Taxi Teheran (Komödie 2015): Pressestimmen, Szene & Trailer

Der iranische Regisseur Jafar Panahi hat seit 2010 Drehverbot, umgeht es hier aber zum dritten Mal – diesmal dreht er in einem Taxi in Irans Hauptstadt Teheran und verrät im Abspann seiner Komödie Taxi Teheran keinen einzigen Beteiligten. Das Wohlwollen der westlichen Presse ist ihm gewiss, in Berlin 2015 gab’s sogar den goldenen Bären für kleinen kurzen Film mit dem großen Herzen.

Deutscher Kinostart mit deutschen Stimmen am 23. Juli 2015, als DVD und Bluray ab 23. Januar 2016.

Bei meinen zahlreichen Taxifahrten in Teheran hatte ich ebensolche Ausblicke wie Jafar Panahi und seine Passagiere. Ich hatte das Taxi jedoch für mich („dar baste“) und bin nicht in Sammeltaxis gestiegen, weil die Verständigung über das Fahrtziel zu kompliziert war.

Alle Rezensenten (siehe unten) betonen, der Film zeige „das moderne Iran“. Man kann es auch genauer sagen: der Film zeigt Teheran. Diese Stadt ist weitaus westlicher und entspannter als jede andere im Iran (gefolgt vielleicht von Täbris nahe der türkischen Grenze).

„Nie wird es langweilig im Taxi…“ – deutschsprachige Kritiker:

Süddeutsche Zeitung:

Nie wird es langweilig im Taxi, das nacheinander zum Schauplatz eines Krimis, eines Dramas, eines Thrillers, einer Komödie wird… Ein Film voller Widerspruchsgeist und Witz, weshalb man kaum anders kann, als an die gespitzten Bleistifte von Karikaturisten zu denkens

Taz:

Selbstironisch und leicht… Bewundernswert, wie Panahi hier und in vielen anderen Szenen zugleich zutiefst realistisch und ausgefuchst metafiktional und selbstreflexiv erzählt. Das sind die beiden großen Traditionen des iranischen Kinos: So wie Panahi in „Taxi“, mit einer solchen Souveränität und Leichtigkeit, hat sie bislang noch keiner verbunden… Ein Meisterwerk von abgründiger Großzügigkeit: Die Zensoren sollten vor Scham im Boden versinken

Spiegel:

… eine Komödie, die das Leben feiert. Als wolle er den Mullahs die lange Nase zeigen, ignoriert Panahi die unsichtbare Gefängniszelle, die ihn umgibt, und stürzt sich lustvoll in den Alltag seiner Landsleute. Mit seinen Laiendarstellern steigt ein Querschnitt der iranischen Gesellschaft zu ihm ins Auto… Von den drei Filmen, die seit seiner Verurteilung entstanden sind, ist „Taxi Teheran“ der zugänglichste, witzigste und positivste… Jafar Panahi wurde nicht nur zu 20 Jahren Berufs-, Ausreise- und Interviewverbot verurteilt, sondern auch zu sechs Jahren Haft. Diese Haftstrafe wurde bisher lediglich nicht vollstreckt. Dass Jafar Panahi diesen Umstand ignoriert, zeugt von seinem Mut.

Rolling Stone (DE):

Es ist auch Panahis bislang politischster und humorvollster Film geworden, weil der Regisseur nach dem unerträglich larmoyanten „Pardé“ eine erstaunliche Selbstironie an den Tag legt. Er hat sich selbst in der Hauptrolle besetzt, wobei die Grenzen von Inszenierung und Alltag fließend sind.

„Funny just to observe…“ – englische Kritiker:

Variety (mit interessanten Hintergründen):

Exceptionally lithe, inventive… a film of quiet but profound outrage, laughing on the surface, but howling in anger just beneath

Guardian:

Taxi is a good-humoured jeu d’esprit, a piece of freewheeling cinephile activism… Taxi grew on me. It is not as angry and painful as his previous work, the samizdat This Is Not a Film, but it is subtle, humorous and humane. It tells you more about modern Iran, I think, than you’ll discover on the news

Hollywood Reporter:

light-hearted but weighty-themed… his most successful film since his arrest in 2010… fluidly told episodes… his fake cabbie is funny just to observe… a nice collection of characters…



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