fürther Papierhändlersohn zum Berliner Großverleger hocharbeitete – und mit zwei Frauen hatte Ullstein neun Kinder, überwiegend Söhne, die dann auch meist in der Firma arbeiteten, mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten und Talenten. Leopold Ullstein dominiert…

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Romankritik: Ein Baum wächst übers Dach, von Isabella Nadolny (1959) – 7 Sterne

Isabella Nadolny schreibt mit milder Ironie und leicht impressionistisch: Die Jahre (etwa 1930 bis 1950) huschen so dahin, nie geht es richtig in die Tiefe, es gibt kaum Dialoge, nur Bonmots des stets gutgelaunten Bruders Leo. Auch keine tiefergehenden Portraits außerhalb ihrer Familie. Nadolny und ihre Familie leben schon lange in Deutschland; sie haben jedoch…

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Filmkritik: Wellness für Paare (2016) – 7 Sterne – mit Trailer & Presse-Links

Der Ton dieser improvisierten Paargespräche klingt sehr natürlich, wie im echten Leben. Inhaltlich gilt das nicht ganz: Nach kurzem Geplänkel purzeln die Lebenslügen nur so heraus, im forcierten Tempo, allerseits: Verschwiegene Affäre, verschwiegene Pleite, verschwiegene Ängste, verschwiegener Ärger, drängender Kinderwunsch; diese reality ist äußerst scripted. Einige Figuren spielen auch zu kabarettistisch, andere scheinen momentweise über…

Filmkritik: Wellness für Paare (2016) – 7 Sterne – mit Trailer & Presse-Links Weiterlesen »

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