Deutschland-Film

Rezension deutscher TV-Spielfilm: Beinahe Schwägereltern, mit Barbara Meier, 2015 – 4 Sterne – mit 4 Videos

Laila und David wollen heiraten, und zwar im schicken Landhotel von Davids Eltern. Da kommt heraus: David hatte gerade eine Affäre ausgerechnet mit der Hochzeitsplanerin (GNTM-Star Barbara Meier, persönlichkeitsfrei, Video ganz unten). Weitere Probleme der Schwäger- oder Schwiegereltern kommen dazu, und sie werden meist verschwiegen, man erwartet die Auflösung sehnlichst: Brustkrebsdiagnose, Scheidungswunsch, Jobverlust, verheimlichte Elternschaft,…

TV-Bericht: Peter Maffay – Auf dem Weg zu mir (ARD 2014) – 4 Sterne

Embedded mit Peter MaffayDie Kamera begleitet Peter Maffay 2013 bei Bandproben, Konzerten, Videoaufnahmen und beim Besuch seiner Stiftung in Rumänien. Neben Maffay hören wir vor allem seine Frau Tania und seinen Gitarristen Peter Keller. Die ARD schreibt über ihren Film: „Regisseur und Musikveteran Hannes Rossacher kennt Maffay seit den späten 70er-Jahren persönlich und schafft auch…

Deutsche Komödie: Im Himmel ist die Hölle los (1984) – mit Trailer – 2 Sterne

Der Film ist so schrill überzogen, dass alles schnell beliebig wirkt und den Anschluss an jede Realität verliert. Die Liedchen klingen nach Plastikbontempiorgel. Viele Kulissen wirken äußerst billig, ich weiß nicht, ob dieser Eindruck bewusst erzeugt wird. Als Kurzfilm aus dem Freundeskreis wäre es ein netter Gag, in Spielfilmlänge und als ZDF-Koproduktion ermüdet es. Die…

Deutsche Komödie: Mr. Bluesman (1993, Regie Sönke Wortmann) – 4 Sterne

Brutal banalMir tut Kameramann Wolfgang Dickmann leid. Vor allem im ersten Filmteil zeigt er viele schöne Einstellungen, interessante Perspektiven. Doch wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein: Weil alle nur nach den drallen Kurven der Deborah Falconer jiepern. Haben sie sich daran sattgesehen, fällt ihnen das ungemein platte, klischeeübersättigte Drehbuch auf – und die Lästerei beginnt. Dafür…

Deutsche Komödie: Der bewegte Mann (1994, mit Til Schweiger) – mit Trailer – 5 Sterne

Nackter Mann im Schrank, ho-ho Klischierte Witze über vegetarische Schwule und blasierte Männergruppen im Ikea-Ambiente; die eine Frau ein hysterisches Blondchen, trotz aller Demütigung immer zur Versöhnung bereit mit dem promisken Kindsvater; die andere Frau auch ein Blondchen, sie aber endlosbeinig nymphoman; pubertär stolz herausgeschmetterte Tabuwörter: Der bewegte Mann trägt’s knüppeldick auf und wird zum…

TV-Doku: Indiens ungewollte Töchter, mit Markus Lanz – 6 Sterne

Indische Dorfbewohner berichten, warum Inder manchmal  neugeborene Mädchen töten. Wir sehen auch Frauen, deren neugeborene Töchter ermordet wurden, und die Markus Lanz intensiv darüber befragt. Einige Männer erzählen der Kamera, dass sie selber Töchter umbrachten. Der Bericht entstand im Frühjahr 2012 und lief erstmals am 27. November 2012 im ZDF. Rosi Gollmann von der Andheri-Hilfe dient…

TV-Doku: Deutschtürken – Zwei Herzen in der Brust – 6 Sterne

Die TV-Doku vom 19.Juli 2014 begleitet mehrere junge Türken bei Türkeireisen (vor allem in Istanbul und Umgebung), zeigt sie aber auch in Deutschland. Der Bericht soll noch bis 19.Juli 2015 online zu sehen sein: Den Film ansehen in der ARD-Mediathek Ich bin dem Bericht interessiert gefolgt, habe aber auch ein paar Einwände: Zu Beginn des…

Deutschland-Japan-Spielfilm: Kirschblüten – Hanami (2008, Regie Doris Dörrie, mit Elmar Wepper, Hannelore Elsner) – 4 Sterne

Küssende Lesben. Entblößte Prostituierte. Ein Alter mit einer obdachlosen jungen Asiatin. Ein Alter in Frauenkleidern, rot-weiß geschminkt am See tanzend. Eine junge Asiatin, die Knochen des verstorbenen Alten im Krematorium per Essstäbchen jonglierend. Auch das ist „Hanami“. Nichts bleibt erspart. Der Beginn in Bayern und Berlin gefiel mir: Bayern, Berlin, Tokio: Wie schon in Erleuchtung…

Deutscher Spielfilm: Schloß Gripsholm (1963, Regie Kurt Hoffmann, mit Walter Giller, Nadja Tiller) – 4 Sterne

Harmlos flachEin harmloses, verharmlosendes Vergnügen – auch wenn man die exzellente Buchvorlage von Kurt Tucholsky gar nicht berücksichtigt: Jana Bre(j)chová gibt „Lydia“ als mild exaltiertes, aber durchaus selbstbewusstes Dummchen, das wie ein Baby ihren Galan Kurt penetrant mit „Daddy“ an- und von sich selbst in der dritten Person redet. Ihr Plan: die Heirat mit Kurt.…

Japan-Deutschland-Spielfilm: Erleuchtung garantiert (1999, mit Uwe Ochsenknecht; Regie Doris Dörrie; mit Trailer) – 3 Sterne

Doch, der Film hat ein paar nette Momente. Immer dann, wenn die zwei ungleichen Brüder mal schweigen und einfach nur da sind, zum Beispiel zeltend in der Tokioter Innenstadt. Doch überwiegend schwafelt man hohles Zeug, impromptu aus dem Stegreif, stotternd, nach Begriffen und Inhalten suchend, eingestreut wolkig Weises aus dem Zen-Büchlein. Die Schauspieler haben nach…

Spielfilm Algerierin in Deutschland: KussKuss – Dein Glück gehört mir (2005) – 5 Sterne

Ein interessantes Thema, eine witzige Konstellation, und die Hauptdarsteller agieren natürlich und locker. Doch das Buch taugt nichts. Die Fremdsprachenkenntnisse aller Akteure schwanken dramatisch, je nach dramaturgischer Erfordernis. Passt Nicht-Verständigen-können gerade gut in die Handlung, versiegen die Fremdsprachenkenntnisse ganz, und nicht einmal durch Gesten lässt sich so etwas Elementares wie Trinken/Durst andeuten. Achja, sind Akademiker…

Deutscher Spielfilm: Das allerbeste Stück (2004) – 5 Sterne

Doreen Jacobi hat ein paar zauberhafte Momente, ansonsten sind’s Klischees satt und ein völlig unambitioniert zusammengeschustertes Drehbuch, das selbst unter niedrigen Privatsenderschwellen mühelos aufrecht hindurchspaziert (Regie Matthias Kopp, mit Jan Sosniok, Doreen Jacobi, Rita Lengyel). Keine Ahnung, warum mich die Komödie nun doch halbwegs unterhalten hat. Vielleicht, weil es mit Kincades Super-Oldie Dreams Are Ten…

Spielfilm: Die Liebe der Kinder (2009; mit Trailer) – 5 Sterne

Eigentlich schön gespielt, vor allem von Hauptdarstellerin Marie-Lou Sellem. Schön langsam und ruhig, unaufdringlich bundesdeutsch atmosphärisch, ohne Zeitgeist-Schickimicki und latte to go. Nur: Im Film kommen mehrere Paare zusammen, und man spürt nicht die geringste Anziehungskraft. Die danach entstehenden Konflikte lassen sich leicht nachvollziehen – aber warum die Figuren überhaupt zueinanderfanden, das bleibt unklar.

Komödie: Das Superweib (mit Veronica Ferres; mit Trailer) – 5 Sterne

Tiefgangfreies Logikloch-Hopping, unbekümmert, mild erheiternd, mitunter platt satirisch, die Akteure haben sich beim Dreh bestimmt selbst auf die Schenkel geklopft; die Namen der Filmfiguren sind fast so banal wie die der Charaktere in Hera-Lind-Romanen. Schön gefilmt und leichte Kost zwischendurch, immerhin weniger vulgär als aktuelle Comedy oder Rossini, nur der zwanghafte Blick auf die Ferresbeine…