Schweiz

Romankritik: Hotel du Lac (1984), von Anita Brookner – 6/10

Beim Einstieg übertreibt Anita Brookner die Heimlichtuerei: unentwegt vermisst die alleinreisende Hauptfigur Edith Hope einen gewissen David; und die Autorin deutet eine Missetat der Hauptfigur an (“that other business”), die ihre Flucht von England ins Genfer Hotel du Lac auslöst – Näheres erfährt der Leser erst ab Seite 118 von 184 in einer harten, überraschenden […]

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Henry James - (c)

Romankritik: Daisy Miller, von Henry James (1878, 1909) – 7/10 Sterne – mit Video

Henry James (1843 – 1916) liefert brillante Dialoge und einen kultiviert-ironischen auktorialen Erzähler, der ständig halb amüsiert, halb schockiert die Stirn zu runzeln scheint. Doch schildert Henry James die Gegensätze Europa/USA und steife Konvention/Freizügigkeit zu zaunpfahl. Das Ende konstruiert Henry James zu deutlich als Moral von der Geschicht‘ und nicht ganz glaubhaft. Seinen frühen Erfolgstext

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Kritik Schweizer Kuhroman: Blösch, von Beat Sterchi (1983) – 6/10 Sterne

Fazit: Beat Sterchi berserkert mit Sprache und Inhalt, dass es spritzt. Hochdetailliert und wortgewaltig beschreibt er Abläufe auf einem sehr altmodischen Milchviehbauernhof und im Schlachthof. Wie die Kuh Blösch bestiegen und schließlich geschlachtet wird, schildert Sterchi über jeweils mehrere Seiten und ohne Rücksicht auf Sensibilitäten. Amazon-Werbelinks: Beat Sterchi In den Zisternen: Sehr viel Plot gibt

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Buchkritik: When in French. Love in a Second Language, von Lauren Collins (2016) – 4 Sterne

Fazit: Lauren Collins ist zu ergriffen von allem: die lieben lebenslustigen französischen Schwiegereltern, das savoir vivre, die Linguistik, mehr Linguistik, Mutterglück auf Französisch, und noch mehr Linguistik – die Dinge strömen aufs Papier, die Autorin verliert sich. Die US-Amerikanerin Lauren Collins (*1980) trifft in London den französischen Mathematiker Olivier; sie heiraten und ziehen ins frankophone

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Romankritik. Urs Widmer: Liebesbrief für Mary (1993) – 6 Sterne

Das Romänchen hat drei unterschiedliche Aspekte: Handlung: Im Kern erzählt Urs Widmer (1938 – 2014) ein Liebesdreieck – zwei Schweizer Männer, einer von ihnen der Ich-Erzähler und der andere der Verfasser des langen Liebesbriefs, sind hinterereinander in Zürich mit der Irin Mary zusammen; die haut nach Australien ab und beginnt im Outback ein neues Leben

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Buchkritik: Gotthard, von Zora del Buono (2015) – 7 Sterne

Kurz und knackig, mit ungemein sicherer Stimme, erzählt Zora del Buono einen halben Tag an der Baustelle des Gotthardtunnels. Ein paar Seiten lang konzentriert sich die Novelle auf eine Person, dann gleitet der Scheinwerfer auf die nächste Figur. Allmählich wird klar, wie alle mteinander zu tun haben, und bei jeder Szene rückt die Uhr ein

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Rezension: Glaubst du, daß es Liebe war, von Alex Capus (Roman 2003) – 4 Sterne – mit Presse-Links

Capus erzählt flott und kurzweilig, mit hübschen Pointen und gelegentlichen Cliffhängern am Kapitelende – ein wenig kaltschnäuzig, wie die Hauptfigur. Capus‘ Geschichte schnurrt jedoch ohne jede Tiefenschärfe und Plausibilität durch. Gefühle und Persönlichkeit werden kaum erkennbar, die „Liebe“ aus dem Titel schon gar nicht. Capus zeigt Comicfiguren, die hierhin und dorthin übers Plotparkett rattern. Die

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Schweizer Komödie: Die Standesbeamtin – Drei sind einer zuviel (2009) – mit Trailer – 7 Sterne

Sympathische, sehr menschliche Komödie ohne Schrillitäten und Glamourfaktor. Manche Kritiker monieren, das Ende sei vorhersehbar – mir war das Ende nicht klar. Ich würde es auch nicht als Feelgood-Movie bezeichnen: dafür gibt es zuviele menschliche Probleme und knisternde, wollüstig ausgewalzte Peinlichkeiten. Wie angenehm: ein gut gemachter, gut aufgebauter Film mit oft peppigen Dialogen aus einer

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Schweizer Spielfilm: Canzun alpina – Stimme des Herzens (2008) – mit Trailer – 5 Sterne

Eigentlich ein schöner Film um einen interessanten Konflikt in einem Schweizer Bergörtchen, mit meist realistischen Hauptdarstellern und Kulissen und ein paar bösen Gags. Doch ein paarmal wird es so unrealistisch und dann so hysterisch und dann so gefühlig und weit vorm Ende so vorhersehbar, dass es doch sehr nach Seife riecht. Wirklich schade, denn Ursina

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TV-Doku: Doppelleben – Tamilische Secondos in der Schweiz (2. Generation der Flüchtlinge) – komplette Doku hier – 5 Sterne

Beat Bieri vom Schweizer Fernsehen SRF hat eine Doku über Tamilen in der Schweiz gemacht: Tamilen, die in den 80er Jahren vor Regierungstruppen aus Sri Lanka flohen, in der Schweiz aufgenommen wurden und dort blieben. Wie fühlen sich die Kinder dieser Tamilen, die mit Schweizer und tamilischer Kultur aufwuchsen? Wir sehen die Tamilen in der

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