Westafrika-Roman: The Radiance of the King, von Camara Laye (1954)

Märchenonkelhaft

Ich hatte die englische Übersetzung und gab die Lektüre auf. Der Ton ist naiv schwafelnd, voll rhetorischer Fragen und überflüssiger Vermutungen.

Personal und Kulisse bleiben vage – nicht lebensecht, nicht authentisch -, halbfertige Phantasiekreationen, ohne Bezug zu einem Land oder einer Zeit. Auch Toni Morrisons Vorwort sagt mir nichts. Um Camara Layes Autorenschaft gibt es Diskussionen.

Freilich: Camara Layes „The Dark Child“ habe ich hier sehr gelobt und in „The Radiance of the King“ kehren viele Stilelemente aus „Dark Child“ wieder: vom leicht märchenonkelhaften Ton bis hin zu James Kirkups gelungen altertümelnder Übersetzung ins Englische. Allerdings: „The Dark Child“ ist eine sicher verklärende, aber insgesamt doch realistische Kindheitserinnerung, und da passt der Tonfall bestens; man begegnet immer noch Menschen aus Fleisch und Blut in soliden Lehmziegelbauten. In „Radiance“ bleibt alles wolkig.


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