Historisches Buch

Rezension: Das Gesicht des 20. Jahrhunderts, von Hans-Peter Schwarz (2012) – 7 Sterne

Hans-Peter Schwarz schreibt Dutzende Essays von drei bis 20 Seiten Länge über Staatsführer und politische Lenker des 20. Jahrhunderts. Er schreibt überwiegend nicht biografisch-chronologisch, sondern betrachtet mit viel Tiefsinn und Überblick politische Lebensleistung und Umfeld seiner Akteure – Vorkenntnisse erforderlich, z.B. wenn er ohne weitere Erläuterungen Churchills „verunglückten Angriff auf die Dardanellen“ (S. 376), die…

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Romankritik: Dreigroschenroman, von Bertolt Brecht (1934) – 7 Sterne

Bertolt Brecht schreibt aus dem Geschlechts- und Geschäftsleben von Händlern und Kriminellen in London um 1904 – bei Brecht ist das alles kein Unterschied, und mit vielen scheinbar absurden, zynischen, widersprüchlichen und menschenverachtenden Sätzen und Manövern verkörpern die Figuren vermutlich Brechts soziale, wirtschaftliche und  politische Ansichten (S. 244 in der Suhrkamp-TB-Einzelausgabe): Was ist ein Dietrich…

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Romankritik: Der Zug, von Georges Simenon (1961) – 8/10

Deutsche Soldaten überfallen Holland, Belgien, Frankreich. Eine nordfranzösische Kleinfamilie flieht in einem überfüllten Zug, wird aber auseinandergerissen. Der Mann beginnt bald eine Beziehung mit einer rätselhaften Frau in seinem dunklen Abteil, will aber später wieder seine Familie vereinen. Gut geschrieben: Dies ist ein Simenon ohne Komissar Maigret. Georges Simenon schreibt wie in allen Nicht-Maigrets (seinen…

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Kritik Memoiren: Der kälteste Winter, von Paula Fox (2005, engl. The Coldest Winter) – 5 Sterne

᛫ ᛫ ᛫   Als etwa 23jährige reist Paula Fox (1923 – 2017) im Auftrag einer kleinen Nachrichtenagentur um 1946 durch das kriegszerstörte Europa. Die Stationen in diesen Erinnerungen sind New York, London, Warschau, Barcelona, Madrid, Mallorca, Paris. Diese Memoiren veröffentlichte Paula Fox über 50 Jahre später. Da hatte sie schon lange keine Erwachsenenromane mehr…

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Kritik Kindheitsmemoiren: In fremden Kleidern, von Paula Fox (2001, engl. Borrowed Finery) – 8 Sterne

᛫ ᛫ ᛫   In stimmungsvollen Vignetten erinnert sich die gefeierte Autorin Paula Fox (1923 – 2017) an ihre Kindheit in und um New York, Los Angeles, Kuba, Florida, Montreal, Pennsylvania, New New Hampshire. Weil ihre Eltern sie nicht um sich haben wollten, wurde sie immer wieder weitergereicht – an einen Kirchenmann, an Verwandte, quer…

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Kritik Biografie: Die vielen Leben der Paula Fox, von Bernadette Conrad (2011)

᛫ ᛫ ᛫   Das ist wirklich selten: Eine zuletzt gefeierte, ja von US-Lit-Star Jonathan Franzen gepushte US-Autorin bekommt ihre erste und bis Mitte 2019 einzige Biografie – und zwar von einer Deutschen, auf Deutsch geschrieben. Die Prophetin gilt wohl nichts im eigenen Land (und sie schrieb ja auch selbst bemerkenswerte Memoiren über einzelne Lebensabschnitte)….

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Kritik Biografie: Emin Pascha – Arzt – Abenteurer – Afrikaforscher, von Christian Kirchen (2014) – 6 Sterne

Wer sich nüchtern und ausführlich über Emin Pascha informieren will, braucht dieses teure Buch. Ein Lesevergnügen ist es nicht, aber eine reichhaltige, noch lesbare Faktensammlung auf Primärquellenbasis, streng chronologisch, mit vielen interessanten SW-Bildern. Die Manuskriptfassung der Dissertation wurde 2012 an der Uni Bayreuth eingereicht, sie erschien 2014 im Schöningh-Verlag. Autor Kirchen besuchte viele Emin-Orte auf…

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Kritik Biografie: Emin Pascha, von Patricia Clough (2010) – 4 Sterne

Die englische Journalistin Clough liefert in unschönem Deutsch (s.u.) viele verwirrende Zeit-, Orts- und Milieusprünge sowie Themenverfehlungen, zum Beispiel zu lange Exkurse zu König Leopold, Carl Peters, Junkers, englischer Kolonialpolitik, Henry Morton Stanley, deutscher Kolonialpolitik (teils interessant, aber ohne Bezug zu Emin Pascha). Bei jedem Kapitelanfang rechnet man mit einem Zeit-Ort-Milieusprung – und es gibt…

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Kritik Emin-Pascha-Biografie: An den Quellen des Nils, von Hans-Otto Meissner (1969) – 6 Sterne

Ex-NS-Diplomat und Vielschreiber Hans-Otto Meissner textet flüssig, sogar spannend, aber auch bieder und betulich-aufdringlich wie ein Märchenonkel („das brave kleine Schiff“, S. 50; „recht fleißig mit seiner kleinen Streitmacht „, S. 81; „die braven Soldaten“, S. 222). Belege zu seinen Behauptungen und Zitaten liefert Meissner mit einer Ausnahme (S. 154) nicht: es gibt keine hochgestellten…

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Buchkritik: Auf nach Afrika. Stanley, Livingstone und die Suche nach den Quellen des Nils, von Martin Dugard (2003, engl. Into Africa) – 6 Sterne

Das Buch fesselt von der ersten Minute, selbst wenn Martin Dugard gelegentlich etwas aufdringlich mythisch raunt und andere altbackene Stilmittel einsetzt. Pepp hat es nie; es klingt aber jederzeit professionell flüssig, nicht verschachtelt oder eingebildet. Man hat auch nicht den Eindruck, dass Dugard seine Hauptfiguren in Schutz nehmen oder verurteilen will, im Gegensatz zu anderen…

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Kritik Kriegskomik: Adolf Hitler, My Part in his Downfall, von Spike Milligan (1971) – 2 Sterne – mit Video

Dies ist so relevant wie ein Kasperlespiel. Voll hölzerner Witzchen von anno dazumal. Noch weiter sinkt das Interesse an Milligans Kriegserinnerungen, wenn man im Vorwort liest, dass zwar die Hauptfakten stimmen, Milligan aber einige Details ausgeschmückt habe. So lassen sich Dichtung und Wahrheit nicht unterscheiden. Marionettentheater. Der britische Komiker und Autor Spike Milligan schreibt seine…

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Kritik Biografie: Italo Svevo, von François Bondy, Ragni Maria Gschwend (1995) – 6 Sterne

François Bondy und Ragni Maria Gschwend diskutieren zunächst die schwierige Quellenlage und führen ins Triest des 19. Jahrhunderts ein. Dann liefert die dünne, aber doch faktenreiche Italo-Svevo-Biografie Kapitel über Svevos Großeltern, Eltern, Svevos frühe Kindheit und die Zeit im deutschen Internat. Vieles ist nicht präzise belegbar. Ab der späteren Jugend – noch in Deutschland, dann…

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Biografie-Rezension: Der Mann, der nicht Simenon war, von Patrick Marnham (1993) – 7 Sterne

Patrick Marnham malt gern atmosphärisch aus, doch die Zeit vor Simenons Geburt beschreibt er zu ausführlich – Simenons Vorfahren und ihre Lebensumstände in Lüttich und andernorts. Auch Simenons Kindheit und Jugend erscheinen sehr ausführlich: Der Zeit, bis Simenon 1923 von Lüttich nach Paris zieht um seine Karriere zu beginnen, widmet die dt. Biografie-Ausgabe überproportional großzügige…

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Biografie-Rezension: Simenon, von Pierre Assouline (1992) – 8 Sterne

Der Biograf, Romancier, Dozent und Journalist Pierre Assouline (*1953) erzählt Simenons Leben so packend wie einen Roman, mit viel Sinn für Skurrilitäten, interessante Nebenfiguren, knackige Dialoge, Einzeiler und Storytelling, ganz ohne professorale Langatmigkeit. Immer wieder zieht Assouline Parallelen zwischen Simenons Leben und dessen Romanen, zitiert auch aus Simenons zahlreichen Memoirenbüchern. Das liest sich sehr lebendig…

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Rezension Goethe-Sachbuch: Das Inkognito, von Roberto Zapperi (1999) – 5 Sterne

Der italienische Goethe-Kenner Roberto Zapperi beschreibt auf 260 Hauptseiten (plus Anhang) hochdetailliert Goethes erste italienische Reise. Die vierte Auflage des Buchs von 2002 wurde gegenüber den Vorauflagen korrigiert und erweitert. Weitere Einzelheiten zu Goethes Italienzeit und Italien-Verbindungen liefert Zapperi im separaten (schwindsüchtigen) Aufsatzband Römische Spuren (2007). Die zehn Jahre vor dieser italienischen Reise verbrachte Goethe…

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Rezension Goethe-Sachbuch: Römische Spuren, von Roberto Zapperi (2007) – 5 Sterne

Der sehr dünne und luftigst bedruckte Band liefert einige Forschungsergebnisse zu Goethe in Italien, die im Vorgängerband des Autors, Das Inkognito von 1999, noch nicht enthalten waren. Wie im Inkognito zeigt Roberto Zapperi wieder in Schwarzweiß einige unterhaltsame Skizzen des Malers Tischbein, der Goethe in Italien einführte, und interpretiert sie sehr ausführlich und weitgehend. Die…

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Zur Textsammlung: Anthologie des schwarzen Humors, von André Breton (1997)

Mehrere Vorwörter scheinen sagen zu wollen, dass André Breton diese auf Französisch erstellte Sammlung mehrfach erweiterte. Ich hatte die dt. Ausgabe 2011 des Verlags Rogner & Bernhard, die lt. Impressum auf frz. Ausgaben von 1979 und 2000 beruht. Breton bringt kurze Auszüge u.a. dieser Autoren: Jonathan Swift, de Sade, G.C. Lichtenberg, de Quincey, Fourier, Grabbe,…

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Thailand

Rezension Indonesien-Roman: Das Zigarettenmädchen, von Ratih Kumala (2012) – 7 Sterne

Dass Autorin Ratih Kumala auch TV-Filme skriptet, glaube ich gern: sie liefert in diesem Roman viele Dialoge, mild schmalzige Momente und Cliffhanger, wenn es spannend wird; eine zentrale Frage entsteht auf den ersten Buchseiten und wird erst 250 Seiten später beantwortet; das Ende bringt sogar Lösungen zu Problemen, die man gar nicht gesehen hatte. Insgesamt…

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Thailand

Kritik Indonesien-Roman: In Fesseln, von Armijn Pane (1940) – 5 Sterne

Ein sehr provinzielles Batavia (Jakarta) in den 1930ern. Der Arzt Tono ist lieb- und kinderlos mit der mürrischen, herrischen und stolzen Tini verheiratet. Abends aber täuscht er Krankenbesuche vor und kehrt ein bei der gepflegten Ex-Prostituierten Yah. Die ist handzahm und immer lächelnd, da kann Tono entspannen. Viel historisch-indonesische Atmosphäre breitet der indonesische Autor Armijn…

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Rezension Roman: Komödie in Moll, von Hans Keilson (1947) – 7/10 Sterne

Niederlande zur Zeit der Nazi-Besetzung im zweiten Weltkrieg: Ein Gutmenschen-Ehepaar versteckt den Juden Nico im Haus, den sie zuvor nicht kannten. Der Verfolgte muss sich immer verbergen – auch wenn überraschend der Fischhändler kommt. Bald wird Nico schwer krank, könnte sterben. Was dann? Der Autor und deutsche Jude Hans Keilson (1909 – 2011, Wikipedia) betreute…

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Kritik Theaterstück: Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe, von Peter Hacks (1976) – 6/10

In diesem enorm erfolgreichen Eine-Frau-Monolog-Theaterstück zieht Charlotte von Stein über den heimlich aus Weimar abgereisten Johann Wolfgang von Goethe vom Leder. Auf Handlung wird verzichtet. Alles macht von Stein an Goethe – und an den Männern insgesamt – nieder; sie schildert den Dichterfürsten als weinerlichen Versager. Peter Hacks dichtet der Stein einen unterhaltsam unleidlich unwirschen,…

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Rezension Sachbuch: Sommerregen der Liebe, von Sigrid Damm (2015) – 6 Sterne

Das Buch beschreibt die mutmaßlich innige platonische Liebe zwischen dem alleinstehenden jungen Johann Wolfgang von Goethe und der etwas älteren Charlotte von Stein, verheiratet und mehrfache Mutter. Sigrid Damm (*1940) schrieb schon zuvor über Goethe und Zeitgenossen wie Schiller und Lenz mehrere Erfolgsbücher. Damm liefert ihren markanten Stummelsatz-Stil, durchschossen mit kursivierten Mikrozitaten in kurios historischer…

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Kritik Kurzgeschichte: Kleines Herz in Not, von Graham Greene (1935, engl. The Basement Room bzw. The Fallen Idol) – 7 Sterne – mit Video

Das Söhnchen reicher Eltern verbringt ein Wochenende allein mit dem Diener-Ehepaar; der Junior mag den Butler, der ihn viel ernster nimmt und weniger herumkommandiert als dessen Frau. Dann macht sich der Butler strafbar – kann und will der Kleine das Vergehen des Butlers decken? Graham Greene (1904 – 1991) entwirft eine spannende Konstellation mit interessanten…

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Romankritik: Der dritte Mann, von Graham Greene (1950) – 8 Sterne

Angeblich sollte dies nie im Druck erscheinen. Graham Greene (1904 – 1991) sagt selbst, er schrieb den Kurzroman Der Dritte Mann nur als Vorbereitung für das von Alexander Korda und Carol Reed bestellte Drehbuch. Doch kaum zu glauben, dass dies ein Wegwerftext für den internen Gebrauch ist: Der dritte Mann in Buchform ist besser als…

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Biografie-Rezension: Willy Brandt, Ein Leben, Ein Jahrhundert, von Hans-Joachim Noack (2013) – 6 Sterne

Hans-Joachim Noack erzählt einigermaßen flüssig im Präsens, klingt aber oft etwas unpassend salopp bis nachlässig; so über den spanischen Bürgerkrieg: „Ein Gemetzel der besonderen Art“ (S. 76 der rowohlt-Berlin-Ausgabe); und später: „das ausufernde Gemetzel zwischen den Ethnien auf dem Balkan“ (S. 314); „der dröge Grübler aus Lübeck“ (S.9); „Heinrich Böll… bildet mit dem Kollegen Günter…

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Biografie-Rezension: Willy Brandt 1913 – 1992, von Peter Merseburger (2002) – 6/10

Merseburger wechselt die Tempi zu häufig – Grundzeit ist Präsens, aber mit vielen Schwüngen zu Präteritum, Perfekt und Futur. Der Biograf textet zeitweise zu elegisch, haucht Themen an und erwartet, dass der Leser die Fakten schon kennt – z.B. was sich mit „Brüning“, „die Disengagementpläne George F. Kennans und Adam Rapackis“, „Rapallo-Anklänge“, „gouvernemental“ oder „Hallstein-Bonn“…

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Kritik Biografie: Fidel Castro, von Volker Skierka (2002) – 6 Sterne

Top-Journalist Volker Skierka recherchiert tief und zitiert ausführlich auch Quellen aus der einstigen DDR, so in Havanna stationierte DDR-Diplomaten und das DDR-Außenministerium. Skierka interessiert sich mehr für Zeitgeschichte und weniger für Persönliches. Skierka berichtet ausführlich auch über das Kennedy-Attentat in USA, über Che Guevara in Afrika, die Entwicklung kommunistischer Parteien in Kuba und COMECON-Beziehungen. Das…

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Biografie-Rezension: Fidel Castro, von Robert E. Quirk (2002) – 7 Sterne

Das großformatige, dicht bedruckte, schwere Buch reicht bis 1992, ist sehr flüssig erzählt und tief recherchiert. Zudem macht Robert E. Quirks Biografie Castro, Kuba und die Zeit sehr lebendig, er wäre auch ein guter Magazinjournalist (er studierte lt. Vorwort einst Journalismus; ich kenne nur das englische Original als W.W. Norton-Taschenbuch, nicht die dt. Übersetzung). Gelegentlich…

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Kritik Biografie: The Interior Castle, A Life of Gerald Brenan, von Jonathan Gathorne-Hardy 1992) – 7 Sterne – mit Video

Biograf Gathorne-Hardy (*1933) war mit Gerald Brenan (1894 – 1987) bekannt und sah ihn in Brenans späten Jahren öfter; er hält sich aber bewusst, wie er sagt, weitgehend aus der Biografie heraus (er versteckt seine durchaus längeren Brenan-Begegnungen seit jungen Jahren gern in Fußnoten, z.B. S. 419, S. 573; seine Frau portraitierte Brenan für die…

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In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Andalusien-Memoiren: Südlich von Granada, von Gerald Brenan (1957, engl. South from Granada) – 7 Sterne

Von 1920 bis 1924 lebte der junge Engländer Gerald Brenan im andalusischen Bergdorf Yegen in den Alpujarras, dann kehrte er ab 1929 noch mehrfach zurück. Erst 1957 schrieb Brenan seine frühren Andalusien-Erinnerungen unter dem Titel South from Granada nieder. Dabei lässt Brenan einiges aus – unter anderem Liebeshändel – und wegen der hoch-informierten Verallgemeinerungen glaubten…

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Biografie-Kritik: Canaris, Patriot im Zwielicht, von Heinz Höhne (1976) – 6 Sterne

Biograf Heinz Höhne arbeitete von 1955 bis 1991 beim Nachrichtenmagazin Spiegel und schreibt in etwa Spiegel-Stil: Teils personalisiert, mit überflüssigen, aber plastischen Details, ziemlich unterhaltsam, aber auch mit Blick fürs soziale, wirtschaftliche und vor allem politische Großeganze und nie zu offenbar unseriös dramatisierend. Das plaudert heiter dahin, tatsächlich einerseits im Spiegel-„Jargon“ der 1970er und frühen…

Biografie-Kritik: Canaris, Patriot im Zwielicht, von Heinz Höhne (1976) – 6 Sterne Weiterlesen »

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