Biographie

Kritik Biografie: Emin Pascha – Arzt – Abenteurer – Afrikaforscher, von Christian Kirchen (2014) – 6 Sterne

Wer sich nüchtern und ausführlich über Emin Pascha informieren will, braucht dieses teure Buch. Ein Lesevergnügen ist es nicht, aber eine reichhaltige, noch lesbare Faktensammlung auf Primärquellenbasis, streng chronologisch, mit vielen interessanten SW-Bildern. Die Manuskriptfassung der Dissertation wurde 2012 an der Uni Bayreuth eingereicht, sie erschien 2014 im Schöningh-Verlag. Autor Kirchen besuchte viele Emin-Orte auf…

Kritik Biografie: Emin Pascha – Arzt – Abenteurer – Afrikaforscher, von Christian Kirchen (2014) – 6 Sterne Weiterlesen »

Kritik Biografie: Emin Pascha, von Patricia Clough (2010) – 4 Sterne

Die englische Journalistin Clough liefert in unschönem Deutsch (s.u.) viele verwirrende Zeit-, Orts- und Milieusprünge sowie Themenverfehlungen, zum Beispiel zu lange Exkurse zu König Leopold, Carl Peters, Junkers, englischer Kolonialpolitik, Henry Morton Stanley, deutscher Kolonialpolitik (teils interessant, aber ohne Bezug zu Emin Pascha). Bei jedem Kapitelanfang rechnet man mit einem Zeit-Ort-Milieusprung – und es gibt…

Kritik Biografie: Emin Pascha, von Patricia Clough (2010) – 4 Sterne Weiterlesen »

Kritik Emin-Pascha-Biografie: An den Quellen des Nils, von Hans-Otto Meissner (1969) – 6 Sterne

Ex-NS-Diplomat und Vielschreiber Hans-Otto Meissner textet flüssig, sogar spannend, aber auch bieder und betulich-aufdringlich wie ein Märchenonkel („das brave kleine Schiff“, S. 50; „recht fleißig mit seiner kleinen Streitmacht „, S. 81; „die braven Soldaten“, S. 222). Belege zu seinen Behauptungen und Zitaten liefert Meissner mit einer Ausnahme (S. 154) nicht: es gibt keine hochgestellten…

Kritik Emin-Pascha-Biografie: An den Quellen des Nils, von Hans-Otto Meissner (1969) – 6 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Auf nach Afrika. Stanley, Livingstone und die Suche nach den Quellen des Nils, von Martin Dugard (2003, engl. Into Africa) – 6 Sterne

Das Buch fesselt von der ersten Minute, selbst wenn Martin Dugard gelegentlich etwas aufdringlich mythisch raunt und andere altbackene Stilmittel einsetzt. Pepp hat es nie; es klingt aber jederzeit professionell flüssig, nicht verschachtelt oder eingebildet. Man hat auch nicht den Eindruck, dass Dugard seine Hauptfiguren in Schutz nehmen oder verurteilen will, im Gegensatz zu anderen…

Buchkritik: Auf nach Afrika. Stanley, Livingstone und die Suche nach den Quellen des Nils, von Martin Dugard (2003, engl. Into Africa) – 6 Sterne Weiterlesen »

Kritik Kriegskomik: Adolf Hitler, My Part in his Downfall, von Spike Milligan (1971) – 2 Sterne – mit Video

Dies ist so relevant wie ein Kasperlespiel. Voll hölzerner Witzchen von anno dazumal. Noch weiter sinkt das Interesse an Milligans Kriegserinnerungen, wenn man im Vorwort liest, dass zwar die Hauptfakten stimmen, Milligan aber einige Details ausgeschmückt habe. So lassen sich Dichtung und Wahrheit nicht unterscheiden. Marionettentheater. Der britische Komiker und Autor Spike Milligan schreibt seine…

Kritik Kriegskomik: Adolf Hitler, My Part in his Downfall, von Spike Milligan (1971) – 2 Sterne – mit Video Weiterlesen »

Kritik Biografie: Italo Svevo, von François Bondy, Ragni Maria Gschwend (1995) – 6 Sterne

François Bondy und Ragni Maria Gschwend diskutieren zunächst die schwierige Quellenlage und führen ins Triest des 19. Jahrhunderts ein. Dann liefert die dünne, aber doch faktenreiche Italo-Svevo-Biografie Kapitel über Svevos Großeltern, Eltern, Svevos frühe Kindheit und die Zeit im deutschen Internat. Vieles ist nicht präzise belegbar. Ab der späteren Jugend – noch in Deutschland, dann…

Kritik Biografie: Italo Svevo, von François Bondy, Ragni Maria Gschwend (1995) – 6 Sterne Weiterlesen »

Thailand

Rezension Thai-Roman: Shadowed Country, von Pira Sudham (2004, enthält Moonsoon Country, 1988 + The Force of Karma, 2002) – 2 Sterne

Autor Pira Sudham (Pira Canning Sudham) wurde in einem nordostthailändischen Dorf geboren (also in der Region Isaan/Esarn), ging mit 14 zum Lernen nach Bangkok, studierte und lebte später in Neuseeland, Australien und England, zuletzt offenbar wieder in Thailand. Er schreibt nur auf Englisch. Ich bespreche hier das dicke Hardcover-Buch Shadowed Country (Verlag Asiashire, 2004); es…

Rezension Thai-Roman: Shadowed Country, von Pira Sudham (2004, enthält Moonsoon Country, 1988 + The Force of Karma, 2002) – 2 Sterne Weiterlesen »

Biografie-Rezension: Der Mann, der nicht Simenon war, von Patrick Marnham (1993) – 7 Sterne

Patrick Marnham malt gern atmosphärisch aus, doch die Zeit vor Simenons Geburt beschreibt er zu ausführlich – Simenons Vorfahren und ihre Lebensumstände in Lüttich und andernorts. Auch Simenons Kindheit und Jugend erscheinen sehr ausführlich: Der Zeit, bis Simenon 1923 von Lüttich nach Paris zieht um seine Karriere zu beginnen, widmet die dt. Biografie-Ausgabe überproportional großzügige…

Biografie-Rezension: Der Mann, der nicht Simenon war, von Patrick Marnham (1993) – 7 Sterne Weiterlesen »

Biografie-Rezension: Simenon, von Pierre Assouline (1992) – 8 Sterne

Der Biograf, Romancier, Dozent und Journalist Pierre Assouline (*1953) erzählt Simenons Leben so packend wie einen Roman, mit viel Sinn für Skurrilitäten, interessante Nebenfiguren, knackige Dialoge, Einzeiler und Storytelling, ganz ohne professorale Langatmigkeit. Immer wieder zieht Assouline Parallelen zwischen Simenons Leben und dessen Romanen, zitiert auch aus Simenons zahlreichen Memoirenbüchern. Das liest sich sehr lebendig…

Biografie-Rezension: Simenon, von Pierre Assouline (1992) – 8 Sterne Weiterlesen »

Rezension Goethe-Sachbuch: Das Inkognito, von Roberto Zapperi (1999) – 5 Sterne

Der italienische Goethe-Kenner Roberto Zapperi beschreibt auf 260 Hauptseiten (plus Anhang) hochdetailliert Goethes erste italienische Reise. Die vierte Auflage des Buchs von 2002 wurde gegenüber den Vorauflagen korrigiert und erweitert. Weitere Einzelheiten zu Goethes Italienzeit und Italien-Verbindungen liefert Zapperi im separaten (schwindsüchtigen) Aufsatzband Römische Spuren (2007). Die zehn Jahre vor dieser italienischen Reise verbrachte Goethe…

Rezension Goethe-Sachbuch: Das Inkognito, von Roberto Zapperi (1999) – 5 Sterne Weiterlesen »

Rezension Goethe-Sachbuch: Römische Spuren, von Roberto Zapperi (2007) – 5 Sterne

Der sehr dünne und luftigst bedruckte Band liefert einige Forschungsergebnisse zu Goethe in Italien, die im Vorgängerband des Autors, Das Inkognito von 1999, noch nicht enthalten waren. Wie im Inkognito zeigt Roberto Zapperi wieder in Schwarzweiß einige unterhaltsame Skizzen des Malers Tischbein, der Goethe in Italien einführte, und interpretiert sie sehr ausführlich und weitgehend. Die…

Rezension Goethe-Sachbuch: Römische Spuren, von Roberto Zapperi (2007) – 5 Sterne Weiterlesen »

Rezension Sachbuch: Sommerregen der Liebe, von Sigrid Damm (2015) – 6 Sterne

Das Buch beschreibt die mutmaßlich innige platonische Liebe zwischen dem alleinstehenden jungen Johann Wolfgang von Goethe und der etwas älteren Charlotte von Stein, verheiratet und mehrfache Mutter. Sigrid Damm (*1940) schrieb schon zuvor über Goethe und Zeitgenossen wie Schiller und Lenz mehrere Erfolgsbücher. Damm liefert ihren markanten Stummelsatz-Stil, durchschossen mit kursivierten Mikrozitaten in kurios historischer…

Rezension Sachbuch: Sommerregen der Liebe, von Sigrid Damm (2015) – 6 Sterne Weiterlesen »

Rezension: Helmut Kohl, Eine politische Biografie, von Hans-Peter Schwarz (2012)

Fazit: Hier kann ein Professor mal lebendig schreiben, spannend sogar, und mit Sinn für übersichtliche Gliederung eines weit ausufernden Stoffs. Selten genug. Hans-Peter Schwarz berichtet detailliert mit neuen Quellen aus allen Winkeln der Mainzer, Bonner, Berliner und Brüsseler Sitzungszimmer, auch aus Paris und Washington, aus den  Maschinenräumen der Macht. Stark. Alle Profikritiker waren angetan. Und…

Rezension: Helmut Kohl, Eine politische Biografie, von Hans-Peter Schwarz (2012) Weiterlesen »

Biografie-Rezension: Willy Brandt, Ein Leben, Ein Jahrhundert, von Hans-Joachim Noack (2013) – 6 Sterne

Hans-Joachim Noack erzählt einigermaßen flüssig im Präsens, klingt aber oft etwas unpassend salopp bis nachlässig; so über den spanischen Bürgerkrieg: „Ein Gemetzel der besonderen Art“ (S. 76 der rowohlt-Berlin-Ausgabe); und später: „das ausufernde Gemetzel zwischen den Ethnien auf dem Balkan“ (S. 314); „der dröge Grübler aus Lübeck“ (S.9); „Heinrich Böll… bildet mit dem Kollegen Günter…

Biografie-Rezension: Willy Brandt, Ein Leben, Ein Jahrhundert, von Hans-Joachim Noack (2013) – 6 Sterne Weiterlesen »

Biografie-Rezension: Willy Brandt 1913 – 1992, von Peter Merseburger (2002) – 6/10

Merseburger wechselt die Tempi zu häufig – Grundzeit ist Präsens, aber mit vielen Schwüngen zu Präteritum, Perfekt und Futur. Der Biograf textet zeitweise zu elegisch, haucht Themen an und erwartet, dass der Leser die Fakten schon kennt – z.B. was sich mit „Brüning“, „die Disengagementpläne George F. Kennans und Adam Rapackis“, „Rapallo-Anklänge“, „gouvernemental“ oder „Hallstein-Bonn“…

Biografie-Rezension: Willy Brandt 1913 – 1992, von Peter Merseburger (2002) – 6/10 Weiterlesen »

Sachbuch-Kritik: Fidel Castro, Ein privater Blick auf den Máximo Líder, von Jeanette Erazo Heufelder (2003) – 5 Sterne

Ethnologin Jeanette Erazo Heufelder schreibt im Präsens und überwiegend einigermaßen flüssig, wenn auch reizlos. Ihr Buch gewinnt nie Fahrt: Sie schreibt nicht-chronologisch und zerhackt das Thema in kleinste Teile: 20 Hauptkapitel mit *etwa* 160 Unterkapiteln auf nur 340 Seiten Haupttext (dazu kommen noch etwa 47 Seiten Inhaltsverzeichnis und Anhang in meiner fest gebundenen Eichborn-Ausgabe).Viele Unterkapitel…

Sachbuch-Kritik: Fidel Castro, Ein privater Blick auf den Máximo Líder, von Jeanette Erazo Heufelder (2003) – 5 Sterne Weiterlesen »

Kritik Biografie: Fidel Castro, von Volker Skierka (2002) – 6 Sterne

Top-Journalist Volker Skierka recherchiert tief und zitiert ausführlich auch Quellen aus der einstigen DDR, so in Havanna stationierte DDR-Diplomaten und das DDR-Außenministerium. Skierka interessiert sich mehr für Zeitgeschichte und weniger für Persönliches. Skierka berichtet ausführlich auch über das Kennedy-Attentat in USA, über Che Guevara in Afrika, die Entwicklung kommunistischer Parteien in Kuba und COMECON-Beziehungen. Das…

Kritik Biografie: Fidel Castro, von Volker Skierka (2002) – 6 Sterne Weiterlesen »

Biografie-Rezension: Fidel Castro, von Robert E. Quirk (2002) – 7 Sterne

Das großformatige, dicht bedruckte, schwere Buch reicht bis 1992, ist sehr flüssig erzählt und tief recherchiert. Zudem macht Robert E. Quirks Biografie Castro, Kuba und die Zeit sehr lebendig, er wäre auch ein guter Magazinjournalist (er studierte lt. Vorwort einst Journalismus; ich kenne nur das englische Original als W.W. Norton-Taschenbuch, nicht die dt. Übersetzung). Gelegentlich…

Biografie-Rezension: Fidel Castro, von Robert E. Quirk (2002) – 7 Sterne Weiterlesen »

Kritik Biografie: The Interior Castle, A Life of Gerald Brenan, von Jonathan Gathorne-Hardy 1992) – 7 Sterne – mit Video

Biograf Gathorne-Hardy (*1933) war mit Gerald Brenan (1894 – 1987) bekannt und sah ihn in Brenans späten Jahren öfter; er hält sich aber bewusst, wie er sagt, weitgehend aus der Biografie heraus (er versteckt seine durchaus längeren Brenan-Begegnungen seit jungen Jahren gern in Fußnoten, z.B. S. 419, S. 573; seine Frau portraitierte Brenan für die…

Kritik Biografie: The Interior Castle, A Life of Gerald Brenan, von Jonathan Gathorne-Hardy 1992) – 7 Sterne – mit Video Weiterlesen »

In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Andalusien-Memoiren: Südlich von Granada, von Gerald Brenan (1957, engl. South from Granada) – 7 Sterne

Von 1920 bis 1924 lebte der junge Engländer Gerald Brenan im andalusischen Bergdorf Yegen in den Alpujarras, dann kehrte er ab 1929 noch mehrfach zurück. Erst 1957 schrieb Brenan seine frühren Andalusien-Erinnerungen unter dem Titel South from Granada nieder. Dabei lässt Brenan einiges aus – unter anderem Liebeshändel – und wegen der hoch-informierten Verallgemeinerungen glaubten…

Kritik Andalusien-Memoiren: Südlich von Granada, von Gerald Brenan (1957, engl. South from Granada) – 7 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Siesta italiana. Meine neue italienische Familie, von Chris Harrison (2007, engl. Head over Heel, Seduced by Southern Italy) – 5 Sterne

Chris Harrison verliebt sich in eine Italienerin und zieht 1999 zu ihr nach Italien – in ein Dorf südlich von Brindisi, dann auf dem Umweg über Sizilien nach Mailand und wieder zurück ins ursprüngliche Dorf. Fazit: Insgesamt wieder ein persönliches Italien-Buch, in dem das Land teils zum Bauerntheater verkommt (vgl. Jan Weiler, Stefan Maiwald; besser…

Buchkritik: Siesta italiana. Meine neue italienische Familie, von Chris Harrison (2007, engl. Head over Heel, Seduced by Southern Italy) – 5 Sterne Weiterlesen »

Biografie-Kritik: Canaris, Patriot im Zwielicht, von Heinz Höhne (1976) – 6 Sterne

Biograf Heinz Höhne arbeitete von 1955 bis 1991 beim Nachrichtenmagazin Spiegel und schreibt in etwa Spiegel-Stil: Teils personalisiert, mit überflüssigen, aber plastischen Details, ziemlich unterhaltsam, aber auch mit Blick fürs soziale, wirtschaftliche und vor allem politische Großeganze und nie zu offenbar unseriös dramatisierend. Das plaudert heiter dahin, tatsächlich einerseits im Spiegel-„Jargon“ der 1970er und frühen…

Biografie-Kritik: Canaris, Patriot im Zwielicht, von Heinz Höhne (1976) – 6 Sterne Weiterlesen »

Biografie-Kritik: Canaris, Hitlers Abwehrchef, von Michael Mueller (2006) – 6 Sterne

Sieht man davon ab, dass Michael Mueller mit Canaris‘ Verhaftung und Hinrichtung beginnt und dann zurückblendet, verzichtet der Biograf gänzlich auf romanhaftes Dramatisieren und Auspolstern. Es gibt kein theatralisches Ausmalen einzelner Szenen, kein Psychologisieren, kein seriell rhetorisches Fragen. Das schließt Mueller im Vorwort auch kategorisch aus, verpflichtet sich zu „größtmöglicher Nüchternheit“ (S. 8 des List-Taschenbuchs…

Biografie-Kritik: Canaris, Hitlers Abwehrchef, von Michael Mueller (2006) – 6 Sterne Weiterlesen »

Spionagebuch-Kritik: Garbo, der Spion, von Arno Molfenter (2014) – 5 Sterne

Ja, Molfenter erzählt einen dramatischen Spionagefall: Ein spanischer Hühnerzüchter foppt 1941 die deutsche Nazi-Abwehr mit frei erfundenen Nachrichten aus England und lässt sich von den Engländern noch als Doppelspion anwerben; der Mann trug offenbar wesentlich zu den erfolgreichen alliierten Landungen in Nordafrika und der Normandie bei. Molfenter entdeckte viel interessantes Material in den Archiven, interviewte…

Spionagebuch-Kritik: Garbo, der Spion, von Arno Molfenter (2014) – 5 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Der schwarze Grat, von Burkhard Spinnen (2003) – 4 Sterne

Das biografieartige Sachbuch hat zwei Hauptfiguren: den mittelständischen schwäbischen Unternehmer Walter Lindenmaier, dessen Leben wir etwas kennen lernen und den Autor Burkhard Burkhard Spinnen (*1956), von dem wir auch weitaus zu viel hören, u.a. diese Einlassungen: „Um es nicht zu vergessen, schreibe ich als erstes Wort ‚Vater‘ in den Notizblock und mache ein Fragezeichen dahinter“…

Buchkritik: Der schwarze Grat, von Burkhard Spinnen (2003) – 4 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Wendepunkt, von Klaus Mann (Autobiografie, 1949) – 5 Sterne

Klaus Mann – Sohn Thomas und Katia Manns, Bruder von Erika, Monika und Golo Mann, Neffe Heinrich Manns – schreibt streckenweise vollmundig süffisant mit gutem Zug. Mitunter klingt er salopp wie in privater Runde, zugleich mild spöttisch und pikant mokant. Mann mag seine Lieblingsstadt Paris (wegen oder) „trotz all ihrer frivolen Blasiertheit, ihrer zynischen Korruption“…

Buchkritik: Wendepunkt, von Klaus Mann (Autobiografie, 1949) – 5 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Wir waren fünf, von Viktor Mann (Biografie Mann-Familie, 1949) – 6 Sterne

Viktor Mann war 15 bzw. 19 Jahre jünger als seine berühmten Brüder Thomas Mann und Heinrich Mann. Er nannte sie im Münchner Zuhause sogar Onkel. Viktor Mann war auch kein Schriftsteller, ging 1933 nicht ins Exil, sondern wurde Agrarwissenschaftler und Sachverständiger für Banken. Seine Familienerinnerungen schreibt Viktor Mann (1890 – 1949) frisch und launig von…

Buchkritik: Wir waren fünf, von Viktor Mann (Biografie Mann-Familie, 1949) – 6 Sterne Weiterlesen »

Rezension Meta-Naipaul-Buch: Sir Vidia’s Shadow: A Friendship Across Five Continents, von Paul Theroux (1998) – 7 Sterne

Der weltbekannte Weltautor Paul Theroux schreibt über seine jahrzehntelange Bekanntschaft mit dem noch weltbekannteren, neun Jahre älteren Weltautor V.S. Naipaul. Theroux nennt es sogar ständig „Freundschaft“. Missgünstige Schreibe: Theroux schildert Naipaul keinesfalls freundlich, man könnte auch sagen missgünstig. Vielleicht war das zu erwarten: Bei allen Ähnlichkeiten im Werk der beiden Meisterschreiber war Naipaul erfolgreicher, anerkannter,…

Rezension Meta-Naipaul-Buch: Sir Vidia’s Shadow: A Friendship Across Five Continents, von Paul Theroux (1998) – 7 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Thomas Mann. Eine Biografie, von Klaus Harpprecht (1995) – 7 Sterne

Harpprecht (1927 – 2016) schreibt sehr leicht lesbar, gelegentlich etwas unangemessen salopp. Unentwegt platziert er aufdringlich wertende redundante Adjektive und Parenthesen (Beispiel S. 287f: „…des Kaisers schwadronierende Warnung… der Kaiser hatte, taktlos wie so oft, …“; S. 696: „Er fügte dieser nicht ganz zuverlässigen Einsicht eine hellsichtige Beobachtung an: …“; S. 1949: „…puerilen Stolzes… Anflug…

Buchkritik: Thomas Mann. Eine Biografie, von Klaus Harpprecht (1995) – 7 Sterne Weiterlesen »

Buchkritik: Thomas Mann, Das Leben als Kunstwerk, von Hermann Kurzke (1999) – 7 Sterne – mit Links

Zusammenfassung: Hermann Kurzke bewundert Thomas Manns Romane und will auch den Verfasser selbst mögen dürfen. Biografische Details reißt Kurzke nur flüchtig an, Hauptthemen sind vielmehr: Exegese der größeren Mann-Bücher v.a. ab Tod in Venedig, Spuren Mannscher Biografie in seinen Romanen, Manns verkannt frühe Hinwendung zur Demokratie ab 1918, Manns gedeckelte Homosexualität. Kurzke schreibt altmodisch, aber…

Buchkritik: Thomas Mann, Das Leben als Kunstwerk, von Hermann Kurzke (1999) – 7 Sterne – mit Links Weiterlesen »

Buchkritik: Vergangenes und Gegenwärtiges, von Monika Mann (Erinnerungen 1956) – 5 Sterne

Monika Mann klingt oft wirr und nebulös, die wenigen gelieferten Fakten sind nach Auskunft ihrer Geschwister, Mutter und der Mann-Biografen unzuverlässig. Doch Monika Mann – die Außenseiterin der sechs Thomas-Mann-Kinder – schreibt einen mitunter seltsam berührenden Stil, der mich manchmal gegen meinen Willen und bessere Einsicht hypnotisiert (S. 11 rororo-Ausgabe): …das Elementare der Kindheit und…

Buchkritik: Vergangenes und Gegenwärtiges, von Monika Mann (Erinnerungen 1956) – 5 Sterne Weiterlesen »

Nach oben scrollen