Afrika

Romankritik. Einer von uns, von Chinua Achebe (1966, engl. A Man of the People) – 5 Sterne

Ich-Erzähler Odili Samalu ist zunächst ein kleiner Lehrer in einer privaten Dorfschule – gut gebildet zwar, doch er will mit der korrupten Staatsbürokratie im postkolonialen Nigeria nichts zu tun haben. Dann gerät Odili ins Umfeld des mächtigen, brunzdummen Kulturministers Chief the Honourable M. A. Nanga, M.P.; dessen Umtriebe, Eitelkeiten und hohlen Sprüche schildert der Ich-Erzähler…

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Kritik Afrikabuch: Die Raupenplage, von Nigel Barley (1983, engl. Plague of Caterpillars) – 7 Sterne

Routiniert spult das Afrikabuch Anekdoten, Pointen und Allgemeinplätze herunter: Ein schriller Weißer ermordet seine Katze und kocht sie. Auch Erlebnisse mit halbzahmen Affen oder Vögeln walzt Nigel Barley (*1947) breit fürs Publikum aus; sie scheinen teils fürs Buch inszeniert oder dramatisiert, auch der kackende Ziegenbock in der Lehmhütte, haha. Nigel Barly bei Amazon (Werbe-Link) Warum…

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Kritik Afrikabuch: Traumatische Tropen, Notizen aus meiner Lehmhütte. Von Nigel Barley (1983, engl. The Innocent Anthropologist) – 7 Sterne

Anekdoten, Pointen und Allgemeinplätze schnurren ab der ersten Seite gut geölt herunter. Dazu behauptet Nigel Barley in seinem Afrikabuch auch mal Widersprüchliches: Aufgebrochen sei er totally unprepared both materially and mentally for the bush und nur eine Seite später: I felt as well equipped as anyone needed to be. Selbstironie ist des Angelsachsen Pflicht, darum…

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Mitten in… Khanom, Freetown, Ko Kong

Die Rubrik Mitten in… auf der Panorama-Seite der Süddeutschen Zeitung bringt heitere Erlebnisse aus oft fernen Ländern. Da kann ich gut mithalten, also habe ich genau im Format dieser Rubrik (Stil, Textlänge, passendes Foto) auch ein paar Mitten in…-Geschichten aufgeschrieben und eingereicht. Gedruckt wurden die Anekdoten aus Thailand, Sierra Leone und Kambodscha trotzdem nicht. Hier…

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Rezension Lustiger Nigeria-Spammer-Roman: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy, von Adaobi Tricia Nwaubani (2009) – mit Video – 9 Sterne

Spannend, unterhaltsam, informativ, teils witzig. Oft pfiffig getextet, immer flüssig: Nwaubanis Erstlingsroman habe ich vergnügt fast in einem Rutsch gelesen (dt. Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy, engl. I Do Not Come to You by Chance). Es geht nicht nur um Spanner, auch wenn der Roman so vermarktet wird: Die erste Buchhälfte handelt kurzweilig von…

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Reise-Bericht: Der Traum von Afrika: Eine Frau, ein Fahrrad – die Freiheit, von Pamela Watson (1999) – 8 Sterne

Ein lebendiges, spannendes, mitreißendes Reisebuch – und dabei lustig und voll Selbstironie. Die Autorin steht zu ihren Widersprüchen und Fehlern, beschönigt nichts (soweit erkennbar). Haarsträubendes Verhalten: Ein paarmal verhält sich Watson auf ihrer Reise, die 1992 begann, denkbar bescheuert: Sie radelt unbefestigte Bergstrecken in der Regenzeit. Im muslimisch-strikten Mali steigt sie im Badeanzug in einen…

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Rezension Multikultur-Afrika-Roman: Fong and the Indians, von Paul Theroux (1968) – 7 Sterne

Kramladeninhaber Fong und seine Frau stammen aus China und sind Christen; Fongs Vermieter und Lieferant Fakhru stammt aus Indien und ist Moslem; dann gibt es noch ein paar lautmaulige Amerikaner. Und sie alle agieren in Ostafrika, in der Fremde. Schwarzafrikaner spielen in diesem Roman dennoch nur eine geringe Rolle; sie kaufen schonmal eine einzelne Zigarette…

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Rezension Diplomaten-Komödie: Der letzte Held von Afrika (1994, mit Sean Connery) – mit Trailer – 7 Sterne

Meist kurzweilig, eine deftige Satire von 1994 über hochmögende britische Botschaftsangestellte in einem fiktiven westafrikanischen Staat à la Nigeria. Häufig wirkt das Geschehen jedoch überaus unrealistisch, die Figuren derb überzogen, insbesondere einige der weißen Frauen und Botschafter Fanshawe. Die Afrikanerin Hazel erscheint im Film wesentlich vorteilhafter als im Buch – da greift wohl die politische…

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Satirischer Diplomaten-Roman rezensiert: Unser Mann in Afrika, von William Boyd (1981) – 7 Sterne

Zeitweise war ich mir nicht sicher: Ist der Autor so pubertär, oder nur seine Hauptfigur? Die niederen Gelüste des Morgan Leafy bekommen viele Zeilen in diesem Westafrika-Roman, unangenehm viele, und gelegentlich geht es sogar saftig ins Urologische – kein guter Lesestoff beim Frühstück, aber ein Anlass, bestimmte venerische Komplikationen einmal nachzuschlagen. Dann noch derbe, schnell…

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Rezension Afrika-Dokumentation: Der gekaufte Konsul – The Ambassador (2011, Regie Mads Brügger) – 7/10

Regisseur Mads Brügger reiht Klops and Klops in dieser Dokumentation, in der er selbst die Hauptfigur ist: Er besorgt sich einen liberianischen Diplomatenpass er führt sich in Bangui, Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, als angehender Konsul Liberias ein er schließt seltsame Verträge mit einem windigen Diamantenförderer er plant den Bau einer Streichholzfabrik, importiert einen indischen Streichholzfabrikexperten…

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Rezension Afrika-Korruptionskomödie: Der Hauptmann von Nakara (2011) – 5 Sterne – mit Video

Muntu wird aus dem Gefängnis entlassen. Nun will er einen Marktstand aufmachen und die zauberhafte Muna ehelichen. Doch korrupte Beamte und gierige Verwandte pressen ihm so viel Geld ab, dass Muntu wieder kriminell werden muss. Und dabei gelingt ihm ein Coup: Muntu entwendet eine Uniform und eine Sonnenbrille und kommandiert als scheinbar echter General seine…

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Afrika-Roman: Devil of a State, von Anthony Burgess (1961) – 4 Sterne

Ein paar langweilige, unsympathische Weiße arbeiten in einem kleinen afrikanischen Staat in den 50er Jahren. Einheimische kommen nur am Rand vor, als Taxifahrer, Prostituierte, Sultan oder Menschenfresser. Burgess schreibt hier über seine persönlichen Brunei-Erfahrungen, verlegte die Handlung aber aus Angst vor Verleumdungsklagen nach Ost-Afrika. In seiner Autobiographie Little Wilson and Big God sagt Burgess, dass…

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Rezension Sierra Leone-Bericht: Green Oranges on Lion Mountain, von Emily Joy, fast identisch mit What for Chop Today: Her Mission was to Save Lives, von Gail Haddock bzw. (2001) – 8 Sterne

Dieser Sierra Leone-Bericht erschien fast identisch zweimal mit zwei verschiedenen Titeln und Autorennamen: Zuerst: What for Chop Today: Her Mission Was to Save Lives, von Gail Haddock (das ist ihr richtiger Name) Und dann: Green Oranges on Lion Mountain, von Emily Joy (später erschienen unter Pseudonym, Sierra Leone wird in Lion Mountain übersetzt, mit Nachträgen,…

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Nigeria-Roman: Toads for Supper, von Vincent Chukwuemeka Ike (1965) – 6 Sterne

Adami ist Top-Student in der Stadt und auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Da tritt Sweetie aus Lagos auf den Plan, und Adami vergisst glatt, dass er schon im Dorf verlobt ist: The sight of a charming girl dressed only in a pair of earrings was a bit too much for him. Ganz zu schweigen…

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Rezension Afrikabericht: French Lessons in Africa: Travels with My Briefcase Through French Africa, von Peter Biddlecombe (1992) – 7 Sterne

Der unterhaltsame Band endet etwa 1993, als Mobutu Sese Seko noch für Schlagzeilen sorgte. Biddlecombe berichtet rund 50 Seiten lang aus jedem Land Französisch-Afrikas. Viele Begegnungen: Dabei sind die Kapitel sehr unterschiedlich aufgebaut, folgen keinem festen Schema. Mitunter beginnt Biddlecombe mitten in einem Länderkapitel mit ausgedehnten Schwenks und Vergleichen zu anderen Ländern. In „Senegal“ kommentiert…

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Schwarzer Humor: Afrika zum Lachen. Witzige Bücher und Filme. Diese Spammer und Diplomaten machen Laune:

Nigeria-Spammer-Roman: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy, von Adaobi Tricia Nwaubani (2009) Reise-Bericht quer durch: Der Traum von Afrika: Eine Frau, ein Fahrrad – die Freiheit, von Pamela Watson (1999) Diplomaten-Doku-Farce Zentralafrika: Der gekaufte Konsul – The Ambassador, von und mit Mads Brügger (2011) Und: Liste aller lustigen Bücher und Filme aus Afrika

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