Schmalzroman: Kussfest, von Janet Evanovich (2003) – 5 Sterne

Absurde Krimi-Soap um einen menschlichen Supermann (superreich, superklug, supererfolgreich, supernett, super Body, supersexy, superstark) mit einem feminin säuselnden Supercomputer in einem Superauto und ein Kleinstadt-Sammelsurium von krass überzeichneten Kleinverlegern, Bürgermeisterkandidaten, wohltätigen Damen, schwulen Dandies, verkommenen Vietnamveteranen und verlobten Rechtsanwälten (engl. Full Tilt; dt. Kussfest). Die meisten Szenen spielen in den immergleichen Räumen.

Starke Einzeiler:

Das Personal spricht durchweg in unterhaltsamen Ein-Zeilern, eine coole Replik jagt die nächste (jedenfalls im englischen Original Full Tilt, das ich gelesen habe). Und dann die nagenden Fragen: Überleben die Guten, wer bekommt die taffe Jamie nach diesem furiosen Ende? Das hat mich bei Laune gehalten, trotz der vielen bizarren Wendungen (und der sprechenden Computerin mit PMS).

Als ich ohne Lesestoff am Ende der Welt saß, stieß ich auf dieses Buch. Sollte ich mich an den schrillen Trashkrimi wagen oder in Langeweile und ungebetenen Gedanken versinken? Die ersten Seiten haben mich angewidert, voller Geprotze über den Supermann, sein Superauto und die sprechendé Supercomputerin darin. Aber ich hatte nichts anderes. Dann kamen die ersten vergnüglichen Einzeiler und Supermann pfuschte ruchlos in eine Verlobung hinein – schließlich habe ich die ganze Schwarte an einem Tag runtergelesen.

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