Hot Country Entertainment

Rezension US-Indische Kurzgeschichten: Fremde Erde, von Jhumpa Lahiri (2008, engl. Unaccustomed Earth) – 9 Sterne

Die Geschichten aus Fremde Erde (engl. Unaccustomed Earth) handeln – wie auch andere Bücher dieser Autorin – meist von indischstämmigen US-Akademikern an der US-Ostküste, dazu ein paar wenige Szenen aus Kalkutta, London und Italien. Ungewöhnlich für Jhumpa Lahiri: Eine Geschichte spielt diesmal in Seattle, aber es musste nur irgendein Ort fern der Ostküste sein, und…

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Rezension Indien-Roman: Der weiße Tiger, von Aravind Adiga (2008) – 9 Sterne – mit Video

Der indische Ich-Erzähler Balram Halwai watet jahrzehntelang durch ein Meer an Demütigungen und Misshandlungen: Die Jugend in einem Elendsdorf, der Fahrer-Job in der Provinzhauptstadt und in Delhi, die Selbständigkeit in Bangalore – Balram stößt nur auf Korrupte, Verlogene, Faule, Gemeine, Verderbte, Brutale. Um aufzusteigen, spielt er das schäbige Spiel ohne größere Skrupel mit. Selbst in…

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TV-Bericht: Badeparadiese: Hamam – In den Badehäusern von Istanbul – mit kpl. Film – 9 Sterne

Liebenswerter TV-Bericht aus einfacheren Istanbuler Badehäusern, hervorragend gefilmt: Sehr persönliche, ja intime Bilder, die dennoch keinen Moment indiskret wirken, abwechselnd aus der Männer- und Frauenabteilung. Gespräche mit Bademeistern, Kunden, Ofenmeistern, immer freundlich. Sicher nicht kritisch, aber selten habe ich so eine gefällige Doku gesehen, die ihrem Thema doch sehr nah auf die Pelle rückt. Man…

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Rezension Naipaul-Biografie: The World Is What It Is, von Patrick French (2008) – 9 Sterne

Fantastische, sehr ausführliche, gut lesbare, schonungslose Biografie. Multikultur-Meisterschreiber extraordinaire V.S. Naipaul setzt privat neue Standards in Arroganz, Besserwisserei und Geiz, im Ausnutzen von Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, emotionaler Abhängigkeit und relativem Präpotenzdefizit. Sein Biograf Patrick French referiert Naipauls gesammelte Unglaublichkeiten relativ nüchtern. Und es ist keine üble Nachrede: Naipaul (1932 – 2018) stand seinem Biograf ausführlich Rede…

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Rezension Teheran-Memoiren: Honeymoon in Tehran: Two Years of Love and Danger in Iran, von Azadeh Moaveni (2009) – 8 Sterne

Azadeh Moaveni schreibt schlank, lebendig, bildhaft, unterhaltsam – wie man es von einer Time-Autorin erwartet. Längere Gedankenströme zu Politik oder Moral bettet sie stets in ihr Alltagsleben ein: Moaveni schildert, wie sie am Herd ein Curry versalzt und dabei die Rolle der Ayatollahs seit dem 7. Jahrhundert überdenkt; wie sie im Taxi sitzt und die…

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Rezension Nigeria-Roman: Sag allen, es wird gut, von Sefi Atta (2005) – 8 Sterne

Mit viel Überzeugungskraft und Zeilen schildert Sefi Atta die alltäglichen drastischen Zumutungen in der nigerianischen Metropole Lagos: Dreck, Raub, Polizeiwillkür, Bürgerkrieg, völlig verwahrloste Gefängnisse, schmutzige Lebensmittel, Dauerstaus, korrupte verbrecherische Diktatoren, Vergewaltigung, stundenlanger Stromausfall, Benzinmangel, versiffte Umwelt – Elend ohne Ende. Besonders Frauenschicksale werden vorgeführt: Frauen müssen kuschen, kochen und Kinder kriegen, vor allem Söhne gebären,…

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Rezension Teheran-Memoiren: Lipstick Jihad: A Memoir of Growing Up Iranian in America and American in Iran, von Azadeh Moaveni (2005) – 8 Sterne

Azadeh Moaveni wächst mit iranischen Eltern in Kalifornien auf und kommt, gut 20 Jahre alt, erstmals dauerhaft nach Teheran, Hauptstadt des Iran. Dort arbeitet sie als Journalistin für das US-amerikanische Time-Magazin. Moaveni schildert ihren Alltag in der iranischen Hauptstadt ungefähr zur Jahrtausendwende (Khatami in Teheran, Bush junior in Washington, 9/11). Dabei klingt sie lebendig, persönlich,…

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In Andalusien war ich auch mal.

Rezension Andalusien-Bericht: Almond Blossom Appreciation Society, von Chris Stewart (2006, Teil 3 von „Driving over Lemons“) – 8 Sterne

Wie in den vorhergehenden zwei Büchern der Serie, die mit Driving over Lemons begann, schreibt Chris Stewart warmherzig, mit einer gewissen Selbsterniedrigung und äußerst lustig – ich habe öfter laut gelacht. Am Ende gibt es noch ein langes, lesenswertes und relativ offenes Interview. Stewart bleibt auf jeden Fall ein Unikat, weniger gelackt als andere Autoren….

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Rezension Historisches Indien-Sachbuch: White Mughals, Love and Betrayal in Eighteenth-Century India, von William Dalrymple (2002) – 8 Sterne

Ein faszinierendes Buch über Indien um 1800 – wie sich Engländer und Inder mischen, wie Christen, Hindus und Moslems harmonieren; kuriose, verblüffende, vielsagende Einblicke. William Dalrymple wertet zahllose Quellen aus und schreibt 500 eng bedruckte Seiten plus 50 Seiten Anmerkungen, Literaturliste, Stammbäume, Personenverzeichnis, Kartenskizzen. Eine Liebesgeschichte ist es indes nur teilweise. Erst etwa ab Seite…

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Rezension Bollywood-Film: Guru (2007, mit Abhishek Bachchan, Aishwarya Rai, Regie Mani Ratnam) – mit Video- 8 Sterne

Wieder so ein fesselnder Mani-Ratnam-Film, der seine Figuren quasi am Genick packt und gnadenlos vorführt, teilweise fast aufwühlend schnell, in verstörenden Nahaufnahmen und intensiv – jedenfalls im ersten Teil und dann wieder am Ende. Dazu die immer fesselnde, kristallklare und einpeitschende Musik von Oscar-Preisträger A.R. Rahman, visualisiert mit schönen und im ersten Teil dramatisch gefilmten…

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Rezension Nigeria-Roman: It’s my Turn (engl. Swallow), von Sefi Atta (2008) – 8 Sterne

Den meisten Figuren geht es meist elend, doch sie kämpfen verbissen und der Buchton ist heiter-gefasst bis unterhaltsam (dt. Titel It’s my turn beim Peter Hammer-Verlag, engl. Titel Swallow). Anstrengende Umgebung: Nigerias einstige Hauptstadt Lagos hat in diesem Buch stinkende offene Kanäle, Straßen voller Bettler und nackter Verrückter, aggressive Autofahrer, überfüllte Busse und grundlos peitschende…

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Thailand

Rezension Hongkong-Roman: Suzie Wong, von Richard Mason (1957) – 8 Sterne

Routiniert gut und sympathisch erzählte, völlig jugendfreie Geschichte um chinesische Barmädchen im Hongkong der 50er Jahre. Die Stadt, die Bar und die Menschen werden im Roman sehr lebendig. Das Buch steuert nicht auf ein eindeutiges Ende zu, so dass ich gespannt bis zur letzten Seite gelesen habe. Das Vorwort liefert interessante Hintergrundinformationen zur Stadt, zum…

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Rezension Indien-Buch: Neun Leben – Unterwegs ins Herz Indiens, von William Dalrymple (2009) – 8 Sterne

Dalrymple schreibt mit viel Wohlwollen und Geduld über Gläubige in Südasien (neben Indien gibt es auch Ausflüge nach Pakistan und in die tibetische Vergangenheit eines Buddhisten in Dharamsala). Betont urteilsfrei und undramatisch berichtet William Dalrymple von Frauen, die sich langsam zu Tod hungern und von Frauen, die gegen ihren Willen in eine religiös verbrämte Prostitution…

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Rezension Korea-Spielfilm: Hanyo – Das Hausmädchen (1960) – mit 2 Videos – 8 Sterne

Bestechend, dramatisch, pathetisch, teils fast schon expressionistisch, fantastisch gefilmt, jedes Bild wirkt wie eine Schwarzweiß-Postkarte aus einer anderen Zeit. Sehr intelligent passend zur Handlung konstruiertes Haus, das viele Einblicke erlaubt, aber auch Schranken aufweist; selten störte es mich so wenig, dass Außenaufnahmen fehlen. Gelegentlich wirkt das Spiel etwas hölzern und ich hätte gut ohne die…

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Rezension Deutschland-Spielfilm: Soul Kitchen (2010, Regie Fatih Akin; mit Trailer) – 8 Sterne

Der Film hat Tempo, der Film hat lauter coole Figuren mit ganz viel roher Energie und keine einzige Fehlbesetzung, der Film hat heiße Musik am laufenden Meter (etwas weniger wäre mehr gewesen), der Film hat einen vergnüglichen Skype-Dialog, der Film hat überhaupt eine gut gebaute, wenn auch gelegentlich märchenhafte Handlung. Soul Kitchen hat aber auch…

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Thailand

Rezension Thailand-Spielfilm: The Love of Siam bzw. รักแห่งสยาม (2007) – 8 Sterne

Wundervoll langsamer Film um Mittelschicht-Jungen in Bangkok (engl. Titel The Love of Siam, in Thai รักแห่งสยาม bzw. Rak Haeng Thai bzw. Rak Haeng Sayam). Der Film bleibt ruhig und beschaulich trotz dramatischer Entwicklungen in der Handlung. Zauberhaft gefilmt, mit maximalem Bokeh im Hintergrund. Die Schauspieler wirken ungemein menschlich und natürlich. Amazon-Werbelinks: Bücher über Thailand, Südostasien, ganz Asien…

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Rezension US-Inder-Spielfilm: Mississipi Masala (1991, mit Denzel Washington; mit Trailer & 2 Szenen) – 8 Sterne

Inder ziehen aus Uganda in den US-Süden, betreiben dort ein Motel – und erleben einen Clash der Kulturen. Mira Nairs „Mississippi Masala“ greift nicht so ans Herz wie ihr „Salaam Bombay“ und fließt nicht so grandios dahin wie ihre Filme „Monsoon Wedding“ oder „Der Namensvetter“. Multikultur: Aber Mira Nairs 91er „Mississippi Masala“ ist so multikulti…

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Rezension Reise-Geschichten: Mein anderes Leben, von Paul Theroux (1996, engl. My Other Life) – 8 Sterne

Der Mann kann schreiben. Handlungen und Dialoge sind wohlkonstruiert, gefällig und intelligent. Kubikmeterweise Fakten und Kunde verstaut Theroux auf leicht genießbare Weise. Er beobachtet sich und seine Mitmenschen brennend genau. Episoden: Wissen sollte man: Zu lesen gibt es hier längere Kurzgeschichten, die nur sehr lose miteinander verbunden sind. Man kann sie als einzelne Episoden eines…

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Thailand

Rezension Kambodscha-Spielfilm: Eine Liebe nach dem Krieg (1998, Regie Rithy Panh) – 2 Videos – 8 Sterne

Die Handlung ist kein Highlight – ein Kriegsheimkehrer schlägt sich in Phnom Penh durch, möchte Liebe finden. Aber die Stimmung, die Schauspieler, die Fotografie machen die „Liebe nach dem Krieg“ zum Ereignis (engl. An Evening after the War; frz. Un soir après la guerre).  Ein Film ganz ohne Khmer- oder Asien-Romantik: Ohne die Weltwunder-Tempel von…

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Rezension Bollywood-Film: Taare Zameen Par – Ein Stern auf Erden (2007, mit Aamir Khan) mit Video – 8 Sterne

Fazit: Wundervoller, geruhsamer Film um einen sympathischen, verträumten, eigenwilligen Neunjährigen mit rockig-bluesiger Musik und ein paar reizvollen, unaufdringlichen Spezialeffekten. Üblicher Bollywood-Kitsch erst ganz am Ende. Amazon-Werbelinks: Bollywood | Shah Rukh Khan | Priyanka Chopra Stärken: Dem bezaubernden Jungen Darsheel Safary könnte ich stundenlang bei seinen Träumereien und Streifzügen zusehen. Ohne betont „süß“ zu sein, rührt…

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Rezension Indien-/Südasien-Reportagen: Age of Kali, von William Dalrymple (1998) – 8 Sterne

Das Buch wurde 1998 abgeschlossen. Viele der Reportagen entstanden aber schon Anfang der 90er Jahre im Zeitschriftenauftrag und wurden 1997 oder 1998 für das Buch umgeschrieben oder mit einem Nachwort versehen. Neben „Indian Travels“ (Untertitel) enthält das Buch ausführliche Berichte aus Pakistan, Sri Lanka und La Réunion, aber nicht aus Nepal oder aus der indischen…

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Reise-Bericht: Der Traum von Afrika: Eine Frau, ein Fahrrad – die Freiheit, von Pamela Watson (1999) – 8 Sterne

Ein lebendiges, spannendes, mitreißendes Reisebuch – und dabei lustig und voll Selbstironie. Die Autorin steht zu ihren Widersprüchen und Fehlern, beschönigt nichts (soweit erkennbar). Haarsträubendes Verhalten: Ein paarmal verhält sich Watson auf ihrer Reise, die 1992 begann, denkbar bescheuert: Sie radelt unbefestigte Bergstrecken in der Regenzeit. Im muslimisch-strikten Mali steigt sie im Badeanzug in einen…

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Thailand

Rezension Hongkong-Roman: Kowloon Tong, von Paul Theroux (1997) – 8 Sterne

Der Roman von 1997 ist spannend geschrieben, gegen Ende zieht sich die Handlung unheilvoll zu. Exzellent wie oft bei Paul Theroux auch die Dialoge, das schnodderige Englisch der Briten in Hongkong („he hopped it“ über einen davongelaufenen Diener; „Chinese Take-away“ über den Wechsel zu chinesischer Herrschaft). Die Dialoge machen die Figuren ungemein lebendig, dazu kommen…

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Rezension Bollywood-Filmbuch: Fantasies of a Bollywood Love Thief: Inside the World of Indian Moviemaking, von Stephen Alter (2007) – 8 Sterne

Zum größeren Teil beschreibt Love Thief die Entstehung des Films Omkara (2006; R Vishal Bardwaj, u.a. mit Kareena Kapoor, Ajay Devgn, Saif Ali Khan, Konkona Sen Sharma, Naseeruddin Shah; sehr sehenswert, allerdings mit brutalen Morden). Alter erzählt sehr flüssig, leicht lesbar und in leichtem Englisch. Man hat oft das Gefühl, persönlich dabeizusein bei den Drehbuchkonferenzen,…

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Thailand

Rezension Nostalgischer Vietnam-Film: Der Duft der grünen Papaya (1993) – 8 Sterne – mit Video

Die verklärte Geschichte eines armen Hausmädchens in Vietnam ab 1951 – erst ist sie etwa zehn Jahre alt, dann 25. Ein betörendes Kammerspiel – und Kamera-Spiel: Denn Meister der Linse Benoît Delhomme ist einer der Stars in diesem Vietnam-Nostalgie-Film. Wunderschön stimmige Bilder, erdige Farbkompositionen, endlose lässige Kamerafahrten durch loftig-luftig-tropische Wohnhäuser, sinnliches Tasten über Deko-Details und…

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Rezension iranischer Ehe-Film: Nader und Simin – Eine Trennung (2011) – 8 Sterne

Man sieht praktisch kein Lächeln. Abgesehen von ein bisschen Radio gibt es keine Filmmusik, außer beim Abspann, und die klingt dann falsch süßlich. Es gibt nichts Schönes und keine reinen Farben: Alles erscheint blass grau, dreckig beige, stumpf grünlich, oft etwas verwaschen-verkommen. Alltag in einer anstrengenden Stadt: In dieser freudlosen Kulisse inszeniert Autor und Regisseur…

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Rezension Afrika-Reisebericht: Show Me the Magic: Travels Round Benin, von Annie Caulfield (2002) – 8/10

Annie Caulfield hat ein Talent für humorige, kurzweilige Reisebeschreibung (immerhin verfasst Caulfield auch Ratgeber für Reise- und Radioautoren). Caulfield beweist einen genauen, liebevollen Blick für eigenwillige Typen und wunderliche Sprache, und Benins erstaunliche Bräuche (Voodoo, Vielweiberei, krakeelende Lokalmonarchen) beschreibt sie ohne mit der Wimper zu zucken. Auch ihre eigenen Bräuche verschweigt Caulfield nicht: mit Trinkgeldern…

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Rezension Damenhockey-Bollywood: Chak De! India (2007, mit Shah Rukh Khan; mit Video) – 8 Sterne

„Chak de! India“ kommt aus Bollywood, genauer: von den reichen und für opulent operettenhafte Inszenierungen bekannten Yash-Raj-Studios (YRF), produziert von Erfolgsmann Aditya Chopra. Bei dieser Herkunft erscheint „Chak de“ sehr ungewöhnlich: es gibt keine Tanzeinlagen es gibt keine Liebe kein Schauspieler sieht sonderlich gut aus es gibt keine schicken Locations, die Schlafzellen und Umkleidekabinen schrecken…

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Rezension US-Indien-Roman: Der Namensvetter, von Jhumpa Lahiri (2003) – 8 Sterne

Lahiri macht fast alles richtig, da sitzt jedes Wort. Stimmungen und Szenen erscheinen glasklar, es gibt keinen Misston und kein pompöses Wortgeklingel aus dem Creative Writing-Kurs (ich hatte das englische Original, The Namesake). Souverän, wie die Autorin in ihrem Debutroman einzelne Szenen und Gefühle vertieft, dann Jahre überspringt, aber wiederholt auch zurückblendet – und alles…

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Rezension nostalgischer Sizilien-Spielfilm: Cinema Paradiso (1988) – mit Trailer – 8 Sterne

Ja, wirklich wundervoll. Der wahre Star ist Kameramann Blasco Giurato: wundervolle Bilder, Schwenks, Schärfeverlagerungen (focus pulls), Farbharmonien. Die Musik von Ennio Morricone ist überaus malerisch, klingt nicht nach Western, aber man kann sie gewiss auch kitschig finden. Liebenswert auch das Buch mit seinen unsentimental sentimentalen Sätzen. Obwohl abgehärtet von 100 Hindifilmen, den wahren Manipulateuren der…

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Rezension deutsche Iraner-Komödie: Salami aleikum (2009) – mit Trailer – 8 Sterne

Fantastische, kunterbunte Multikulturkomödie – warmherzig, charmant, politisch, satirisch, schnell, bizarr, stilistisch halsbrecherisch unberechenbar, voll verblüffender Einfälle, trockener Dialoge, schwungvoller Akteure, schmissigem Perserpop und mit einer raffiniert gestrickten Handlung, die unterschiedlichste Motive lässig zusammenführt: Zu den Themen zählen Exilpersertum, DDR-Doping, textiles Werken, Schafzucht, Ostalgie und chinesische Wirtschaftshegemonie. Wohltuend dabei: Salami (2009) ist keine „deutsche Comedy“ –…

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