Südostasien-Roman: Pure, von Timothy Mo (2012) – 6 Sterne

Ein verblüffendes Buch: In der Hauptrolle ein Transvestit, der zum muslimischen Gotteskrieger wird. Es beginnt in Bangkok und sehr frivol, geht dann in den muslimischen Süden Thailands und ins Trainingslager auf die Philippinen.

Ich bin mit Region und Sprachen etwas vertraut, habe hier aber viel Neues gelernt – sofern es nicht frei erfunden war. Timothy Mo kredenzt teils starken Tobak, nichts für schwache Nerven, als Reportage wäre es vielleicht stärker. Das dicke Buch wirkt dabei sehr heterogen, zumal einige Neben-Ich-Erzähler eher dozieren als erzählen.

Heftige Kritik:

Wie schon in Monkey King, schreibt Mo ein sehr gebildetes, aber auch kraftvolles Englisch, das mich vor mehr Schwierigkeiten stellte als viele andere englische Romane. Dass der Haupt-Ich-Erzähler allerdings in dieser Elite-Sprache schreiben soll, ist unglaubhaft.

Der thailändische Staat und der Buddhismus bekommen einige Breitseiten in Pure, ich bin mir nicht sicher, ob man das Buch nach Thailand bringen sollte. Der König wird jedoch nicht erwähnt.


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