Test, Vergleich 2 Laptoptische: Relaxdays Laptoptisch vs. Lounge2Work von ergo2work

Mai 2019. Getestet habe ich diese Modelle:

Diese Laptoptische tragen nicht nur Laptops: In Verbindung mit einer Buchstütze wie etwa von Actto erleichtern sie auch das Bücherlesen in Sessel, Liegestuhl oder Bett. Die Laptoptische eignen sich ggf. auch als Mikrofon- oder Manuskriptständer im Voice-over-Studio wie auch als provisorisches Kamerastativ. Auf ein angeflanschtes Seitentischchen passen Maus, Kaffee- oder Rumtasse. Beide Modelle habe ich als normaler Kunde gekauft und voll bezahlt, ohne speziellen Kontakt zu Anbietern.

Die beiden Laptoptische in meinem Vergleich haben diese Gemeinsamkeiten:

  • Neigbare Trägerplatte
  • Trägerplatte auf einer Längseite mit Stütze, die Abrutschen des Laptops bei geneigter Platte verhindert
  • Kleine, separate Extraablage z.B. für Rumglas oder Maus
  • Höhenverstellbar durch Drehen an Schraube(n) (also keine Kurbel, nicht motorisch)

In diesen Punkten unterscheiden sich die Platten:

  • Nur Relaxdays bei Amazon erhältlich
  • Nur bei Lounge2Work Laptopablage horizontal drehbar, mit Lüftungslöchern und Extra-Plastiksockeln
  • Nur Relaxdays mit Rollen
  • Geometrie der Standbeine unterschiedlich, dadurch unterschiedliche Möglichkeiten zum Unterschieben

Relaxdays Laptoptisch:

Der Zusammenbau dauerte, war aber noch übersichtlich. Werkzeug und alle Schrauben waren vollständig. Will man Neigung oder Höhe des fertigen Tischs verstellen, muss man jeweils zwei Knaufe verdrehen – sehr lästig, und zudem gehen die Schrauben und die Röhren sehr schwer. Schrappel-schrappel.

Die Platte wackelt beim Tippen enorm – m.E. keine Empfehlung für Schnell- und Vieltipper. Die kleine Extra-Ablage hat dieselbe Grundhöhe wie die Laptop-Ablage, ist also zu hoch. Die Oberfläche der Ablage ist aus hässlichem „Plastikholz“.

Eine Abrutschstütze, die Weggleiten des Schlepptopps bei geneigter Platte verhindert, gibt es nur auf einer Seite der Platte. Demzufolge gilt: Will man eine geneigte Laptopablage von der anderen Seite her aufbauen, kann man die Platte nicht einfach in die andere Richtung neigen – stattdessen muss man sie vom Halterohr ziehen und andersherum aufstecken. Das schrappelt wieder, und es nervt, nervt, nervt. Außerdem passt die Platte nur in einer Richtung wie geplant, nämlich wenn die Platte von rechts her den Laptop anreicht; andersherum aufgesteckt – der Laptop kommt von links – passt sie nur „irgendwie“, aber es geht noch; noch sperriger wird es, wenn eine Wand direkt links von z.B. Stuhl, Bett oder Liegestuhl ist, der Relaxdays aber links stehen soll (damit man nach rechts ungehindert wegkommt).

Die Abrutschsperre für den Laptop auf einer geneigten Fläche ist eine durchgehende Schiene in voller Breite. Sie blockiert also die gesamte Laptop-Front inklusive möglicher Öffnungen für optisches Laufwerk, Speicherkarten, USB- u.a. Anschlüsse, Lüftung und alle Lämpchen. Eine solche durchgehende Schiene stört auch unnötig, wenn auf der Ablage eine Buchstütze steht. Ideal wären einzelne Stifte als Abrutschsperre.

Die Rollen am Boden wirken sehr schrappelig und nicht leichtgängig. Ich würde nicht erwarten, dass sie einen empfindlichen Holzboden unbeschadet lassen, habe es aber nicht getestet. Sie machen den Tisch auch wackeliger. Ich jedenfalls trage das Ding lieber, als es zu rollen, auch auf glattem Boden. Der -Fuß hat eine Doppel-T-Geometrie und ist damit nicht ganz so flexibel unterschiebbar wie das Vergleichs-Modell Lounge2Work mit seinem gespreizten Zweizack.

Lounge2Work von ergo2work:

Staun, staun: Diesen Laptoptisch gibt’s nicht bei Amazon, sondern nur beim Hersteller zu Preisen zwischen ca. 92 und 160 Euro je nach Farbe (Link zur Verkäuferseite). Deutlich teurer, hübscher und mit einem anders konstruierten Standbein figuriert eine Holzvariante namens Lounge-Wood. Es gibt jedoch einen Tatkraft-Laptop-Tisch (auch bei Amazon), dessen Oberteil und Gestell dem getesteten Lounge2Work-Modell scheinbar sehr ähneln – mit Rollen, aber durchgehender Abrutschsperre.

Das Zusammenbauen der schwarzen Lounge2Work-Plastikversion fand ich äußerst kompliziert, dieses Teil ist halt auch teurer und komplexer konstruiert als die viel billigere Relaxdays-Platte in meinem Vergleich. Lt. gedruckter Anleitung gibt es online eine Video-Aufbauanleitung, die ich in meiner Verzweifelung konsultieren wollte, aber nicht fand. Schrauben waren komplett, Werkzeug nicht: Zwar lag ein Inbus-Schlüssel bei, ich musste aber selber Schraubenschlüssel und Schraubendreher herauskramen.

Nach dem Aufbau gilt: Höhenverstellung, Neigung und hier auch horizontale Drehung der Laptopablage erfordern das Lösen nur einer Schraube und sind viel leichtgängiger als bei Relaxdays. Freilich wäre mir Höhenverstellung per Kurbel noch lieber. Weil man die Laptopfläche mühelos um 360 horizontale Grad drehen kann, ist ein Seitenwechsel des Laptoptisches unproblematisch; allerdings landet dann die separate kleine Rumglas-Abstellfläche vielleicht auf der falschen, abgewandten Seite.

Der Tisch wackelt weitaus weniger als Relaxdays, perfekt ist er nicht. Zwei kleine, separate Schienen dienen als Wegrutschsperre, so dass zumindest Teile der Laptopfront frei bleiben. Noch lieber wären mir einzelne Stifte, so dass Lämpchen, Lüftungsschlitze und Zuführungen maximal frei bleiben. Der separate kleine Rumglas-Teller rangiert stets niedriger als die große Laptop-Ablage – das ist praktischer als eine gleich hohe Zweitablage wie bei Relaxdays.

Es gibt keine Rollen. Mit seinem dadurch möglichen Zweizack-Gabel-Spreiz-Fuß lässt sich der Lounge2Work leichter unter Möbel schieben und dort manövrieren als Relaxdays und viele andere Modelle mit Relaxdays vergleichbarem Doppel-T-Fuß (). Bodenhaftung hat der Lounge2Work mit einigen Hartplastikkappen, die man über die Metallfüße steckt. Sonderlich parkettfreundlich scheinen sie mir nicht. Ich würde noch einen Teppich unterlegen oder Filzgleiter ankleben; der Hersteller sollte das mitliefern.

Der Tisch mit Lüftungslöchern bietet Platz für einen 17-Zöller. Der Hersteller liefert zudem zwei flummiartige, aufklebbare Plastikknubbel mit, die den Laptophintern noch weiter anheben können; so entsteht ein noch steilerer Winkel, ohne dass man die Ablage steiler einstellt und damit ein Wegflutschen des Laptops riskiert. Wer jedoch unterschiedlich große Laptops auf diesem Laptoptisch betreibt (so wie Hans D. Blog), entdeckt vielleicht keine allgemeingültige Position für die Flummis.

Wer vorwiegend kleinere Laptops oder gar Buchstützen aufstellt, findet die Ablage schnell zu groß, und sie erschwert das Verlassen des Arbeitsplatzes (auch wenn man sich dank abgerundeter Ecken kaum letal aufspießt). Gern hätte ich optional eine deutlich kleinere Laptop-Ablage – mit einer größeren 17-Zoll-tauglichen Ablage zum Aufstecken.

Mit diesen Verbesserungen würde mir Lounge2Work noch besser gefallen:

  • Leichterer Zusammenbau mit besserer Anleitung
  • Höhenverstellung per Kurbel
  • Optional deutlich kleinere Laptop-Ablage mit aufsteckbarer Ablage für große Laptops
  • Runde statt viereckiger Mittelsäule, so dass man sie leicht in der Röhre drehen kann (der Tisch selbst ist wie gesagt drehbar)
  • Mitgelieferte oder optionale bodenschonende Filzgleiter zum Aufkleben oder Überziehen
  • Holzversion unter 250 Euro

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