Romankritik: Wild leben, von Richard Ford (1990, engl. Wildlife) –7 Sterne – mit Kritiker-Links

Ein 16jähriger in Great Falls, Montana, beobachtet in den 60er Jahren fast teilnahmslos, wie die Ehe seiner Eltern auseinanderbricht. Richard Ford kreiert einen ruhigen, fast apathischen, aber sehr genau beobachtenden Ich-Erzähler, der distanziert und initiativlos wirkt. Nur ein- oder zweimal zeigt er Gefühle, das klingt prompt kitschig. Trotzdem sind einige Szenen sehr spannend. Der kurze Roman wirkt sehr abgerundet.

Richard Ford schildert Egoismus, Beziehungsarmut und Vereinzelung. Mitunter reden die Figuren in Rätseln, zusammenhanglos, raunen. Die gleiche Montana-Prärie im gleichen Tonfall bei ähnlichem Personal beschreibt Richard Ford auch in den Kurzgeschichen von Rock Springs (1987) und in der Erzählung Eifersüchtig.

„Paper dolls…“ – die Presse:

New York Times:

sententious baby talk that too often mars his writing

Kirkus Reviews:

all are the least inflected and most stock of characters, paper dolls that seem most evidently designed to soak up sad truths…

Publishers Weekly:

Ford’s remarkable ability to capture distinctive voices… his short, bittersweet fourth novel details how family strife is „nature’s way,“

Die Los Angeles Times überschreibt die Kritik mit Frailty, Thy Name Is Family:

… controlled and sometimes moving… We think of Hemingway’s fishermen, hunters and bullfighters; free players entangled in a rigged world… The writing is skillful


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