Biographie

Buchkritik: Golo Mann, von Tilmann Lahme (2009) – 7 Sterne

Tilman Lahme packt gewaltiges Quellenmaterial, geschichtliches und literarisches Wissen in seine Biografie – Fakten, Fakten, Fakten. Die Feuilletons waren voll des Lobs. Lahme analysiert und interpretiert auch, zeichnet Diskussionen und Kontroversen ausführlich nach, aber in aller Regel schwafelt und spekuliert er nicht. Binsen wie diese sind die absolute Ausnahme (Seite 307, S. Fischer Hardcover, 2….

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Buchkritik: Die Briefe der Manns, Ein Familienportrait. Hgg. von Tilmann Lahme u.a. (2016) – 7 Sterne – mit Links

Die einzelnen Figuren schreiben mit sehr unterschiedlichem Tonfall, der über die Jahre fast konstant bleibt und sich schnell wieder erkennen lässt – sehr schön: Da feuert die scharf ironisch wortverliebte Erika Mann Salven ab, es fantasiert wolkig verträumt Monika Mann, wir lesen den lakonisch-ehrlichen Klaus Mann, seinen würdig präzise schreibenden Vater Thomas Mann und dessen…

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Buchkritik: Katias Mutter, von Inge und Walter Jens (2005, über Hedwig Pringsheim, Schwiegermutter Thomas Manns) – 5 Sterne

Die Biografie über Hedwig Pringsheim (1855 – 1942, Mutter von Katia Mann, damit Schwiegermutter von Thomas Mann) stützt sich auf viele Briefe, Journaleinträge und Zeitungsglossen der Hauptfigur, außerdem auf den Schlüssel-Klatschroman der Mutter Hedwig Dohm, Sibilla Dalmar (klingt fast nach F. Scott Fitzgeralds ebenfalls mondäner Nancy Lamar); Dohm verwendet offenbar die Briefe der in höchste…

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Buchkritik: Frau Thomas Mann, von Inge und Walter Jens (2003, Biografie Katia Mann) – 5 Sterne

Ganz glücklich wurde ich nicht mit dieser Biografie von Thomas Manns Ehefrau Katia (1883 – 1980). Die Hauptgründe: gutteils allgemeine Familienbiografie der Manns wie aus anderen Büchern bekannt; teils zuviel Fachwissen voraussetzend; weniger Briefzitate von Katia Mann als etwa in Die Briefe der Manns (hgg. v. Tilmann Lahme u.a.); immer wieder irritierende kurze nicht-chronologische Vorgriffe;…

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Buchkritik: Herr und Hund, von Thomas Mann (1918) – 6 Sterne

Thomas Mann schreibt sehr detailliert und verallgemeinernd über sich und seinen stürmischen Hund Bauschan, einen Wildfang im Wortsinn und darüber hinaus. Dabei zeichnet Mann ein gehoben bürgerliches Idyll und gibt sich als souverän urbaner Grandsigneur, der die treu-doofe Kreatur gönnerhaft belächelt: Bauschans „volkstümlich schlichter Sinn“ (S. 37 Fischer-TB) „in seiner bäurisch ungeschickten Haltung“ (S. 30),…

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Buchkritik: Erika Mann, von Irmela von der Lühe (2009) – 6 Sterne – mit Links & Medien-Kommentaren

  Die glänzende Erika Mann bekommt eine blasse Biografie. Literaturprofessorin Irmela von der Lühe schreibt teils professoral, gelegentlich feuilletonistisch maniriert – ohne Angst vor Dativ-e, Wiederholungen und Umständlichem; sie müht sich erkennbar nicht um kompakte, abwechslungsreiche, entschlackte und entschachtelte Sprache und Nutzerfreundlichkeit. Ein Beispielsatz von S. 25 (rororo-TB): Über das erste Kapitel kam Erika nicht…

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Buchkritik: Das Jahrhundert der Manns, von Manfred Flügge (2015) – 5 Sterne – mit Links

Manfred Flügge redet sehr wie ein Eingeweihter mit knappen Anspielungen und vielen offen bleibenden Punkten; er outet meine Bildungslücken gnadenlos. Gelegentlich produziert er auch schlicht unklare Bezüge, vor allem in der zweiten Hälfte; man weiß nicht, wer mit „er“ gemeint ist o.ä. Flügge wechselt häufiger das Thema und bemüht sich nicht um Linearität – kommt…

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Buchkritik: Die Manns, von Tilmann Lahme (2015) – 6 Sterne – mit Links

Das Leben der Familie Mann beschreibt Tilmann Lahme zu seriell: Er rattert die Ereignisse chronologisch runter (die Jahreszahl steht über jeder rechten Seite), wechselt unentwegt die Hauptfigur, streut historische Details ein, vertieft nichts. Zudem zitiert er aus Briefen selten mehr als halbe Zeilen – längere, eingerückte Zitate könnten die Persönlichkeiten der Akteure jedoch weit deutlich…

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Rezension Biografien: The Life of Graham Greene, Vol. I 1904 – 1939 (1989), Vol. II 1939 – 1955 (1994), Vol. III 1955 – 1991 (1999), von Norman Sherry – 6 Sterne – mit Presse-Links

Graham Greene hatte Norman Sherry 1974 zum Biografen ernannt, ihm unbeschränkten Zugang zu allen Briefen und Tagebüchern und über 17 Jahre viele Interviews gegeben – und die Erlaubnis, alles zu zitieren, auch seine Romane. Sherry schrieb von 1976 bis 2002. Er sprach ausführlich mit allen Familienangehörigen, Frauen, Bekannten, Kollegen, las unveröffentliche Teile Greenescher Memoiren und…

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Rezension Biografie: Graham Greene, Eine Biographie, von Michael Shelden, 1994, engl. The Man Within (UK), The Enemy Within (USA) – 5 Sterne

Michael Shelden hatte weit weniger Greene-Zugang und Greene-Abdruckrechte als Greenes offizieller Biograf Norman Sherry – einmal wiesen Greenes Anwälte Shelden brieflich in die Schranken, wie Shelden selbst schreibt. Vielleicht klingt Shelden (*1951) deshalb ab Seite 1 unermüdlich boshaft, wie verbissen wühlt er nach Anhaltspunkten für Greenes niederen Charakter: Shelden schildert Graham Greene als sexuell besessen,…

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Romankritik: Ullsteinroman, von Sten Nadolny (2003) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Ein enormes Material muss Nadolny bewältigen. Besonders lange konzentriert er sich auf Verlagsgründer Leopold Ullstein (1826 – 1899), der sich vom Fürther Papierhändlersohn zum Berliner Großverleger hocharbeitete – und mit zwei Frauen hatte Ullstein neun Kinder, überwiegend Söhne, die dann auch meist in der Firma arbeiteten, mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten und Talenten. Leopold Ullstein dominiert…

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Romankritik: Providence und zurück, von Isabella Nadolny (1988) – 5 Sterne

Um den plötzlichen Tod ihres Mannes zu verwinden, besucht Isabella Nadolny 1968 eine Jugendfreundin an der US-Ostküste. Zuvor trifft sie in ihrem oberbayerischen Zuhause noch einmal ihre Schwiegermutter. Diese Schwiegermutter dient im weiteren Buch als Lichtgestalt, die Nadolny immer wieder (manchmal unausgesprochen) den Amerikanern gegenüber stellt – schlampig gekleideten jungen Müttern, Hippies, Freaks, überkandidelten Alten…

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Romankritik: Seehamer Tagebuch, von Isabella Nadolny (1960) – 4 Sterne

Das Tagebuch geht über ein Jahr – circa 1960 – und Nadolny trägt viele Belanglosigkeiten ein, speziell bei ihrem Segeltörn auf dem Mittelmeer und nach der Zeitungslektüre. Isabella Nadolny  (1917 – 2004) ist sprachlich gut und gediegen, wie schon im autobiografischen Vorgänger Ein Baum wächst übers Dach. Doch diesmal nörgelt Nadolny sauertöpfisch über Zeitgenossen, deren…

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Romankritik: Ein Baum wächst übers Dach, von Isabella Nadolny (1959) – 7 Sterne

Isabella Nadolny schreibt mit milder Ironie und leicht impressionistisch: Die Jahre (etwa 1930 bis 1950) huschen so dahin, nie geht es richtig in die Tiefe, es gibt kaum Dialoge, nur Bonmots des stets gutgelaunten Bruders Leo. Auch keine tiefergehenden Portraits außerhalb ihrer Familie. Nadolny und ihre Familie leben schon lange in Deutschland; sie haben jedoch…

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Rezension: Doing Germany, von Agnieszka Paletta (2014, 1. Band) – 3 Sterne

Agnieszka Paletta kam mit neun von Polen nach Canada, lebte kurz in Italien.  In einer Disco in Krakau trifft sie einen anderen Polenstämmigen, der in Deutschland aufwuchs und lebt. Sie folgt ihm nach München und Karlsruhe, heiratet. Wie ein viel zu langer Facebook-Chat: Paletta war bei Eintreffen in Deutschland 32 Jahre alt; im Buch müht…

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Kritiken zur Autobiografie: Homeland, An Extraordinary Story of Hope and Survival, von George Obama (2010)

Als Barack Obama 2009 US-Präsident wurde, erschienen nicht nur Biografien über seine US-amerikanische Mutter Ann Dunham und seinen kenianischen Vater Barack Obama senior. Auch Obamas ältere Halbschwester Auma Obama und seine jüngeren Halbgeschwister Mark Obama Ndesandjo und George veröffentlichten bald Bücher über ihr Leben. George Obama (*1982) ist der Sohn von Barack Obama senior mit…

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Kritik Autobiografie: Das Leben kommt immer dazwischen, von Auma Obama (2010) – 5 Sterne – mit Video

Auma Obama (*1960) ist die ältere Halbschwester von Ex-US-Präsident Barack Obama (*1961). Sie haben denselben Vater, aber unterschiedliche Mütter: Auma stammt von der ersten, afrikanischen Frau von Barack Obama d.Ä. Auma kam zur Welt, als ihr Vater in Hawaii studierte und dort Ann Dunham heiratete, die Mutter des Ex-US-Präsidenten. Auma Obama wuchs in Kenia auf,…

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Rezension Biografie: The Other Barack – Obama’s Father, von Sally H. Jacobs (2011) – 7 Sterne – mit Presse-Links & Video

Ex-US-Präsident Barack Obama sah seinen Vater gleichen Namens nur insgesamt einen Monat lang. Barack Obama d.Ä. war als Elite-Student in die USA gekommen und heiratete die Mutter des US-Präsidenten, um sie bald nach der Geburt des zukünftigen Präsidenten zu verlassen. Obamas Vater studierte dann in Harvard und ging später nach Kenia zurück – mit einer…

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Rezension: A Singular Woman, Barack Obama’s Mother, von Janny Scott (2011) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Stanley Ann Dunham, Barack Obamas Mutter, war eine hochinteressante, weltoffene Intellektuelle, die in Hawaii erst einen Kenianer (Obamas Vater) und dann einen Indonesier heiratete und zeitweise mit Sohn in Indonesien lebte. Sie verbrachte insgesamt die Hälfte ihres erwachsenen Lebens in Indonesien, forschte und promovierte dort über Dorfwirtschaft, leitete Hilfsorganisationen und beriet Regierungen und Banken in…

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Rezension Memoiren: Ein amerikanischer Traum, von Barack Obama (1995, engl. Dreams from My Father) – 8 Sterne

Hawaii, Indonesien, Los Angeles und New York sind einige der Stationen dieser leicht fiktionionalisierten Jugend-Autobiografie, sie reicht von den Großeltern bis zu Obamas Studienbeginn nach ersten Arbeitsjahren. Besonders detailliert gerieten die Abschnitte über Obamas Sozialarbeit in Schwarzenvierteln von Chicago und über den Besuch bei der kenianischen Familie seines Vaters. Der Ex-US-President (*1961, im Amt Jan….

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Rezension Biografie: Barack Obama. Leben und Aufstieg/Die Brücke, von David Remnick (2010, engl. The Bridge) – 6 Sterne – mit Presse-Links & Video

Remnick erzählt Obamas Leben bis zum Einzug im Weißen Haus Anfang 2009. Die deutsche Hardcover-Ausgabe von 2010 heißt Barack Obama, Leben und Aufstieg; die offenbar textidentische Taschenbuchversion von 2012 erschien als Die Brücke: Barack Obama und die Vollendung der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Ich kenne nur die engl. Hardcover-Ausgabe The Bridge und kann die Eindeutschung nicht beurteilen….

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Rezension Biografie: Barack Obama, The Story, von David Maraniss, (2012) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Das Buch reicht von Obamas Urgroßeltern in Kansas und Kenia bis zu Obamas Jurastudiumbeginn 1988 in Harvard. Es endet also deutlich vor Beginn der politischen Laufbahn. Washington-Post-Journalist Maraniss erzählt ausführlich aus dem Kansas der 1920er Jahre, in Kenia geht er kurz zurück bis auf 1820. Fast stolz erwähnt Maraniss im Vorwort, dass der spätere US-Präsident…

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Rezensionen zur Biografie: Rising Star. The Making of Barack Obama, von David J. Garrow (2017)

Die Hardcover-Ausgabe dieser Barack-Obama-Biografie hat 1460 Seiten und basiert auf Gesprächen mit über 1000 Informanten. Deutsche Kommentare: Spiegel: Reizvoll ist das Buch aber in Wahrheit deshalb, weil es mal eine kritische Erzählung von Obamas Aufstieg vorlegt und den Ex-Präsidenten weniger als netten Graswurzelaktivisten porträtiert Jan Bösche (ARD): Kritiker sagen: zu intensiv; das Buch sei zu…

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Rezension Magellan-Biografie: Over the Edge of the World, von Laurence Bergreen (2003) – 7 Sterne – mit Presse-Links & Video

Bergreen erzählt ruhig mit vielen Hintergründen. Zwar war die Reise laut Buchumschlag „terrifying“ und voller „sex“ und „violence“; gleichwohl schlägt der langjährige Erfolgsbiograf und Harvard-Absolvent Laurence Berggren im Buch keinen reißerischen Ton an und personalisiert auch nicht mehr als realistisch. So berichtet er auf den frühen Seiten sehr allgemein, fast dröge und praktisch ohne einzelne…

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Rezension Biografie: Magellan, von Tim Joyner (1992) – 4 Sterne – mit Vergleich

Der Biologe Tim Joyner hat zunächst sein Material nicht im Griff: Eifrig will er über alle Hintergründe und Umstände aufklären – und verwirrt den Leser doch bloß mit fast unkontrollierter Faktenflut und teils ausschließlich historischen Ortsnamen. Joyner beginnt mit der Geschichte der Seefahrt seit 4000 vor Christus und präsentiert allerlei adliges und kirchliches Personal ein…

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Rezension Biografie: Magellan, Der Mann und seine Tat, von Stefan Zweig (1937) – 6 Sterne – mit Vergleich

Stefan Zweig schreibt wortreich, blumig, altbacken, oft auch pathetisch tremolierend bis heillos over the top – mit reichlich Postponieren, rhetorischen Fragen, Adjektivkaskaden, erregten Parenthesen, Perfektpartizipien ohne Hilfsverb und muffigem Dativ-e („auf zermorschtem Schiffe“, S. 10). Zwar klingt die Sprache nie langweilig, nie schwach, der Wortschatz ist reich zumal bei Nautischem, die Geschichte bleibt meist spannend;…

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Lese-Eindruck zu: Caesar, von Christian Meier (Biografie 1982)

Die Darstellung wirkt teilweise zu langatmig spekulativ – über viele Absätze psychologisierend und mögliche Beweggründe erläuternd; häufig erscheint der Name Julius Caesar viele Seiten lang gar nicht. Die Kaskaden von Ämterbezeichnungen und römischen Namen setzen Vorkenntnisse voraus. Andererseits schöne Details über Caesars Truppenführung, seinen gerühmten Schreibstil, Gladiatoren und den Mietwohnungsmarkt im antiken Rom. Viele Schwarzweißabbildungen…

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Rezension: Caesar, von Martin Jehne (Kurzbiografie 1997) – 6 Sterne

Jehne steigt gleich mit einer dramatischen Situation ein (so wie auch Caesar-Biograf Christian Meier) und schreibt ein überraschend markantes, mitunter saloppes und zupackendes Deutsch – nie spröde wissenschaftlich, fast ganz ohne Passiv. Über Pompeius (S. 38*): „die personifizierte Extrawurst der römischen Republik“. Über Caesar in Ägypten (jew. S. 93): „die Laus im Pelz… ein Elefant…

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Rezension: Die Lieben meiner Mutter, von Peter Schneider (2013) – 7 Sterne – mit Video

Das Buch spielt im zweiten Weltkrieg und bis 1950: Peter Schneiders Mutter hatte vier Kinder, einen Mann und – nicht verheimlicht – nacheinander mehrere Geliebte, verheiratete Bekannte ihres Mannes. Sie verschwieg nichts, und an ihrem (seinerseits verheirateten) Hauptgeliebten arbeitete sich auch ihre beste Freundin ab, die auch nichts hinterm Berg hielt. Meist war Schneiders Mutter…

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Rezension: Axel Springer. Die Biographie, von Hans-Peter Schwarz (2008) – 8 Sterne – mit Presseschau & Video

Politikprofesser, Adenauer- und Kohl-Biograf Hans-Peter Schwarz (1934 – 2017) interessiert sich vor allem für die politische Landschaft: So dokumentiert er die Entwicklung Altonas und die Beziehung zu Hamburg seit dem späten Mittelalter. Er zitiert ausführlich aus politischen Artikeln in den Altonaer Nachrichten, die Springers Vater gehörten – auch wenn sich Springer junior kaum für Politik…

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Vorstellung Wirtschaftsbuch: „Und dann werde ich das größte Zeitungshaus Europas bauen“. Der Unternehmer Axel Springer, von Tim von Arnim (2012) – mit Presseschau

Von Arnims Springer-Buch ist keine Biografie, sondern konzentriert sich ganz auf die unternehmerische Leistung Axel Springers – sein Firmengeflecht, seine Blätter, sein Top-Personal, den Aufbau gleich ab Kriegsende 1945. Dies ist von Arnims wirtschaftshistorische Doktorarbeit, prall mit Fakten, doch arm an Leben, eine sehr fade Lektüre; ganz anders als Hans-Peter Schwarz‘ schwungvolle, empfehlenswerte Springer-BiografieHans-Peter Schwarz‘…

Vorstellung Wirtschaftsbuch: „Und dann werde ich das größte Zeitungshaus Europas bauen“. Der Unternehmer Axel Springer, von Tim von Arnim (2012) – mit Presseschau Weiterlesen »

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