Romankritik: Still leben, von Jan Peter Bremer (2006) – 2 Sterne

Man liest einen Roman, um zu erfahren, wie es in der Welt aussieht. Oder man liest einen Roman, um zu erfahren, wie es in Jan Peter Bremers Kopf aussieht.

Der zeitgenössische deutsche Autor Jan Peter Bremer ist nicht nur in Berlin geboren, sondern lebt seit dem Abitur auch wieder dort. Jan Peter Bremer hat an der Leipziger Literatenfabrik vielleicht nicht studiert, aber lt. Wikipedia dort doziert.

Deutsche Feuilletonisten loben ihn über den Klee.

All das spricht gegen Jan Peter Bremer, und doch habe ich unklug sein Büchlein „Still leben“ zur Hand genommen. Es ist ganz kurz, nur 88 teils halbleere Seiten. Ich schaffte es nicht über die Hälfte hinaus. Das gibt’s selten.

Jan Peter Bremer beschreibt ein Wolkenkuckucksheim fern jeder greifbaren Realität – eine Familie in einem einsamen Berghaus, mit zunehmend bizarrem Verhalten, teils eklig. Wo und wann das passiert? Irgendwann, in Jan Peter Bremers Kopf. Hier geht es um Kopfgeburten ohne Realitätsbezug.

Und der Ausdruck „Mein lieber Freund“ fällt in diesem Roman gefühlt ermüdende einhundert Mal, nicht nur in den Briefanreden, sondern auch im Haupttext der Briefe.

Merke: Informiere dich besser, bevor du 3,50 Euro für ein Gebrauchtbuch hergibst, an dem dann womöglich der Coronasputnik klebt.

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