Buch

Rezension 60er-Jahre-Roman: Miss Blackpool, von Nick Hornby (2014, engl. Funny Girl) – 4 Sterne

Fazit: Der Roman klingt nicht realistisch und lebendig wie andere Hornby-Bücher: Hornby macht nie glaubhaft, warum das Mädchen aus Blackpool in Nordengland Schönheitskönigin wird, dann blitzartig TV-Profis in London überzeugt und warum ihre dümmliche TV-Serie 18 Millionen Zuschauer vor die schwarzweiße Mattscheibe lockt. Hornby behauptet das einfach, fast ohne Beleg. Nichts ist funny. Nick Hornby…

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Kritik Beltracchi-Betrug-Sachbuch: Falsche Bilder, Echtes Geld. Der Fälschungscoup des Jahrhunderts, und wer alles daran verdiente – von Stefan Koldehoff, Tobias Timm (2012) – 7 Sterne

Das Buch schildert die Minutiae eines Kriminalfalls im Kunstmilieu und liefert keine Biografie der Hauptakteure. Die Autoren klamüsern Abläufe haarklein auseinander: endlose Gespräche, Briefe und Mails zwischen Galeristen, Museumsdirektoren, Künstlererben, Auktionshäusern, Kunstwissenschaftlern, Kriminalern, Laboren, Sammlern sowie den Beltracchis und ihren Helfern; die Reisen der Bilder, der Händler und Experten; Austellungsorte, Ausstellungstermine, Zahltermine, Zahlbeträge, Steuerparadiese und…

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Buch unter Baum

Diese Bücher wurden falsch oder schlecht ins Deutsche übersetzt

Hier sind einige Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche mit Problemen in der Eindeutschung. Ich beginne mit klaren Fehlern, dann folgen schwache, wenn auch nicht völlig falsche Übersetzungen. Übersetzungsfehler in Zeiten des Aufruhrs, von Richard Yates: Klare Falschübersetzung: Das englische Original in der Ausgabe von Vintage Books (dies die Grundlage der deutschen Übersetzung) lautet sinnvoll…

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Buch unter Baum

Deutsch lesen, Englisch lesen, überhaupt Übersetzung lesen – was ist besser?

Die Buch-Übersetzer tischen uns viel Käse auf – echte inhaltliche Fehler und dazu unrealistisches Deutsch, in dem die Originalsprache noch durchriecht. Besonders deutliche Beispiele für falsche oder schlechte Übersetzungen habe ich hier zusammengefasst: HansBlog.de: Diese Bücher wurden falsch oder schlecht ins Deutsche übersetzt Ich selbst (Deutsch-Muttersprachler) kann nur Deutsch und Englisch im Original lesen. Schon…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Land-Memoiren: Und plötzlich war ich Bäuerin, von Ulrike Siegel (Hg., 2010) – 7 Sterne

Vor der detaillierten Begründung das Fazit: Das Buch ist schlecht getextet, die Geschichten wirken oberflächlich und wiederholen sich, und größere Teile Deutschlands kommen gar nicht vor. Gleichwohl liefert Herausgeberin Ulrike Siegel reizvolle Einblicke ins wahre Leben – jedenfalls mit den Texten, nicht mit den belanglosen Fotos. Amazon-Werbelinks: Dörte Hansen | Walter Kempowski | Ulrike Siegel Kurze Protokolle: 18 Frauen erzählen…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Memoiren von Ex-Bäuerinnen: Und dann habe ich den Hof verlassen, von Ulrike Siegel (Hg., 2011) – 7 Sterne

„Erstaunlich ist“, sagt Ex-Bäuerin Bettina lange nach Aufgabe der Landwirtschaft, „dass nicht nur wir Erwachsenen, sondern auch die Kinder morgens immer noch keinen Hunger haben, da wir es gewohnt waren, erst nach dem Stall zu frühstücken“ (S. 38). Amazon-Werbelinks: Dörte Hansen | Walter Kempowski | Ulrike Siegel Zum Weinen in den Wald: Bettinas Familie verließ den Hof aus finanziellen Gründen,…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Memoiren von Bauerntöchtern: Einen Hof verlässt man niemals ganz, von Ulrike Siegel (Hg., 2013) – 5 Sterne

Die 18 Autorinnen aus diesem Band erzählten ihre Geschichte bereits in einem der „Bauerntöchter“-Bücher der Herausgeberin Ulrike Siegel. Hier nun, rund zehn Jahre später, liefern sie Updates ihres Lebens. Die meisten Autorinnen waren offenbar bei Bucherscheinen um 50 oder 60 Jahre alt, erwähnen teils die Silberhochzeit, Demenz und Sterben der Eltern. Allerdings wird das Geburtsjahr…

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Kritik Psychologie-Liebe-Buch: Der unheilbare Romantiker, von Frank Tallis (2018) – 8 Sterne

Fazit: Frank Tallis (*1958) schreibt sehr flüssig mit viel Dialog und wechselt laufend zwischen persönlichen Geschichten und leicht konsumierbarer Seelenkunde. Für meinen persönlichen Geschmack sind die Fälle etwas zu extrem und zu wenig alltäglich – u.a. geht es um Stalking und Sexsucht, nicht immer mag man von „Liebe“ reden. Dass die Geschichten kein Großesganzes ergeben,…

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Kritik Musikbuch: Die Stille im Kopf, von Karl Lippegaus (1987) – 6 Sterne

Karl Lippegaus (*1954) schreibt schmuckloses, klares Deutsch, fast anglizismenfrei, das nie verärgert. Man erfährt nicht so viel über Musik, dafür um so mehr über die Sensibilitäten von Lippegaus und einigen Gesprächspartnern wie Bobby McFerrin oder Brian Eno. Über Melodie, Rhythmus oder Harmonie redet Lippegaus kaum, etwas Technisches wie ein „unerwarteter Akkordwechsel“ (S. 189) überrascht schon…

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Kritik Werbeagentur-Roman: Gummi (2003, engl. The Book, the Film, the T-Shirt), von Matt Beaumont – 4 Sterne

Werbeagentur-Chef Greg Fuller in Nöten: Der für den Autoreifen-Werbedreh gebuchte Hollywoodstar sitzt bei der Polizei fest, ein unverzichtbares Kreativteam für Sofaprospekte ist dummerweise gefeuert, die schwangere Ehefrau verlangt dreist Zuwendung, eine zu ehrgeizige Kollegin will ihm an die Wäsche (sie hat freilich unbestreitbare Talente), ein lukrativer Verkauf scheint gefährdet, Gott und die Welt belagern ihn…

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Kritik E-Mail-Romane von Matt Beaumont: E-Mail an alle (2000, engl. e, Teil 1 von 3 der E-Mail-Reihe) + The e. before Christmas (2000, Teil 2) + eSquared (2010, Teil 3) – 7 Sterne

E-Mails, hunderte kurze E-Mails in Londoner Werbeagenturen fliegen durch diese drei modernen Briefromane: E-Mail an alle (2000, engl. e, Band 1) spielt im Januar 2000, The e. before Christmas (2000, Band 2, nicht auf Deutsch, sehr kurz) zeigt dieselben Figuren in derselben Agentur im Oktober 2000. e2 (auch „e squared“, 2010, Band 3, nicht auf…

Kritik E-Mail-Romane von Matt Beaumont: E-Mail an alle (2000, engl. e, Teil 1 von 3 der E-Mail-Reihe) + The e. before Christmas (2000, Teil 2) + eSquared (2010, Teil 3) – 7 Sterne Weiterlesen »

Kritik Grotesken: Katastrophen-Geschichten von Hermann Harry Schmitz – 7 Sterne

Harry Hermann Schmitz (1880 – 1913) schreibt Alltagsszenen: die Familie beim Kaffee, der tropfende Füllfederhalter, der Umzug. Die Geschichten beginnen spießbürgerlich banal und weiten sich bald ins Groteske und Fantastische: Figuren gehen auf den Händen, damit der Füller in der Tasche nicht mehr tropft, Robotermenschen tragen Umzugskisten unablässig auf und ab, die Kaffeemaschine spuckt Tod…

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Romankritik: Heinrich Grewents Arbeit und Liebe, von Christoph Peters (1996/2007) – 3 Sterne

Der Leser verbringt den Roman im Kopf des verkniffenen, unsympathischen Angestellten Heinrich Grewent. Der grämt sich über seine untergeordnete Position in der Firma und bei der Ehefrau. Grewent muss plötzlich geschäftlich auf Bahnreise, ohne die Gemahlin selbst benachrichtigen zu können. Hier übermannen ihn seine Dämonen. Schwaden von Geselchtem: Alles ist aufdringlich und müffelt: Die spröde…

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Romankritik: Das junge Kairo, von Nagib Machfus (1945) – 6 Sterne

Nagib Machfus (1911 – 2006, auch Nagib Mahfuz, Naguib Mahfouz) beginnt sehr allgemein, langatmig mit Rückblenden und fast dialogfrei – so öd, dass die Doppelseite 26/27 des Unionsverlag-Hardcoverbandes einen einzigen durchgehenden Absatz zeigt, ohne Zeilenschaltung. Das ist strafbar. Dann konzentriert sich die Geschichte auf den Studenten Machgub Abdaldaim, der kurz vor dem Examen steht, ins…

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Romankritik: Miramar, von Nagib Machfus (1967) – 7 Sterne

Ein paar eigenwillige Herren logieren nach der Nasser-Revolution dauerhaft im Hotel Miramar, Alexandria. Sie parlieren gedehnt über Geschichte, Politik und die zurückliegenden Ereignisse und tun ganz unschuldig. Doch sie umschleichen die Hausdienerin Zuchra, diese junge Fellachin ist zufällig „kräftig und anmutig, mit ausgeprägten Rundungen“ (S. 74). Der Clou: Nagib Machfus lässt die vier Eigenbrötler denselben…

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Buchkritik: Arztroman, von Kristof Magnusson (2014) – 7 Sterne – mit Video

Auweia, vorher nicht gewusst: Der Roman stammt von einem Leipzigabsolventen, er zeigt also volle Leipzigsymptomatik: Schauplatz Berlin; hippes oder semihippes Berlinpersonal; wenig oder blasse Dialoge funkenfrei; blasses Personal und blasses Deutsch, in dem die Erzählstimme Sprödheiten sekretiert wie „Einrichtungsgegenstände“, „Kaffeevollautomat“, „nicht unnormale“, „High-End-Nippes“, „geradezu durchgeknallt beliebt“ oder „die ins Umland fahrenden Regionalexpresse“; unschöne Hilfsverb-Cluster (allein…

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Romankritik: Eheleben, von Sergio Pitol (1991) – 3 Sterne

Ehemann und Ehefrau betrügen sich unentwegt. Ehefrau bringt ihre Liebhaber zu Anschlägen auf ihren Ehemann, doch die Anschläge scheitern, die Ehefrau wird verletzt, die Affäre beendet. Der Mexikaner Sergio Pitol (1933-2018) erzählt die mexikanische Geschichte aus der Sicht der Ehefrau. Und er erzählt lieblos, ohne Psychologie, ohne Dialoge und ohne jedes mexikanische Flair – es…

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Erster Eindruck Sachbuch: Die Freiheit der Liebe. Paare zwischen zwei Kulturen, von Michael Jeismann (2019)

Der Autor beschreibt überwiegend Paare lang vergangener Jahrhunderte oder Sagenfiguren. Und er beginnt seine Geschichten drög und unübersichtlich mit Rückblick und Verallgemeinerung. Aus diesen zwei Gründen habe ich die systematische Lektüre bald abgebrochen und nur noch geblättert oder per IHV spannende Paarungen gesucht. Sehr lange dauerte das nicht. In den vielen kurzen Kapiteln geht Michael…

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Thailand

Romankritik: Infanta, von Bodo Kirchhoff (1990) – 7 Sterne

Fazit: Bodo Kirchhoffs mehrfach übersetzter Erfolgsroman hat einige Vorzüge und ein paar Schwächen: Starke Atmosphäre im philippinischen Tropenstadl, reizvolle Dialoge, gut gewebte Handlung, interessante Nebendarsteller, angenehme Sprache. Dazu kommen unrealistische oder undefinierte Hauptfiguren, zu viel angeberische Gewalt sowie Melodrama und Längen in der zweiten Hälfte. Bodo Kirchhoff bei Amazon Moribunde Kröteriche: Die Runde der morbiden,…

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Thailand

Kritik Drehbuch: Manila, von Bodo Kirchhoff und Romuald Karmakar (1998) – 7 Sterne – mit Video

Hin im Bumsbomber, zurück im Tripper-Clipper: In diesem Drehbuch warten ein paar Deutsche am Flughafen Manila auf ihre Maschine nach Frankfurt. Sie reden zynisch vulgär über Sexkauf auf den Philippinen und Live-Enthauptung in Saudi-Arabien. Die Dialoge haben was, wenn man sich für Asien-affine Bumsprolls interessiert, Ballermann verschärft. Kurzweilig auch die vielen Schwenks zwischen den Unterschauplätzen…

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Kritik Kurzgeschichten: Die Einsamkeit der Haut, von Bodo Kirchhoff (1983) – 6 Sterne – mit Video

Fazit: Die Geschichten spielen im Frankfurter Bahnhofsviertel: auf der Straße, in Peepshow-Kabinen, Kantinen und Puffzimmern. Der Ich-Erzähler ist stets unpersönlich, verklemmt mit kleingeistigen und anwidernd pornografischen Gedanken. Den möchte man nicht in der Verwandtschaft haben. Aber Autor Bodo Kirchhoff (*1948) schreibt solides Deutsch und beobachtet genau – wenn auch wieder und wieder das Gleiche. Bodo…

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Thailand

Erster Lese-Eindruck Thaibuch: Jasmine Nights, von S.P. Somtow (1994)

1963 vor den Toren Bangkoks. Im Mittelpunkt stehen Thaijunge Little Frog, 12, und sein afroamerikanischer Freund Virgil. Deren Jugendgeschichten sind witzig und kurzweilig, und doch habe ich auf Seite 40 abgebrochen: Denn das Buch ist mir viel zu unrealistisch, bis hin zu Chamäleon-Haustier, Limbo-tanzenden Thaitanten, konspirativen Urgroßmüttern und Blowjob beim Leichenschmaus. Ich kann mir nicht…

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Thailand

Romankritik: Letters from Thailand, von Botan (1969) – 7 Sterne

Fazit: Auf etwa drei Buchfünfteln erzählt Botan eine spannende Geschichte: Ein chinesischer Habenichts baut sich ab 1945 ein Leben in Bangkok auf, gründet Geschäft und Familie. Botan liefert tiefe Einblicke, pfiffige Dialoge und verblüffende Wendungen. Sie schafft Charaktere aus Fleisch und Blut, die sich eigenwillig entwickeln, der Leser wird zum Familienmitglied – nicht immer die…

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Erster Lese-Eindruck: Deutschjüdische Glückskinder. Eine Weltgeschichte meiner Familie, von Michael Wolffsohn (2017)

Geschichtsprofessor Michael Wolffsohn hat eine fulminante wahre Geschichte an der Hand: seine Großeltern, gutsituierte Deutschjuden, fliehen 1939 aus Deutschland nach Palästina und kehren schon 1949 zurück nach Berlin. Doch Wolffsohn kleistert sein 3-Generationen-Narrativ mit Kalauern zu, erzählt zudem unorganisiert, nicht um Nachvollziehbarkeit bemüht und selbstgerecht. Darum habe ich die Lektüre auf Seite 100 von 416…

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Kritik Sachbuch indische Liebe: The Heart Is a Shifting Sea – Love and Marriage in Mumbai, von Elizabeth Flock (2018) – 8/10

Fazit: Die Autorin liefert einen brillanten, sehr tief gehenden Einblick in indische, urbane Mittelschicht-Seelen und indischen Alltag heute. Sie schreibt zudem hervorragend und in leichtem Englisch und nimmt sich selbst völlig zurück – das Buch lässt sich kaum weglegen. Störend nur, dass Flock jede Paargeschichte in fünf Teile zerhackt und nicht am Stück erzählt. Die…

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Romankritik: Der Anhalter, von Gerwin van der Werf (2019) – 6 Sterne

Van der Werf bringt nur wenige, unspektakuläre Dialoge, liefert aber feine Beobachtungen aus dem Alltag einer kleinen mitteleuropäischen Mittelschichtfamilie, die Island mit dem Wohnmobil durchfährt. Zu zaunpfahl deutet van der Werf indes gleich zu Beginn bedrohliche Entwicklungen an: Der Ich-Erzähler will seine „Ehe retten“ (S. 11 der S.Fischer-Hardcover-Ausgabe), ohne die Problemlage zu erklären; seine betagte…

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Romankritik: Rumplhanni, von Lena Christ (1916) – 8 Sterne – mit Video

Fazit: Die ersten drei Viertel spielen auf dem Dorf und bereiten Freude: Deftiges Bairisch, scharfzüngige Dialoge und schöne Beobachtungen, wenn „die Bauern ((…)), die Jungen und die Dienstigen“ interagieren, ganz zu schweigen von den Männern und den Frauen. Ich habe oft laut gelacht, wann gibt’s das schon. Das München-Viertel am Ende klingt ganz anders: Die…

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Buchkritik: Erinnerungen einer Überflüssigen, von Lena Christ (1912) – 7 Sterne

Dieses Buch bietet genug Anlässe, es aus dem Fenster zu werfen: eine kitschig-idyllische oberbayerische Kindheit mit Karikaturdörflern; das Personal ein krasses Schwarzweiß aus bösartigen Monstern (u.a. die Mutter der Ich-Erzählerin) und Herzensguten (viele Fremde, aber zufällig auch die Ich-Erzählerin und ihr Opa); viele Seiten in einem absurd bigotten Kloster. Doch die Memoiren bezaubern mit liebreizendem…

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Buchkritik: Madam Bäuerin, von Lena Christ (1919) – 7 Sterne – mit Video

Fazit: Jungbauer Franz und „Stadtmamsell“ Rosalie wollen heiraten. Doch beide Mütter protestieren gegen eine Stadt-Land-Ehe; zudem ist Rosalie einem spröden Assessor versprochen. Aus diesem schlichten Konflikt zimmert Lena Christ (1881 – 1920) eine alpenländische Romkom, einen heiteren Intrigantenstadl mit vielen vergnüglichen Sprüchen in derbem Bairisch. Die Autorin trägt den Humor etwas breit und schenkelklopfend auf…

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Buchkritik: Mathias Bichler, von Lena Christ (1914) – 5 Sterne

Zwar ist man hier in vertrautem Lena-Christ-Land: auf dem oberbayerischen Dorf, mit all seinen Käuzen; und – bei Lena Christ – natürlich mit unehelichen und Pflegekindern. Doch die Geschichte spielt großteils schon um 1800, rund 100 Jahre früher als andere Christ-Bücher. Amazon-Werbelinks: Bayern-Bücher | Gerhard Polt | Oskar Maria Graf | Ludwig Thoma | Lena…

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Buchkritik: Bauern: Bayerische Geschichten, von Lena Christ (1919) – 7 Sterne

Lena Christ erzählt viele kurze, unverbundenene, humoristische Anekdoten vom Dorf um 1918. Sie schwafelt nicht lang rum, sondern schreibt zackig knapp über ihre typischen Themen vom Bauernstand: Pokern und Schachern um die geldigste Hochzeiterin; Kälber, Ferkel, Hunde und Gockel; Streit mit dem Gespons, dem Nachbarn, der anderen Generation; uneheliche Kinder; Missachtung und Ausbeutung der Alten;…

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