Annehmbar

Deutsche Komödie: Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1997, mit Götz George, Veronica Ferres; mit Trailer) – 6 Sterne

Zeitweise lässige, gutaussehende deutsche Schauspieler mit zeitweise lässigen Dialogen. Götz George besonders markant. Interessante Gruppenchoreographie im Lokal bei gleichzeitig wandernder Kamera. Aber der ganze Film spielt weitgehend in einem einzigen Raum weitgehend zur immergleichen Tageszeit – auch wenn die Kamera noch so gut ist, es langweilt. Die Autoren suhlen sich hormongesteuert präpubertär stolz in herausgebrüllten…

Deutscher Spielfilm: Unter dir die Stadt (2010) – 6 Sterne

Eine kalte, gefühlsbereinigte Welt in Grau-Tönen. Die Sterilität im Bankenwesen erinnert deutlich an die Büro-Doku Work Hard – Play Hard, bis hin zu den langen Einstellungen und den ruhigen, gleichmäßigen Kamerafahrten. Die Musik klingt zu aufdringlich dramatisch. Die Handlung ist reizvoll und hat mich gefesselt, auch wenn ich die Motive teils nicht verstanden habe. Auch…

Deutscher Spielfilm: Monogamie für Anfänger (2008) – 6 Sterne

Eigentlich ein schöner Film mit schöner Kamera, interessanten Denkanstößen und ein paar pfiffigen Ideen. Doch Martin Glade spielt zu riesenbabyhaft-überdeutlich-naiv, die Musik klingt zu oft zu beliebig, die Neues-Berlin- und Jungverheirateten-Loft-Romantik ist abgehangen, die Dialoge wirken mitunter oberlehrerhaft und auch die aufkeimende Hoffnung auf ein genre-untypisches, realistisches Finale enttäuschen die Filmemacher. Sprachlich könnte es einen…

Deutsche Komödie: Männerpension (1996, mit Til Schweiger) – mit Trailer – 6 Sterne

Amüsante, staubtrockene Käuze im Knast und draußen vor dem Tor. Paar coole Sprüche und Blicke, typisch für den frühen Regisseur Detlev Buck. Til Schweiger ideal besetzt als Nerv-Macker. Heike Makatsch als lispelndes, blondiertes Dummchen verschenkt. Die Handlung letztlich etwas pubertär auf Klamauk getrimmt und derb unrealistisch, wie ein exzellent produzierter Schülerspaß.

Deutschland-Doku: Deutschland von oben (2012; mit Trailer) – 6 Sterne

Blauer Himmel, kreiselnde Kameras, seifige Musik, dräuende Texte mit dito Stimme – das ist Deutschland à la ZDF. Luftbilder sehen ohnehin immer gut aus. Und wenn sie mal am Boden aufnehmen, dann aus Untersicht, mit Gegenlicht oder niedliche Robbenbabys. Jedes zweite Land erscheint mit diesen Tricks noch besser als DE. Ja, schon, informativ – aber:…

Rezension Proll-Komödie: Türkisch für Anfänger (Kinofilm, 2012) – 4 Sterne – mit Video & Links

Ein paar Prollteens stranden auf einer einsamen Tropeninsel, zufällig zwei Jungs und zwei Mädels. Sie giften sich an, sie prollen, und dann nimmt die Natur ihren Lauf. In einer Nebenhandlung kommen sich auch die Eltern der Youngster näher. Alles ist denkbar überdreht, unrealistisch, unpolitisch, nicht multikulturell und erinnert an Komödienstadl. Keine große Handlung, eher eine…

Rezension deutscher TV-Spielfilm: Beinahe Schwägereltern, mit Barbara Meier, 2015 – 4 Sterne – mit 4 Videos

Laila und David wollen heiraten, und zwar im schicken Landhotel von Davids Eltern. Da kommt heraus: David hatte gerade eine Affäre ausgerechnet mit der Hochzeitsplanerin (GNTM-Star Barbara Meier, persönlichkeitsfrei, Video ganz unten). Weitere Probleme der Schwäger- oder Schwiegereltern kommen dazu, und sie werden meist verschwiegen, man erwartet die Auflösung sehnlichst: Brustkrebsdiagnose, Scheidungswunsch, Jobverlust, verheimlichte Elternschaft,…

TV-Bericht: Peter Maffay – Auf dem Weg zu mir (ARD 2014) – 4 Sterne

Embedded mit Peter MaffayDie Kamera begleitet Peter Maffay 2013 bei Bandproben, Konzerten, Videoaufnahmen und beim Besuch seiner Stiftung in Rumänien. Neben Maffay hören wir vor allem seine Frau Tania und seinen Gitarristen Peter Keller. Die ARD schreibt über ihren Film: „Regisseur und Musikveteran Hannes Rossacher kennt Maffay seit den späten 70er-Jahren persönlich und schafft auch…

Deutsche Komödie: Mr. Bluesman (1993, Regie Sönke Wortmann) – 4 Sterne

Brutal banalMir tut Kameramann Wolfgang Dickmann leid. Vor allem im ersten Filmteil zeigt er viele schöne Einstellungen, interessante Perspektiven. Doch wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein: Weil alle nur nach den drallen Kurven der Deborah Falconer jiepern. Haben sie sich daran sattgesehen, fällt ihnen das ungemein platte, klischeeübersättigte Drehbuch auf – und die Lästerei beginnt. Dafür…

Deutsche Komödie: Der bewegte Mann (1994, mit Til Schweiger) – mit Trailer – 5 Sterne

Nackter Mann im Schrank, ho-ho Klischierte Witze über vegetarische Schwule und blasierte Männergruppen im Ikea-Ambiente; die eine Frau ein hysterisches Blondchen, trotz aller Demütigung immer zur Versöhnung bereit mit dem promisken Kindsvater; die andere Frau auch ein Blondchen, sie aber endlosbeinig nymphoman; pubertär stolz herausgeschmetterte Tabuwörter: Der bewegte Mann trägt’s knüppeldick auf und wird zum…

TV-Doku: Indiens ungewollte Töchter, mit Markus Lanz – 6 Sterne

Indische Dorfbewohner berichten, warum Inder manchmal  neugeborene Mädchen töten. Wir sehen auch Frauen, deren neugeborene Töchter ermordet wurden, und die Markus Lanz intensiv darüber befragt. Einige Männer erzählen der Kamera, dass sie selber Töchter umbrachten. Der Bericht entstand im Frühjahr 2012 und lief erstmals am 27. November 2012 im ZDF. Rosi Gollmann von der Andheri-Hilfe dient…

TV-Doku: Deutschtürken – Zwei Herzen in der Brust – 6 Sterne

Die TV-Doku vom 19.Juli 2014 begleitet mehrere junge Türken bei Türkeireisen (vor allem in Istanbul und Umgebung), zeigt sie aber auch in Deutschland. Der Bericht soll noch bis 19.Juli 2015 online zu sehen sein: Den Film ansehen in der ARD-Mediathek Ich bin dem Bericht interessiert gefolgt, habe aber auch ein paar Einwände: Zu Beginn des…

Deutscher Spielfilm: Schloß Gripsholm (1963, Regie Kurt Hoffmann, mit Walter Giller, Nadja Tiller) – 4 Sterne

Harmlos flachEin harmloses, verharmlosendes Vergnügen – auch wenn man die exzellente Buchvorlage von Kurt Tucholsky gar nicht berücksichtigt: Jana Bre(j)chová gibt „Lydia“ als mild exaltiertes, aber durchaus selbstbewusstes Dummchen, das wie ein Baby ihren Galan Kurt penetrant mit „Daddy“ an- und von sich selbst in der dritten Person redet. Ihr Plan: die Heirat mit Kurt.…

Spielfilm Algerierin in Deutschland: KussKuss – Dein Glück gehört mir (2005) – 5 Sterne

Ein interessantes Thema, eine witzige Konstellation, und die Hauptdarsteller agieren natürlich und locker. Doch das Buch taugt nichts. Die Fremdsprachenkenntnisse aller Akteure schwanken dramatisch, je nach dramaturgischer Erfordernis. Passt Nicht-Verständigen-können gerade gut in die Handlung, versiegen die Fremdsprachenkenntnisse ganz, und nicht einmal durch Gesten lässt sich so etwas Elementares wie Trinken/Durst andeuten. Achja, sind Akademiker…

Deutscher Spielfilm: Das allerbeste Stück (2004) – 5 Sterne

Doreen Jacobi hat ein paar zauberhafte Momente, ansonsten sind’s Klischees satt und ein völlig unambitioniert zusammengeschustertes Drehbuch, das selbst unter niedrigen Privatsenderschwellen mühelos aufrecht hindurchspaziert (Regie Matthias Kopp, mit Jan Sosniok, Doreen Jacobi, Rita Lengyel). Keine Ahnung, warum mich die Komödie nun doch halbwegs unterhalten hat. Vielleicht, weil es mit Kincades Super-Oldie Dreams Are Ten…

Spielfilm: Die Liebe der Kinder (2009; mit Trailer) – 5 Sterne

Eigentlich schön gespielt, vor allem von Hauptdarstellerin Marie-Lou Sellem. Schön langsam und ruhig, unaufdringlich bundesdeutsch atmosphärisch, ohne Zeitgeist-Schickimicki und latte to go. Nur: Im Film kommen mehrere Paare zusammen, und man spürt nicht die geringste Anziehungskraft. Die danach entstehenden Konflikte lassen sich leicht nachvollziehen – aber warum die Figuren überhaupt zueinanderfanden, das bleibt unklar.

Komödie: Das Superweib (mit Veronica Ferres; mit Trailer) – 5 Sterne

Tiefgangfreies Logikloch-Hopping, unbekümmert, mild erheiternd, mitunter platt satirisch, die Akteure haben sich beim Dreh bestimmt selbst auf die Schenkel geklopft; die Namen der Filmfiguren sind fast so banal wie die der Charaktere in Hera-Lind-Romanen. Schön gefilmt und leichte Kost zwischendurch, immerhin weniger vulgär als aktuelle Comedy oder Rossini, nur der zwanghafte Blick auf die Ferresbeine…