Indien-Filmbuch: Slumgirl: Wie mein Traum von Hollywood wahr wurde (2009) – 5 Sterne

Rubina Ali ist eine Nette. Lebhaft und trägt das Herz auf der Zunge. Dreharbeiten und Veranstaltungen rund um den Film Slumdog Millionaire waren ein großes, buntes Abenteuer für die vormals völlig unerfahrene Grundschülerin aus einem Elendsviertel in Bombay.

Rubina Alis Bericht ist ordentlich eingedeutscht, der Ton kindlich-naiv. Man sieht geradezu die aufgeregt leuchtenden Augen der Erzählerin.

Hier erklingt nur die Stimme von Rubina Ali, keine Erklärungen, keine Hintergrundberichte:

Man hat das Bändchen in wenigen Stunden aus. Asiatische Besonderheiten gibt es ungefiltert: die Unzufriedenheit mit westlichem Essen; die Angst, allein zu schlafen und wenn, dann mit Licht; der Familiensinn; die Bedrohung durch Geister; der Regisseur heißt Onkel Danny (Boyle).

Mit ihrer leiblichen Mutter, die erst nach Rubinas Ruhm wieder auftauchte, will der Kinderstar nichts mehr zu tun haben. Rubina Ali hat jetzt ihren eigenen Schminkkoffer und kommt von Tagen auf dem Dreh oder Laufsteg mit neuen Designerkleidern heim. Sie wird Schauspielerin werden wie ihr Idol, Bollywoodstar Preity Zinta.

Der atemraubende Medienrummel nach der Oscarverleihung traf die Familie Ali offenbar praktisch unvorbereitet. Auf den letzten Seiten, es ist Mai 2009, schildert Rubina Ali eindrucksvoll noch einmal das Leben mit Ratten, Malariamücken und Dieben im Haus, mit verdreckten Gemeinschaftsklos, sogar ihr Heim wird abgerissen – alles lang nach Slumdog Millionaire.

Der Film Slumdog Millionär voll roher Gewalt ist in Deutschland ab 12 zugelassen. In USA und Indien sollen unter 17- oder 18jährige den Film nur in Begleitung Erwachsener sehen. Die kleine Rubina Ali hat den verstörenden Streifen als etwa Neunjährige gespielt und gesehen – aber natürlich immer in Begleitung Erwachsener.


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