US-Roman: Die Witwen von Eastwick, von John Updike (2008) – 4 Sterne

Unwürdiges Spätwerk

Auf den ersten 120 Seiten unternehmen die Hauptakteure Gruppenreisen nach Kanada, Ägypten und China (dt. Die Witwen von Eastwick, engl. The Widows of Eastwick). Updike liefert seitenlange banaltouristische Beschreibungen und regionale Hintergründe. Schließlich kommt das Damentrio in Eastwick an, und auch über diese Stadt gibt es viel Allgemeines zu lernen. Zu viel.

Auf den späteren Seiten folgen Hexerei, Okkultes, Grobsex und bizarre „physikalische“ Erklärungen für Tele-Morde. Drei nackte Großmütter beschwören „the cone of power“ auf dem Teppich.

Praktisch jeder andere Updike ist besser:

Die banalen Gruppenreisebeschreibungen wie auch Okkultes, Phantasiephysik und Grobsex haben mich angeödet. Weit lieber hätte ich mehr über Zwischenmenschliches gelesen, zum Beispiel die Beziehung zwischen Alexandra und der entfremdeten ältesten Tochter Marcy.

Stattdessen kommt es noch schlimmer: In säuerlich tröpfelnder, selbstgefälliger Altmännerherrlichkeit schildert der späte Updike weibliche Befindlichkeiten im siebten Lebensjahrzehnt, schwadroniert von Brüsten, Hintern, Zahnfleisch, versagenden Blasen, hervortretenden Venen, Warzen, Wunden, Leberflecken, Gerüchen und allerlei Körperöffnungen.

Immerhin liefert Updike einige elegant-lakonische Dialoge. Sofern er auf Magisches und Elektrophysik verzichtet, gelingen reizvolle psychologische Konstellationen.

Ich hatte eine englische Taschenbuchausgabe mit zahlreichen mir unbekannten Adjektiven und einigen Druckfehlern.

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