Rezension romantische Komödie: Mitten ins Herz – Ein Song für Dich (2007, mit Hugh Grant, Drew Barrymore; mit Trailer & Song) – 7 Sterne

Selten habe ich so oft gelacht wie in der ersten Hälfte dieses Films (engl. Music and Lyrics). Hugh Grant feuert mit jedem zweiten Satz eine neue trockene, selbstironische Bemerkung ab, dabei nie platt, vulgär oder krass.

Allerdings habe ich den Film mit englischem Ton und, zur Sicherheit, englischen Untertiteln gesehen. Mir ist schleierhaft, wie sich der häufige Sprachwitz ins Deutsche übertrage ließe; meine Stichproben mit der deutschen Synchronisation enttäuschten arg. Eine abfällige Bemerkung über einen Deutschen wird in der deutschen Synchronisation offenbar in Geläster über einen Franzosen übersetzt.

Zum Schaden des Films singen die Schauspieler ihre Liedchen teils selber und klingen äußerst dünn dabei – ein Problem, das schon „Mamma Mia“ verdarb (das freilich viel mehr Gesang hat). Warum nimmt man nicht geschulte Playbacksänger, wie in Indien? Ein paar Melodien bleiben durchaus im Ohr, Stimmen und Instrumentierung enttäuschen aber.

Ein paar Nebenfiguren – die dicke Schwester, der Popstar – übertreiben drastisch. Alle anderen spielen weniger schrill. Zwischen Grant und Barrymore knistert es behaglich, wenn auch nicht leidenschaftlich. Sie sind auf jeden Fall sympathisch und, hinter der verletzlichen Fassade, warmherzig.

Nur, was mich inhaltlich an anderen US-Filmen stört, das passiert auch diesmal: Die Hauptdarsteller entwickeln Gefühle, sie landen im Bett (bzw.  unterm Flügel) und dann – übergehen sie die letzte Nacht halb-pikiert und entschuldigen sich fast. Zum Glück ist das hier nicht „Californication“ oder „Sex and the City“ und man darf doch noch auf ein romantisches Ende hoffen. Dafür schluckt man auch kleinere Plausibilitätslücken und die Extra-Portion Schmalz gegen Ende.

Diese Grant-Komödie erinnert an Romkoms wie „Vier Hochzeiten“ oder „Notting Hill“ oder auch an „Schokolade zum Frühstück“. Ein Vorteil jedoch: die besonders pfiffigen Dialoge von Autor und Regisseur Marc Lawrence mit seinen vielen cleveren Witzen; ich muss mehr von ihm geschriebene Stücke suchen.

Fast könnte man Lawrence gedruckt lesen und auf seine Regieleistung verzichten: „Mitten ins Herz“ spielt überwiegend in Innenräumen, daneben gibt’s ein bisschen New York von der Stange und niedliche Pop-Video-Parodien; ansonsten passiert cinematographisch nicht viel, sieht man von den netten Gesichtern ab. Kein Fest fürs Auge also.

Insgesamt ein herzerwärmendes, nicht peinliches Filmchen mit tollen Dialogen und sympathischen Hauptdarstellern.


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