Spielfilm-Kritik: Zerrissene Umarmungen (2009, Regie Pedro Almodóvar, mit Penélope Cruz; mit Trailer) – 7 Sterne

Filme von Pedro Almodóvar sind immer eine Augenweide, notfalls sogar ohne Penélope Cruz. Bei diesem Film von 2009 kapriziert er sich nicht ganz so auf Primärfarben (außer im Selbstzitat aus seinem bunten Frauen am Ende des Nervenzusammenbruchs). Aber Almodóvar produziert immer noch viele klare, schöne, markante, helle Bilder, die lange im Gedächtnis bleiben.

Wenn ich eins nicht mag, sind es Romane über Romanciers, Filme über Filmemacher und Rocksongs über Rocksänger. Zum Glück wusste ich vorher nicht, dass Almodóvar hier einen – blinden – Filmemacher in den Mittelpunkt stellt, der von einem – schwulen – Filmemacher verfolgt wird, denn tatsächlich hat Almodóvar so die Chance zu einer interessanten, doppelbödigen Geschichte.

Die verwirrt zwar zu Beginn mit wechselnden Zeitebenen und Personengruppen, aber nach etwa 30 Minuten kommt sie in einen geordneten Gang. Obwohl es auch eine Liebesgeschichte mit Schicksalsschlägen ist, hat mich die Handlung sehr interessiert, aber nicht emotional gepackt.

Die Bluray liefert reichlich Begleitmaterial, das jedoch betont lieblos und möglicherweise ohne Almodóvars Mitwirken zusammengestellt wurde. Die Eindeutschung des spanischen Originaltitels Los abrazos rotos gefällt mir gar nicht.


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