Westlich

Kritik US-Musical: Funny Girl (1968, mit Barbra Streisand, Omar Sharif) – 5 Sterne

Angenehm: Barbra Streisand spielt teils sensibel, verletzlich und sieht immer gut aus dabei ein paar schöne Bigband-Musical-Nummern Weniger überzeugend: Streisand spielt teils albern, teils frech, teils schüchtern, ihre drastischen Verhaltensänderungen sind kaum zu erklären, ebenso ihr steiler Aufstieg im Showbusiness; aber für das Drehbuch muss es halt sein (vielleicht kann man von einem Musikfilm namens…

US-Spielfilm: So wie wir waren (1973, The Way We Were, mit Barbra Streisand, Robert Redford) – mit Trailer – 5 Sterne

So viel war da gar nichtBarbra Streisand spielt sehr intensiv, menschlich, verletzlich, der Zuschauer ist ihr sehr nah, zufällig sieht sie auch noch gut aus. Umgekehrt Robert Redford: stoisch ungerührt trägt er eine Uniform nach der anderen durch den plüschig-nostalgischen Filmset; als blonder Kleiderständer mit Militär-Chic hätte er auch dem transatlantischen Kriegsgegner gefallen (dt. So…

Griechenland-Loser-Film: Kleine Wunder in Athen (2009) – mit Trailer – 3 Sterne

Trostloser als das Leben: Loser an einer Straßenecke in AthenWie so oft fasst Variety meine Eindrücke in perfekt sitzende Worte: „A weak comedy with few laughs and little insight… a strictly smallscreen format… anemic script… visuals are uniformly flat.“ Die Figuren sehen so trostlos und armselig aus wie die Kreuzung, an der sie wohnen und…

Italien-Nostalgie-Film: Baarìa (2009, Regie Guiseppe Tornatore) – mit Trailer – 5 Sterne

Hartes Leben in HonigfarbenDie Bilder schwelgen in nostalgisch verklärenden Goldtönen. Komponist Morricone schwelgt tremolierend im Streicherhimmel. Die Hauptdarsteller sind herb-schön, mit Betonung auf schön. Die monatelang in Tunesien erbauten Kulissen wirken wie: Kulissen. Willkommen in der Disneyland-Sonderschau „Nostalgia Siciliana“. Hart, aber gülden: Das Leben im Sizilien der 20er bis 70er Jahre erscheint hart, aber dabei…

US-Musik-Spielfilm: Grease (1978, mit John Travolta, Olivia Newton-John) – Trailer & 3 Songs – 5 Sterne

Tumbe Vorstadtstenze lassen den Macker raushängen; schrille High-School-Zicken riechen durch die Leinwand hindurch nach billigem Parfüm; Prolls soweit das Drehbuch reicht, Selbstironie Fehlanzeige, Charme Mangelware, ordinär ist schick, vulgär noch schicker. Die Musik klingt zeitweise schwungvoll, aber über Strecken auch völlig belanglos; John Travolta wirkt wie die Karikatur einer Parodie seiner selbst. Einige schöne Massentanz-Szenen…

Romantische Komödie: Pretty Woman (1990, mit Julia Roberts, Richard Gere) – 3 Szenen – 5 Sterne

Episodenreigen mit vielen Klischees Richard Gere grinst 120 Minuten lang ölig-versonnen, während Julia Roberts sehr lebhaft und sympathisch agiert (nebenbei, sie sieht Klasse aus). Der Film tischt gnaden- und humorlos ein Luxusklischee nach dem anderen auf (Prada-Laden, Gucci-Laden, Reitbahn, Luxussuite, Privatjet, teure Straßennamen, Stretchlimousinen). Die Geschichte ist völlig unrealistisch (superreicher Investor gabelt hässliche Straßendirne auf,…

Spielfilm: Über den Dächern von Nizza (1955, mit Cary Grant, Grace Kelly, Regie Alfred Hitchcock) – mit Trailer – 5 Sterne

Ganz unterhaltsam. Die Schmonzette läuft halbwegs zügig durch, nur einige Dialoge gerieten zu lang, trotz teils knackiger Wortwechsel (und dick aufgetragener Anzüglichkeiten). Die Verfolgungsjagden aus Hubschrauberperspektive unterhalten und liefern tolle Côte d’Azur-Kulisse. Etwas unrealistisches Ambiente: Allerdings wirkt das Ganze etwas unrealistisch, die Hauptdarsteller etwas puppig, das Ambiente allzu studio, zu technicolor. Das gilt besonders für…

TV-Doku: Deutschtürken – Zwei Herzen in der Brust – 6 Sterne

Die TV-Doku vom 19.Juli 2014 begleitet mehrere junge Türken bei Türkeireisen (vor allem in Istanbul und Umgebung), zeigt sie aber auch in Deutschland. Der Bericht soll noch bis 19.Juli 2015 online zu sehen sein: Den Film ansehen in der ARD-Mediathek Ich bin dem Bericht interessiert gefolgt, habe aber auch ein paar Einwände: Zu Beginn des…

Kauderwelsch-Sprachführer: Reise Know-How Hindi für Bollywoodfans – 5 Sterne

Mehr Plauderei als SprechkundeAutor Daniel Krasa liefert eher ein Bollywood-Sachbuch in lieblosem Deutsch mit eingestreuten Hindi-Lektionen und wenigen, ausgesprochen schlecht reproduzierten Schwarzweißbildern (ich hatte die Ausgabe von 2007). Für die Reise eignet sich das Bändchen also definitiv nicht. Nur das Grammatik-Kapitel (rund 14 von 190 kleinformatigen Seiten) konzentriert sich ganz auf die Sprache. Dazu kommen…

Deutscher Spielfilm: Schloß Gripsholm (1963, Regie Kurt Hoffmann, mit Walter Giller, Nadja Tiller) – 4 Sterne

Harmlos flachEin harmloses, verharmlosendes Vergnügen – auch wenn man die exzellente Buchvorlage von Kurt Tucholsky gar nicht berücksichtigt: Jana Bre(j)chová gibt „Lydia“ als mild exaltiertes, aber durchaus selbstbewusstes Dummchen, das wie ein Baby ihren Galan Kurt penetrant mit „Daddy“ an- und von sich selbst in der dritten Person redet. Ihr Plan: die Heirat mit Kurt.…

James-Bond-Film: Leben und sterben lassen (1973, mit Roger Moore) – mit Trailer – 5 Sterne

Der 73er ist sicher einer der schwächsten James Bonds: Wenig und/oder mickrige Action, dafür reichlich plumpe Anmachsprüche, esoterisches Tarotgeschwafel und absurder Sandkastenvoodoo. Pappkulissen und ein schmerzhaft grenzdebiler Sheriff erinnern an unterfinanzierte Bollywood-Produktionen der 60er. Alles wirkt fast wie eine Parodie, aber hilflos nonchanlancefrei. Kaum coole Einzeiler. (Mit Roger Moore, Yaphet Kotto, Jane Seymour, Regie Guy…

Spielfilm Algerierin in Deutschland: KussKuss – Dein Glück gehört mir (2005) – 5 Sterne

Ein interessantes Thema, eine witzige Konstellation, und die Hauptdarsteller agieren natürlich und locker. Doch das Buch taugt nichts. Die Fremdsprachenkenntnisse aller Akteure schwanken dramatisch, je nach dramaturgischer Erfordernis. Passt Nicht-Verständigen-können gerade gut in die Handlung, versiegen die Fremdsprachenkenntnisse ganz, und nicht einmal durch Gesten lässt sich so etwas Elementares wie Trinken/Durst andeuten. Achja, sind Akademiker…

Spielfilm: Matador (1986, Regie Pedro Almodóvar) – mit Trailer) – 5 Sterne

Starke Bilder, markante Gesichter, Spanien, beflissener Tabubruch: Pedro Almodóvar. Nebenbei ein mittelspannender Krimi. Sekundenweise immer wieder blutrünstige Gewalt. Einige Figuren wirken leicht schräg, die anderen völlig neben der Spur; alle spielen aber mit, wortwörtlich, tödlichem Ernst. Letzlich ein Film aus einer Parallelwelt (mit Assumpta Serna, Antonio Banderas, Nacho Martínez).

James-Bond-Film: Lizenz zum Töten (1989, mit Timothy Dalton) – mit Trailer – 5 Sterne

Insgesamt wirkt dieser Bond etwas spießig, nicht zuletzt wegen des hölzern oberschülerhaften, humorlosen Timothy Dalton in der Hauptrolle und weil dieser zusammen mit Q und Pam Bouvier so eine traute Kleinfamilie abgibt; Carey Lowell spielt die Bouvier zudem zeitweise zu naiv-trotzig. Sadistische Morde, die ich nur mit geschlossenen Augen überlebte. Schön choreographierte Abläufe und Kamerafahrten…

US-Musikfilm: Laurel Canyon (2002; mit Trailer) – 5 Sterne

Einige schön gefilmte Szenen aus dem Musikerleben im berühmten Laurel Canyon nahe Hollywood. Einige gute Schauspieler, andere wirken blass und mechanisch. Aber der Musikfilm hat wenig Handlung und viel Psychogerede, die atmosphärischen Abschnitte wirken wie Alkoholwerbung, die mehrfache Wandlung der Hauptfigur Alex kommt abrupt und unglaubwürdig. Die exzellente Frances McDormand erscheint zu jung als Film-Mutter…

Spielfilm: Die Liebe der Kinder (2009; mit Trailer) – 5 Sterne

Eigentlich schön gespielt, vor allem von Hauptdarstellerin Marie-Lou Sellem. Schön langsam und ruhig, unaufdringlich bundesdeutsch atmosphärisch, ohne Zeitgeist-Schickimicki und latte to go. Nur: Im Film kommen mehrere Paare zusammen, und man spürt nicht die geringste Anziehungskraft. Die danach entstehenden Konflikte lassen sich leicht nachvollziehen – aber warum die Figuren überhaupt zueinanderfanden, das bleibt unklar.

Spielfilm: Der letzte Tango in Paris (1972, mit Marlon Brando; mit Trailer) – 4 Sterne

Dies bitte nicht lesen, ich bin Kunstbanause. Aber sagen kann ich doch, dass Brando exzellent spielt: So einen greinend selbstsüchtigen, arroganten, verächtlichen, widerwärtigen Drecksack habe ich im Film noch nicht gesehen; und dann auch noch mit Kaugummi. Maria Schneider ist zwischendurch menschlich und hübsch, gleicht die bohrende Pein durch die Brando-Figur aber nicht aus. Auch…

Kritik Action-Komödie: Taxi (1998) – 4 Sterne – 1 Video

Ein Taxifahrer in Marseille, der gern Rennfahrer wäre, muss einen Polizisten ohne Führerschein chauffieren. Gejagt wird eine deutsche Räuberbande in roten Mercedessen. Pubertär: Die Action-Komödie mit zwei drögen Jungmännern in der Hauptrolle wirkt pubertär, psychologiefrei, baut auf platte Witze und dralle Frauen. Die Handlung stolpert von Episode zu Episode, ist insgesamt an den Haaren herbeigezogen,…