3 Sterne

Bollywood-Oldie: Roti Kapada Aur Makan (1974, mit Amitabh Bachchan) – 3 Songs – 3 Sterne

Extrem pathetischer, patriotischer, humorfreier Schinken voller Pathos und mit einer einmalig melo-dramatischen letzten halben Stunde. Manoj Kumar (Autor, Regisseur, Produzent, Hauptdarsteller, Schnitt) prangert die gesammelten Missstände im Lande Hindustan verbissen an. Schwarzweißmalerei pur. Die Schicksale sind maximal bitter, und doch kommt es immer noch schlimmer. Der Bösewicht und der ihn verfolgende, brave Polizist aus einer…

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Bollywood-Romanze: Kyun! Ho Gaya Na … und unsere Träume werden wahr (2004, mit Aishwarya Rai, Vivek Oberoi, Amitabh Bachchan; mit Trailer & 4 Songs) – 3 Sterne

Der Film beginnt mit wilder Rallye-Action. Seht, spricht der Regisseur, hier kommt Vivek Oberoi als kerniger Jüngling, der „Liebe und Verlieren“ aus seinem Wortschatz gestrichen hat. Und, wie macht sich Vivek Oberoi als Supermann? Milchbart Oberoi überzeugt keine Sekunde, da mag ihn die Regie auch noch so heroisch inszenieren, mit Hubschraubern und Sonnenbrillen dekorieren. Gänzlich…

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Japan-Deutschland-Spielfilm: Erleuchtung garantiert (1999, mit Uwe Ochsenknecht; Regie Doris Dörrie; mit Trailer) – 3 Sterne

Doch, der Film hat ein paar nette Momente. Immer dann, wenn die zwei ungleichen Brüder mal schweigen und einfach nur da sind, zum Beispiel zeltend in der Tokioter Innenstadt. Doch überwiegend schwafelt man hohles Zeug, impromptu aus dem Stegreif, stotternd, nach Begriffen und Inhalten suchend, eingestreut wolkig Weises aus dem Zen-Büchlein. Die Schauspieler haben nach…

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Kino-Buch: My Movie Business: Mein Leben, meine Romane, meine Filme (1999), von John Irving – 3 Sterne

Nun ja. Das ist also von John Irving? So un-organisiert, so un-unterhaltsam? Ich hätte nicht gedacht, dass der Dozent für „Creative Writing“ so etwas wenig Strukturiertes wie „My Movie Business“ abliefert. Und nicht mal für einen deutschen Titel hat es gereicht (ich hatte wohlgemerkt die deutsche Ausgabe). Darum geht es im Buch: Die meisten Kapitel…

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Westafrika-Roman: The African, von William Conton (1960) – 3 Sterne

Autor Conton war Akademiker, Institutsleiter, Lehrer und Gelehrter, und so wusste er: jeder muss ihm zuhören, auch wenn er langweilt. Also müht sich der Verfasser nicht um Leserfreundlichkeit, auch nicht in diesem „Roman“. Ödes Geschwafel: Vor allem der erste Buchteil wirkt weitschweifig, überladen mit Verallgemeinerungen, Besserwissereien und wohlfeilen Phrasen. Dieser Abschnitt klingt wie eine flüchtig…

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Japan-Roman: Die Journalistin, von Saiichi Maruya (1993) – 3 Sterne

Der Ton: salopp und launig. Das wirkt zeitweise unterhaltsam („angetüterte Quasselstrippe“), aber nicht immer angemessen („der reinste Schwachsinn…, eine Frau mit Husserl vollzulabern“) und man fragt sich, ob der Autor im Original ähnlich umgangssprachlich schwadroniert. Öfter lappt es vom Saloppen ins Nachlässige: einmal schreibt die Journalistin etwas am Laptop, doch dann redet der deutsche Text…

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Roman: Der irdische Amor, von Hans-Ulrich Treichel (2002) – 3 Sterne

Lange habe ich keinen Roman in deutscher Sprache, von einem deutschen Autor gelesen. Denn mein Klischee war immer: Die Deutschen schreiben nur über Schreibblockaden in Berlin, über Selbstbefriedigung und pubertäre Erektion, zwingen verkrampft ihre eigene ephemere Biographie ins Buch – ohne den Willen zu unterhalten und eine stringente Geschichte zu erzählen, ohne mal jenseits des…

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US-Italien-Spielfilm: Unter der Sonne der Toskana (2003) – mit Trailer – 3 Sterne

Grob zusammengeschusterte Komödie, die Logiklöcher mit fetten Klischees gestopft; ungeniert garniert mit Musiksülze, Dialogschmalz und platt ausgewalzten Weisheiten. Ich mag auch gern Fluff und Italien, aber das ist hier schlimmer als Puppenstube, Ken und Barbie in Siena. Ein paar halbflotte Sprüche v.a. im USA-Teil und eine ganz nette Diane Lane in der Hauptrolle.

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Deutscher Spielfilm: Schlussmacher (2013, mit Matthias Schweighöfer) – mit Trailer – 3 Sterne

Sehr pubertäre, sehr peinliche Komödie, massiv klischiert, Witze auf Kosten von Minderheiten und Dicken. Die Handlung aus mehreren Strängen angestrengt zusammengezwirbelt, viele Figuren viel zu übertrieben dargestellt, einzig Schweighöfer selbst hat mir gefallen.

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Marokko-Spielfilm: WWW What a Wonderful World (2006; mit Trailer) – 3 Sterne

Spröde, unsympathische Außenseiter und Einzelgänger in einer spröden, verkommenen Vorortwüste zu lässiger Musik. Ein paar eigenwillige, aber auch gedehnt manirierte Kameraeinstellungen. Dreckige Farben aus der Postproduction. Eine bizarr fantasierte Liebesgeschichte und eine widerlich blutrünstige Szene. Absurdes Theater.

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Buch: Der arbeitslose König. Maghrebinische Märchen, 1983, von Gregor von Rezzori – 3 Sterne

Das erste Märchen erstreckt sich in sieben Kapiteln über knapp 80 Seiten und handelt von einem König, der aus lauter Gefräßigkeit das teure Silberbesteck zusammen mit dem Essen verschluckt; aus Kostengründen isst er alsdann mit den Händen, verschluckt dabei aber seine Faust und nagt später seine Finger mit ab; beim Spähen in den Kopftopf verliert…

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